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Postby marthin » 27 Nov 2007 18:41
Hallo,

nach fast 6-monatigem Probieren stehe ich jetzt kurz vor der Aufgabe des Aquariums. Ich hatte die ganze Zeit Probleme mit den verschiedensten Algen. Ich habe fleißig die Literatur studiert und in den Foren gelesen. Dieses Forum machte mir einen sehr guten Eindruck.

Als Jugendlicher hatte ich schon mal ein kleines Aquarium, jetzt hatte ich die Lust und das Geld ein neues anzuschaffen und wollte alles von Anfang an richtig machen. Leider ist das Ergebnis bislang eher enttäuschend.

Hier die Daten zu meinem Becken:
Größe: 100*40*50 (=200 Liter)
Bodengrund: 1,5 cm handelsüblicher Bodengrunddünger, 4-6 cm Kies (Körnung 1-2 mm)
Rückwand: aus Styropor mit Abtönfarbe gestrichen
Deko: ein paar Schiefersteine
Beleuchtung: die übliche 2*30 Watt wurden ausgetauscht durch 3*39 Watt T5 JBL Tropic, davon zur Zeit die vorderen beiden mit JBL-Reflektoren
Beleuchtungszeit: 4 h an, 3 h aus, 6 h an
Bodengrundheizung: 25 W
Filter: Eheim-Außenfilter mit 3 Litern Volumen, Keramikröhrchen, grober Schaumstoff, Glassinterkugeln, Filterwatte
CO2-Versorgung: Druckgasflasche mit Außenreaktor am Ausgang des Filters
Bepflanzung: Vallisnerien, Indischer Wasserfreund, Cryptocoryne wendti, Echinodorus bleheri, Bacopa, Echinodorus angustifolius, Anuabia nana
Besatz: 6 Orangeflossenwelse (4 cm), 4 Schwerträger (6 cm), 7 Schwertträger (2 cm), 6 Amanogarnelen, 3 Zebraschnecken und jede Menge kleine Schnecken

Aktuelle Wasserwerte (gemessen mit SERA und JBL)
T=25 Grad
Ph=6,9
KH=6-7, CO2 aus Tabelle: 20-30
GH=12-13
NO3=20
PO4=0,5
NO2=0
NH4=0
Fe=0,05-0,01

Düngung: mit Dennerle-Produkten (Voll-, NPK und Eisendünger) und seit einigen Wochen 2 ml EasyCarbo täglich. Wasserwechsel 25 % wöchentlich (Frischwasser hat GH=7, NO3=19, PO4=0, K=2,5)

Algen: Auf den Pflanzen, der Rückwand und den Steinen machen sich Grünalgen breit. Es handelt sich um feine Fäden, die bis ca. 5 mm lang werden und fest auf dem Untergrund haften. Zu stark befallene Blätter, auf denen die Algen einen pelzartigen Überzug bilden werden entfernt. Das hat dazu geführt, dass von einigen Pflanzen (Papageienblatt, Perlenkraut) nichts mehr übrig geblieben ist. Außerdem gibt es auf den Blättern verschiedener Pflanzen schwarze Bartalgen.

Zur Zeit wächst nur noch der indische Wasserfreund zufrieden stellend, wird aber trotzdem von den Grünalgen befallen. Die Vallisnerien bekommen Adventivpflanzen und treiben auch neue Blätter, die allerdings an den Spitzen bräunlich-rot sind. Außerdem sind die Blätter merkwürdig verkrümmt und haben „Pickel“ Die Echinodorus bleheri kümmert so vor sich hin, bekommt hin und wieder ein neues Blatt mit dunklen Adern. Die Anubien haben fast alle Blätter verloren. Neue Blätter färben sich vom Rand her dunkel und veralgen stark.

Ich habe bereits Licht und NO3 und PO4-Werte variiert. Bis vor 6 Wochen lagen beide Werte bei 0. Ich habe dann begonnen N und P etwas zu düngen. Dass führte bald zu mehr Algen, die Pflanzen wuchsen aber auch nicht besser. Lichtreduzierung und drei Tage dunkel brachten auch nicht wirklich was. In meiner Verzweiflung habe ich ein handelsübliches Algizit eingesetzt. Die Algen verschwanden so ziemlich aber nicht ganz. Als die Pflanzen anfingen sich zu zersetzen, habe ich schnell einige größer Wasserwechsel durchgeführt. Die Algen sind jetzt verstärkt wieder da.

Jetzt frage ich mich, ob es noch eine Möglichkeit gibt, die Algen los zu werden. Ich habe keine Idee mehr und habe auch so ziemlich den Spaß an der Sache verloren. Es ist einfach zu traurig, jeden Tag eine neue Enttäuschung zu erleben. Aber vielleicht seht Ihr ja noch eine Chance die Sache in den Griff zu bekommen. In den Aquariengeschäften bekommt man Auskünfte wie: „ist ja alles nicht so schlimm, wenn die Pflanzen kaputt sind, kommen Sie zu mir und kaufen sich neue“ oder „lassen Sie sich zu Weihnachten 50 Garnelen schenken, die fressen alles auf“ bis zu „ da ist zu viel Licht drin, dreimal 4000 K macht 12000 K". Das hat dann auch alles nicht wirklich weitergeholfen.

Ich hoffe, dass ich die wesentlichen Informationen geliefert habe. Meine ganzen Erlebnisse und Erkenntnisse der letzten Monate, die ich dokumentiert habe, würden sicherlich noch einige Seiten füllen. Ich freue mich auf Eure Kommentare.

Grüße,
Martin
marthin
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Postby gartentiger » 27 Nov 2007 19:02
Hallo Martin,

folgende Sofortmaßnahmen würde ich ergreifen:

-Filtermaterial austauschen, nur noch Schaumstoff und Filterwatte

-Beleuchtung durchgängig an, 11-12h

-Bodengrundheizung ausstellen

-mehr Pflanzen einsetzen

-weniger füttern

-mehr Amanos einsetzen


langfristig:

Kies gegen feinen Sand tauschen, dabei die Schichtstärke erhöhen und die Bodengrundheizung entfernen
Ferner solltest du über die Verwendung einer Osmoseanlage nachdenken.

Btw., herzlich willkommen hier.


Gruss, Christian
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Postby Wirbelmann » 27 Nov 2007 19:43
Hallo Martin,
du schreibst dein Wechselwasser hat eine GH von 7, im Becken gibst du die Gh mit 12-13 an.
Was befindet sich im Becken das dein Wasser aufhärtet?
Eventuell kalkhaltiger Kies oder sonst irgend ein Kalkgestein?
Gruß Hans
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Postby Roger » 27 Nov 2007 22:07
Hallo Martin!

Jetzt nur nicht die Geduld verlieren. Dein Becken hat gute Voraussetzungen und das schaffen wir schon.

Der schlechte Pflanzenwuchs und die Algenbildung resultieren mit absoluter Sicherheit aus dem Mangel mindestens eines Nährstofffes welcher behoben werden muß.
Ich vermute das vor allem Kalium bei Dir fehlt, da das im Ausgangswasser nur sehr wenig vorhanden ist. Ich würde mal ca. 10 mg/l auf Stoß hinzudüngen und täglich mit ca. 3-5 mg/l nachdüngen. Zur genauen Feststellung des Kaliumverbrauchs benötigst Du einen Tropfentest den Du Dir demnächst mal besorgen solltest. Jedoch sollte die o. g. Dosierung für einen Versuch über etwa eine Woche genügen ob es denn hilft. Ich habe zwei Becken mit unterschiedlicher Ausrüstung und sie verbrauchen pro Tag jeweils zwischen 6-8 mg/l Kalium.

Des weiteren solltest Du den Magnesiumwert Deines Ausgangswassers prüfen. Wenn nur sehr wenig vorhanden ist, kannst Du auch etwas Magnesium hinzufügen. Das Idealverhältniss von Calzium zu Magnesium sollte 3:1 bis 4:1 betragen.

Die schon sehr gute Beleuchtung führt zu einem erheblichen Mehrverbrauch an Nährstoffen und ich würde im Moment auch nur 10 Stunden durchgehend beleuchten.

Die Bepflanzung solltest Du vorerst mit schnell wachsenden Stengelpflanzen aufrüsten, damit genug Konkurrenz für die Algen vorhanden ist. Hier empfiehlt sich vor allem Hornkraut, Najas u. a. Du hast die Bepflanzung durch den Algenmitteleinsatz sehr geschwächt. Auch von daher solltest Du dringend mit Pflanzen aufrüsten. Hör einfach auf gegen die Algen zu kämpfen! Mach alles damit die Pflanzen gut wachsen und das Algenproblem löst sich von alleine.

Das was Hans über die GH geschrieben hat sollte auf jeden Fall geklärt werden. Ist schon merkwürdig das im AQ die Gh höher ist als im Ausgangswasser.

Viel Erfolg (klappt schon!)
Roger
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Postby marthin » 28 Nov 2007 13:52
Hallo zusammen,

vielen Dank für die schnellen Antworten.

Gesamthärte: Leider habe ich zu spät festgestellt, dass der Kies aus dem Aquariengeschäft kleine Bruchstücke von Muschelschalen enthält (hatte auch überhaupt nicht damit gerechnet). Ich vermute, dass sich der Kalk langsam auflöst und das Wasser aufhärtet. Ich gehe davon aus dass sich die Muscheln irgendwann auflösen, da es nur ein sehr geringer Anteil ist. Die Zunahme von KH und GH erfolgt auch schon langsamer. Ist zwar alles ärgerlich, aber sollte eigentlich nicht die Ursache meiner Probleme sein.

Bodengrund und Bodenheizung: Ich habe mich vor der Einrichtung mit dem Thema Bodenheizung beschäftigt festgestellt, dass es zu diesem Thema sehr unterschiedliche Standpunkte gibt. Die Argumente die für die Bodenheizung und den feinkörnigen Kies sprechen haben mich überzeugt. Interessanterweise wachsen auf dem Bodengrund auch an gut beleuchteten Stellen keinerlei Algen.

Beleuchtung: Die Mittagspause habe ich irgendwann mal eingeführt, weil es z. T. gegen Algen empfohlen wurde. Werde sie jetzt wieder abschaffen, da ich den Eindruck habe, dass es die Algen nicht beeinträchtigt, die Pflanzen aber jedesmal eine halbe Stunde für das Anlaufen der Assimilation gebrauchen (sichtbar am Perlen). Ich werde also durchgängig 10 h beleuchten. Ich hatte vergessen: Das Aquarium steht im rechten Winkel zu einem NO-Fenster, tagsüber mache ich mit Klettverschlüssen einen Vorhang vor die Frontscheibe.

Filter: Ich sehe keinen Anlaß zu der Annahme, dass der Filter nicht richtig funktioniert. Ammonium und Nitrit konnte ich selbst in der Einlaufphase nicht feststellen. Oder gibt es noch andere Gründe dem Filter zu mißtrauen?

Fischfutter: Ich füttere sehr zurückhaltend (1 mal täglich 3 Futtertabletten). Noch weniger Futter will ich den Tieren nicht zumuten. Anscheinend geht es ihnen aber gut, die Schwertträger bekommen ständig Nachwuchs.

Garnelen: Zusätzliche Garnelen möchte ich nicht als Algenmäher einsetzen, da ich zwar sehe, dass die Tiere (auch die Schwertträger) ständig an den Algen herumzupfen, aber keine sichtbare Reduzierung bewirken.

Dünger: Ich habe mit verschiedenen N und P-Konzentrationen von n.n. bis zu den oben angegebenen Werten probiert. Algen gab es immer, ich habe aber den Eindruck, dass mit zunehmender NP-Konzentration die Algen verstärkt wachsen. Wäre es nicht sinnvoll N und P so niedrig wie möglich zu halten und die von den Pflanzen benötigte NP-Menge in kurzen Intervallen zuzudosieren? Roger, ich bin deiner Meinung, dass den Pflanzen irgendein Nährstoff fehlt. Es bleibt eigentlich nur noch Kalium übrig. Ich habe mir bereits Ferdrakon K bestellt. Aber um 10 mg/l K zuzugeben gebrauche ich bei 160 l netto 1600 mg K. In 1 ml von dem Ferdrakon K sind 30 mg K, d. h. ich müsste 53 ml zugeben. Ist das nicht doch etwas zuviel des Guten? Kalium- und Magnesiumtests habe ich bislang nicht gefunden. Wer bietet so etwas an?

Pflanzen: Der indische Wasserfreund wächst recht gut und würde, wenn man nicht kürzt das Becken zuwuchern. Ich denke, es wäre nicht das Schlechteste, ihn einfach wachsen zu lassen. Ich überlege, ob ich die vor sich hin kümmernden Echinodorus bleheri entferne und dafür dann noch schnellwachsende Stengelpflanzen einsetze.

Grüsse, Martin
marthin
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Postby Roger » 28 Nov 2007 14:32
Hallo Martin.

das was Christian über das Filtermaterial geschrieben hat, bezieht sich wohl hauptsächlich auf das Sinterglasmaterial. Dieses steht im Verdacht Nährstoffe zu binden was kontraproduktiv für ein Pflanzenaquarium ist. Dies ist aber soweit ich weiß nur eine Vermutung. Dennoch schwören viele auf eine reine Filterung durch Schaumstoffwürfel.

Das mit dem Kies ist sehr ärgerlich, läßt sich aber im Moment auch nur schwer ändern. Durch den Wasserwechsel senkst Du die Härte immer wieder und das müßte schon so gehen. Langfristig glaube ich nicht das die Härteerhöhung aufhören wird und Du solltest den Boden dann schon irgendwann einmal austauschen.

Mit Ferrdrakon K machst Du bestimmt nichts verkehrt. Dieser Dünger reicht bei mir aber nur in großer Dosierung aus wie Du schon bemerkt hast. Ich habe mir selbst eine Düngelösung nach PPS Pro dessen Beschreibung und Rezeptur Du hier im Forum unter Nährstoffe findest hergestellt. Das erforderliche Kaliumsulfat bekommst Du für ein paar Cent in der Apotheke. Unter PPS Pro findest Du auch das Rezept für die Magnesiumdüngung.

Einen wirklich brauchbaren und günstigen Wassertest für Kalium (andere auch) bekommst Du bei Anton Gabriel
schau mal HIER

Magnesium kannst Du messen wenn Du Dir einen Calziumtest von Dupla besorgst. Der ist für Süßwasser geeignet. Es geht aber auch der von JBL wenn man anstatt 5ml Testwasser 20ml nimmt. Aus dem gemessenen Calzium und Deiner GH kannst Du auf der Portalstartseit von FLOWGROW mit dem Calzium-Magnesiumrechner Deinen Magnesiumgehalt bestimmen.

Ich würde auf jeden Fall erst einmal das Becken mit Superschnell wachsenden Pflanzen vollstopfen. Später kannst Du ja wieder umgestalten wenn die Nährstoff- und Algensituation sich geregelt hat.

Gruß
Roger
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Postby marthin » 28 Nov 2007 16:26
Hallo Roger,

ich habe in meinem Ausgangswasser 36 mg Ca und 8 mg Mg pro Liter. Das Verhältnis ist damit 4:1. Ist eine Düngung mit Mg erforderlich?

Gruß, Martin
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Postby Sabine68 » 28 Nov 2007 16:31
Hallo Martin,

erstmal herzlich willkommen.

Mit dem Bodengrund ist natürlich schlecht. Ich persönlich würde ihn wahrscheinlich rausschmeißen - sicher ist sicher. Aber vielleicht geht es auch so. Allerdings würde ich 1 mal die Woche ca 50% Wasser wechseln. Vielleicht auch öfter, bis das Becken wieder ans laufen kommt.

BTW - hast du irgendwo eine Analyse von deinem Wasserversorger?. Da kann man ja auch den Magnesium-Calcium-Gehalt ablesen. Ob man das unbedingt testen muss, weiß ich nicht.
Ich bin ja eher der Meinung, daß man sich nicht zum Sklaven seines Testkoffers machen sollte :wink:
Kalium kannst du auf Verdacht auf 5 - 10mg/l nach dem Wasserwechsel aufdüngen.
Das geht mit Pottasche aus der Backabteilung.

Ich habe mich vor der Einrichtung mit dem Thema Bodenheizung beschäftigt festgestellt, dass es zu diesem Thema sehr unterschiedliche Standpunkte gibt. Die Argumente die für die Bodenheizung und den feinkörnigen Kies sprechen haben mich überzeugt. Interessanterweise wachsen auf dem Bodengrund auch an gut beleuchteten Stellen keinerlei Algen.


ja- da gehen die Meinungen weit auseinander. Ich für mich persönlich habe beschlossen, daß sie unnötig ist
Mein Pflanzenwachstum ist auch ohne mehr als zufriedenstellend - aber jeder, wie er möchte :wink:



Filter: Ich sehe keinen Anlaß zu der Annahme, dass der Filter nicht richtig funktioniert. Ammonium und Nitrit konnte ich selbst in der Einlaufphase nicht feststellen. Oder gibt es noch andere Gründe dem Filter zu mißtrauen?


Genau das ist der Punkt. Deine Pflanzen brauchen was zu beißen. Es ist ganz seltsam mit diesem gesintertem Material. Es soll ja in erster Linie Nitrat abbauen - ist in einem Pflanzenbecken eh unerwünscht.
Da sollen die Pflanzen das Nitrat abbauen. So langsam hege ich aber den Verdacht, daß da noch mehr verschwindet. Ich würde dir da schon ans Herz legen, das rauszunehmen.

Ich überlege, ob ich die vor sich hin kümmernden Echinodorus bleheri entferne und dafür dann noch schnellwachsende Stengelpflanzen einsetze.


Ich denke, das wäre eine gute Idee. Christian hat das ja auch schon angeschnitten.
Viele Grüße
Sabine


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Postby Roger » 28 Nov 2007 16:37
Hallo Martin,
mit einem 4:1 Verhältniss bist Du im optimalen Bereich. Damit ist Magnesium als Mangelmöglichkeit eigentlich auch schon ausgeschlossen. Es sei denn der Verbrauch von Magnesium durch die Pflanzen ist sehr hoch, aber das merkst Du an fallender GH. Bleibt eigentlich nur wieder das Kalium übrig. Da Du es nicht messen kannst, würde ich es nach meinem Vorschlag mal anfangen zuzudüngen. Ich denke das wird helfen. Mangelerscheinungen an Deinen Pflanzen wirst Du durch das Algenpräparat z. Zt. nicht erkennen können - oder? Bei Kaliummangel bekommen die Blätter viele kleine Löcher welche immer größer werden.

Gruß
Roger
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Postby peterh » 28 Nov 2007 17:09
Hallo,

das mit dem Bodengrund ist schon übel. Das der Wasserfreund gut wächst und die Echis/Crypts nicht, könnte daran liegen. Die Aufhärtung im Boden wird auf lange Zeit nicht verschwinden! Ich würde mir mal die Wurzeln eine kränklichen Pflanze anschauen...

Ich weiß nun nicht, was für dich "viele" Schnecken sind, aber wenn die nicht die Algen fressen könntest du tatsächlich zuviel füttern. Ich würde es statt mit Tabletten mal mit feinem Granulat oder Flocken versuchen. Zuviel Tabletten kann zuviel herumgewirbelte, ungefressene Futterreste bedeuten. Das verursacht bei mir merkliche Kahmhaut.

Laufen alle 3 Röhren? Weniger Licht kann die Pflanzen "schonen" und hilft die Düngung zu stabilisieren. Ich bin nun auf 4*39W*4Std und 2*39W*4Std herunter gegangen, und die Pflanzen wachsen genauso oder besser.

Zur Beurteilung der Düngung ist auch Zeit nötig. Also mal 2 Wochen ein Dünge-Niveau durchziehen und dann erst anpassen.

Gruß,
Peter
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Postby marthin » 28 Nov 2007 19:10
Hallo,

das Algenmittel ist nach mehreren WW (einer davon fast 90 %) wohl raus.

ich stelle folgende (Mangel)erscheinungen an den Pflanzen fest:

Vallisnerien: die Spitzen werden rot-braun, die Blätter an den Adventivpflanzen sind z. T. breit und gekrümmt und weisen kleine sandkorngroße Erhebungen auf.

Echinodorus bleheri: die Blätter haben ein Netzwerk von dunklen Adern, dazwischen sind grüne Bereiche, nur langsames Wachstum

Cabomba: wuchs anfangs schnell, jetzt langsam (1 cm pro Woche), untere Blätter werden gelb und sterben ab

Kleine Löcher, die größer werden konnte ich nicht feststellen. Die Wurzeln der Echinodoren sind weiß und sehen gesund aus.

Sind drei Futtertabletten pro Tag für den genannten Besatz zu viel? Das Wasser hat keine Kahmhaut und ist geruchlos. Zur Zeit laufen alle drei Röhren.


Gruß,
Martin
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Postby gartentiger » 28 Nov 2007 19:20
Hallo Martin,

3 Tabletten sind imo zuviel, eine reicht. Lieber noch etwas Granulatfutter.

Btw., eine abwechslungsreiche Fütterung mit Lebendfutter und Frostfutter tut deinen Fischen sehr gut.


Fraglich ist, welche der beschriebenen Mängeln auf die Anwendung des Algizid zuzuschreiben ist.


Das es ratsam wäre den Bodengrund zu tauschen wurde nun schon oft genug geschrieben.

Ich würde erstmal einen Normalen Pflanzenvolldünger benutzen und die Easy Carbo-Dosierung auf 4ml täglich anheben.

In 1-2 Wochen lässt sich dann näheres sagen.


Gruss, Christian
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Postby Sabine68 » 28 Nov 2007 19:42
Hallo Martin,


das Algenmittel ist nach mehreren WW (einer davon fast 90 %) wohl raus.


Bei den jetztigen Wasserwechseln geht es nicht darum, das Algizid rauszubekommen, sondern den Pflanzen ein regelmäßiges Nährstoffangebot zur Verfügung zu stellen und eventuelle Schadstoffe auzutragen.
Du hast ein Starklichtbecken - da ist es angebracht, den Pflanzen ausreichend Nährstoffe zu bieten, sonst geht das in die Hose

Ansätze hast du ja jetzt reichlich

Lies dir das hier mal durch - das ist sehr aufschlußreich

Starklichtbecken - Neueinrichtung und Start
Viele Grüße
Sabine


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Postby Sabine68 » 28 Nov 2007 19:59
Ach nochwas,

irgendwie hatte ich Peter überlesen. Er hat vollkommen recht mit dem Licht, nicht nur damit. :wink:
Bei den Pflanzen die du pflegst, brauchst du soviel Licht gar nicht. Die begnügen sich auch mit weniger.
Viele Grüße
Sabine


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Postby marthin » 03 Dec 2007 17:19
Hallo zusammen,

zunächst einmal vielen Dank für eure vielen Anregungen.

Ich habe folgende Maßnahmen ergriffen:
1. Fische bekommen ein vielseitigeres Futter
2. Kaliumdüngung mit FerdrakonK (zuerst mal 7 mg/l gedüngt, dann täglich +1 mg)
3. Fe zwischen 0,05 und 0,1mg halten (war vorher aber auch schon so)
3. N und P mit Eudrakon so dosiert, dass N um 5 mg und P morgens 0,2 mg und abends n.n.
4. Sinterglaskugeln zur Hälfte durch Schaumstoff ersetzt, zweite Hälfte wird demnächst ersetzt.
5. Licht brennt 10 h am Tag ohne Pause
6. zusätzliche Stengelpflanzen rein (Hornkraut, Bras. Wassernabel, Ind. Sumpffreund, die lat. Namen kann ich mir noch nicht merken)
7. zunächst wöchentlich 50 % WW

Bei der Vielzahl der Maßnahmen ist am Ende sicherlich nicht mehr zu entscheiden, woran es lag, aber wenn es klappt ist mir das auch erstmal nicht so wichtig.

Ich frage mich, ob es sinnvoll ist, die Rück- und Seitenwand (Styropor mit Abtönfarbe, diese Art der Rückwand wird von Kasselmann empfohlen) rauszuwerfen. Ich habe den Verdacht, dass sie möglicherweise Substanzen freisetzt, die Pflanzenwachstum hemmen und Algenwachstum fördern. Hat irgendjemand Erfahrungen gemacht?

Ich werde in Kürze über den Erfolg (hoffentlich!) berichten.

Grüsse,
Martin
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