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Postby Setric » 15 Jan 2019 22:21
Da ich nunmehr seit einem halben Jahr gegen Rotalgen (black beard algae, BBA) gekämpft habe und jetzt auch erfolgreich war, möchte ich hier einmal mein Erfahrung damit teilen. Vielleicht ist es ja hilfreich.

Nach Sichtung 100er Videos auf youtube und Nachlesen in einzelnen Foren hier mein 10 Punkte Plan zur Bekämpfung von Rotalgen. (PS danach gibt es auch "keine "anderen Algen mehr)

1. Der Wasserwert Ammonium muss bei 0 (Null) sein. Das leistet ein guter Filter automatisch. Wenn das nicht der Fall ist, muss hier schon über den Filteraufbau nachgedacht werden.

2. Einstellung der Nährstoff-Wasserwerte (ohne Tests kein algenfreies Becken, wer dazu nicht bereit ist braucht nicht weiter zu lesen. Nachfolgende Schritte sind erst erfolgversprechend, wenn diese Werte stimmen.)
  • Nitrat um 25 - 50 mg/l
  • Phospaht 0,5 - 1 mg/l
  • Kalium 5 - 15 mg/l
  • Eisen 0,05 - 0,1 mg/l

3. CO2 20 - 30 mg/l. Insbesondere CO2 Schwankungen sollen angeblich dem Wachstum von BBA förderlich sein. CO2 Schwankungen kommen m.E. nur nach einem WW vor. Dieser ist aber weiterhin wöchentlich unverzichtbar. Ich denke es kommt vor allem auf hohe CO2 Level an (25 mg/l) zumindest währdend der Behandlung von BBA.

4. Manuelle Entfernung aller BBA. Indem man dazu soviel wie möglich hardscape aus dem Becken nimmt (darf auch bewachsen sein). Ggf. hilft ein Stahlwolle-Schwamm (aus der Haushaltsabteilung). Das Hardscape dann prophylaktisch 1 min mit Flourish Excel oder Easy Carbo (Wirkstoff: Glutaraldehyde) oder Wasserstoffperoxid behandeln (dazu gibt es ca. 1000 Videos bei yt). Gut abspülen und (ggf. erst nach Durchführung von Punkt 5) wieder ins Becken einbauen.

5. Das hardscape welches nicht entfernt werden kann, kann im Becken mit der Einnebelmethode (auch hier yt videos angucken) unter Verwendung von Glutaraldehyde oder H2O2 behandelt werden. Dazu gibt man eine Tagesdosis direkt an die betroffenen Stellen auch direkt an mit BBA bewachsene Pflanzen. Cave: Moose reagieren empfindlich und lösen sich ggf. vom hardscape werden teilweise braun. Alle anderen Pflanzen die ich pflege auch Neocaridina und alle meine Fische blieben unversehrt. Einzig die Posthornschnecken scheinen Glutaraldehyde nicht zu mögen (sterben teilweise, niemals alle). Filter und Pumpen kurz abstellen damit die Einnebelung besser wirkt. Zur Info: Mit z.B. 4 ml lässt sich einiges einnebeln. Die Methode direkt vor dem WW anwenden. Es schadet auch nicht, wenn man es mehrfach die Woche anwendet und sich nicht sofort ein WW an die Anwendungen anschließt.

6. Siamesische Rüsselbarben. Fressen viele Algenarten auch BBA. Man sieht diese Fische in sehr vielen Aquascapes als Putzkolonne. Sie sind m.E. etwas robuster als Otocinclus (diese fressen auch keine BBA). Ca. 1 Rüsselbarbe auf 40 l.

7. Flow. Fast alle Tips zur Vermeidung von BBA beschäftigen sich mit der Wasserverwirbelung. Ich kann nur sagen: Wenn möglich moderat viel Strömung ohne gleichzeitig CO2 auszutreiben. Den Ausstrom bei BBA Befall nicht direkt auf Hardscape oder Pflanzen lenken, denn hier siedeln sich dann die BBA bevorzugt an, sondern in den leeren Raum des Beckens.

8. ups ... doch keine 10 Punkte...Bekämpfung von Rotalgen scheinbar doch leichter als gedacht... :irre:
Ich weiß, wer das Problem nicht kennt, vielleicht weil er einfach einen grünen Daumen oder Glück hat, der fragt sich, was soll dieser Aufwand. Aber wenn man einen BBA Befall loswerden will dann kommt man an o.g. Aufwand kaum vorbei.
MfG
Sebastian

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Postby unbekannt1984 » 16 Jan 2019 11:33
Hallo <Hier könnte dein Name stehen>,

Setric wrote:Da ich nunmehr seit einem halben Jahr gegen Rotalgen (black beard algae, BBA) gekämpft habe und jetzt auch erfolgreich war, möchte ich hier einmal mein Erfahrung damit teilen. Vielleicht ist es ja hilfreich.

BBA steht für Black Brush Algea.

Ich wundere mich gerade ein wenig, das dein Master-Plan gegen Rotalgen so lange unkommentiert stehen geblieben ist. Naja, dann gebe ich mal meinen Senf dazu...

1. Der Wasserwert Ammonium muss bei 0 (Null) sein. Das leistet ein guter Filter automatisch. Wenn das nicht der Fall ist, muss hier schon über den Filteraufbau nachgedacht werden.

Wirklich? Hast du schon einmal etwas von Urea- oder Ammoniumdüngung gehört? Zusätzlich werden hier auch einige Aquarien mit Geringfilterung betrieben - oder gleich ganz ohne Filter, nur mit Strömungspumpe (oder leerer Außenfilter, was im wesentlichem einer Strömungspumpe entspricht).

In oben verlinktem Thread zur Geringfilterung werden dann auch gleich die Einflüsse bestimmter (speziell Sinterglas) Filtermedien auf Rotalgen erwähnt - Das ist mindestens ein Punkt, der in deinem Post nicht berücksichtigt wurde.
Sofern man nicht gerade in Richtung Geringfilterung unterwegs ist, kann man Rotalgen auch über die Menge und Zusammensetzung von Eisenvolldüngern etwas beeinflussen, hier schließe ich ein gewisses Aufhärtesalz (SaltyBee gH+Premium?) ein, Das bei verschiedenen Personen Rotalgen verursacht hat.

Weiterhin sind andere Personen auch von PMS (Preis Mineralsalz) überzeugt, bei nicht übermäßig hohen Dosierungen hat es wohl einen ziemlich starken Einfluss auf die Rotalgen.

Also: Es gibt ein ziemlich weites Feld von Spurenelementen, Mikronährstoffen (also Eisenvolldüngern) und Filterung, mit dem man Einfluss auf Rotalgen hat. Sogar die Komplexbildner von Eisenvolldüngern könnten einen Einfluss auf Rotalgen haben (ich warte mal ab, ob Kevin sich genötigt fühlt hierzu Etwas zu schreiben).
Die eine Ursache für Rotalgen haben wir auch hier noch nicht gefunden.

2. Einstellung der Nährstoff-Wasserwerte (ohne Tests kein algenfreies Becken, wer dazu nicht bereit ist braucht nicht weiter zu lesen. Nachfolgende Schritte sind erst erfolgversprechend, wenn diese Werte stimmen.)

Wassertests sind jetzt nicht so sonderlich präzise, kennt man seine Trinkwasseranalyse und weiß was die Pflanzen (inetwa) verbrauchen, so kann man die Wasserwerte z.T. stabiler einstellen und halten als mit entsp. Wassertests. Regelmäßige und größere Wasserwechsel (50%+) vorausgesetzt.
Beim Nitrat z.B. ziehe ich ganz gerne die im Estimative Index ermittelten Verbrauchswerte von 1..4 mg/l täglich heran. Phosphat ist nicht ganz unumstritten, Es muss aber definitiv nicht ständig nachweisbar sein.

4. Manuelle Entfernung aller BBA.

und Punkt 5 (abtöten) sind nicht nötig, wenn die Rotalgen dann sowieso absterben. Punkt 6 - Siamesische Rüsselbarben - passen auch nicht in jedes Aquarium.

7. Flow.

Ja, gerade Pinselalgen siedeln sich gerne direkt im Strömungsbereich an - zumindest bei entsprechend starker Filterung. Hierzu habe ich oben schon den Thread zur Geringfilterung verlinkt.

8. ups ... doch keine 10 Punkte...Bekämpfung von Rotalgen scheinbar doch leichter als gedacht... :irre:

Jaein. Siehe oben.
Mit freundlichen Grüßen,
Torsten

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Postby Wuestenrose » 16 Jan 2019 12:18
Mahlzeit…

Setric wrote:1. Der Wasserwert Ammonium muss bei 0 (Null) sein.

Stell dir vor, es gibt Aquarianer (manche, einige, viele…), die sogar absichtlich Ammonium düngen.

ohne Tests kein algenfreies Becken, wer dazu nicht bereit ist braucht nicht weiter zu lesen.

Ab dieser Stelle braucht niemand mehr weiterzulesen weil das Unsinn ist.

I.d.S.
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Postby kurt » 16 Jan 2019 13:27
Hallo zusammen,

unbekannt1984 wrote:Wassertests sind jetzt nicht so sonderlich präzise, kennt man seine Trinkwasseranalyse und weiß was die Pflanzen (inetwa) verbrauchen, so kann man die Wasserwerte z.T. stabiler einstellen und halten als mit entsp. Wassertests. Regelmäßige und größere Wasserwechsel (50%+) vorausgesetzt.

@ Torsten,
Ein paar Sätze meinerseits,
Wassertests sind schon hilfreich, im Laufe der Zeit weiß man Farbtöne richtig einzuordnen,
man sollte immer die gleichen nehmen um passende Wasserwerte einzustellen.
Wasserwechsel werden hautsächlich wegen der Stabilisierung / Nährstoffversorgung gemacht.
Das man dadurch effektiv überwiegend Schwebstoffe (Algen) entfernt wird kaum erwähnt.
Das durch Geringfilterung (wenig, grob Filtermaterial) entsprechend mehr Schwebstoffe im Wasser sind als bei Feinfilterung sollte klar sein (Kompromiss nötig).
Durch Einsatz eines Mikroskops kann man vieles sichtbar machen.
Filtert man Aquarienwasser über Mikrofasertuch (auch wenn es klar aussieht)
wird man sich wundern was sich da in kurzer Zeit an Algenfragmente und Sporen ansammelt.
Algenfressende Fische und Schnecken werden überbewertet, damit kommt man einer Algenplage nicht bei,
das Gegenteil ist er der Fall, sie sind gute Verteiler durch ihre Algen/Sporen) Ausscheidungen.
Nur Verbrauchorientiertes Düngen hält Algenwuchs auf Dauer in wenig sichtbar kaum störenden Rahmen.
Gruß Kurt
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Postby unbekannt1984 » 16 Jan 2019 14:07
Hallo Kurt,

kurt wrote:Wassertests sind schon hilfreich, im Laufe der Zeit weiß man Farbtöne richtig einzuordnen,
man sollte immer die gleichen nehmen um passende Wasserwerte einzustellen.

bei der Betriebsweise deines Aquariums (da Altwasser) sind Wassertests notwendig. Führt man jedoch regelmäßige und auch größere Wasserwechsel durch, so sind Wassertests nicht zwingend notwendig.
Wasserwechsel werden hautsächlich wegen der Stabilisierung / Nährstoffversorgung gemacht.

Naja, gerade bei kleineren Aquarien ist ein Wasserwechsel weniger Arbeit als alle möglichen Wasserwerte zu erfassen und gezielt auszugleichen.

Du hattest ja mal die wöchentlichen Nährstoffmengen (als Nährsalze) für dein Aquarium dokumentiert, stell dir im Vergleich dazu mal einen 30l Nano Cube (oder noch kleinere Aquarien) vor.
Das durch Geringfilterung (wenig, grob Filtermaterial) entsprechend mehr Schwebstoffe im Wasser sind als bei Feinfilterung sollte klar sein (Kompromiss nötig).

Bei meinen Filtern ist ein Edelstahlsiebgewebe als Ansaugschutz für Babygarnelen installiert, Öffnungsweite 200µm, Schwebstoffe sollten also unterhalb dieser Größenordnung liegen. Das Siebgewebe ist dann auch ein beliebter Fressplatz bei den Garnelen...
Durch Einsatz eines Mikroskops kann man vieles sichtbar machen.
Filtert man Aquarienwasser über Mikrofasertuch (auch wenn es klar aussieht)
wird man sich wundern was sich da in kurzer Zeit an Algenfragmente und Sporen ansammelt.

Ich kenne einige deiner Beiträge dazu, von daher würde sich die Überraschung eher in Grenzen halten.
Algenfressende Fische und Schnecken werden überbewertet, damit kommt man einer Algenplage nicht bei,
das Gegenteil ist er der Fall, sie sind gute Verteiler durch ihre Algen/Sporen) Ausscheidungen.

Du beziehst dich jetzt aber eher auf Cladophora und Posthornschnecken (wenn ich mich nicht irre), oder?

Rotalgen werden - zumal von Garnelen - erst nach dem Absterben gefressen, von daher würde ich Garnelen hier nicht als Schuldige an einer Ausbreitung sehen.
Nur Verbrauchorientiertes Düngen hält Algenwuchs auf Dauer in wenig sichtbar kaum störenden Rahmen.

Und damit haben wir ein Problem: Gerade bei den Mikronährstoffen und Spurenelementen erfasst man üblicherweise lediglich Eisen als Stellvertreter.
Mit freundlichen Grüßen,
Torsten

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Postby kurt » 16 Jan 2019 16:29
Hallo Torsten,

Ich habe meinen Beitrag nicht detailliert sondern relativ allgemein gehalten, im Forum gibt es genügend Beiträge die man über suchen findet.
Detailliert hieße nochmal Roman schreiben…

unbekannt1984 wrote:Rotalgen werden - zumal von Garnelen - erst nach dem Absterben gefressen, von daher würde ich Garnelen hier nicht als Schuldige an einer Ausbreitung sehen.

Stimmt, nicht alleine… Posthornschnecken sind an der Verteilung (Populationsgrößen abhängig) stärker beteiligt,
haben auch oft genug einen Algenaufwuchs auf dem Gehäuse.
Algenbezug Allgemeinbezug, es wird auch eine Art je nach Umstand dominant.

unbekannt1984 wrote:Und damit haben wir ein Problem: Gerade bei den Mikronährstoffen und Spurenelementen erfasst man üblicherweise lediglich Eisen als Stellvertreter.

Naja… Gute Volldünger mit Ingredienzen Angabe und Pflanzen beobachten helfen da.

1. Was mich zurzeit mehr umtreibt ist wie sich die Kaliumhöhe auf das Blühverhalten von Wasserpflanzen auswirkt?

2. Wie stark sich der Bodengrund auf den Pflanzenwuchs auswirkt. Bei ausgelaugten Bodengrund bleiben manche Pflanzen kleiner (z.b. Nymphaea lotus). Nur Düngekugeln reichen da bei mir nicht, jedenfalls nicht nach Jahren.
Manipulieren damit es nicht zu schnell wächst geht auf jeden Fall, (Wassersäulendüngung einbezogen).
Gruß Kurt
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Postby nik » 16 Jan 2019 17:20
Hallo Torsten,
unbekannt1984 wrote:BBA steht für Black Brush Algea.

Ich wundere mich gerade ein wenig, das dein Master-Plan gegen Rotalgen so lange unkommentiert stehen geblieben ist.

Black Beard Algae geht auch. Irgendwie werden immer Pinselalgen (PA) gemeint. Wie das mit den Bartalgen ist habe ich entweder vergessen oder nie verstanden. ^^ Habe aber auch schon ewig keinen Bedarf mehr dazu zu recherchieren.

Na ja, Torsten, du hast dich ja nun erbarmt! Mich hat nur gewundert, dass der Post trotz des Algenratgebers kam. Ich betrachte es als Erfahrungsbericht und gut is. Ich hätte es stehen lassen können. Kürzlich gab es einen Thread mit dem ungefähren Titel "Algen nach Umstellung auf Geringfilterung" oder so. Das war so eine krasse Nummer, das wird mir zu abwegig. Da wurden 15 l Siporax entfernt, ansonsten dürre Beschreibungen und es "schlich" sich dann eine Algenblüte ein. Er bekam ja Antwort, aber mir bleibt dann schon mal die Spucke weg, wie das von manchen "umgesetzt" wird.
Das Schöne ist ja, viele Wege führen nach Rom und die lassen sich alle schildern und trefflich diskutieren. Also bitte nicht wegen so was streiten. ^^

Damit ich nicht so viel schreiben muss, gibt es ein Bild von einem Aquarium, das seinerzeit nur mit Pflanzen eines Forenmitglieds aufgesetzt wurde und sich auf den anscheinend algenfreien Pflanzen schnell (nur) Pinselalgen zeigten, die dann aber auch genauso schnell wieder verschwanden. Nur diese Pflanzen, Leitungswasser und wie ich halt Aquarien betreibe. Das war überhaupt nicht gefiltert, nur ein leerer EHeim Thermo 2322 dran, ungedrosselt, trotzdem glasklar, ungedüngter Sand, nur übers Wasser gedüngt, selbstverständlich auch mit Urea und auf dem Bild schon älter und so was von stabil. Das Becken war gar nicht mehr aus der Spur zu bringen - und um solche Aquarien dreht es sich in den Beschreibungen in meiner Sig. Also mache ich mal ein bisschen Werbung was so alles geht. Ich finde es aber gut, dass den "10 Punkten" in Teilen widersprochen wurde.

28007

8. ups ... doch keine 10 Punkte...Bekämpfung von Rotalgen scheinbar doch leichter als gedacht... :irre:

Im Fazit herrscht dann ja wieder Konsens. Also alles gut

Gruß Nik
nik wrote:
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Postby kurt » 16 Jan 2019 20:46
Hallo Torsten,
unbekannt1984 wrote:Bei meinen Filtern ist ein Edelstahlsiebgewebe als Ansaugschutz für Babygarnelen installiert, Öffnungsweite 200µm, Schwebstoffe sollten also unterhalb dieser Größenordnung liegen.

Nachtrag, etwas genauer zu meiner gemeinten Feinfilterung.
200µm, würde beim Aussieben von z.B Natriumhydrogencarbonat /NaHCO3 unter Körnung 0,2mm fallen,
ist also verhältnismäßig grob.
Unter Fein/Mikrofilterung meine ich < 80µm = 0,08mm also mindestens Pulverähnlich,
= z.B. gefälltes Calciumcarbonat CaCO3.
Gruß Kurt
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Postby unbekannt1984 » 16 Jan 2019 21:52
Hallo Kurt,

kurt wrote:Unter Fein/Mikrofilterung meine ich < 80µm = 0,08mm also mindestens Pulverähnlich,
= z.B. gefälltes Calciumcarbonat CaCO3.

mir reicht es damit Babygarnelen und gröberes Zeug (das zunächst einmal durch einen Garnelenmagen sollte) "auszufiltern".

Hallo Nik,

nik wrote:Kürzlich gab es einen Thread mit dem ungefähren Titel "Algen nach Umstellung auf Geringfilterung" oder so. Das war so eine krasse Nummer, das wird mir zu abwegig. Da wurden 15 l Siporax entfernt, ansonsten dürre Beschreibungen und es "schlich" sich dann eine Algenblüte ein. Er bekam ja Antwort, aber mir bleibt dann schon mal die Spucke weg, wie das von manchen "umgesetzt" wird.

ja, die Sache mit den 15l Siporax klingt vertraut... -> ALGEN NACH UMSTELLUNG AUF GERINGFILTERUNG.
Aber wohlgemerkt war das Filtermaterial für ein 300l Aquarium - darf ich das bei dieser Gelegenheit als "Overkill" bezeichnen?
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Postby nik » 17 Jan 2019 07:47
Off Topic Moin Torsten,

unbekannt1984 wrote:ja, die Sache mit den 15l Siporax klingt vertraut... -> ALGEN NACH UMSTELLUNG AUF GERINGFILTERUNG.
Aber wohlgemerkt war das Filtermaterial für ein 300l Aquarium - darf ich das bei dieser Gelegenheit als "Overkill" bezeichnen?

na-ein! :lol: Auch wenn ich mir immer wieder 1,5 Wassereimer mit Siporax vorstellen musste und es völlig offen blieb mit welchem und wieviel Filtersubstrat vorher respektive noch gefiltert wurde/wird, kann es ja trotzdem sein, dass es in dem 300 l Aquarium einen der Filterleistung entsprechenden Besatz hat. D.h., es könnte auch mit 15 l Siporax+X eine angewandte Geringfilterung sein. Die Wahrscheinlichkeit ist halt gering. So ein Thread gehört in die Kategorie unbeantwortbare Fragen/ungenügende Infos.

Gruß Nik
nik wrote:
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Postby Daddls » 17 Jan 2019 21:58
Wuestenrose wrote:
ohne Tests kein algenfreies Becken, wer dazu nicht bereit ist braucht nicht weiter zu lesen.

Ab dieser Stelle braucht niemand mehr weiterzulesen weil das Unsinn ist.

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Er hat aber Recht. Ohne Testen geht oftmals gar nix, wenn man ein Problem bekommt und nicht weiß, woher das Problem stammt.

Ich hab lange Zeit nur mit NPK Dünger die Makros eingebracht und nur stichprobenartig die Nitratwerte gemessen und sie um 10 mg/l gehalten.
Zu dem Zeitpunkt hatte ich keine Ahnung dass die zusammengesetzten Dünger wie NPK und EI vollkommener Murks sind und man ZWINGEND Einzeldünger braucht, das ist viel wichtiger als Wasserwechsel.

Hatte viele Monate mit Grünalgen zu kämpfen, die schleimigen Fadenalgen vor allem. Hatte dann ne Vermutung dass es vielleicht Phosphat sein könnte, Test geholt, gemessen um 1,5 mg/l. Etwas zu hoch, aber noch nicht im übertriebenen Wert.

Dann mehrere Wasserwechsel gemacht, mich belesen und mitbekommen, dass Kalium der Teufel in Gestalt von Makro sein soll und der Hauptverursacher vieler Grünalgen.
Den teuren Kaliumtest geholt und was soll ich sagen, nach mehreren Messungen, dann mit der Verdünnungsmethode, hab ich um die 85 mg/l K gemessen und das nach zwei 50% WWs in kurzer Folge. Ergo mein vorhergehender Kaliumwert lag bei 350 mg/l. Also die rund 70 Fache Menge der empfohlenen Dosis.
Diesen Kaliumpeak hab ich mir durch den AR NPK Dünger eingefangen.


Nach vielen Wasserwechseln, auch sehr Starken, hab ich den Wert gedrückt und die Grünalgen sind größtenteils runter, aber noch nicht völlig weg. Nun wechsel ich auf einen kaliumfreien N-Dünger, weil die Pflanzen derzeit eh kein Kalium schlucken, die Reserven müssen unendlich sein von dem Stoff. Und falls ich es in den nächsten 100 Jahren schaffe, den Kaliumwert jemals auf unter 5 mg/l zu drücken, kann ich auch mit den Special N Dünger vorsichtig Kalium wieder zugeben. NPK Dünger hab ich auch noch was übrig, falls meine Pflanzen Kalium irgendwann mal wieder wie einen "echten" Makronährstoff schlucken sollten.

Wie gehabt, ohne Messen wäre mir nie was aufgefallen und die WWs hätten gar nix bewirkt, weil die zusammengesetzten Dünger einfach eine furchtbar PO4- und K-lastige Zusammensetzung haben.

Man sollte wenigstens alle 2 Wochen einmal die Werte messen, auch um zu ermitteln, wie hoch der momentane Verbrauch der jeweiligen Stoffe wirklich ist und mit den Einzeldüngern, kann man die dann präzise zudüngen.

NPK und EI ist für die Tonne, reinste Kalium Bomben. Das ist so, als wenn man nem Adiposas-Patienten jeden Tag reinste Butter zu jeder Mahlzeit serviert und erwartet, dass der Patient abnimmt, ohne Sport.
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Postby Daddls » 17 Jan 2019 22:00
kurt wrote:
Nur Verbrauchorientiertes Düngen hält Algenwuchs auf Dauer in wenig sichtbar kaum störenden Rahmen.


Das ist das Zauberwort. Verbrauchsorientiert. Weder NPK noch EI können das leisten.
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Postby Wuestenrose » 17 Jan 2019 22:17
'N Abend..

Daddls wrote:Er hat aber Recht.

Nö, hatter ned. Wasserwertefetischismus ist ein typisches Anfängersyndrom.

Ohne Testen geht oftmals gar nix, wenn man ein Problem bekommt und nicht weiß, woher das Problem stammt.

Dann macht man mehrere, große Wasserwechsel hintereinander, um das System zu resetten. Dazu braucht's keinen einzigen Test.

Zumal du über die Unzuverlässigkeit aquarienhandelsüblicher Wassertests hier im Forum ganze Romane finden kannst.

Weder NPK noch EI können das leisten.

Macht nix. Ist auch nicht notwendig. Hier mein Cube und seine Wasswerte. Stimmt nicht ganz, das sind die Wasserwerte, auf die ich das Wechselwasser bringe, die im Cube kenne ich nicht.

Solange man weiß, wie die Mittelchen, Pülverchen und Wässerchen zusammengesetzt sind, die man sich ins Aquarium schüttet, und regelmäßig Wasserwechsel macht, solange laufen die Wasserwerte auch nicht aus dem Ruder.

Es gibt allerdings auch Leute, die sich irgendein Zeux obskurer Zusammensetzung ins Wasser kippen, von Wasserwechselmechanik keinen Ahnung haben und sich dann wundern, was dabei rauskommt. Selber schuld.

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Postby Haeck » 17 Jan 2019 22:44
Hi

Ich stimme Roberts Aussage in allen Punkten zu.

Lg
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Postby moskal » 18 Jan 2019 07:27
Hallo,

man kann mit oder ohne Tests, Einzeldüngung, NPK, Starklicht, CO2, vielen Wasserwechseln....erfolgreiche Pflanzenaquaristik betreiben oder alles versemmeln, was nicht funktioniert ist eine Schablone die auf alles passt, da viel zu komplex. Spannend finde ich, daß die Leute die z.B. bei Treffen des Arbeitskreis Wasserpflanzen die meisten Pflanzen zur Versteigerung mitbringen höchstens mal zur Bestätigung von Vermutungen messen und sonst ab und wann nur das Leitfähigkeitsmessgerät ins Aquarium hängen. Meistens aber nichts messen. Gedüngt wird nach Gefühl.
Ein Zitat einer sehr erfolgreichen Pflanzenaquarianerin hier im Forum:
Zahlen sind Schall und Rauch


Ich habe hier Aquarien an denen ich nur Temperatur und Leitfähigkeit messen kann da das Wasser die falsche Farbe hat und noch dazu welche die z.B. per Pferdemist gedüngt sind bei denen ich gar keine erstrebten Werte einhalten kann. Funktioniert alles trotzdem, zum Teil mit sehr heiklen Pflanzen.

Gruß, helmut
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