CO2 Anlage einstellen. Nachabschaltug- ja/nein?

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Anonymous

Guest
Hallo Philipp,

es ist natürlich logisch das eine große Wasseroberfläche mehr Sauerstoff aufnimmt bzw. CO2 entweichen lässt. Das gleiche gilt wenn man Nachts durchlüftet.
Wie stark das Wasser befähigt ist Sauerstoff aufzunehmen, ist in erster Linie Themperaturabhängig. Das wir in 1000m Wassertiefe am Grund nicht soviel Sauerstoff vorfinden wie an der Wasseroberfläche ist auch klar. :wink: Der Salzgehalt leuchtet mir hingegen nicht ein kann aber sein.
Ich glaube wir reden aneinander vorbei, das CO2 leichter ins Wasser diffudieren kann als Sauerstoff ist doch unumstritten.
Da Nachts kaum Sauerstoff eingetragen wird ( es sei denn man durchlüftet oder starke Oberflächenbewegung) sondern nur CO2, wird mit zunehmender CO2 Konzentration unweigerlich Sauerstoff verdrängt. (Gasgleichgewicht)Beispiel Mineralwasserflasche, versuche mal Sauerstoff zu messen oder Sauerstoff einzubringen. Das funktioniert wohl nur, wenn das CO2 an der Atmosphäre entweicht.
Ebenso ist es recht schwierig, ein mit zu 100% Sauerstoffgesättigtes Wasser mit CO2 zu begasen.
 

CouchCoach

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Hallo Werner :)

Die Gasgleichgewichtswerte für O2 und CO2 betragen (bei Temperaturen von 20-25°C und "normalem" Druck, von dem wir hier wohl ausgehen können da hier wohl keiner ein Überdruck-Aquarium betreibt) 8-9 mg/l O2 und rund 0,4 mg/l CO2. Wäre es nun tatsächlich so, dass eine höhere CO2-Konzentration als 0,4 mg/l den Sauerstoff verdrängen würde so dürften in keinem Aquarium mit CO2-Düngung aufsteigende Sauerstoffblasen an den Pflanzen sein da eine Sauerstoffsättigung des Wasser nicht mehr realisierbar wäre ... ja der Sauerstoffgehalt müsste bei immer weiter steigender CO2-Konzentration sogar irgendwann einen negativen Wert erreichen, was nun wirklich nicht geht.

Dadurch, dass wir im Aquarium eine viel höhere CO2-Konzentration als in der Atmosphäre herstellen strömt das CO2 permanent über Die Oberfläche aus dem Wasser heraus. Nur ein sehr geringer Teil des eingebrachten CO2s wird von den Pflanzen verbraucht. Das meiste gast einfach über die Wasseroberfläche aus dem Aquarium (nachts ebenso wie tagsüber). Je größer die Wasseroberfläche in Relation zum Wasserinhalt ist desto schneller geschieht dies. Würde man diesen Prozess behindern (wie in deinem Beispiel mit der Mineralwasserflasche) sähe das Ganze natürlich anders aus aber hier hält ja niemand fische in einer Mineralwasserflasche :wink:
 
A

Anonymous

Guest
CouchCoach":3866gg1d schrieb:
Hallo Werner :)

Die Gasgleichgewichtswerte für O2 und CO2 betragen (bei Temperaturen von 20-25°C und "normalem" Druck, von dem wir hier wohl ausgehen können da hier wohl keiner ein Überdruck-Aquarium betreibt) 8-9 mg/l O2 und rund 0,4 mg/l CO2. Wäre es nun tatsächlich so, dass eine höhere CO2-Konzentration als 0,4 mg/l den Sauerstoff verdrängen würde so dürften in keinem Aquarium mit CO2-Düngung aufsteigende Sauerstoffblasen an den Pflanzen sein da eine Sauerstoffsättigung des Wasser nicht mehr realisierbar wäre ... ja der Sauerstoffgehalt müsste bei immer weiter steigender CO2-Konzentration irgendwann einen negativen Wert erreichen, was nun wirklich nicht geht.

Dadurch, dass wir im Aquarium eine viel höhere CO2-Konzentration als in der Atmosphäre herstellen strömt das CO2 permanent über Die Oberfläche aus dem Wasser heraus. Je größer die Wasseroberfläche in Relation zum Wasserinhalt ist desto schneller geschieht dies. Würde man diesen Prozess behindern (wie in deinem Beispiel mit der Mineralwasserflasche) sähe das Ganze natürlich anders aus aber hier hält ja niemand fische in einer Mineralwasserflasche :wink:

Hallo,

es ist doch ein großer Unterschied ob die Pflanzen tagsüber Sauerstoff produzieren im gegensatz zu Nachts. Wenn du einen ordentlichen CO2 Reaktor voll aufdrehst und zuvor Sauerstoff misst und nachher, wirst du erkennen, das der Sauerstoffgehalt ab nimmt. Da die Sauerstoffproduktion der Pflanzen tagsüber dagegen hält, ist es natürlich schwer mit zunehmender Sauerstoffsättigung, mit einem flipper diesen zu verdrängen.
Aber wie bereits geschrieben ich rede von Nachts und im Prinzip, brauchst du nur den Sauerstoffgehalt dann mal messen.
 

CouchCoach

New Member
Hallo Werner :)

Der Sauerstoffgehalt ist nachts niedriger, weil die Pflanzen dann keinen Sauerstoff produzieren und nicht etwa weil das CO2 den Sauerstoff verdrängt. Somit kann maximal eine Sauerstoffsättigung entstehen aber keine Übersättigung wie tagsüber (wenn die kleinen Blasen von den Pflanzen aufsteigen).
O2 und CO2 stehen befinden sich in keinem Gleichgewichtsverhältnis zueinander sondern in einem Gleichgewichtsverhältnis zur Atmosphäre bzw. streben dieses (in Abhängigkeit von der Temperatur) an. Tagsüber entweichen CO2 und O2 aus dem Becken. Nachts entweicht CO2 aus dem Becken und O2 wird über die Wasseroberfläche aufgenommen sobald der Sauerstoffgehalt im Becken (durch den Verbrauch der Fische und Pflanzen) die Sättigungsgrenze unterschritten hat.
Die Löslichkeit von O2 und CO2 in Wasser sind unabhängig voneinander. Genauso wie Du in einer gesättigten Kochsalzlösung durchaus noch andere Stoffe lösen kannst ohne das Kochsalz ausfällt (nur eben kein NaCl mehr).



Viele Grüße von Philipp :)
 

styro

Member
Hallo Werner


[/quote]Die Löslichkeit von O2 und CO2 in Wasser sind unabhängig voneinander
Damit hat Phillip vollkommen Recht. Steht auch im Selzle (technische Aquaristik) folgendermaßen zu lesen:
"Die Befürchtung, durch Einleiten von Kohlendioxid würde die Sauerstoffaufnahmefähigkeit des Wassers geringer, ist unbegründet. Auch erfolgt keine wesentliche Zunahme des Leitwertes."
Selzle rät auch ganz klar dazu "Kohlendioxid sollte nachts nicht abgeschaltet sein" (elektronisch geregelte CO2 Anlage).

Gruß

Georg
 

nik

Moderator
Teammitglied
Hallo,

es ist richtig das es keine aquaristisch relevante Abhängigkeit von CO2- und O2-Gehalt gibt. Kann man praktisch unabhängig voneinander betrachten.

Mit den Pflanzen ist es so, dass die eine (O2-verbrauchende) Atmung haben wie jedes andere Lebewesen auch. Tagsüber wird die eben bei weitem durch die Sauerstoffproduktion durch Photosynthese überlagert, nachts nicht - da atmen sie weiter und erzeugen sogar ein bisschen CO2. :wink:
Eine Nachtabschaltung der CO2-Versorgung macht schon Sinn - es gibt nachts keine Verbraucher!

Bei Fischen spielt weniger der Sauerstoff die Rolle, denn die Abatmung des CO2. Und die wird mit steigenden CO2-Gehalten immer schlechter. Wer mag schaut hier.

Gruß, Nik
 
A

Anonymous

Guest
Hallo zusammen,

sorry natürlich habt Ihr Recht, habe es wohl doch mit der Sauerstoffbindefähigkeit des Hämoglobins verwechselt. :oops: Man wird älter, Asche über mein Haupt! :lol:
Jetzt stellt sich für mich persönlich nur noch die Frage, warum meine Pflanzen mit steigender CO2 Zugabe, die Asmilation einstellen.
Im übrigen sind wohl der CO2 Zugabe, keine Grenzen gesetzt. Das macht die Sache so gefährlich. :wink:
 

Seb

New Member
Hallo,

Danke für eure Antworten!

So wie es aussieht läuft es bei euch mit und ohne Nachtabschaltung gut. Beruhigend zu wissen. Dann kann man wenigstens nichts falsch machen. Momentan habe ich meine Nachtabschaltung dran und hatte noch keine Probleme. Ich denke ich werde die auch erstmal dran lassen und es vielleicht mal irgedwann später ohne probieren.

Frohes Fest und schöne Feiertage, Sebastian
 

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