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Beitragvon nik » 16 Dez 2014 15:33
... oder warum es sinnvoll ist nicht mehr Filtersubstrat zu verwenden als notwendig.

Dieser Post beschreibt die Anwendung bzw. Sinn und Zweck der Geringfilterung und soll bei der Suche nach dem inzwischen doch einigermaßen verbrannten Suchbegriff „Geringfilterung“ das Zusammensuchen der im FG verstreuten Informationen ersparen. Der Thread zielt auf die Beschreibung der Geringfilterung ab und kann auch lediglich für sich betrachtet werden. Es ist aber nur ein Thread von mehreren, die zusammen ein Konzept für ein Pflanzenaquarium erläutern, welches auf Geringfilterung, ausschließlicher Wasserdüngung bei ungedüngtem, gewaschenem Quarzsand (0,4-0,8 mm) und einer im Sinne des Aquarianers funktionierenden/zu erreichenden Mikroflora basiert. Da Geringfilterung schwerpunktmäßig auf eine gute Nährstoffverfügbarkeit abzielt, ist dieser Thread im Subforum "Nährstoffe" besser aufgehoben als in "Technik"
Die weiteren Threads sind:

Konzept eines Pflanzenaquariums
Geringfilterung – der Thread ...
Die Düngung zur Geringfilterung
Die „Pflege“ der Mikroflora oder ... und ## Beobachtungen und Diskussion zur Mikroflora ###


Wie kam es zur Geringfilterung? Seinerzeit ritt auch ich die üblichen Filterorgien, sogar recht gründlich und in Verbindung mit meinen schon immer pflanzenlastigen Becken und der damals üblichen Nährstoffphobien, hatte ich zwar ein toll gefiltertes Pflanzenbecken, frei von Stickstoff und Phosphat, aber massenhaft Algen, vor allem Pinselalgen von einer Hartnäckigkeit, die mich an den Rand der Hobbyaufgabe brachten. Irgendwann gab es mal im Web eine Welle mit "filterlos" betriebenen Aquarien. Es dauerte eine Weile und es ergaben sich ziemlich intensive Diskussionen mit jenem, der das mit Verve vertrat, aber dann fing das - was mir anfänglich ohne Bedeutung war - doch an auf mich zu wirken! In den Grundzügen ist das also schon ein recht alter Hut. Anfänglich verwendete ich Schaumstoffschwämme als Ansaugschutz auf der Ansaugseite meines externen Kreislaufs, sodass sich das nicht mehr als filterlos bezeichnen ließ. Später fiel mir dann auf, dass es schon einen Unterschied machen konnte ob es keinen, einen, zwei oder 6 Filterschwämme auf der Ansaugseite hatte. Über solche Beobachtungen kam ich dann zu der relativen, d.h. angemessenen Filterung und da es weiterhin um eine möglichst reduzierte Substratfilterung ging, passte Geringfilterung als Bezeichnung immer noch sehr gut - auch wenn der Anwendungsbereich weiter wurde.

Oft erwähnt, sehe ich wie Geringfilterung in der Praxis häufig lediglich mit wenig bis gar keinem Filtersubstrat assoziiert wird. Der Filter wird z.B. mit lediglich einem Schwamm betrieben, gerne auch noch einer Portion Filterwatte dazu, mag für ein schwach besetztes Pflanzenbecken durchaus häufiger passen, hat aber mit der Idee der Geringfilterung erst einmal wenig zu tun! Geringfilterung als Beschreibung einer angemessenen externen/internen Substratfilterung ist eine von der
- organischen Belastung,
- der Pflanzenmasse und auch vom
- Setup eines Beckens
abhängige, relative Substratfilterung und kann somit sowohl zu einer größeren Menge als auch einem völligen Entfall von Filtersubstrat führen.

Was sind die Gründe für Geringfilterung?

Die Filterung gehört in den Köpfen der Aquarianer so sehr zum Aquarium, dass üblicherweise gar nicht der Gedanke aufkommt die zu hinterfragen. Gerade mit Blick auf ein Pflanzenbecken gibt es gute Gründe das zu tun. Schaut man sich mal genauer an, was Filterung leisten bzw. nicht leisten kann, dann sind wir in der Lage ergänzende Substratfilterung angemessen einzusetzen. Auch wenn das primär aus dem Blickwinkel des Pflanzenaquarianers beschrieben wird, so gilt das genauso für bepflanzte Gesellschaftsbecken. "Ergänzende Substratfilterung" sollten wir uns in in seiner Funktion vergegenwärtigen, sie soll nicht ausreichende biologische Prozesse im Aquarium über den zur Verfügung gestellten zusätzlichen Siedlungsraumes für Biofilm ermöglichen.
Warum muss das sein? Generell geht es um die Zersetzung, d.h. die Mineralisation organischer Verbindungen, die mehr oder weniger reichlich in Form von Futter, Ausscheidungen der Tiere, Pflanzenresten, verendeten Tieren, etc. anfallen. Im Zuge der Mineralisation von Eiweiß-, d.h. Stickstoffverbindungen kommt es durch die Ammonifikation zu fischgiftigem Nitrit, welches in der anschließenden Nitrifikation seine vorläufige Endstufe als relativ harmloses Nitrat erreicht. Das ist ein bakterieller Vorgang in dem verschiedene Bakterienarten aus den organischen Verbindungen Energie gewinnen und diese immer weiter zersetzen. So weit, so gut.
Vor allem das fischgiftige Nitrit ist der Grund für eine eventuelle Ergänzung mit zusätzlichem Filtersubstrat! Für ein schwach bepflanztes und stärker besetztes Gesellschaftsaquarium ist das idR. notwendig. Das ist immer noch der Klassiker und in den Vorstellungen der Aquarianer fest mit zusätzlicher, notwendiger Filterung verbunden.

Im schwach besetzten Pflanzenaquarium sieht das jedoch anders aus! Das Pflanzenaquarium hat über seine zum Teil eklatant höhere Blattmasse ausreichend Siedlungssubstrat für den mineralisierenden Biofilm, bei gleichzeitig schwächerer organischer Belastung - vor allem durch weniger Futter für den meist geringen Besatz..
Stellt sich die nächste Frage, was für Gründe sollte es geben, nicht trotzdem über reichlich zusätzliches Substrat zu filtern und so auf der "sicheren Seite" zu sein?
Da gibt es einige! Die Filterung über substratgefüllte Topffilter, Innenfilter, etc ist intensiver als die entsprechenden Prozesse im Aquarium und begünstigt z.B. Nährstofffällungen, die die Pflanzennährstoffe für Pflanzen erst einmal nicht verfügbar machen. Wen das interessiert, der sollte
>>hier<< (steht noch aus: Sinterglas, Aktivkohle, Zeolith, bindungsfreudiges Phosphat, unerwünschte Denitrifikation, bakterielle Zersetzung der Düngechelatkomplexe, ...)
weiterlesen. Zusätzlich eingerichtete Substratfilterung bewegt sich also mengenmäßig zwischen den beiden Polen "zu gewährleistende Nitrifikation" und gleichzeitig "möglichst minimiertem Einfluss auf die Düngung der Pflanzen".

Zusammenfassend geht es um ...
- eine Gewährleistung ausreichender Nitrifikation zur Vermeidung von Nitrit.
- den minimierten Einfluss der Substratfilterung auf die Nährstoffzugaben in einem bepflanzten Aquarium.
- die Limitierung des Filtersubstrats, nicht des Durchsatzes.
- die weitestmögliche Verlagerung biologischer Prozesse vom Filter ins Aquarium.
- die Vermeidung von Nährstofffällungen im Filter mit resultierenden Nährstoffdepotbildungen
- die transparente Wirkung von Nährstoffzugaben und direktes Feedback der Pflanzen/des Biotops.
- hohe Standzeit der Filterung.

to be continued ..
offene Punkte ...

Die Praxis ...
Der Anfang

Pflanzenmasse als Filtersubstrat und Pflegemaßnahmen, Schneiden und mögliche Probleme wie Reduzierung des Biofilms, resultierende bakterielle Trübungen.
Bei der Beurteilung einer Gesamtfilterleistung spielen die Filterwirkung des Beckens, des Bodens mit allen seinen durch Biofilm besiedelten Oberflächen und die zu erwartende organische Belastung durch Futter eine Rolle, erst wenn das (geschätzt) nicht reicht, wird mit zusätzlichem Filtersubstrat ausreichende Nitrifikation gewährleistet.

Jenseits der zu gewährleistenden Nitrifikation kann es zu verschiedenen diffusen Problemen kommen, die durch etwas mehr (oder auch weniger) Filtersubstrat gelöst werden können.

- organische Belastung
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Beitragvon nik » 16 Dez 2014 15:39
Hi,

damit das wenigstens erst mal Struktur und einen eigenen, zentralen Thread zum Thema bekommt ...
Ein weiterer Anlass war eine sich im Mikroflora-Fred entwickelnde Diskussion, die besser hierher gehört hätte.

Gruß, Nik
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Beitragvon JasonHunter » 16 Dez 2014 16:38
Hallo Nik,

vielen Dank für diesen weiteren, höchst interessanten Thread! Ich werde ihn mit grosser Spannung verfolgen.

Grüsse,

Jason
Mein 50l Nano "Wildscape"

Wildscape
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Beitragvon nik » 16 Dez 2014 17:06
Na dann ...

... mal ein Beispiel warum ich den Thread für so wichtig erachte ...

Mein 60x35x35 hatte ich überprüfenderweise mit dem kleinsten Eheim classic 2211 laufen lassen. Der lief anfänglich leer nur mit einem Schwämmchen als Schutz der Ansaugseite im Becken. Das Becken lief soweit tadellos und dann erfuhr der Filter eine Änderung in Filtersubstrat: Er wurde bestückt mit schlappen Tonröhrchen und zwei originalen mittelgroben Schwämmen.
In der Folge hatte ich in dem Becken ...
- seit >10 Jahren nicht mehr gesehene Bartalgenspuren gefunden und
- bei nachlässiger Düngung chlorotische, um nicht zu sagen Weißspitzenpflanzen. Es hatte noch weitere Erscheinungen,
- die M. fluviatilis wuchs ab halber Beckenhöhe nun waagrecht - was sie bei Geringfilterung nicht gemacht hatte.

Fand ich sehr erhellend und für mich zweifelsfrei bezüglich der Bewertung der Umstände.

Gruß, Nik
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Beitragvon Sewascht » 17 Dez 2014 07:40
Hallo Nik,

Ich verfolge deine Threads jetzt schon länger und hab mich heute bei Gerd Kassebeer mal eingelesen.

Dabei ist mir aufgefallen dass ich bei dir nie was gelesen habe, welche Wasserwechselintervalle du in Becken mit Geringfilterung anwendest bzw ob dass evtl in Richtung Altwasserbecken geht.

Entfernst du sichtbaren Mulm beim Wasserwechsel,um alle "Depots" zu entfernen, oder achtest du darauf möglichst nur das Wasser zu wechseln, um die Nitrifikation nicht zu stören?

Ich hoffe es nicht irgendwo überlesen zu haben.

Freue mich weiterhin auf anregende Diskussionen und Ansichten.

Grüße

Sebastian






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Beitragvon nik » 17 Dez 2014 09:56
Hallo Sebastian,

doch, zu Wasserwechseln habe ich schon oft geschrieben. ^^ Wasserwechsel haben mir einen großen Wert um ein Wasser in einem bestimmten, gedüngten Zustand zu halten oder ein Wasser wieder auf einen definierten Zustand zu bringen. Ich halte das beim Einfahren eines Beckens von Bedeutung. Wenn das Becken stabil wird, dann werden Wasserwechsel immer weniger notwendig, ich dünge dann meist nur noch auf Sicht. Ein gut laufendes Becken hat bei mir immer die Tendenz zum Altwasserbecken. Habe ich jedoch Interessen in transparenter Düngung, dann wechsle ich üblicherweise jede Woche runter auf ein Drittel der Höhe der Frontscheibe, also eindeutig große Wasserwechsel.

Gruß, Nik
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Beitragvon DDAX » 14 Jan 2015 10:15
Da ich auch gerade meine Filtertechnik nochmal überdenke stellen sich mir beim Thema Geringfilterung
bzw. Überfilterung jedoch Primär folgende Fragen:

Welche Nachteile hat es zu viel zu Filtern?

Wenn wir jetzt einen großen Außenfilter nur mit "normalem" Filtermaterial, also ohne Zeolith betreiben,
findet dort doch im wesentlichen nur die Nitrifikation statt, oder?
Die Menge im Gesamtsystem befindlichen Bakterien richtet sich doch nach dem Nährstoffangebot.
Demnach kann es zb bei einem schwach besetzten Pflanzenbecken schon ausreichend Biofilm geben um die Schadstoffe abzubauen. Wenn ich da nun einen großen Aussenfilter anschließe, wird sich die
Menge der Bakterien doch nicht über die maximal durch die Schadstoffe zu ernährende Population entwickeln.

Wie, durch welche chemischen Prozesse könnte die Filterung denn dann unsere Düngung negativ beeinflussen?
Gruß
Daniel
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Beitragvon nik » 14 Jan 2015 19:02
Hallo Daniel,

DDAX hat geschrieben:bzw. Überfilterung jedoch Primär folgende Fragen:

Welche Nachteile hat es zu viel zu Filtern?

na, die Frage werde ich im Thread nicht beantworten, wenn das im Eingangspost steht. Den werde ich aber noch mal deutlicher bezüglich deiner Fragestellung überarbeiten. ;) Das wird sonst öfters kommen.

Wenn wir jetzt einen großen Außenfilter nur mit "normalem" Filtermaterial, also ohne Zeolith betreiben,
findet dort doch im wesentlichen nur die Nitrifikation statt, oder?

Wenn es so wäre, dann wäre die ganze Choose mit Geringfilterung hinfällig. Der gesamte bakterielle Abbau findet statt und Nitrifikation ist nur ein Teil davon, der auch noch bezüglich Nährstoffverfügbarkeit von geringer Bedeutung ist. Die Nitrifikation ist nur in ihrer ausreichenden Vermeidung von Nitrit von relevant. Alles an Substratfilterung darüber hinaus ist schlicht nicht notwendig, generiert eher Probleme mit der Nährstoffverfügbarkeit bei fast ausbleibendem Benefit. Der Benefit ergibt sich nur aus einer höheren Stabilität des stärker gefilterten Beckens gegenüber Bakterien-/Algentrübungen. Das Thema ist im Thread "** Club der Grünwasseraquarianer ***" beschrieben.


Die Menge im Gesamtsystem befindlichen Bakterien richtet sich doch nach dem Nährstoffangebot.
Demnach kann es zb bei einem schwach besetzten Pflanzenbecken schon ausreichend Biofilm geben um die Schadstoffe abzubauen. Wenn ich da nun einen großen Aussenfilter anschließe, wird sich die
Menge der Bakterien doch nicht über die maximal durch die Schadstoffe zu ernährende Population entwickeln.

Ja, der UNterschied besteht darin, dass im Filter die Bakterien auf Logenplätzen, d.h. schnell angeströmt sitzen und so einen erheblich besseren Zugriff auf Nährstoffe haben. Die beste Verfügbarkeit des Nährstoffangebots ist also im Filter, entsprechend wird sich die Mikroflora, der Biofilm im Filter konzentrieren. Insgesamt lutscht die Mikroflora viel intensiver am Wasser, was mögliche Probleme, die muss es mit reichlicher Substratfilterung nicht zwangsläufig haben, verstärkt. Nährstofffällungen finden in unbekanntem Umfang im Filter statt, das will ich nicht fördern. Außerdem sind im Aquarium gefällte Nährstoffe noch eher den Pflanzen verfügbar. Das ist ein weiterer Punkt, die Rückverlagerung der biologischen Prozesse ins Aquarium.
Das ist um so sinnvoller je mehr Pflanzenmasse (Filtersubstratersatz) und je weniger organische Belastung (vor allem Fischfutter) es hat. Hat es weniger Pflanzen, mehr Fisch(futter), dann braucht es mehr Filtersubstrat und damit steigen wieder die Einflüsse auf die Nährstoffe. Die hier üblichen Pflanzenbecken, schwach besetzt, brauchen keine Substratfilterung.

11288
Das hat noch einen Ansaugschwamm als Garnelenschutz, notwendig ist der darüber hinaus nicht. Das Becken wird schon lange völlig ohne Filtersubstrat betrieben mit einer sich ständig vermehrenden Rasbora hengeli Population. Als Ansaugschutz genügt ein Edelstahlsieb.

Dieses Becken (182,5l) ist ungefiltert, nur mit einem 4 Watt Pümpchen gerührt. Besatz ~35 Danio choprae, Tendenz auch steigend.

Wie, durch welche chemischen Prozesse könnte die Filterung denn dann unsere Düngung negativ beeinflussen?

Nährstoffe reagieren miteinander und fallen aus, bakterieller Abbau, - der Chelate, Oxidation. Lässt sich nicht genau sagen, genauso wenig wie die betroffenen Nährstoffe und in welchem Umfang das stattfindet. Der Spurenelementecocktail ist eine Black Box und lässt sich nur über die Auswirkungen erfassen. Das ist Praxis, wenig Substratfilterung entspannt die Nährstoffsituation. Das hängt eben auch deutlich von der "bakteriellen Ausstattung" eines Beckens ab. Ich bin sicher, diese sich von Becken zu Becken unterscheidende Mikroflora ist die Ursache für unterschiedliche Reaktionen auf gleiche Aktionen.

Gruß, Nik
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Beitragvon DDAX » 15 Jan 2015 10:22
Hi Nik,
ich habe diesbezüglich auch mal die gleiche Frage an eine befreundete Chemielaborantin geschickt,
die arbeitet günstiger Weise auch noch beim Wasserversorger, im Labor der Wasseraufbereitung.
Ich finde die Antwort gibt gut wieder, was die Probleme bei solchen Theorien sind.
Ihr Fokus ehr bei der Aufrechterhaltung der Nitrifikation, als bei Düngerverfügbarkeit, wird aber dennoch angesprochen.

Sollte dir das hier zu viel sein, oder deiner Meinung nach nicht in den Thread passen, kannst du es gerne wieder streichen oder verschieben lassen.

Frage:
Es geht um die sogenannte Geringfilterung von Aquarien.
Also nur gerade so viel Filter und Pflanzenmaterial im Becken zu haben,
damit die Nitrifikation gewährleistet ist.

Wenn ich nun aber an einem Becken, einen schönen großen Ausenfilter installiere, dann kann sich doch die im Gesammtsystem befindliche Anzahl der Bakterien nur so weit entwickeln wie es die Schadstoffe zulassen oder?

Speziell geht es um die Frage, ob eine Überfilterung eine Auswirklung auf die Makroelemente haben kann, also Nitrat, Phosphat und Kalium
Wie ist es mit den Spurenelementen? Eisen, Magnesium, Chrom usw..
So stoffe sind doch vom Filterkreislauf, der nitrifikation ehr unberührt, oder?

Antwort:

Leider kann ich dir wirklich keine eindeutige Antwort darauf geben.
Die Biologie eines Aquariums oder auch Kläranlage, ist ja sehr ähnlich, lässt sich nicht theoretisch festlegen.
Es nehmen noch viele Faktoren Einfluss auf das System, die sich nicht vorhersehen lassen.
Es bleibt also nur experimentieren…
Damit will ich sagen ,bei dieser „Geringfilterung“ kann das Aquarium genauso einen stabilen Zustand erreichen, wie bei einer ausreichenden Filterung .
Ich persönlich würde mich damit nicht so wohl fühlen, du lässt das Aquarium auf „Sparflamme“ laufen, lass dann aber mal eine Störung auftreten und das könnte schon ein größerer Wasserwechsel sein, kann es passieren, dass die Nitri und Deni gestört werden und dein Ammonium nicht mehr richtig umgesetzt wird zumindest für eine Zeitlang. 
Bakterien sind aber auch in der Lage sich seiner Umgebung anzupassen auch nicht von heute auf morgen, aber möglich.
Hört sich jetzt glaub ich verwirrend an?! aber genau das meine ich ,du kannst Biologie nicht theortisch durchspielen und glauben, das ist eine 100% Garantie, das ein Aquarium top laufen muss.

Eine Überfilterung kann schon Einfluss auf die Elemente nehmen und auch auf die Bakterien.
Im Filter sollen sich Nitrosomas und Nitrobakta bilden, denn diese sind für die korrekte Nitrifikation zuständig, doch es gibt noch viele andere Bakterien, die sich im Filter oder Boden des Aquariums bilden und ganz andere Ansprüche haben, z.B Kalium knabbern oder Phosphat mögen oder Kalium im Wasser brauchen um sich zu bilden ,aber Magnsium mögen. So wie eine Pflanze viel Eisen braucht um zu wachen ,die andere weniger  und jeder nimmt sich das was er braucht….. es muss also ein Gleichgewicht entstehen.

Phosphat und Kalium zähle lieber zu den Spurenelementen. Diese sind auch von der Filterung betroffen.
Aber ob da mehr oder weniger davon drin ist, hat nicht die schlimmen Folgen, als wenn die Nitri gestört wäre und Ammonium nicht mehr umgesetzt würde.

Noch mal kurz:  meine Meinung
- Geringfilterung nicht besser als ein schöner großer Filter.
- Was du Schadstoffe nennst, ist ja Futter für die Nitri-Bakterien, stimme ich dir zu.
Kein Futter ,keine Bakterien  
- Großer Filter Einfluss auf Spurenelemente Magnesium, Kalium, Phosphat…   ja, gut möglich durch das Vorkommen anderer Bakterien. Großer Filter viel platz für Bakterien, die dir unter umständen zuviel Spurenelemente weg knabbern und Pflanzen verkümmern, KÖNNTE…MUSS nicht …könnten aber auch dein Gleichgewicht stabilisieren  ….
Zu jeder Theorie bei diesem Thema gibt’s ein JA ABER…
Gruß
Daniel
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Beitragvon nik » 15 Jan 2015 12:02
Hi Daniel,

ist schon okay. Am besten schickst du ihr noch meine Antwort auf deine Fragen, dann weiß sie wenigstens worum es geht und das Thema Nitrifikation ist schon mal erledigt. Du könntest sie sogar den ganzen Thread lesen lassen.

Mir interessant wäre allenfalls die Frage, welche Beeinflussung durch Filterung sie bei Kalium sieht. Du siehst aber schon ein, dass das über Dritte so wenig Sinn macht wie du ihr Fragen in einem nur unzureichenden Kontext stellst.

Gruß, Nik
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Beitragvon Teilzeitfussel » 01 Mär 2015 09:53
Sehr interessantes Thema.
Vor allem die unterschiedlichen Sichtweisen.
Filterorgien hatte ich noch nie. Ich hatte aber auch das ganz große Glück, dass ich als Kind/Jugendlicher bei einem alten Aquarianer lernen konnte. Und das was er vermittelt hat ist heute noch gültig. (In den '70 gab's noch kein Internet, also konnte er nicht wissen, was er alles falsch macht... :D )
Bei einem reinen Pflanzenaquarium ist Filterung kontraproduktiv. Es können keine "Giftstoffe entstehen, weil nix drin ist, die die produzieren könnte. Und rein zur Wasserbewegung brauche ich keine Pumpe. Da reicht die Heizung- vorausgesetzt, ich hab die nicht genau in die Ecke gepappt. Hier muss ich sogar leicht düngen und CO2 hinzufügen, bis sich ein Gleichgewicht hergestellt hat. dazu gehört aber auch eine leicht Mulmschicht...

Ich filtere etwas anders. Meine Filter sind von den Daten her hoffnungslos überdimensioniert. In dem neuen 54l was ich grade aufbaue, wird ein Filter laufen, der für 250l gedacht ist. Befüllt wird er 1/4 mit Blähton, teilweise mit dem Hammer kleingekloppt (der Bakterie ist es egal worauf sie sitzt) und ganz oben ein grober Schwamm zum Pumpenschutz. Die Leistung wird auf ca 50ltr pro Stunde begrenzt. Standzeit erfahrungsgemäß ca 1 Jahr.

Was ich immer mache, ist verdunstetes Wasser mit destilliertem auffüllen. Die Mineralien bleiben ja im Becken.
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Beitragvon jörg » 02 Mär 2015 15:15
Hallo Nik,
ich lese mich gerade durch deine Themen durch, und möchte versuchen mein Becken in der Art aufzusetzen.
Mein Becken ist ein Dennerle Scaper Tank 50l , zur Verwendung kommen 4 teils größere Holzstücke, der Boden besteht aus 2kg ADA Colorado Sand mit einer Höhe von Max. 0,5cm, das Becken wird mit Aufsitzerpflanzen, Moosen, und vielleicht etwas HCC besetzt, als Fischbesatz werden es wohl so 15 bis 20 kleine Salmler werden, und ein paar Garnelen, die Beleuchtung besteht aus DIY LED zwei Leuchtbalken mit je 10W ( 3x 6500K und 2x Gelbton ) die man noch zusätzlich über ein Poti dimmen kann.
Meine offene Frage besteht in der Filterung, da ich keine Heizung im Becken haben möchte, werde ich mir einen gebrauchten Eheim Thermofilter besorgen, dieser hat eine Leistung von 700 l/h, und wird daher gedrosselt, doch nun das eigentliche, da es mir zumindest vorkommt das es zuwenig an Pflanzenmasse sein könnte, wie wäre hier der beste Ansatz den Filter zu bestücken, wie könnte ein möglicher Anfang aussehen, nur einen groben blauen Schwamm und etwas Watte, wie finde ich das am besten heraus, ohne das Becken schon am Anfang an die Wand zu fahren ?

Viele Grüße

Jörg
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Beitragvon nik » 02 Mär 2015 17:27
Hallo Jörg,

jörg hat geschrieben:Meine offene Frage besteht in der Filterung, da ich keine Heizung im Becken haben möchte, werde ich mir einen gebrauchten Eheim Thermofilter besorgen, dieser hat eine Leistung von 700 l/h, und wird daher gedrosselt, ...

musst du grundsätzlich nicht. Wenn es dir zu stürmisch im Becken wird, dann ja, sonst nicht.

Als Kommentar zu einem vorhergehenden Post mit dem zerkloppten Blähton und reduziertem Durchfluss, das ist hier nicht Sinn der Übung! Es geht darum, die "Filterprozesse möglichst ins Becken zu verlagern und das geht nur mit auf das Notwendige reduziertem Filtersubstrat und das Becken möglichst gut "gerührt". Das Becken ist sich selbst Filter, unerwünschte Ausfällungen finden so nur reduziert im Becken statt und können eher verwertet werden als Ablagerungen im Filtertopf.

doch nun das eigentliche, da es mir zumindest vorkommt das es zuwenig an Pflanzenmasse sein könnte, wie wäre hier der beste Ansatz den Filter zu bestücken, wie könnte ein möglicher Anfang aussehen, nur einen groben blauen Schwamm und etwas Watte, wie finde ich das am besten heraus, ohne das Becken schon am Anfang an die Wand zu fahren ?

Dann lass dir Zeit mit dem Besatz! Erspare dem das Einfahren! Es ist sowieso günstiger das Becken mit geringer organischer Belastung einzufahren.

Abgesehen davon erscheinen mir 15-20 kleine Salmler schon optisch ziemlich viel. Das kannst du mit Nanofischchen wie Boraras machen. Ein gut gerührtes Becken, eingefahren, verträgt schon einiges an Fisch. Und auch wenn es immer wiederholt wird, es ist schiere und unbegründete Panikmache einen Wasserwechsel für ein nachfolgendes Problem mit der Nitrifikation anführen zu wollen.

Es geht hier um das konsequente Erreichen stabiler Becken! Das ist natürlich nicht gleich der Fall und es ist in der Einfahrphase ein bisschen was zu beachten, aber haben sie die Stabilität, dann funktioniert das auch ohne Filtersubstrat.
Mein Tipp: Fahre es ohne Besatz und ohne Filtersubstrat ein und schaue dir an ob es sich problemlos entwickelt.
Lass es halt mal, wie in den anderen Threads beschrieben, 4 Wochen laufen und dann zeigst du am besten mal was das an Pflanzen, Hardscape so ungefähr wird.

Gruß, Nik
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Beitragvon Teilzeitfussel » 03 Mär 2015 09:49
Hallo Nik,
Wenn ich dich richtig verstehen, geht's dir um filterlose Becken? Das ist natürlich ne ganz andere Hausnummer. Da ein biologisches Gleichgewicht reinzubringen ist die ganz hohe Schule.
Aber da bewegt man sich auch auf einem sehr schmalen Grat.
Eigentlich dürfte ich noch nicht mal ein Blatt entfernen, weil man damit schon massiv das Gleichgewicht stört.
Ich definiere Geringfilterung so, dass ich ins Becken eingreifen kann, ohne dass das gleich kippt, weil der Filter sowas abpuffert.
Das es Blähton ist, liegt nur daran, dass es zu der Zeit nix anderes gab. Never change running Systems...
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Beitragvon nik » 03 Mär 2015 14:19
Hallo, hier könnte dein Name stehen,
Teilzeitfussel hat geschrieben:Hallo Nik,
Wenn ich dich richtig verstehen, geht's dir um filterlose Becken?

Nein. Lies einfach den Eingangspost, dann weißt du worum es mir geht .

Das ist natürlich ne ganz andere Hausnummer. Da ein biologisches Gleichgewicht reinzubringen ist die ganz hohe Schule.
Aber da bewegt man sich auch auf einem sehr schmalen Grat.
Eigentlich dürfte ich noch nicht mal ein Blatt entfernen, weil man damit schon massiv das Gleichgewicht stört.

Ja, mit dieser Sicht befindest du dich in reichlicher Gesellschaft, richtiger wird die dadurch aber nicht.
Es ist ein Ziel des Threads die Notwendigkeiten aufzuzeigen und alte Zöpfe, wie die von dir formulierten, zu überprüfen. Das mache ich seit>15 Jahren und es eben nicht so wie dein Blumentopfszenario. Es hat biologisch ausgesprochenen stabile Becken zur Folge, die sich auch noch sehr ähnlich, d.h. geradezu erstaunlich reproduzierbar verhalten. Mit nur so wenig Filtersubstrat wie nötig zu filtern gehört zu den wichtigen Punkten.

Wenn du auch mal die zugehörigen Threads- aus meiner Sig ersichtlich- querliest, dann ist das geeignet die derzeitige Filterpraxis in Frage zu stellen. Wenig oder auch keine Filterung - es dreht sich idR um Pflanzenbecken mit geringerem Besatz - hat ausgesprochene Vorteile und macht nebenbei das System erfreulich transparent.

Gruß, Nik
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