Starklicht - Muss das sein ?!

Tobias Coring

Administrator
Teammitglied
Hi,


in Bezug zu anspruchsvollen Pflanzen wird oft der Faktor Licht genannt, der hier einen limitierenden Einfluss auf den guten Wuchs haben soll. Muss eurer Meinung nach die Lichtleistung besonders hoch sein, um einen gesunden Wuchs zu forcieren ?

Könnten nicht eher andere Faktoren sehr viel wichtiger sein wie z.B. eine gute Nährstoff- und CO2-Versorgung?
Ist es nicht eher so, dass durch mehr Licht die Pflanzen nicht besser und gesünder wachsen, sondern einfach nur schneller ?! Und führt nicht gerade das Wuchern der Pflanzen in einem hübsch gestalteten Aquarium schnell zu sehr viel Arbeit ?

Ich glaube, dass mit einer guten CO2 Versorgung und einem reichhaltigen Nährstoffangebot auch anspruchsvollere Pflanzen mit ca. 0,5 Watt pro Liter sehr gut wachsen können.

Grüße
Tobi
 

Kesseziege

Member
Hallo Tobi

interessantes Thema ich fang jetzt nicht wieder mit der Energiesparlampe an :D

Ich hab im 112 eine normale Röhre ( also nichst besonderes so ein 14 euro teil)
dort wachsen die Pflanzen sehr gut, ich dünge nie.
Im 54er das gleiche Spiel, allerdings mache ich die da raus wegen den Krebsen.Die 2x 12er werden ganz ohne Lampe betreiben und wachsen ebenfalls gut.
Ich rätsel immer noch ob Licht wirklich ausschlaggebend für den Pflanzenwuchs ist,
mittlerweile glaube ich bestimmte Pflanzen passen sich einfach an .
Ich gehöre auch zu den Leuten die ihre Röhren nicht jedes Jahr austauschen.


LG Ela
 

Tobias Coring

Administrator
Teammitglied
Hi Ela,


es ist richtig, dass in Becken mit wenig Lichtleistung und keiner Düngung sowie keiner CO2 Zufuhr die Pflanzen dennoch wachsen können. Hier liegt es aber auch klar am Besatz und Leitungswasser, ob diese genug Nährstoffe für den runtergefahrenen Nährstoffverbrauch, induziert durch die geringe Lichtmenge, bereitstellen.
Aber anspruchsvollere Pflanzen wird man in so einer Umgebung dennoch nicht ziehen können. Ich wollte hier diesen Punkt aufgreifen und speziell auf geringere Lichtmengen eingehen, die sich jedoch bis minimal so 0.4 Watt pro Liter bewegen. Bei diesen Becken wäre ansich genügend Licht vorhanden, um die meisten Arten zu halten und durch das ausreichende CO2 und Nährstoffangebot wäre ihnen auch ein guter Wuchs ermöglicht.
Es gibt ja Pflanzenarten, da liest man immer wieder "Och das wächst nicht bei dir? Haste wohl zu wenig Licht!" Ein Beispiel sei hier Hemianthus callitrichoides, bei dem viele Aquarianer Probleme haben und hier oft als Allheilmittel mehr Licht genannt wird.
Wenn wie bei dir Ela im 500l Becken nur vielleicht 0,05 Watt pro Liter vorhanden sind :knuddel:, mag dies auch zutreffen. Aber nicht in Becken die schon ca. 0,5 Watt pro Liter aufweisen.

Ich wollte eben hören, ob andere Personen dies auch bestätigen können, ob sie zwischen 0,5 Watt pro Liter und 1+ Watt pro Liter große Unterschiede in "Vitalität, Farbenreichtum etc." bei ihren Pflanzen feststellen konnten und welche Pflanzen da doch definitiv Ausnahmen sind und wirklich sehr viel Licht benötigen.


LG
Tobi
 

Ulla

Member
Moin!

Ich mußte jetzt erstmal zu rechnen anfangen wie es bei mir so ausschaut in den Becken, ich komme bei mir eigentlich überall auf ca. 0,4 Watt pro Liter.

Ich habe die Erfahrung gemacht daß damit viele Pflanzen sehr gut zurechtkommen, sobald ausreichend Nährstoffe vorhanden sind.

Ganz entscheidend ist aber die Anordnung der Bepflanzung, die Struktur im Becken und die gegenseitigen Schattenwürfe.

Ich habe ein 200er Becken mit 0,78 Watt pro Liter, in dem die Pflanzen aber auch nicht wirklich besser wachsen und in dem die Stengelpflanzen aufgrund der Pflanzstruktur auch von unten her ausdünnen.

Mein Fazit: die Wattzahl allein sagt (fast) gar nix.
 

Alex

Member
Hallo
Ich bin der Meinung das an erste stehle für eine Pflanze Licht steht. Mit viel Licht wachsen pflanzen deutlich besser(nicht nur schneller sonder mit richtigen farben usw.) Licht ist besser in Lux zumessen als in W/l.
hier paar beispiele
Anubias barteri kompensationspunkt in Lux 550 und halbmax photosyntheserate 800
Tonina art 5000 bis 8000, Cryprocoryne 300
Alles hängt davon welche Pflanzen man pflegen will. Manche arten kommen auch mit wenig Licht gut aus manche brachen sehr viel Licht.
 

Tobias Coring

Administrator
Teammitglied
Hi Alex ;),


ja natürlich hast du recht, dass W/l keine gute differenzierte Beschreibung ist, jedoch eignet es sich sehr gut um grob geschätzt Anhaltspunkte für Neueinsteiger zu geben und ebenfalls, um grob Wuchsbedingungen miteinander zu vergleichen.

Das jedoch Licht der ausschlaggebende Punkt bei der Vitalität der Pflanzen sein soll mag ich doch sehr bezweifeln, denn ohne CO2 und gute Nährstoffversorgung nützt das beste Lichtangebot nichts, denn die Pflanze würde dennoch verkümmern und absterben. Demnach meine ich ja auch, dass eine gewisse Lichtmenge schon vorhanden sein muss (um die 0,5 Watt pro Liter) damit eine guter Stoffwechsel der Pflanzen gewährleistet ist, aber eben nicht auf Hochtouren wie in einigen Starklichtbecken. Die Pflanzen wachsen dadurch ja nicht unbedingt besser, sondern meist nur schneller. Das die Farben sich besonders schön herausbilden mag auch eher an den Nährstoffen und der CO2 Zufuhr liegen als direkt am Licht. Das Licht dennoch unabdinglich bei der Haltung von Pflanzen ist, steht außer Frage, jedoch sollte man vielleicht nicht immer alles an den Lichtwerten ausmachen.

Die Photosyntheseleistung die du angesprochen hast bezieht sich ja auch nur auf den Stoffwechsel der Pflanzen. Je mehr Licht, desto mehr Nährstoffe werden umgesetzt und einige Pflanzen brauchen für ihr Optimum wie du geschrieben hast halt etwas mehr :). Einige Pflanzen haben da sicher schon bei niedrigeren Lichtmengen keine Probleme, aber ich sprach auch nicht von Becken mit nur sehr wenig Watt pro Liter wie z.B. 0,25 in denen vielleicht wirklich nur Hornkraut und Anubien wachsen ;).

Grüße
Tobi
 

Alex

Member
Hallo Tobi
ich habe mich wahrscheinlich wider falsch ausgedrückt.
Das jedoch Licht der ausschlaggebende Punkt bei der Vitalität der Pflanzen sein soll mag ich doch sehr bezweifeln, denn ohne CO2 und gute Nährstoffversorgung nützt das beste Lichtangebot nichts, denn die Pflanze würde dennoch verkümmern und absterben.
wenn aber man CO2 und gute Nährstoffversorgung hat und kein Licht wird wohl auch nichts. Es ist schon richtig. CO2 Nährstoffversorgung und Licht sind für pflanzen wichtig und ohne einen wird nichts.

Ich mochte noch etwas zu kompensationspunkt und halbmax photosyntheserate sagen.
Der kompensationspunkt ist min minimum für eine pflanze. Wenn Anubias wenige als 550Lux bekommt stirb die. Mit 550 überlebt die gerade mal. Die optimale Lichtmenge ist je nach Art verschidenen, sie wird in der Botanik defeniert als der Punkt, bei dem 50% der maximal möglichen photosyntheserate erreicht wird.

Bevor ich auf 4x54W (0,9W/l) umgestiegen bin, hab ich 3x38W (0,4w/l) gehabt. Der eusteralis stellata ist zwar gut bei mir gewachsen aber die hat lange nicht so ausgesehen wie die jetzt aussiecht.

Das die Farben sich besonders schön herausbilden mag auch eher an den Nährstoffen und der CO2 Zufuhr liegen als direkt am Licht.
das bezweifle ich auch. Nehmen wir z.B eine Nymphaea lotus. Bei schwache Beleuchtung bleichen Blätter kleiner als bei starke und die rote Farbe ist auch sehr unterschiedlich. Überhabt rote pflanze werden nie richtig rot ohne starke Beleuchtung. Auch der eusteralis stellata. Erst mit starke Beleuchtung werden seine spitzen leicht rot(rosa, violet)

Des wegen bin ich immer noch der Meinung das am erste stelle steht für eine Pflanze Licht und natürlich dann je nach stärke auch angebot an CO2 und gute Nährstoffversorgung.
 
hallo

bei mir wächst die hemianthus ausgezeichnet jetzt nach kurzer eingewöhnungszeit und das bei nicht starker beleuchtet und teilweise abgeschattet.aus eigenen versuchen wachsen pflanzen auch noch ab 0,4watt pro liter wenn andere waschstumsstoffe wie co2 und alle verfügbaren nährstoffe inkl die essentielen spurenelemente verfügbar sind.
 

Tobias Coring

Administrator
Teammitglied
Hi

@Andreas
Ja genau :yeah:, ich glaube auch, dass viele Pflanzen auch unter weniger Licht ein gutes Bild abgeben. Es muss aber dennoch ein gewisses Maß an Licht vorhanden sein. So ab 0,4-0,5 Watt pro Liter sind da sicher ein guter Richtwert.

@Alex
Ja du magst sicher auf einige Pflanzen bezogen Recht haben, jedoch denke ich, dass viele Pflanzen und eben nicht nur Anubien etc. unter weniger Licht gut aussehen. Man sollte aber auch bedenken, dass ich mit weniger Licht nicht irgendwelche Becken mit einer Leuchtstoffröhre meine, sondern schon mit adequater Lichtleistung von ca. 0,5 Watt pro Liter mit guten Reflektoren drüber.

Die Rotfärbung von Pflanzen steht ja auch in einem direkten Zusammenhang mit PO4 und sollte dementsprechend hoch dosiert sein, ebenso ist das Spektrum der Lampen von Wichtigkeit wenn es um die Rottöne geht. Rote Pflanzen bevorzugen wohl eher blaues Licht (6500+ Kelvin) bzw. Vollspektrumröhren als wärmeres Licht (~3000 Kelvin). Ich denke, dass es nicht alleine an der Lichtleistung liegt, wobei es da sicher gewisse Pflanzen gibt die eine Ausnahme darstellen.


LG
Tobi
 

Alex

Member
Hallo
Ich habe nie behauptet das mit 0,4w/l nichts geht. ich habe geschrieben
Bevor ich auf 4x54W (0,9W/l) umgestiegen bin, hab ich 3x38W (0,4w/l) gehabt. Der eusteralis stellata ist zwar gut bei mir gewachsen
Natürlich kann man gute Ergebnisse mit 0,4 erzielen. Aber nur mit 0,4w/l zu messen ist falsch. Besser ist es mit Lux zumessen. Man muss da z.B zwischen T8, T5 , HQI, HOL und Dreibandlampen und Vollspäkturm unterscheiden. z.B Bei Dreibandlampenmuß man ca. 30% abzeichen um den wert mit Vollspäkturmlampen zu vergleichen.

Rote pflanze brauchen eine hohe Lichtintensität zur Entwicklung ihres Pigmentsystems(z.B roten Farbstoff Karotinoide) Es ist so wie bei Menschen. Man wird auch in der Sonne braun und die pflanzen rot.
 

Alex

Member
noch ein Beispiel. Ich habe bei mir in Becken Rotala macrandra. Alle werte wurden nicht verändert. Nur ich habe ein Wurzel neben die Rotala macrandra positioniert. Jetzt ich die Rotala macrandra einwenig in Schatten und die Farbe hat sich deutlich verändert. Auch die blattform hat sich verändert. Die wechst aber genau so gut wie bis jetzt.
 

Alex

Member
Ich mochte noch zum Licht messung etwas sagen. So das man den unterschied besser sieht.
z.b vergleichen wir ein Becken mit Massen 100x40x50 und ein 100x50x40. Bei sind 200l. Eine Beleuchtung mit 0,4 w/l das heißt 80W. Bei erste Becken mit 50h eine Beleuchtung T8 und zweite 40h T5. der unterschied wird sehr groß sein. Des wegen besser in Lux zumessen.

und alles hängt wie gesagt von die pflanzen arten die man pflegt aus.
 
A

Anonymous

Guest
hallo ihr lieben,
Die Rotfärbung von Pflanzen steht ja auch in einem direkten Zusammenhang mit PO4 und sollte dementsprechend hoch dosiert sein, ebenso ist das Spektrum der Lampen von Wichtigkeit wenn es um die Rottöne geht. Rote Pflanzen bevorzugen wohl eher blaues Licht (6500+ Kelvin) bzw. Vollspektrumröhren als wärmeres Licht (~3000 Kelvin). Ich denke, dass es nicht alleine an der Lichtleistung liegt, wobei es da sicher gewisse Pflanzen gibt die eine Ausnahme darstellen.
genau tobi 100% richtig!
selbst die hemianthus callitrichoides kommt besser mit blauem licht zurecht. oft denke das die po4 "liebhaber" unter den pflanzen auch das blaue specktrum eher bevorzugen.
über das licht kann man viel erreichen oder kaputt machen.
weil zu viel licht gibts nicht, eher zu wenig dünger!


ich kann auch mit 0,3 watt gute ergebnisse erziehlen ...wenn und davon bin ich überzeugt genug co2 vorhanden ist.
aber auch kommt es immer auf die beckenhöhe und zu pflegenden pflanzen an. nicht jede pflanze kommt mit der selben beleuchtung zurecht!
 

Tobias Coring

Administrator
Teammitglied
Huhu,

@Alex
ja Alex du hast mit all deinen Aussagen auf jedenfall Recht ! Natürlich ist die Watt pro Liter "Rechnung" total unzureichend, dennoch eignet sie sich eben um GROB gewisse Sachen mit zu vergleichen. Im Detail spielen auf jedenfall Abstand der Lampen, Reflektor ja oder nein, Welche Leuchtmittel, was für eine Lampenart T5/T8/HQL/HQI und noch einige weitere Aspekte eine Entscheidene Rolle bei der Beurteilung. Aber daran sieht man ja auch schnell wie man von einem einfachen Richtwert der "Pi mal Daumen" dennoch anwendbar ist zu beinahe Wissenschaftlichen Abhandlungen kommt, die jeden schnellen Vergleich bzw. eine Einsteigerichtlinie zu nicht machen ;).

Und du sprichst auch wirklich nur die kniffligsten Pflanzen an : Tonina, Rotala Macranda, Eusteralis Stellata usw. ;). Bei solchen Pflanzen ist es auf jedenfall so, dass sie unter viel Licht eine ganz andere Schönheit erreichen als unter weniger. Dennoch kann man diese Pflanzen erfolgreich mit schwächerer Lichtleistung halten.

Dieser Thread sollte mehr dazu anregen auch etwas von der Meinung abzurücken, dass Licht das große Allheilmittel ist, um jede Pflanze wachsen zu lassen. Viel zu oft liest man halt in Foren, dass man einfach nur das Licht stärker "aufdrehen" muss und schon geht der Aquaristikspass los. Dies ist aber bei weitem nicht so pauschal zu sagen, denn die Pflanzen wachsen mit mehr Licht in erster Linie nur schneller, einige Pflanzen zeigen von mir aus sicher auch eher hübschere Farben aber alles in allem wachsen auch die Algen schneller und Probleme im Nährstoffhaushalt können viel eher aufkommen, da der Stoffwechsel der Pflanzen auf Hochtouren läuft.
CO2 muss in solchen Becken wahrlich solange zugeführt werden, bis das Wasser eher Mineralwasser gleicht ;).

@Ingrid
Du hast es schön zusammengefasst. Natürlich gibt es nicht zu viel Licht, nur ist Licht nicht immer der ausschlagebende Punkt, wenn es um die Pflege von interessanten Pflanzen geht. Da reicht oft auch schon etwas weniger, um dennoch sehr hübsche Ergebnisse zu erzielen und mit weniger meine ich dennoch keine "Aquarienabdeckung Standardbeleuchtung", da diese doch wohl in aller Regel wirklich zu wenig Licht abgibt, um anspruchsvollere Pflanzen zu halten, außer man steht auf Wasserpest, Anubien und Cryptos.


LG
Tobi
 

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