Long forgotten Gate

Roger

Active Member
Hallo Hannes,

die Bilder sind ja recht bescheiden und so richtig sicher was erkennen kann man eigentlich nicht.
Ich vermute, das es sich bei den Algen um Bartalgen und Pinselalgen handelt.
Könnte das stimmen?

Wenn dem so ist, solltest Du mit einer Erhöhung der CO2 Zufuhr Erfolg haben. Die vorübergehende Verwendung von Easy Carbo würde ebenfalls bei der Beseitigung helfen.
Das wissen um Kh und Ph würde bei der Einschätzung des derzeitigen CO2 Gehaltes helfen. :wink:
 

Roger

Active Member
Hallo Hannes,
hiermal ein Auszug aus unserem Algenratgeber!

Bartalgen (Rotalgen)

Bartalgen sehen entfernt wie krause Barthaare aus und werden bis ca. 12 cm lang. Sie können im Anfangsstadium mit Pinselalgen verwechselt werden, jedoch unterscheiden sich diese in der Farbe und Größe, da Pinselalgen richtig schwarz sind und maximal 1cm lang werden. Hohe Ammonium Werte oder zu wenig CO2 können diese Algenart hervorrufen. Mechanisch lässt sich diese Algenart nur schwer entfernen. Algenfresser können hier helfen, besonders die Siamesische Rüsselbarbe, Ammano Garnelen und Apfelschnecken.

[albumimg]10[/albumimg]

Wenn Du wirklich nur Kh2 hast, kannst Du den Ph ohne weiters bis 6,2/6,3 senken. Hast Du keinen Dauertest um den CO2 Gehalt zu kontrollieren?

EDIT: Im Hinblick auf die EI Düngung sollte der CO2 Gehalt sowieso etwas höher angesetzt werden!
 

Hannes85

Member
Also vielen Dank erstmal!

Ja ich werde heute abend den PH nochmals messen.
Dauertest habe ich noch nicht, wird aber bald kommen (wenn ich weiter so einkauf, dann klebt bald auf der Scheibe ein Kuckuck :D )

Das Ammonium drin ist, kann ich mir nicht vorstellen. Welche Wege gibt es da, dass Ammonium ins Becken kommt?

Die Beschreibung der Algen ist mir Unklar, da es evtl eine Mischform ist?
Nämlich: ganz schwarz, aber länger wie 1cm.

Algenfresser sind drin: ca. 10 Amanos und 5 Otos.

Die verhindern das Schlimmste :shock:

LG
 

Hannes85

Member
So.

Habe Easy Carbo rein. 1ml. eben auf 50L Netto.
PH getestet, liegt bei ca. 6,3.
Temperatur war auf ca. 28°C. Jetzt steht ein Ventilator davor... War das ursächlich? Bestimmt, oder?

Hatte auch noch nie so weiches Wasser... mit KH 4 würde ich längerfristig gern leben... :D

@Roger:

meinst du ich soll mal auf 3bps gehen? Oder reicht Easy Carbo nach Anleitung?

Oder ist eh alles i.O. nur die temperatur nicht :D :idea:
 

Roger

Active Member
Hallo Hannes!

Hatte auch noch nie so weiches Wasser... mit KH 4 würde ich längerfristig gern leben...
Warum?? Kh =2 ist doch wunderbar. Bei höherer Kh brauchst Du mehr CO2 und für die Pflanzen bringt es keinen Vorteil.

So wie ich das sehe, ist bei Dir jetzt alles im grünen Bereich. :D
Wenn Du die Temperatur mit dem Ventilator dauerhaft unten halten kannst ist es Super!
 

Hardy

Active Member
RogersPark":1dncf2zu schrieb:
Bei höherer Kh brauchst Du mehr CO2 und für die Pflanzen bringt es keinen Vorteil...
Hi Roger
Wofür brauchst Du's dann?
 

addy

Active Member
Huhu Hardy,
denke Roger wollte nur wissen wie hoch die Kh und der PH wert ist um den Co2 gehalt zu kennen. Was ja zu diesem Zeitpunkt im Thread noch nicht hervorkam.
 

Hannes85

Member
Hi,

werde es jetzt so belassen und reiche einen CO2 Wert nach :D

Die Temperatur war heute trotz selbst "gebauten" Ventilatorkanals in die Abdeckung 28°C.

Jetzt war ich mal kreativ und hab meinen Filter in ein kaltes Wasserbad gestellt. :evil:

Mal schauen ob das hilft...

Es klemmt einStüch zwischen Abdeckung und Beckenoberkante. Durch diesen Zwischenraum wird jetzt belüftet.
 

nik

Moderator
Teammitglied
Hallo zusammen,

ich glaube, ich muss mal KH, CO2, pH und Nährstoffverfügbarkeit in einen Zusammenhang bringen.

- Dieses mal beginne ich mit der Nährstoffverfügbarkeit der Spurenelemente (SE). Die ist vom pH-Wert abhängig. Manche SE sind bei höherem pH besser verfügbar, dafür bei niedrigerem nur schlecht oder gar nicht. Bei anderen SE ist es umgekehrt. Alle verhalten sich mehr oder weniger unterschiedlich und ein eingestellter pH ist immer ein Kompromiss. Um also eine allgemeine möglichst gute Spurenelementverfügbarkeit zu erreichen ist ein pH im Bereich von ca. 6,3 - 7 notwendig! Das sind die maximalen Grenzen, die sich aus meiner Literatur ergeben. Ein bisschen Spiel dazu strebe ich einen pH-Wert von 6,4 - 6,9 an.

- Das CO2 hat Auswirkungen auf den pH-Wert, Fische/Garnelen und als Nährstoff für Pflanzen.
- - Die Auswirkungen auf den pH sind praktisch bekannt, aber ich lese immer wieder mal von einer Abhängigkeit gelösten CO2 von der Karbonathärte. Das ist in der Praxis nicht so! Vom zugegebenen CO2 sind nur vernachlässigbar geringe Anteile an chemischen Prozessen beteiligt. Einer davon ist augenfälliger, das ist die Beeinflussung des pH-Werts. Ein geringer, konstanter Anteil des zugegebenen CO2 reagiert zu Kohlensäure und die beeinflusst den pH. Ansonsten ist zugegebenes CO2 weitgehend in der gelösten Form verfügbar.
- - CO2 in Bezug auf Fische, Garnelen, etc. ist ein leidiges Thema. CO2 muss von Lebewesen abgeatmet werden um nicht an einer CO2-Vergiftung zu sterben. Ein höherer CO2 Gehalt im Wasser erschwert dem Lebewesen das Abatmen des eigenen CO2. Desweiteren müssen Lebewesen ihren Blut-pH konstant halten. Beide Prozesse benötigen in einem Umfeld mit höheren CO2-Gehalt mehr Energie. Das erhöht den körperlichen Stress und leider kann man den dem Fisch nicht ansehen wie weit vor den akuten Vergiftungserscheinungen ihn das belastet. Kommt noch dazu, dass die Grenzen an CO2-Verträglichkeit für verschiedene Lebewesen unterschiedlich ist. Ob 30mg/ CO2 jedem Fisch zuträglich sind, da habe ich Zweifel.
- - Die Notwendigkeit einer Kohlenstoffversorgung von Pflanzen steht außer Frage. Bei der CO2- Versorgung gilt es zwei Punkte zu beachten, ständige Verfügbarkeit und CO2-Niveau. Unter sehr guten allgemeinen Bedingungen, d.h. Pflanzen mängelfrei, das Becken völlig algenfrei, stellten bei eigenen Versuchen die Pflanzen bei einem CO2-Gehalt von <6mg/l ziemlich abrupt das Assimilieren ein. Ebenfalls ließ sich mit einem geregelten CO2-Gehalt > 15-20mg/ langfristig keine erkennbare Verbesserung des Wachstums erreichen.

Die obigen Ausführungen berücksichtigend (pH 6,4-6,9 und 20mg/l CO2), ergeben sich im Pflanzenbecken ein Wertebereich von 2-6° KH als allgemein günstig. Wenn man das Wasser nach Belieben einstellen kann, sind für die meisten Pflanzen eine geringere KH günstiger. Um auch bei höherer KH noch in einen günstigen Bereich zu kommen würde ich bis max. 30mg/l CO2 gehen. Damit ließe sich eine max. KH von 10 noch bewältigen. Über 10°KH empfiehlt sich eine Entsalzung mittels VEA, UOA oder Entkarbonisierung durch Mineralsäure. Trotzdem ist das aus einem anderen Grund eine suboptimale Lösung, da sich dieser Grenzwert nur über einen pH-Controler einstellen ließe. Bei den pflanzenbedingten Schwankungen liefe es bei einer gleichmäßigen Zugabe, auch mit Nachtabschaltung mehr oder weniger häufig aus den günstigen Bereichen heraus. Wer also CO2 ungeregelt zugibt, nutzte idealerweise eine KH4. Das ermöglichte Schwankungen des CO2-Gehalts von 15-30mg/l um in einem günsten pH-Bereich zu bleiben. Im wüchsigen Pflanzenbecken macht deshalb mind. eine Nachtabschaltung Sinn. Will man weiter an die Grenzen heran, empfiehlt sich eine pH-Regelung.
Natürlich lässt sich das auch mit geringeren CO2-Gehalten betreiben. Ich habe das mit einer KH<0,5 und geregeltem CO2 zwischen 6 und 10mg/l jahrelang im gut beleuchteten und stark bewachsenen Aquarium so praktiziert.

Gruß, Nik
 

moeff

Member
Hi,

wieder mal alles klasse erklärt, lese immer sehr gespannt deine Beiträge (Danke das du dein Wissen hier preisgibst)! :D (genug geschleimt)

Dieses mal beginne ich mit der Nährstoffverfügbarkeit der Spurenelemente (SE). Die ist vom pH-Wert abhängig. Manche SE sind bei höherem pH besser verfügbar, dafür bei niedrigerem nur schlecht oder gar nicht. Bei anderen SE ist es umgekehrt. Alle verhalten sich mehr oder weniger unterschiedlich und ein eingestellter pH ist immer ein Kompromiss. Um also eine allgemeine möglichst gute Spurenelementverfügbarkeit zu erreichen ist ein pH im Bereich von ca. 6,3 - 7 notwendig! Das sind die maximalen Grenzen, die sich aus meiner Literatur ergeben. Ein bisschen Spiel dazu strebe ich einen pH-Wert von 6,4 - 6,9 an.

Ein schwankender pH-Wert ist also eigentlich zu favorisieren?

Grüße Marco
 

Roger

Active Member
Hallo Nik,

gerne würde ich die von Dir vorgeschlagene CO2 Menge auch bei mir einstellen weil die Argumente bezüglich der Beckenbewohner einleuchten.
Leider muß ich in meinen Becken feststellen, das durch eine Absenkung des CO2 Niveaus unter 30mg/l mit schöner Regelmäßigkeit immer wieder Rotalgen auf den Plan gerufen werden. Bei mir sind es immer die Pinselalgen und wie hier im Thread zu lesen, bei Hannes die Bartalgen.

Das Phänomen beobachte ich bei mir in beiden Becken die mit VE-Wasser und einer Kh von 2-3 betrieben werden. Eines davon ist mit Regelung ausgestattet, das andere bekommt durchgehend CO2.

Weiter frage ich mich, in wie weit der CO2-Gehalt nicht nur die Aufnahme der SE beeinflusst, ( was mir völlig neu ist :? ) sondern auch die Aufnahme von Makroelementen davon beeinflusst wird.
Kannst Du das insgesamt noch etwas genauer ausführen?
 

nik

Moderator
Teammitglied
Hi Marco,

moeff":33da1yip schrieb:
Ein schwankender pH-Wert ist also eigentlich zu favorisieren?
das ergibt sich einfach aus der ungeregelten Zugabe. In der Natur hat es schon pH-Schwankungen, die sind aber nicht so heftig, wie sie im intensiven Pflanzenbecken auftreten können.

Es wird mitunter behauptet, etwas schwankende pH-Werte wären günstig für Fische ...
ob das (immer) stimmt, kann ich nicht sagen. Ich sag es mal so, starke Schwankungen sollten vermieden werden. Leichte pH-Schwankungen sind so um 0,3 Einheiten.

Gruß, Nik
 

nik

Moderator
Teammitglied
Hallo Roger,

fange ich mal hinten an.

RogersPark":3ueev41a schrieb:
Weiter frage ich mich, in wie weit der CO2-Gehalt nicht nur die Aufnahme der SE beeinflusst, ( was mir völlig neu ist :? ) sondern auch die Aufnahme von Makroelementen davon beeinflusst wird.
Kannst Du das insgesamt noch etwas genauer ausführen?
CO2 hat mit SE erst einmal gar nichts zu tun. Der pH beeinflusst die Verfügbarkeit der SE. Nun kann man den pH mit verschiedenen Mitteln (senkend) beeinflussen, z.B. Huminsäuren, Torf, das gute alte Eichenrindenextrakt (Phosphorsäure), etc. Alles irgendwelche Säuren, die den pH senken. Die Kohlensäure (die sich in geringen Mengen bei CO2-Zugabe bildet) macht nichts anderes. Fertig, CO2 ist halt zusätzlich im Pflanzenaquarium willkommener Nährstoff.

Bezüglich der anderen Makronährstoffe hat CO2 AFAIK keinen Einfluss.

gerne würde ich die von Dir vorgeschlagene CO2 Menge auch bei mir einstellen weil die Argumente bezüglich der Beckenbewohner einleuchten.
Leider muß ich in meinen Becken feststellen, das durch eine Absenkung des CO2 Niveaus unter 30mg/l mit schöner Regelmäßigkeit immer wieder Rotalgen auf den Plan gerufen werden. Bei mir sind es immer die Pinselalgen und wie hier im Thread zu lesen, bei Hannes die Bartalgen.

Das Phänomen beobachte ich bei mir in beiden Becken die mit VE-Wasser und einer Kh von 2-3 betrieben werden. Eines davon ist mit Regelung ausgestattet, das andere bekommt durchgehend CO2.
In meinen Becken, egal ob vollentsalzt oder Leitungswasser, ist das letzte Fitzelchen Bart-, Pinselalge schon sehr lange her. Eigentlich kenne ich keinen Fall, in dem Pinsel-, Bartalgen nicht durch reichlich SE erschlagen wurden. Kann so nicht sagen, woran das liegt. Am CO2 liegt es ganz sicher nicht.

Gruß, Nik
 

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