Algenplage/ Richtige Düngung

Frank2

Well-Known Member
Erwin ich möchte zb keinen Bodengrund, der p04 enthält. Das kommt da von selber rein irgendwann und ich versuche die Depots durch 2 mal jhrl durchmulmen zu entfernen und bring das auf keinen Fall freiwillig rein. Von daher… ich sag’s ja - sehr erkenntnisreiche Diskussion für mich.
Auch die fünffache Menge an K gegenüber den anderen BG ist schon ein Wort.
Gruß
Frank
 

unbekannt1984

Well-Known Member
Hallo,
Von daher… ich sag’s ja - sehr erkenntnisreiche Diskussion für mich...
die Diskussion mag ja erkenntnisreich sein, aber ist sie hier auch gut aufgehoben? Würde ich Informationen zu den Dennerle Deponit-Mix Böden suchen, dann würde ich eher im Unterforum Substrate suchen.
Außerdem hilft diese Nebendiskussion nicht unbedingt der Übersichtlichkeit dieses Threads.

Aus der Praxis kann ich nicht viel zu den aktuellen Varianten von Deponit-Mix sagen, den letzten dieser fertigen Nährböden hatte ich vor etwa 20 Jahren in der Hand (bei der Einrichtung eines Aquariums; war eben ein vollkommen anderes Produkt).

Soweit mir bekannt, ist die schwarze Version des Nährbodens auf Kundenwunsch entstanden (da müsste man sich die Werbevideos von Dennerle auf Youtube wohl anschauen). Ich könnte mir denken, das Dennerle dabei dann halt ein paar Kompromisse eingegangen ist, wodurch dann in der schwarzen Version mehr Kalium und Phosphat gelandet ist.
das war nur der Vollständigkeit wegen. Nur beim "black" wird PO4 deklariert, bei allen anderen Deponitsorten nicht. Ich gehe davon aus, dass die anderen auch keines enthalten.
Ebenso bei den "weissen Perlen".
Warum dann auf beiden "10 in 1" steht ist mir rätselhaft.
Die weißen Perlen könnten halt irgendwas in einer Harzhülle sein, es könnte aber auch Dennerles Version von Tetra Nitrate Minus Pearls (AFAIK ebenfalls seit so 20 Jahren im Handel) sein. Ob es davon bei Dennerle dann auch eine schwarze Version gibt?

Das PO4 - sofern es denn als Eisen-Phosphat-Verbindung vorliegt - verursacht ja keine mit Tröpfchentests nachweisbaren Werte. Man würde sich wohl nur wundern, wie lange ein Becken mit diesem Bodengrunddünger benötigt, wenn man es in den Phosphatmangel treiben will.
 

Frank2

Well-Known Member
Torsten Eisenphosphat ist n Mist. Irgendwann Rücklösungen. Sehr gerne vergesellschaftet mit Pinselalgen. Bis hin zu Eisentoxizität … einfach nur schlechte Erfahrungen gemacht. Ich behaupte auch dass Cyanos des BG in alten Becken hierdurch gefördert werden können.

Gruß Frank
 

Zer0Fame

Well-Known Member
Hey,

Ich meine sogar @Zer0Fame hätte das schon mal woanders erwähnt.
Ohne Unterschrift ^^

meinst du wegen falschen Werten vom Kaliumtest?

Dann ja, der hatte bei mir wesentlich zu hoch angezeigt ... und mindestens 2 weitere Fälle sind mir auch bekannt, jeweils mit inertem Bodengrund, also keine Rücklösungen oder sonst was.
Das war alles im Bereich 5-9mg/l höher angezeigt, als es wirklich war.
 
G

Gelöschtes Mitglied 22571

Guest
@Zer0Fame
Hallo Dominic,
nee, war falsch von mir gedacht.
Ich ging davon aus das du den den Depot-Mix 10+1 von Dennerle gemeint hast wegen falschen K Werten.
Richtig ist aber das du den Kalium Test gemeint hast.

Aber die Jungs sind hier auch wegen der Richtigkeit eines Kaliumtest am diskutieren.

LG
Lothar
 

unbekannt1984

Well-Known Member
Hi Frank,
Torsten Eisenphosphat ist n Mist. Irgendwann Rücklösungen. Sehr gerne vergesellschaftet mit Pinselalgen. Bis hin zu Eisentoxizität … einfach nur schlechte Erfahrungen gemacht. Ich behaupte auch dass Cyanos des BG in alten Becken hierdurch gefördert werden können.
wie ich bereits geschrieben habe, sind die Eisen-Phosphat-Verbindungen schwer löslich. Ziehen wir Eisen-(III)-Phosphat als Beispiel heran, dann sprechen wir über eine Löslichkeit von ~21 µg/l, das teilt sich dann noch entsprechend der Masseverhältnisse auf. Wenn du jetzt Eisenwerte z.B. von 0,05 bis 0,2 mg/l anpeilst (50 bis 200 µg/l), dann liegst du da schon ein gutes Stück über der Löslichkeit - brauchst dir also über toxische Konzentrationen aus diesen Rücklösungen keine Gedanken machen.
Selbst Rotalgen - wenn man sie denn mit Eisen in Verbindung bringen will - sollten durch diese geringen Mengen kein Thema sein.

Übermäßig Eisen-Phosphat-Verbindungen werden jedoch für schlechtes Wurzelwachstum bei einigen unserer Wasserpflanzen verantwortlich gemacht, daher kann ich deine Aussage dazu ("ist n Mist") unterschreiben.

Was Cyanos im Bodengrund angeht kann ich keine Aussage bezüglich Eisenphosphat machen. Jedoch hatte Marko vor Jahren nach Zugabe von Seachem Stability eine Rückbildung besagter Cyanos im Bodengrund beobachtet (siehe hier). Ansonsten sollen auch Special Blend und Nite Out II von Microbe-Lift gegen Cyanos wirken.

Erinnerst du dich noch an die Laterit-Produkte? Das sind bis auf Eisenreste ausgewaschene Steine, davon gab es Pulver oder Kügelchen als Eisen-Dünger mit Depot-Wirkung... Habe ich auch vor 20 Jahren mal ausprobiert und keinen großen Nutzen festgestellt - aber auch keine Vergiftungserscheinungen bei Amano-Garnelen oder Corydoras Paleatus.
 

Frank2

Well-Known Member
Mit Eisentoxizität ist nicht ein Problem des Freiwassers, sondern im BG gemeint. Kann man zb sehr schön nachverfolgen bei Hygrophilas der Corymbosagruppe.
Verbindung mit Phosphat natürlich.
Die Wurzeln werden bräunlich und das Blatt sieht aus wie bei Calciummangel.
Ja ich hatte auch Laterit früher. In Echibecken. Den von Sera. Gibt es schon lange nicht mehr oder gab es nicht mehr zumindest.

ML SB NO kann gegen Cyanos funzen. Bei vielen funzt das ganz und gar nicht. Anderes Thema

Gruß Frank
 
Zuletzt bearbeitet:

Kejoro

Moderator
Teammitglied
Hey Frank,

eine Sidenote: das klassische (weiße) Eisenphosphat bildet sich vermutlich nicht im Boden. Viel wahrscheinlicher ist Eisen(III)-hydroxidoxid. Das geht unter anderem aus dem Pourbaix-Diagramm von Eisen hervor. Die Striche zeigen an, wann die jeweiligen Nachbarn zu 50% vorhanden sind. Eisen(III)-hydroxidoxid binder wiederum Phosphat in Unmengen. Das wird auch als Phosphatadsorber verwendet, das ist das braune Granulat in den Säckchen.
Unter´m Strich verschwinden aber Eisen (als Oxid) und Phosphat (als Opfer des Oxids) mit der Zeit im Boden, wo sie sich auch anreichend können, wenn die Chelate geknackt werden! Ein Hinweis darauf, ob Eisen(III)-hydroxidoxid im Boden vorhanden ist, ist im Übrigen, dass Phosphat sehr schnell aus der Wassersäule verschwindet. In meinem Cube war das bspw. nicht der Fall (hat sehr gut mit dem Nitratverbrauch korreliert: Verhältnis 10:1) und Nik hat massive Zweifel an der Messung haben lassen. Über die Eisen(III)-Ausfällungen im Boden wurde das dann rund.
Wir kamen zum Schluss, dass diese Ausfällungen unter Umständen gewünscht sein können, um Phosphat im Wasser knapp zu halten. Das deckt sich dann auch mit seiner Betriebsweise der PO4-Limitierung. Wenn man Phosphat nachweisbar halten mag, muss man die Eisenausfällungen reduzieren (Gruß an alle Soilanten, da gibt's das kostenlos im Bodengrund dazu!).

Schöne Grüße
Kevin
 
G

Gelöschtes Mitglied 22571

Guest
Sehr interessant, wusste ich nicht, das Eisenoxid vom Boden aufgenommen und dies wiederum Phosphat aus der Wassersäule zieht und die Wurzeln der Pflanzen braun werden.

Frage: ich setzte ja 24/7 einen UVC ein, der beschleunigt dann ja diesen Prozess oder?
Diese Nährstoffe im Boden werden aber weiterhin von Pflanzen im Boden aufgenommen und verstoffwechselt oder?
Wenn man zudem im Becken wühlt, um zB Stecklinge zu setzen oder Mulm zu saugen, dann wühlt man ja diese Nährstoffverbindungen auf und bringt sie in die Wassersäule, was wiederum eine Algenblüte auslösen kann oder?

Sorry Wenn ich so ins Gespräch grätsche. Finde ich als Hintergrundwissen schon wichtig.

LG
Lothar
 

Kejoro

Moderator
Teammitglied
Hey Lothar,

anhand des Pourbaix-Diagramms von Eisen kannst du sehen, dass unter aquaristischen Bedingungen immer etwas Eisen in der Wassersäule ist. Das ist ein Gemisch auf Fe3+ und Fe2+, wobei das Gleichgewicht idR. weit bei Fe3+ liegt. Dadurch, dass Eisenhydroxidoxid aber so ungemein schlecht löslich ist, sind diese "freien" Ionen relativ gering. Fügt man nun Chelate hinzu, kann man die Eisenionen aus dem Gleichgewicht, welches das Pourbaix-Diagramm zeigt, maskieren, diese also aus der Reaktionsgleichung entfernen.
In der Tat ist die Chelatierung auch "nur" eine Gleichgewichtsreaktion, da findet sich dann ein Mittelwert aus den jeweiligen Konzentrationen. Du kannst aber davon ausgehen, dass Eisenhydroxidoxid fast alles Eisen im Wasser fällt und EDTA und Co den Rest an sich reißen. Dadurch wird die Konzentration im Wasser durch den Chelator gesenkt und es lösen sich wiederum Eisenionen aus dem Ausgefälltem.
Soweit zur Dynamik, wie Chelatoren Puffer wieder verfügbar machen können.

Über die Photolyse von Fe-EDTA weißt du Bescheid? Ich meine, andere synthetische Chelatoren sind ähnlich anfällig dafür.
Dadurch, dass Eisen aber einer der höchsten Bindungskoeffizienten hat (wieder ein Gleichgewicht...) werden nach und nach die anderen Spurenelemente demaskiert, das Chelat binden sich an das Eisen und wird vom UVC zerstört.
Aus dem Grund würde ich bei UVC eine möglichst kontinuierliche Zufuhr von Volldünger raten.
Warum es UVC bei Pflanzenbecken braucht, steht auf einem anderen Blatt ^^

Wenn man zudem im Becken wühlt, um zB Stecklinge zu setzen oder Mulm zu saugen, dann wühlt man ja diese Nährstoffverbindungen auf und bringt sie in die Wassersäule, was wiederum eine Algenblüte auslösen kann oder?
Schwer zu sagen... das Zeug ist ja immer noch ausgefällt und nicht in der Wassersäule verfügbar. Das dürfte einer submersen Blattdüngung entsprechen... :D Über die Expression von Säuren an Wurzeln weiß ich Bescheid, ob das für die Blätter auch gilt? Jedenfalls wären dann diese Gleichgewichtsreaktionen lokal am Blatt, wo sie auch aufgenommen werden könnten. Ist aber nur reine Spekulation, ich würde nicht erwarten, dass das einen Vorteil/Nachteil bildet.

Schöne Grüße
Kevin
 

Erwin

Well-Known Member
Hallo zusammen,

weiß jemand wie schnell Wasserpflanzen das zugegebene Eisen aufnehmen können?
Ich frage, weil ich mit der täglichen Zugabe vom schwach chelatierten AR Mikro Spezial fe eine deutliche Verbesserung von Farbe, Wachstum und Verzweigungen feststelle.

Ist es denn wirklich notwendig, Fe dauerhaft im Wasser zu halten?
Mir scheint es so, als wenn es ausreicht den Pflanzen kurzfristig Fe zu geben. Nach einer Stunde sollte das schwach chelatierte Fe durch die Aufnahme der Pflanzen und die Filterung verschwunden sein.

MfG
Erwin
 
G

Gelöschtes Mitglied 22571

Guest
Hallo Kevin,
Pourbaix-Diagramms und Fe3+ und Fe2+ kenne ich nicht.
Aber ich verstehe nun die Zusammenhänge und ich finde das ist auch wichtig zu wissen.

Ich nehme daraus mit:
UVC zerstört Eisen EDTA, dies reichert sich im Boden an, dies nimmt oder kann wiederum Phosphat aufnehmen (kann man feststellen, wenn Phosphat schnell aus der Wassersäule verschwindet) .
Ein Schadbild wie bei Kalziummangel kann auftreten.
In der Wassersäule ist immer Eisen in Form von Fe³ und Fe⁴ wenn auch im Ungleichgewicht vorhanden.
Chelate bzw EDTA lösen Eisen Ionen aus dem Boden und stellen wieder ein Gleichgewicht zwischen Fe³ und Fe⁴ her.

Das muß man leicht verständlich zusammen fassen. Für euch mag das leicht verständlich sein, für mich ist das aber ein wichtiges Hintergrundwissen der Zusammenhänge.

Ich wusste zwar schon durch Nick, das sich der Bodengrung mit Nährstoffe anteichert aber nicht wie es dazu kommt, was es beschleunigt und wie man dies wieder herauslösen kann.

Ich habe meinen UVC nun abgeschaltet.
Ich habe ihn eingeschaltet, um die Keimdichte so gering wie möglich zu halten und da ich zu viel Flowgrow gedüngt habe, habe ich Bartalgen, welche aber schon auf den Rückmarsch sind. Die Sporen im freien Wasser wollte ich auch erwischen.

Ist sehr interessant was ihr da schreibt und danke für die Erklärung.

LG
Lothar
 

Zer0Fame

Well-Known Member
Hey Lothar,

wenn der UVC stark genug dimensioniert ist, habe ich schon positive Erfahrungen damit gemacht, den für 24 Stunden vor und für 12 Stunden nach dem Wasserwechsel einzuschalten. (Einmal alles in der Wassersäule abtöten und das tote Material entfernen)
Zusätzlich gebe ich Huminstoffe in geringer Menge über eine Dosieranlage täglich zu. Auch damit habe ich positive Erfahrungen gemacht. Sowohl bei Pflanzen, als auch bei Fischen. Insbesondere Bucephalandra scheint das zu gefallen.

Ich habe allerdings einen relativ starken UVC. (Eheim reeflexUV 2000 an 126l)

Zudem muss ich noch dazu sagen, dass ich relativ niedrig dünge und die letzte Eisendüngung 48 Stunden vor dem Wasserwechsel ist.
 
G

Gelöschtes Mitglied 22571

Guest
@Zer0Fame
Hallo Dominic,
ich habe hier noch dieses Black Powder.
Von welchen Hersteller ist denn Deine Huminstoffe?
Ich habe den Sera 5W für ein 93 Liter AQ.
 

Zer0Fame

Well-Known Member
Hey Lothar,

ich habe das Prism Aqua Humic - TE+ ... das ist richtig gut, aber normal super teuer. Ich hab's damals im Angebot bekommen für 7€ statt 25€ ... hält schon ewig. :)
Ich benutze wirklich wenig, die Färbung sieht man gar nicht. Dafür täglich etwas.

Die 5W dürften für ein kurzes Tabula rasa aber nicht ausreichen, denke ich. Aber die Huminstoffe kannst du mal versuchen.
 

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