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Postby Yves » 18 Apr 2016 16:37
Hallo zusammen,

ich habe mal eine Verständnisfrage zum Estimative Index.
Diese Methode zielt darauf ab, etwaige Nährstofflücken durch Zugabe sämtlicher Nährstoffe zu vermeiden, sodass bei ausreichend Licht und Kohlenstoff keine Limitierung des Pflanzenwachstums gemäß des liebigschen Minimumprinzips entsteht.
Was hindert nun Algen daran, auch an diesem Nährstoffangebot zu partizipieren?
Ob ich nun nach dem typischen Düngeintervall, einer kontinuierlichen oder einer stoßbasierten Düngung vorgehe - zu keiner Zeit werden die Nährstoffe gleichzeitig und vollständig von den Pflanzen assimiliert, sodass die Algen "leer" ausgehen. Es besteht also im
Idealfall stets ein minimaler Nährstoffüberschuss in optimalem Verhältnis oder - was deutlich realistischer ist - entweder ein mangelbehaftetes Ungleichgewicht kurz vor der nächsten Düngergabe ode deutlicher Nährstoffüberschuss. Zwar sind diese Umstände laut Tom Barr keine Auslöser für Algen - aber eben doch auch ganz brauchbar für Algen, oder?

Wenn dem so ist, dann müsste es doch eigentlich unweigerlich in jedem Aquarium mit gutem Pflanzenwuchs auch zu einem guten Algenwuchs kommen. Das ist aber tatsächlich nicht so. Warum?

Viele Grüße

Yves
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Postby Plantamaniac » 18 Apr 2016 16:52
Tja, das wenn wir genau wüßten ;-)
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Postby Yves » 18 Apr 2016 16:55
Vielleicht produzieren glückliche Wasserpflanzen ein Hormon, welches Algen verdrängt ;-)
Yves
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Postby Frank2 » 18 Apr 2016 18:57
Yves, es geht nicht im Überschüsse..... . Die hast Du in jedem Becken immer von irgendwas. Es geht darum, dass keine Nähstofflücken entstehen. Und diese entstehen, insbesondere bei starker Beleuchtung, sehr schnell. Und dann haben die Algen einen Vorteil.
Man düngt keine Algen weg. Niemals!

Grüße
Frank
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Postby D-ZEPP » 18 Apr 2016 21:17
Hallo,

Nährstoffe ist das eine, aber was man nicht vergessen darf, meiner Meinung nach, ist der Bereich (habitat ) den sich jede Pflanze (Algen sind es auch) erkämpfen will. Sobald Freiraum vorhanden ist, und der lieblings pizzabote immer vorbeikommt dann wieso nicht. 'Mir gefällt es hier, versuche mich zu verdrängen.
Wie würdest du es anstellen?'
Gruss Darius



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Postby Wasserfloh » 18 Apr 2016 21:47
Hallo
Wie schon gesagt ist der Sinn vom EI Nährstofflücken zu vermeiden. Wichtig ist beim EI ein wöchentlicher grosszügiger Wasserwechsel um die ganzen Nährstoffkonzentrationen zu reseten. Wir kippen also alles im Überfluss rein und die Pflanzen können aus dem Vollen schöpfen und damit sich dann die unverbrauchten Nährstoffe nicht ansammeln können resetet man das ganze wöchentlich. So erhält man gesunde Pflanzen und diese sind die Grundvoraussetzung für algenfreie Becken. In der Natur wachsen Algen immer verstärkt dort , wo das biologische Gleichgewicht aus dem Tritt gekommen ist. Algen spielen dabei eine äusserst nützliche Funktion , da sie die überschüssigen Nährstoffe verwerten können und nicht wie höhere Pflanzen ein Gleichgewicht aller Nährstoffe brauchen. Somit regulieren Algen Ungleichgewichte. Durch unseren wöchentlichen Reset entstehen solche Situationen aber nicht und die Algen bleiben aus. :besserwiss:
lg. Heiko
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Postby chrisu » 19 Apr 2016 05:13
Hallo,

meiner Erfahrung nach lösen Ungleichgewichte Algen aus. Diese können sehr viele verschiedene Ursachen haben und sowohl bei sehr magerer als auch bei EI-Düngung auftreten.
Ich hatte bei vorschriftsmäßiger EI-Düngung auf Dauer absolut keine problemfreien Becken. Weder der Pflanzenwuchs war zufriedenstellend, noch waren die Becken algenfrei. Ich denke Phosphat, Kalium und Mikros werden im Verhältnis zu Nitrat einfach überdosiert.
Einen viel besseren Ansatz als EI finde ich MCI.
Bislang ist die Phosphatlimitierung das beste Mittel für mich um Pflanzen sehr gut wachsen zu lassen und Algen auszubremsen.
Mfg Christian
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Postby Yves » 19 Apr 2016 13:05
Hallo zusammen,

ich freue mich natürlich über eure Antworten - aber wirklich schlauer bin ich jetzt noch nicht.

Natürlich sind Algen bei Nährstofflücken gegenüber höheren Wasserpflanzen im Vorteil, da diese kein Nährstoffgleichgewicht benötigen. So stehen Staubalgen z.B. im Verdacht, hauptsächlich Kaliumphosphat für ihr Wachstum zu benötigen. Nun ist es aber so, dass diese Algen das vorhandene Kaliumphosphat genauso beanspruchen, wie die Wasserpflanzen. Und Algen warten ja nicht erst 7 Tage bis zum Wasserwechsel, ehe sie sich an den Nährstoffen bedienen, die derart überschüssig vorhanden sind, als dass es zu keiner Nährstofflücke kommen kann.

Viele Grüße
Yves
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Postby Natural » 19 Apr 2016 16:11
Moin Yves,

google mal Allelopathy bzw. dt. Allelopathie in Verbindung mit Algen. Ich kann dir keine spezielle Webseite empfehlen, aber vielleicht wirst du dort fündig. Im Prinzip geht es bei diesem Stichwort über die Unterdrückung von niederen Organismen wie Algen etc. durch höhere Pflanzen, vorausgesetzt, dass die Pflanzen durch entsprechende Nährstoffangebote in top Kondition sind... dadurch könnte man den EI erklären.
Viele Grüße,
Tony
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Postby Yves » 19 Apr 2016 18:41
Moin Tony,

Danke, das ist ein interessanter Ansatz.
Ich kenne soetwas nur aus dem Bereich der Wirbellosenzucht - dort hat man ähnlich gelagerte Beobachtungen gemacht (C. Hofstätter - Garnelen und Krebse).

Das scheint lesenswert zu sein:
The Botanical Review
April 1994, Volume 60, Issue 2, pp 182-196

Algal allelopathy
Inderjit, K. M. M. Dakshini
http://link.springer.com/article/10.1007%2FBF02856576

Ich schreibe mal zusammen, was ich herausfinden kann.

Viele Grüße
Yves
Last edited by Yves on 19 Apr 2016 18:52, edited 1 time in total.
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Postby Yves » 19 Apr 2016 18:49
Hi,

in einem englischsprachigen Forum hatte jemand eine ähnliche Frage:
http://www.fishforums.net/index.php?/topic/215387-why-does-the-estimative-index-reduce-and-prevent-algae/
Und hier schreibt Tom Barr auch selbst etwas zur Allelopathie und deren Bedeutung:
http://www.barrreport.com/forum/barr-report/estimative-index/7505-why-doesn-t-ei-induce-algae/page3

Allelopathie hat Tom Barr aber scheinbar durch Verwendung eines Carbonitfilters ausgeschlossen.

Der Satz „Its not that algae cant grow, its that they aren't given the cues to germinate“ deckt sich am ehesten mit Franks Aussage, dass man Algen niemals wegdüngen kann (was ich auch plausibel finde), widerspricht aber trotzdem der Beobachtung von algenfreien bepflanzten Aquarien. Das führt mich nebenbei zu der Frage, ob und woher die ersten Algensporen kommen, wenn man reines Osmosewasser und In-Vitro-Pflanzen mit sterilisiertem Substrat verwenden würde.

Viele Grüße
Yves
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Postby Natural » 19 Apr 2016 19:08
Hallo Yves,

laut Aussage von z.B. Juris (mit JS) kommen Algen auch aus der Luft... Meines Erachtens nach sind in-vitro Pflanzen also sinnlos.


Liebe Grüße,
Tony
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Postby Plantamaniac » 20 Apr 2016 11:33
Hallo, Staubalgen kommen durch die Luft, aber Fadenalgen niemals :irre:
Da muß schon mind. ein Wassertropfen im Spiel sein, der Sporen oder Fadenalgenteile trägt.
Die meisten Algen werden immer eingeschleppt. Wenn Du nur mit emersen Pflanzen aufsetzt und aufpasst, das Du keine fädigen Algen ins Becken bekommst, bleiben sie Fadenalgenfrei (Bart, Pelz, Clado, Grün, Pinsel blahblahblah)
Da kannst Du an Dünger reinschütten was und wie Du willst...alles im Hinblick auf Algen, vollkommen egal.
Chiao Moni
Last edited by Plantamaniac on 20 Apr 2016 11:36, edited 1 time in total.
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Postby Natural » 20 Apr 2016 11:35
Hallo Moni,

interessant. Und auf welche Quellen beziehst du dich damit? Wie sieht es z.B. Mit Blaualgen oder Bartalgen etc aus?


Liebe Grüße,
Tony
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Postby Plantamaniac » 20 Apr 2016 11:38
Meine Quellle ist mein Haus, meine Fensterbretter, mein Fischkeller, meine Teiche, mein Gewächshaus, meine Wasserpflanzenpötte im Garten blahblahblah, seit ca. 2004, da nahm das Unheil seinen Lauf :pfeifen:


Versuchsaufbau für alle Ungläubigen.
Nimm eine Pflanze, die sich gut auf emers umgewöhnen läßt aus deinem Becken.
Steck sie in ein hohes Glas mit Aquarienwasser und lasse sie herrauswachsen, ohne das der Emerse Trieb jemals mit Aquarienwasser in Berührung kommt. Stelle ein 2. gleiches Glas auf und fülle mit gedüngtem Wasser. (bei mir ein Teil aus einer 10 Literkanne, die läßt sich genauso wie ein 12 Literbecken düngen)
Stelle beide Gläser nebeneinander, schneide den emersen Trieb ab und setze ihn in das Glas ohne Aquarienwasser (sauberes Wasser aus der Gieskanne).
Von jetztan, beide Gläser immer 100% WW aus der Kanne, immer das Algenfreie zuerst um nix zu verschleppen.
Irgendwann ist das Glas mit dem Aquarienwasser total veralgt, alles drin, was das Aquarium zu bieten hat.
Das saubere Glas bleibt sauber :grow:
Das steht und fällt allerdings mit der eigenen Disziplin.

Das gleiche geht auch mit Aquarien. Das Algenfreie muß alles neu sein. Technik, emerse Wasserpflanzen, Eimer Schlauch, alles.
Niemals nach einem veralgten Becken da reingreifen, oder sehr, sehr gründlich die Hände waschen.
Das geht...

Invitro ist nicht immer ein Garant für Algenfreiheit.
Es wurde von invitroMoos berichtet, das mit Cladophora verseucht war.
Besser ist, es selber rauswachsen zu lassen und die emersen Triebspitzen zu verwenden.
Chiao Moni
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