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Beitragvon Roger » 19 Okt 2007 21:23
Hallo euch allen,
könnt Ihr mir bitte nachfolgende Frage möglichst schnell zu beantworten.

Vor ca. einer Woche habe ich einen indirekten Wasserwechsel mit Kati+Ani ( Ionenaustauscher) durchgeführt. Die Wasserwerte waren danach:
Kh:2
Gh:2
Ph:6,5
CO2:18 (rechnerisch ermittelt)

Jetzt nach einer Woche messe ich folgende Werte:
Kh:2
Gh:1,5
Ph:7
CO2: 6 (rechnerisch ermittelt)

Durch welchen Umstand fällt die Gh? Und warum ist Ph gestiegen?
Meine Vermutung ist, da meine Pflanzen im Moment sehr gut wachsen und angepasst gedüngt werden, das Co2 verbraucht wird und dadurch der Ph steigt. Brauche ich jetzt doch eine Co2 Anlage? Ich dachte eigentlich das sich diese durch die Verwendung des Ionenaustauschers erübrigen würde.

Viele Grüße
Roger
Zuletzt geändert von Roger am 19 Okt 2007 22:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Anton_Gabriel » 19 Okt 2007 21:56
Hallo,

CO2 etwa 6 deckt sich relativ gut mit "echten" Messungen mit Tropftest und der Differenzmethode wo man auf 2mg/l messen kann. Etwa soviel sind in einem Aquarium mit ein paar Fischen auch enthalten und reicht für viele Pflanzen auch aus.
GH - wenn die Messung nicht in der Genauigkeitsbandbreite des Tests liegt - GH kann also etwas sinken, wenn nPflanzen Magnesium verbrauchen, welches in der Härte enthalten ist. In der Regel sinkt allerdings eher die KH durch die Nitrifikation.
Ein Austauscher ersetzt dir keine CO2-Zusatzversorgung - wenn du dir einbildest eine zu brauchen, dann muss es zusätzlich sein. Wenn deine Pflanzen allerdings gut wachsen, dann frag ich mich warum du überhaupt was zusätzliches machen magst.

mfG Anton Gabriel
http://www.anton-gabriel.at - praktische Aquariumchemie
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Beitragvon Roger » 19 Okt 2007 22:33
Hallo Anton,
meine Pflanzen wachsen erst seit ca. zwei Wochen wider gut weil mir durch dieses Forum bewusst geworden ist welche Nährstoffe benötigt werde und wie man sie anwendet.
Ich Dünge z. Zt. täglich 2ml Ferdrakon und zusätzlich Kaliumsulfat. ( Mein AQ hat ca. 170 Liter)
Erst seit der angepassten Düngung verändern sich auch die Wasserwerte und ich möchte verhindern das jetzt wieder irgendein Nährstoff fehlt.

Gruß
Roger
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Beitragvon nik » 19 Okt 2007 23:32
Hallo Roger,

in einem anderen Thread hattest du im Zusammenhang mit VEA von "Wasserwechsel sparen" geschrieben und ich hatte darauf hin gefragt ob du die VEA direkt am Becken betreibst. Mit der Terminologie eines Ebay-Anbieters vom "indirekten Wasserwechsel" bestätigt sich meine Vermutung.

Mein Kommentar dazu: lass dir nicht so einen Blödsinn erzählen! Die KAT- und AN-Harze sind nicht für den direkten Betrieb am Becken geeignet! Wenn du die VEA trotzdem so betreibst, dann gelangen auch organische Verbindungen in die VEA und die verblocken sukzessive und irreversibel die Harze - oder nimmst du das bewusst in Kauf?

Gruß, Nik
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Beitragvon bunterharlekin » 19 Okt 2007 23:35
Ich schmeiß hier mal meine Meinung rein. Ein gut bepflanztes Becken fuktioniert nur wirklich gut mit CO2 Düngung. Ich habe es ohne CO2 nie wirklich zu gutem Wachstum der Pflanzen gebracht (es gibt Ausnahmen von Pflanzen die mit sehr wenig CO2 auskommen). Dein Kati und Ani ist dafür nicht sinnvoll. Es ist ja auch garnicht dafür gedacht.

Gruß
Axel
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Beitragvon Roger » 20 Okt 2007 01:39
Hallo Nik,

Ionenaustauscher werden sogar Industriell zur Abwasserreinigung verwendet.
Ich kann mir also nicht vorstellen, das unser sauberes AQ-Wasser irgendeinen Schaden an den Harzen hervorrufen kann.
Hast du vielleicht mal einen Verweis auf irgendeinen fundierten wissenschaftlichen Artikel in dem Deine Aussage bestätigt wird?

Ich habe hier einen Bericht gefunden in dem zumindest die Verwendung für die Abwasseraufbereitung erwähnt wird. Vieles darin verstehe ich nicht da ich kein Chemiker bin, aber ganz sicher kann ich erkennen, das organische Verbindungen nicht zu einer Schädigung der Harze führen.

http://www.iupac.org/publications/pac/1 ... 3x0393.pdf

Ausserdem findet durch die verwendeten Säuren bei der Regeneration der Austauscherharze eine starke desinfektion statt, welche alle organischen Verbindungen vernichtet.

Und selbst wenn dem nicht so sein sollte - auf die Kati+Ani Säulen habe ich vier Jahre Garantie und auf die darin befindlichen Harze und das ist das wichtigste, gibt die Fa. Bayer sogar zehn Jahre Garantie!! Also, was soll schon passieren?

Gruß
Roger
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Beitragvon Roger » 20 Okt 2007 01:50
bunterharlekin hat geschrieben:Dein Kati und Ani ist dafür nicht sinnvoll. Es ist ja auch garnicht dafür gedacht.


Hallo Axel,
zu dieser Erkenntniss gelange ich auch langsam. Nach dem indirekten Wasserwechsel passt der Co2 Gehalt, weil der KH und Ph soweit abgesenkt sind das eine ausreichende CO2 Konzentration vorliegt. Aber das CO2 durch die Wasserbewegung ausgetrieben wird und die Pflanzen dies verbrauchen ergibt als logische Konsequenz, das es kontinuierlich zugeführt werden muß.

Danke für Deine Meinung!
Gruß
Roger
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Beitragvon nik » 20 Okt 2007 06:48
Hallo Roger,

RogersPark hat geschrieben:...Garantie und auf die darin befindlichen Harze und das ist das wichtigste, gibt die Fa. Bayer sogar zehn Jahre Garantie!! Also, was soll schon passieren?

wenn du die Harze weißt, dann poste mal deren Bezeichnungen. Vielleicht hast Du ja schon deren Datenblätter.

Gruß, Nik
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Beitragvon Roger » 20 Okt 2007 08:15
Hallo Nik.

die Harzbezeichnungen sind:

Kationenaustauscher Harz Lewatit S 100 G 1 mit Farbindikator
Anionenaustauscher Harz Lewatit MP62

Datenblätter hierzu liegen mir leider nicht vor.

Gruß
Roger
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Beitragvon werner » 20 Okt 2007 11:08
nik hat geschrieben:Hallo Roger,

in einem anderen Thread hattest du im Zusammenhang mit VEA von "Wasserwechsel sparen" geschrieben und ich hatte darauf hin gefragt ob du die VEA direkt am Becken betreibst. Mit der Terminologie eines Ebay-Anbieters vom "indirekten Wasserwechsel" bestätigt sich meine Vermutung.

Mein Kommentar dazu: lass dir nicht so einen Blödsinn erzählen! Die KAT- und AN-Harze sind nicht für den direkten Betrieb am Becken geeignet! Wenn du die VEA trotzdem so betreibst, dann gelangen auch organische Verbindungen in die VEA und die verblocken sukzessive und irreversibel die Harze - oder nimmst du das bewusst in Kauf?

Gruß, Nik


Hallo,
genau dieselbe Erfahrung musste ich schon einmal machen , habe die Säulen ebenfalls im Beipass betrieben und die Harze waren in kürzester Zeit verdorben. :( Man war das teuer. Es gibt meiner Meinung nach nichts, was einen Wasserwechsel ersetzt. :wink:
Gruß
Werner
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Beitragvon kurt » 20 Okt 2007 11:47
Hallo Roger,

Vollentsalzung.
Vorgeschaltet: Kationenaustauscher. Lewatit S 100 stark saures Austauscherharz.

Danach: Anionenaustauscher. Lewatit MP62 und M500
MP 62 ist ein schwach basisches Austauscherharz es verbleibt die Kohlensäure, man hat also ein
stark saures Wasser, es hat eine hohe Kapazität und wird aus Kostengründen genommen.
M 500 ist ein Stark basisches Austauscherharz danach hat man ein neutrales Wasser PH7, und es
werden jegliche Stoffe entfernt(Pestizide)usw.

Um das zu erreichen braucht man beide Säulen, ein schwach u. eine stark basische, hintereinander geschaltet.
Zerstört werden die Harze bei erschöpften Kationenaustauscher und beim falschen regenerieren.
Es dürfen im Zufluss außer H-Ionen keine anderen Kationen in den Anionenaustauscher gelangen.

Stetiger Durchfluss ist aufwendig und was für automatisierte Industrieanlagen.
Eine Anlage ist in Betrieb die andere wird regeneriert.
Gruß Kurt
Unterwassergarten

Einstimmung…
http://unterwasserleben.bplaced.net//Homepage%203/index.html
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Beitragvon Roger » 20 Okt 2007 15:52
Hallo Kurt,
ich danke Dir für Deine absolut richtigen Ausführungen.

Die zwei Ionenaustauschersäulen dürfen natürlich nur zusammen benutzt werden. Ich benutze Sie nur gelegentlich wenn es erforderlich ist. Man muß hierbei beachten, das die Harze rechtzeitig regeneriert werden und nicht austrocknen. Deshalb verschließe ich die Säulen bei nicht gebrauch immer mit Verschlußstopfen.

Ein ständiger Bypass wie Werner ihn beschrieben hat ist im Süßwasseraquarium nicht angeraten. Nur bei Salzwasser gibt es die Möglichkeit. Das ist auch in der Bedienungsanweisung des Ionenaustauschers ausführlich beschrieben.

Gruß
Roger
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Beitragvon nik » 21 Okt 2007 21:43
Hallo Roger,

Asche auf mein Haupt, die genannten Harze können organische Verbindungen ab.

Trotzdem möchte ich vor dem ellenlangen und marktschreierischen Text eines Ebay-Anbieters warnen, der seine Preiswürdigkeit so herausstellt. Die Säulen sind einfachster Stand der Technik und man bekommt erheblich bessere Säulen sogar für weniger Geld! Völlig uninteressantes Ebay-Angebot.

Gruß, Nik
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Beitragvon Roger » 22 Okt 2007 00:22
Hallo Nik,
ist ja nicht schlimm auch mal etwas verkehrtes anzunehmen. Doch wir wollen hier jedem interessierten ein möglichst fundiertes Wissen vermitteln.

Darum interessiert mich was Du mit besseren Säulen für weniger Geld meinst. Hast Du dazu einen Link wo man die bekommt? Ich überlege nämlich meine Säulen gegen ein paar größere auszutauschen da ich die vorhandenen schon sehr schnell regenerieren muß seit ich das grössere Becken habe.

Gruß
Roger
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Beitragvon nik » 22 Okt 2007 07:18
Hallo Roger,

RogersPark hat geschrieben:Hallo Nik,
ist ja nicht schlimm auch mal etwas verkehrtes anzunehmen. Doch wir wollen hier jedem interessierten ein möglichst fundiertes Wissen vermitteln.

was soll ich da jetzt sagen? "Amen" oder "ja gut, mach mal". ;)
Ich will meine Aussage zu 100 G1 und MP62 jetzt bloß nicht verallgemeinert gesehen haben. Datenblätter kann man z.B. bei Lewatit.de runterladen. Wer um die Harze nicht weiß, sollte vorsichtig sein.
Darum interessiert mich was Du mit besseren Säulen für weniger Geld meinst. Hast Du dazu einen Link wo man die bekommt? Ich überlege nämlich meine Säulen gegen ein paar größere auszutauschen da ich die vorhandenen schon sehr schnell regenerieren muß seit ich das grössere Becken habe.

Die Alarmglocken sollten bei solchen "tollste, wo gibt"-Texten sowieso schrillen.
Eine 2,3 od. 4 Liter VEA ist praktisch immer zu klein. Die Dinger stehen eher über kurz denn lang ungenutzt in der Ecke. Die Säulen sollten sich z.B. öffnen lassen. Die Vorteile von Gegenstrom-/Schwebbettverfahren, Düsentechnik und sinnvolle VEA solltest du hier und hier finden.
Es ist nicht richtig die Umkehrosmose so madig zu machen, die lässt sich sehr wohl sehr sinnvoll - auch direkt im Becken, als Filterung - einsetzen. Bei nicht so großem Wasserbedarf sind die sowieso sinnvoller. Größerer Wasserbedarf geht mit größeren VEA einher, das macht die teuer. Die lassen sich besser anpassen, ich nutze eine mittelgroße VEA, 8 L stark sauer, 12 L stark basisch, komplett verrohrt, fest installiert. Zum einfachen Regenerieren sind nur einige Drei-Wege-Ventile umzustellen, denn das ist immer lästig!

Das Prinzip des schlecht benannten "indirekten Wasserwechsels" wäre eine Betrachtung im eigenen Thread wert.

Gruß, Nik
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