Neue Beleuchtung für ein 2m Becken

Woher kommt denn diese Aggressivität? Und warum soll das "lächerlich" sein?
Bei zB Daytime bekommt man für €250.- nicht mal einen Dimmer. Bei der AI Prime HD Freshwater ist alles mit dabei.

Im Vergeleich zu anderen Lampen in der Kategorie sind die Prime HDs nicht teuer.

@Jessica: Du hast geschrieben, dass Dein Mann eine über seinem Technikbecken hat. Vielleicht lässt er Dich ja mal ausprobieren wie die so über Deinem Becken ausschauen würde?

Nur Vorsicht: Es gibt auch noch eine Variante "Refugium Light" speziell für Technik-Becken mit Violett-Roten LEDs und natürlich die Meerwasser-Variante. Die haben dann schon ganz andere Farbspektren als die Freshwater.
 

jelu

Member
Hallo,

Habe viel im Internet gelesen, Videos geschaut usw
Ich denke es wird entweder eine Aqualumix von Ledaquaristik oder Aquaillumination Prime HD Freshwater
Preislich sind die ja eigendlich gleich
Nur zur AI finde ich nichts betreffend Lumen
 

fischjogi

Member
Hallo Jessica,

ich habe auch viel gelesen bezüglich der Lampen. Da ich von dem ganzen Gedönse nicht wirklich eine Ahnung habe, musste ich mich auf die Angaben der Hersteller verlassen. Dann hat mir mal ein "LED Guru" gesagt, dass die Lumenangaben auf den Homepages der meisten Hersteller größtenteils "geschönt" sind, dass man sich darauf nicht verlassen kann. Er hat das anscheinend alles mal nachgerechtnet. Bei den meisten wurde schamlos übertrieben.... nur bei einer firma waren die Angaben seriös... und das war LEDaquaristik.

Aus diesem Grund wirds bei mir die Aqualumix.
 

Thumper

Well-Known Member
Moin,

fischjogi":1cdiuet9 schrieb:
Dann hat mir mal ein "LED Guru" gesagt, dass die Lumenangaben auf den Homepages der meisten Hersteller größtenteils "geschönt" sind, dass man sich darauf nicht verlassen kann.
Fast alle Hersteller geben die maximalen Lumen/Watt an, die die verbauten LED liefern können.
Dem Datenblatt der LED Chips könnte man auch entnehmen, wieviel Lumen bei den in der Leuchte verbauten Netzteilen tatsächlich geleistet werden - aber das sieht natürlich nicht so gut aus, nicht wahr?

fischjogi":1cdiuet9 schrieb:
Er hat das anscheinend alles mal nachgerechtnet. Bei den meisten wurde schamlos übertrieben.... nur bei einer firma waren die Angaben seriös... und das war LEDaquaristik.
Du meinst Robert, mit diesem Post?
 
Als ich "LED Guru" gelesen habe, dachte ich gleich an Robert :lol:

@Jessica:
Das mit den Lumen ist so eine Sache - die Lumen geben Dir ja nur an wie "Hell" das Menschliche Auge diese Leuchte wahrnimmt. Das ist, wie Robert sagt, für Süsswasseraquarien ein guter Richtwert, nur wäre Lux die bessere Angabe - Wie viel Licht kommt wo an!

Zum Vergleich: Eine Leuchte mit 1000 Lumen und einem Abstrahlwinkel von 120° erzeugt in 80cm Höhe eine Lichtintensität von 497 Lux. Die gleiche Leuchte mit einem Abstrahlwinkel von 80° ergibt 1063 Lux - mehr als doppelt so viel Licht für Deine Pflanzen.
https://www.leds.de/lumen-zu-lux

Natürlich, die beste Angabe - im Meerwasserbereich verbreitet, ist PPFD (Photosythetisch Aktive Photonenflussdichte), da ist alles drinn - Chlorophyllabsorbtion, Menge an Licht pro Fläche und Zeit. Komisch ist: Im Meerwasserbereich können es die Hersteller, weil die Kunden die Info verlangen. Im Süsswasserbereich? Pustekuchen! Da gibts oft nicht mal eine eine einzige verwertbare Angabe (siehe GHL!!)
 

jelu

Member
Hallo,

Würde gerne beide Lampen von der Lichtstärke her vergleichen. Scheint dann wohl nicht so wirklich machbar zu sein

@RavenTheJust: wo hast du deine AI eigendlich gekauft?
 
Guten Morgen Jessica,

Ich kenne Dein Problem nur zu gut! Da weiss man nicht mit welcher Lösung die Pflanzen dann wie viel Licht bekommen. Ich habe letztendlich auf Leistung als Vergleichsfaktor gesetzt. Sprich - Lampe A mit 50W wird etwa so viel Licht abgeben wie Lampe B mit 50W. Natürlich gibt es da Unterschiede bei den Chips und der Ansteuerung, aber ich glaube nicht, dass man Differenzen von 100% sehen würde. Schlimmstenfalls vielleicht 20%?
Gibt sicher Extrembeispiele, doch am Ende werden alle Hersteller in etwa die gleichen LEDs verbauen.

Aber eben - was aus der Lampe rauskommt ist eines, was bei den Pflanzen ankommt das Andere..
Ich verstehen nicht weswegen so wenige Hersteller auf Optiken setzen. Bei einem 30cm Cube mag es keine grosse Rolle spielen, aber gerade bei hohen Becken (50+cm) sind die Unterschiede deutlich - auch im Bezug auf die Sauberkeit der Scheiben.
Ich kann es mir nur soweit erklären, dass Optiken eine Leuchte verteuern, weil die Linse sehr gut auf die LEDs passen muss, was modellspezifische Bauteile und eine aufwändigere Konstruktion bedingt.

Gekauft habe ich meine bei Meerwasser Hardware, wenn das Posten eines Links erlaubt sei. Die haben die Bestellung schnell und professionell abgewickelt, was mir beim Versand in die Schweiz wichtig war. Ich hatte sonst aber keinen Kontakt, deswegen kann ich Dir nicht sagen wie der Service sonst so ist.
 

jelu

Member
Hallo,

Danke für deine Antwort
Das klingt logisch. Es bringt auch nichts sich total verrückt zu maachen

Achso ok. Habe mittlerweile auch erfahren, dass ich mir die Lampen im Aquatop Würselen bestellen könnte :thumbs: Da fahren wir öfters mal hin wegen der Meerwasserabteilung
 

Wuestenrose

Well-Known Member
'N Abend...

RavenTheJust":152xwe1o schrieb:
Das mit den Lumen ist so eine Sache - die Lumen geben Dir ja nur an wie "Hell" das Menschliche Auge diese Leuchte wahrnimmt.
Äh, nö :D . Wie hell das menschliche Auge ein Objekt wahrnimmt, hängt ausschließlich von dessen Leuchtdichte ab.

Zum Vergleich: Eine Leuchte mit 1000 Lumen und einem Abstrahlwinkel von 120° erzeugt in 80cm Höhe eine Lichtintensität von 497 Lux.
[klugscheiß]Lux ist die Einheit der Beleuchtungsstärke :besserwiss: [/klugscheiß]. Was Du "Lichtintensität" nennst, kann mal wohl am besten in "Leuchtdichte" übersetzen. Außerdem stimmt die Rechnung nicht.

Als "Abstrahlwinkel" einer Lichtquelle bezeichnet man üblicherweise den Winkel, bei dem die Strahlstärke auf den halben Maximalwert abgesunken ist (FWHM). Das heißt aber nicht, daß die Lichtquelle außerhalb die andere Hälfte ihres Lichts abgibt. Nackte LEDs sind ziemlich ideale Lambertsche Strahler, außerhalb ihrer Halbwertsbreite strahlen sie noch etwa 1/6 ihrer Gesamtlichtleistung ab.

Der Rechner von LEDs.de trifft folgende Annahmen:

  1. Die LED besitzt keine diskrete Verteilung der Strahlstärke sondern strahlt innerhalb ihres Abstrahlbereichs gleichmäßig und
  2. die ausgeleuchtete Fläche ist die Fläche einer Kugel mit der Lichtquelle im Zentrum.

Beides trifft in der Praxis nicht zu. Die Strahlungsstärke der LED folgt dem Kosinus des Winkels und die ausgeleuchtete Fläche ist üblicherweise plan, d. h., je weiter man sich von der Mitte der Fläche entfernt, desto größer wird auch der Abstand zur LED. Der Proportionalitätsfaktor ist hier auch der Kosinus. Die Beleuchtungsstärke hängt jedoch quadratisch vom Abstand ab, so daß hier der Gesamtproportionalitätsfaktor zu cos³(Φ) wird.

Nehmen wir unseren gerade hergeleiteten Gesamtproportionalitätsfaktor, dann errechnet sich der Winkel, unter dem die auf der Empfängerfläche ankommende Strahlstärke einer nackten LED auf die Hälfte ihres Maximalwerts abgefallen ist (siehe obige Definition FWHM), zu

[tab=30]Φ = arccos(0,5);
[tab=30]Φ ≈ 37,5°;

Das heißt, in 80 cm Abstand wird ein Kreis mit dem Durchmesser

[tab=30]d = 2 × 80 cm × tan(37,5°);
[tab=30]d ≈ 123 cm;

so ausgeleuchtet, daß die Beleuchtungsstärke am Rand auf die Hälfte der des Zentrums gefallen ist.

Stimmt das aber auch, was wir uns gerade so schön theoretisch hergleitet haben? Nehmen wir eine Cree XP-G3, von der man die photometrischen Daten bei Cree herunterladen kann. Füttern wir damit ein Simulationsprogramm wie DIALux. Unsere Nutzfläche habe ich als Zylinder mit einem Durchmesser von 123 cm und einer Höhe von 80 cm angenommen, die XP-G3 habe ich 80 cm darüber, also in einer Höhe von 160 cm aufgehängt. Was kommt raus? Das:



Der Verhältnis minimaler zu maximaler Beleuchtungsstärke ist 169/372 ≈ 0,45. Kommt also gut hin. Die geringe Abweichung liegt hauptsächlich darin begründet, daß die LED kein rein Lambertscher Strahler ist. Die Simulationsergebnisse von DIALux sind aber inzwischen so gut geworden, daß man sich fast blind darauf verlassen kann. Die mittlere Beleuchtungsstärke ist lediglich 250 lx, obwohl ich die LED zu 1000 Lumen angenommen habe. Also weit von dem entfernt, was der LEDs.de-Rechner errechnet.

Eine 80°-Linse für die XP-G3 habe ich nicht gefunden, aber dafür eine 60°-Linse. Beschicken wir DIALux damit und wählen die Größe der Nutzfläche wieder so, daß das Verhältnis Minimum zu Maximum 0,5 beträgt, kommt das raus:



Die XP-G3 wieder zu 1000 Lumen angesetzt. Die mittlere Beleuchtungsstärke ist zwar auf 889 Lux geklettert, die ausgeleuchtete Fläche aber auf ein Viertel gefallen! Eine Erhöhung der Beleuchtungsstärke ist bei gleichbleibendem Lichtstrom der Lichtquelle immer mit einer Flächenreduzierung verbunden. Eine Optik ist kein Lichtvervielfacher. Ich halte daher nackte Lux-Angaben für mißleitend, weil sie erstens nichts darüber aussagen, auf welcher Fläche diese Beleuchtungsstärke erzielt wird und zweitens auch nicht, ob der maximale, mittlere oder minimale Wert angegeben ist. Ich unterstelle einem Hersteller mal, daß er den Maximalwert nennt, weil er seine Leuchte in möglichst gutem Licht erscheinen lassen will, sozusagen…

In diesem Sinne,
Robert
 

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Vielen Dank für Deine Erläuterungen, Robert.
Verrückt, dass so eine Software wie Dialux kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Leider wird sie für jemanden ohne tiefergehende Fachkenntnisse wie mich nicht ohne intensive Einarbeitung zu bedienen sein.

Wäre nett wenn die Firmen so tolle Daten über Ihre Leuchten zur Verfügung stellen würden, damit man sie in so einer Planungssoftware simulieren könnte - aber oft fehlen selbst die banalsten Angaben, was mich schon fast daran zweifeln lässt, ob die Firmen selbst diese Informationen überhaupt haben.
Folglich sollte es auch nicht überraschen, dass der Lichtrechner von LEDs.de es nicht so genau nimmt.

Die Beleuchtungsstärke steigt also im Mittel nicht um Faktor zwei, wie ich es durch den Rechner von LEDs.de verleitet fälschlich angegeben habe, sondern eher um Faktor 3 (gut, eine 60° Linse bündelt auch stärker als eine 80° Linse).

Wenn ich mir die von Dir angeschauten, blauen "Tische" anschaue, dann hat der erste einen Durchmesser von 1.23 m. Da könnte ich mein Becken der Länge nach grad so draufstellen. Vor der Frontscheibe und hinter der Rückscheibe wird aber noch ein ordentlicher Teil des Tisches mit angefunzelt.

Beim "Tisch" im 60° Beispiel passt nur noch die Hälfte meines Beckens in der Länge drauf, dafür ist der Lichtkegel jetzt in der Breite praktisch ideal ausgeleuchtet. Sprich: Zwei Leuchten müssen für die Gesamtlänge her, dafür werden jetzt grosse Teile des Beckens mit 1'000 - 1'200 Lux ausgeleuchtet.
Vergleich: Zwei 120° Leuchten kommen, sofern einfache Addition der Lux-Werte bei Kegelüberlappung zulässig ist, im 1.20x0.50m Rahmen meines Beckens ganz grob überschlagen allerhöchstens auf 700 Lux.

Das ignoriert jetzt sämtliche Brechnungseffekte und Spiegelungen an der Scheibe, allerdings natürlich auch Reflexionen an der Wasseroberfläche, welche, wenn ich die Informationen von Wikipediarichtig interpretiere, ab einem Winkel von rund 50° zu 100% Reflexion führen.

Wie dem auch sei und ohne Jessica's Thread noch weiter zu kapern - ich bin davon überzeugt: Optiken bringen in hohen Becken im Bezug auf die Beleuchtungsstärke einen signifikanten Vorteil.

Viele Grüsse

Lukas
 

Wuestenrose

Well-Known Member
Morgen…

RavenTheJust":8lv3qyzl schrieb:
Folglich sollte es auch nicht überraschen, dass der Lichtrechner von LEDs.de es nicht so genau nimmt.
Der Lichtrechner rechnet schon genau, nur trifft er idealisierte, an der Realität vorbeigehende Annahmen. Die Beleuchtungsstärke errechnet sich zu Lichtstrom geteilt durch Fläche, die Mantelfläche eines Kugelsegments zu A = 2×π×r²×(1-cos(Φ)). Setzt man 1000 Lumen, r = 0,8 m und Φ = 60° (120°/2) ein, kommt 497,36 Lux raus, bei Φ = 40° (80°/2) sind es eben 1062,94 lx.

… Reflexionen an der Wasseroberfläche, welche, wenn ich die Informationen von Wikipediarichtig interpretiere, ab einem Winkel von rund 50° zu 100% Reflexion führen.
Äh, nö :D . Totalreflexion tritt nur beim Übergang vom optisch dichteren ins optisch dünnere Medium auf, also von Wasser zu Luft, nicht umgekehrt. Steht ja auch in der Legende der Grafik. Du kannst also ins Wasser hineinsehen, der Fisch aber ab dem Grenzwinkel der Totalreflexion nicht mehr hinaus.

Viele Grüße
Robert
 
Wuestenrose":w4muco8i schrieb:
Äh, nö :D . Totalreflexion tritt nur beim Übergang vom optisch dichteren ins optisch dünnere Medium auf, also von Wasser zu Luft, nicht umgekehrt. Steht ja auch in der Legende der Grafik. Du kannst also ins Wasser hineinsehen, der Fisch aber ab dem Grenzwinkel der Totalreflexion nicht mehr hinaus.
:thumbs: Verstanden - Reflexion findet zwar statt - aber weit entfernt von TOTAL.

Wie ist es eigentlich? Reflektiert Wasser Licht aus der Luft immer etwa gleich stark und der Effekt, dass ich bei flachem Sonnenstand so schöne Spiegelungen wie auf Deinem Profilbild sehe ergibt sich einfach daher, dass mein Auge dann in einem passenden Winkel zur Sonne steht?

Oder reflektiert Wasser tatsächlich mehr Licht wenn dieses in einem flacheren Winkel auf die Oberfläche trifft?
 
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