Düngekiller HMF?

miaumio

New Member
Hallo,
mein Becken läuft seit einem Jahr mit einem Hamburger Mattenfilter. Immer noch habe ich Probleme mir Nährstoffmängeln an den Pflanzen und das obwohl ich inzwischen auf netto 150 Liter Aquarienwasser mehr als die doppelt angegebene Menge dünge, nämlich täglich 5ml Mikro-, 10ml Makrobasic und 3ml Fetrilonlösung.
Jetzt habe ich hier mehrfach gelesen, dass der HMF viele Nährstoffe ausfallen lässt. Da der HMF jedoch sehr gut in mein Layout passt, würde ich ihn gerne behalten. Ich lasse ihn bisher mit einer Eheim 300 kompact laufen.

Meine Frage: Würde es helfen, wenn ich die Durchlaufgeschwindigkeit erhöhe, z.B. mit einer Eheim 600 oder sollte ich noch mehr düngen.


Beckenbeschreibung:
Beckengröße: 100 x 40 x 50 200l, netto 150 Liter
Pflanzen: Cryptocoryne crispatula var. Balansae, Hydrocotyle leucocephala, Mooskugeln, Mikrosorum pteropus, Mikrosorum windelow, Vesicularia dubyana, Cryptocoryne wendii tropica, Lobelia, Hygrophila compact, Alternanthera reineckii, Aponogeton crispus, Muschelblumen , Cryptocoryne petchii, Anubias nana bonsai, Bolbitis heudelotii, Wasserfeder, Lymnophila,
Düngung: CO²: 60 Blasen pro Minute, täglich 5ml Mikro und 10ml Makrobasic, 3ml Fetrilon
Beleuchtung: 1x Osram T5 FQ 39W/865 HO High Output LUMILUX Daylight G5 6500 Kelvin
1x Osram T5 FQ 39W/840 HO High Output LUMILUX Cool White G5 4000 Kelvin
Zeitschaltuhr 8:00 -12:00 und 15:00 – 22:00 Uhr
Wasserwerte:
NO2³: ca. 15, P04 0,7; Fe 0,1
PH: 7,1
GH: 18 KH: 12
Besatz: 10 Corydoras sterbai , 3 Playties (Restbestand) 15 Perlhuhnbärblinge
Futter: hauptsächlich Frostfutter vor Fütterung mit Wasser gespült, gelegentlich Granulat

LG
Beatrice
 

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Tobias Coring

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Hallo Beatrice,

wirklich ein sehr hübsches Becken! :top:

Ich denke die Durchflussgeschwindigkeit zu erhöhen ist eine gute Idee. Je langsamer der HMF durchströmt wird, desto effektier arbeitet er.
Bei deinen Nährstoffwerten erkennt man ja gut, dass PO4 recht stark angestiegen ist, um den NO3 Wert oben zu halten. Ggf. bietet es sich an einmal am Anfang der Woche etwas Stickstoff auf Stoß zu düngen und dann eine geringere Menge des NPK. Du würdest dann weniger PO4 im Wasser haben und deine Pflanzen würden etwas PO4 limitierter wachsen. Das Frostfutter bringt ja ebenfalls noch etwas PO4 ein.

Mit dem Eisen ist recht normal. Das Fetrilon sollte bei deinem harten Wasser recht zügig verschwinden, der MB dagegen sollte den Eisengehalt ganz ordentlich halten. Die Düngeangaben beziehe ich pers. eigentlich immer auf den Bruttowert des Beckens. So gesehen liegst du gar nicht so daneben mit deiner Düngung :).
 

miaumio

New Member
Hallo Tobi,
vielen Dank für die schnelle Antwort.
Ich habe gerade mal die 600er in Betrieb genommen. :shock: Vorbei mit der Beschaulichkeit! Plötzlich herrschte da eine Sturmwindstimmung im meinem Wald!
Gut ist in jedem Fall die vermehrte Wasserbewegung um das Papageienblatt rechts hinten, so bekommt es vielleicht mehr Nährstoffe. Es steht strömungsmäßig eher in einem toten Winkel. Die Blätter müssten nämlich größer und fester sein. Ähnlich die Anubias links vorne, die ist bisher noch deutlich zu blass.
Andererseits habe ich erst heute den Microsorum rechts vorne durch einen zauberhaften Microsorum pteropus "needle leaf" ausgetauscht. Der zittert jetzt geradezu in der Strömung!
Ich habe erst mal auf 450l/Std. zurückgedreht, ist immer noch heftig. Dann werde ich morgen beim Wasserwechsel noch zusätzlich etwas Mulm vom Filter absaugen.
LG
Beatrice
 

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Kora

Member
Hallo Beatrice,

dein Becken finde ich sehr, sehr schön!

Mir scheint etwas zu entgehen, denn ich sehe nicht, was Tobi damit meint, dass PO4 bei dir sehr hoch ist und limitiert werden sollte. 0,7 mg/l zu 15 mg/l NO3 halte ich für meinen Teil für nichtsagend tief (und ich selbst gehe nie unter ein 10:1 Ratio, gerne weit mehr: will sagen, für mich wäre das ein viel zu tiefer Wert). Wie gesagt, offensichtlich entgeht mir hier etwas.

Wenn ich so daran denke, was bei mir hauptsächlich schief lief, als ich düngen konnte, was ich wollte (Eisendünger) und doch Chlorosen etc hatte: erstens war scheints meine KH mit 11 zu hoch für meine Pflanzen. Mit jetzt 6 geht alles besser. Zweitens hatte ich viel zu wenig Magnesium im Leitungswasser (bei einer GH von 11). Vielleicht liegt bei dir auch irgendwo da der Knackpunkt.

Ich hatte früher auch einen HMF (siehe Galerie) ohne jemals Nährstoffprobleme zu haben. Lief wunderbar.
Probleme hatte ich erst mit Aussenfilter - aber ich glaube nicht, dass diese am Filter lagen/liegen.
 

Kora

Member
Eben.

33:1.

Hm, meine ich es andersherum? Kleineres Ratio? Mathe 6, setzen. :)

Ich meine ein Ratio gerne bis 7:1 runter, nicht hoch. ;)
Details, Details!
 

Tobias Coring

Administrator
Teammitglied
Hi Kora,

ich pers. finde an den Nährstoffwerten nichts schlimm, jedoch ging es ja um Düngereinsparungen. Durch eine PO4 Limitierung werden auch von den anderen Nährstoffen weniger verbraucht. So gesehen kann das in diesem Fall schon Sinn ergeben.

Ich würde die Strömung so weit aufdrehen, dass sich z.B. eine Futterflocke schnell auf der Wasseroberfläche im Kreis bewegt. Die Pflanzen müssen sich eigentlich nicht in der Strömung biegen/erzittern.
 

miaumio

New Member
Hallo,
vielen Dank für die Vorschläge.
Ich habe heute beim WW sehr viel Mulm aus den Ecken und vom HMF abgesaugt. Der Wasserstand ist jetzt vor und hinter dem HMF wieder nahezu gleich. Ich denke, damit habe ich eine Menge düngefressende Bakterien entfernen können.

Die 600er Pumpe habe ich wieder abgebaut und die 300er gereinigt und voll aufgedreht. Ich habe jetzt ein klein wenig mehr Strömung und Pflanzenbewegungen als zuvor. Ich hatte mich gar nicht mehr daran erinnert, dass ich die Pumpe wegen den Bartalgen im Strömungsbericht noch gedrosselt hatte.

@ Tobi: Die Futterflocken drehen sich nicht sehr schnell im Kreis, aber erstaunlicherweise driften sie auch bis in die rechte hintere Ecke. Ich habe einen Eck-HMF mit dem Filterauslauf 5cm unter der Wasseroberfläche, in die diagonal entgegen gesetzte Ecke gerichtet. Wenn ich die Strömung weiter aufdrehe, bewegen sich automatisch auch die Pflanzen vermehrt.

Ich habe mir jetzt mal eine Schöpfkelle neben das Aquarium gelegt und werde nun ab und zu die ganze Suppe kräftig umrühren, um die Nährstoffe auch in die Ecken zu bekommen.

Du schreibst: „Die Düngeangaben beziehe ich pers. eigentlich immer auf den Bruttowert des Beckens.“ Auf der Flasche steht: pro 2ml auf 50 l Aquarienwasser werden dem....zugeführt.....täglich....auf 50 Liter. Das hat mich irritiert.

Die Düngung lasse ich zunächst mal so, um zu beobachten, ob die bisherigen Maßnahmen zu irgendwelchen Veränderungen führen.

LG
Beatrice
 

Tobias Coring

Administrator
Teammitglied
Hi Beatrice,

auf der Flasche steht es doch auch so, wie ich es meine.

Du müsstest bei deinem 200 Liter Becken folglich 8 ml pro Tag dosieren. Mit 10 ml liegst du da nicht sonderlich weit darüber. Das sind relativ normale Schwankungen/Anpassungen an das eigene Becken.

Deine Optimierungen bzgl. der Strömung werden sicher auch helfen und die "Filterreinigung" ist sicher auch ein guter Schritt gewesen.
So lange aber deine Pflanzen gut wachsen, würde ich mir auch nicht solche Gedanken machen. Der leicht höhere Düngerverbrauch ist da nicht weiter wild. Je härter das Wasser ist, desto mehr Dünger ist auch von Nöten, damit die Pflanzen genug abbekommen. Dein Becken sieht ja wirklich sehr hübsch aus und daher sollte man auch nicht zu viel "rumoptimieren". Never change a running system ;).
 

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