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Postby ChrisWerner » 14 Sep 2007 11:04
Hallo zusammen,

ich möchte mich gerne an der emersen Kultivierung einer Echinodorus- Art probieren.
Ich habe mal ein Bild gesehen, auf dem ein großer Terrakotta Kübel zu sehen war, der bis kurz vor den Rand mit Wasser gefüllt war und eine riesige Echinodorus macrophyllus (so sah sie zumindest mal aus) herauswuchs. Große herzförmige sattgrüne Blätter. Darüber war eine abgehängte HQL Pflanzenleuchte.
Ich fand das so genial und ich hätte auch eine geeignete Ecke in der Wohnung, die mit der Pflanzenleuchte auch nicht mehr so dunkel wäre.
Jetzt ist natürlich erstmal erkundigen angesagt...

Hat jemand damit bereits Erfahrungen gesammelt?
Könnte ich einfachen Bodengrund nehmen (z.B. JBL Aquabasis), ein paar Lehmkugeln dazustecken, Kies drüber, Wasser rein und gut?
Oder vielleicht doch speziellen Lehmgrund?
Reicht so eine 80 Watt Pflanzenleuchte für einen vernünftigen Wuchs überhaupt aus?
Können die emersen Blätter einfach so an der Luft "überleben"? Habe gelesen, dass die Pflanze mit der Zeit die emersen Blätter verändert und diese unempfindlicher gegen Austrocknung werden.
Und die wichtigste Frage: Welche Echinodorussorte ist für solch ein Unterfangen überhaupt geeignet?

Ich freue mich auf die ersten Antworten :D

Viele Grüße

Chris
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Postby Tobias Coring » 14 Sep 2007 11:54
Hi,

kenne mich jetzt mit der emersen Zucht von Echinodorus nicht aus, jedoch kann ich dir versichern, dass HQL Lampen mit 80w sehr ineffizient sind und zudem kaum Lichtleistung haben. Greif lieber auf kleine HQI Lampen zurück wie z.B. eine 70w HQI.
Herzliche Grüße aus Braunschweig,

Tobias

Bitte sendet mir keine geschäftlichen Anfragen als private Nachricht.
Gerne helfen wir dir telefonisch unter +49 531 2086358 (Mo.–Fr. 9–17 Uhr) oder per E-Mail unter huhu@aquasabi.de weiter.

Lass es wachsen!

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Postby vetzy » 14 Sep 2007 14:19
Hallo,

habe selber eine Echi cordifolius, Marble Queen und Habich in Vasen bei mir auf der FEnsterbank. Angefangen hat es mit der Cordifolius. Die habe ich in den ersten Tagen als es warm war in den Gärten gestellt. Vorher habe ich alle Blätter abgeschnitten. Konnten sich eh nicht mehr halten. Jetzt sind mitlerweile 13 Blätter nach gekommen. Die haben keinerlei Probleme mit der Emersen Kultur. Stehen wie eine eins. Die anderen beiden habe ich erst vor einer Woche in die Vasen gesteckt. Da trocknen nun die submersen Blätter ab. Sie steiben aber auch schon wieder neue. Wie gesagt sie stehen jetzt alle auf einer Fensterbank. Keinerlei Beleuchtung. Nur das Sonnenlicht. Wenn du sie aber´in eine dunkle Ecke stellen willst würde ich auch eine Lampe drüber machen. Wie sich das mit HQL angeht kann ich dir nicht sagen, aber ich glaube, da das Licht ja nicht durchs Wasser muss, könnte es gehen. Zum Bodengrund. Ich habe einfach 3cm Dennerle Bodenmix genommen. Dauf dann die Pflanzenwurzeln gestellt und den Rest dann mit Quarzsand aufgeschüttet.

Gruss Christian
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Postby amano_fan » 09 Oct 2008 16:50
Hallo!

Ich dachte ich greif das Thema mal wieder auf, da es mich auch sehr interessiert!!!

[albumimg]7016[/albumimg]

Das hier war mal meine E. argentinensis, gibt nur noch die Wurzeln, da sie vertrocknet ist, hoffe das sie aber wieder Blätter treibt.
Was hab ich falsch gemacht? Topf war undicht und Wasser ist ausgelaufen und daher ist sie vertrocknet. Hab inzwischen, dank Philip, eine E. bleheri in emerser Kultur und die wächst gut. Jeden Tag 1-2cm. Die alten Blätter sind an den Rändern vertrocknet, aber vital und die neuen schauen gut aus. Als Substrat verwende ich Blumenerde und darüber Aquariensand. Halte immer so einen Wasserstand von ca. 5mm über Substratrand. Der Echi scheint es zu gefallen, sonst würde sie ja nicht wachsen. :lol: :?

7694


Ansonsten hab ich in meinem Gewächsaus noch eine Echinodorus palaefolius (noch nicht sicher, aber ein Verdacht), die ich grad submers in wenigen cm Wasser wächst und hoffentlich bald zur Landform übergeht!!! (Bilder liefere ich mal am Wochenende nach)

Was habt ihr denn noch so in Kultur?
Mfg

Michi
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Postby Sumpfheini » 09 Oct 2008 19:26
Hallo Chris,

diese "water bowl" von Ole Pedersen passt zu Deiner Beschreibung:
http://www.aquarticles.com/articles/man ... Bowls.html
Tolle Katzentränke :D Der Pott beherbergt auch Fische u. außer dem Echinodorus noch weitere Pflanzen. Substrat: tonige Gartenerde mit einer Schicht gewaschenen Sands.
Der Echi soll lt. Text E. grandiflorus sein. Das, was im Handel als E. macrophyllus bezeichnet wird, ist offb. was Ähnliches - aber unter E. macrophyllus wird Verschiedenes verstanden, da sind sich auch die Botaniker uneinig.

Ich habe inzwischen gemerkt, dass es nicht weiter auf das Substrat ankommt, wenn das Wasser alle Nährstoffe in genügender Menge enthält. Curt Quester hat einmal Hydrokultur von Echis beschrieben.
Seit einiger Zeit habe ich am Badfenster Echis aus der cordifolius-Gruppe in einem Plastik - Übertopf, die Pflanzen stehen praktisch nur mit dem Wurzelballen im Wasser, abgesehen von einem Bodensatz aus lehmigem Schlamm. Düngung mit normalem Blumendünger (N-betont):
Image
Bsd. in der warmen Jahreszeit können emerse Echis aber auch arge Säufer sein, in dem Plastiktopf auf dem Foto sinkt der Wasserstand an sonnigen Tagen um mehrere cm.

Im Bot. Garten Göttingen steht ein E. cordifolius in einem der Gewächshäuser in einem eimerartigen wassergefüllten Plastikgefäß, auch nur ein bisschen Lehm als Bodensatz (hätte man eigtl. auch weglassen können), ansonsten wird der Wurzelballen durch 3 Ziegelsteine im Gefäß gestützt. Düngung über das Wasser.

Während des Sommers steht in einem der Freiland-Kästen, die mit trop. u. subtrop. Sumpfpflanzen bestückt werden, Echinodorus floridanus (gehört zur E.-grandiflorus-Gruppe), der mitsamt Blütenständen über anderthalb m hoch werden kann. Seit 2 Jahren wird dieser Echi, der ein sehr dickes, hartes, verzweigtes Rhizom bildet, nicht mehr extra in einen Topf gepflanzt, sondern im Mai direkt mit dem losen Ballen ins Wasser gestellt, das mit Dünger versetzt wird.
E. floridanus wächst eher langsam, ist aber sehr kräftig und unempfindlich gegen kühle Temperaturen und Lufttrockenheit.

Auch E. cordifolius macht sich in diesen Freilandkästen sehr gut, allerdings bisher in einen Topf mit Lehm gepflanzt, dem Volldünger beigemischt ist.
E. maculatus (das, was als E. schlueteri im Handel ist) steht im Bot. Garten Göttingen sogar ganzjährig in einem Freilandkasten mit Lehmboden, treibt aber im Frühjahr/Frühsommer spät aus, und die Blätter werden dann oft von Spitzschlammschnecken angefressen. Im Winter bildet sich zwar eine dünne Eisdecke, aber der Kasten friert nicht durch. Dieses Foto stammt von Ende Oktober 2004:
Image

Gruß
Heiko
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Postby Sumpfheini » 09 Oct 2008 19:50
@Michi:

sieht super aus! Das, was als E. argentinensis in den Handel kommt, ist eine Form von E. palaefolius. Der echte E. argentinensis wird dagegen offb. gar nicht mehr gehandelt, er ist E. floridanus sehr ähnlich (siehe auch Curts Echinodorus-Homepage).
E. palaefolius ist u.a. an der charakteristischen Blattstiel-Querschnittsform mit Rinne auf der Oberseite und Längsriefen zu erkennen (siehe unsere Wasserpflanzen-Datenbank).
EDIT: Dieser E. "rigidifolius" in der Wilhelma auf Deinem Foto ist auch so eine E.-palaefolius-Form: album_showpage.php?pic_id=6864

Gruß
Heiko
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Postby Heiko-68 » 10 Oct 2008 08:45
Hallo,

und wie sieht es mit der emersen Haltung einer Anubia aus. Z.B. der Anubia gracilis? Welcher Bodengrund und wie weit die Wurzeln mit Rhizom einpflanzen?

Gruß
Heiko
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Postby Sumpfheini » 10 Oct 2008 17:43
Hallo Heiko,

im Bot. Garten Göttingen steht eine Anubias gracilis in einem großen Topf mit Sand-Lehm-Einheitserde-Gemisch, reiner Lehm würde sicher auch funktionieren. Das Rhizom war von dem auf das Substrat gestreuten Sand beim Eintopfen bedeckt, mag sein, dass es schon auf der Bodenoberfläche kriecht, habe in letzter Zeit nicht geguckt. Die Pflanztiefe ist da wohl nicht so entscheidend.

Wie ich in aquaristikimdetail.de im Thread "Versuch: Cryptocoryne emers, 'halbtrocken' " geschrieben habe, probiere ich im Bot. Garten Göttingen mit Cryptos, Lagenandra u. jetzt auch Anubias barteri "nicht-sumpfige" Haltung aus, in humoser, lockerer Topferde, ohne Untersetzer o.ä., normal v. oben gegossen. Die Pfl. stehen aber in einem luftfeuchten Gewächshaus. Bsd. die Anubias barteri sieht jetzt nach "Trockenlegung" besser aus. Die Rhizome kriechen bei der auf dem Substrat u. an der Topfwand entlang, aber auch das Eingraben des Rhizoms dürfte bei der nicht-sumpfigen Haltung keine Probleme machen.

Gruß
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Postby amano_fan » 17 Oct 2008 11:08
ES LEBT!!!! :D

7869


Nachdem ich meine "E. argentinensis" (genau Bestimmung was es jetzt wirklich für eine ist, werd ich mal durchführen wenn ich wieder eine Pflanze hab!) schon für tot erklärt habe, wurde ich heute Lügen gestraft! War ja die Woche über in Nürnberg und hab mir gesagt, wenn ich nicht den kleinsten Blattansatz sehe landet sie auf dem Kompost, anscheinend hat die Pflanze das mitbekommen! Sie hat wieder zwei Blätter ausgetrieben!!!
Mfg

Michi
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