Mulm

Wirbelmann

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Hallo miteinander,
habe nun beschlossen sämtliche Pflanzen im Vordergrund, da diese viel zu hoch geworden sind, zu roden und durch niedrigere zu ersetzen.
Das Roden zieht sich einige Tage hin, um die Fische durch trübes Wasser nicht allzusehr zu belasten.
Im Lauf der Jahre hat sich schon einiges an Mulm angesammelt und da dieser Bodengrund schon recht urig aussieht bin ich am Überlegen, den Mulm im Becken zu belassen.
Was meint ihr dazu, bzw. welche Pflanzen wären bei so einer Mulmschicht geeignet?
Noch ein aktuelles Bild:
Gruß Hans
 

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WWDesign

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Also,
Anfangs sei gesagt, dass "Mulm" eigentlich tote Biomasse ist. Unter Biomasse versteht man wiederrum alles, was durch Überreste, (wie Kot, Urin, Pflanzenreste, etc.) entsteht. Dabei haben Destruente (Bakterien, welche solche Reste eigentlich Aerob (unter Sauerstoff) zu "Mulm" zersetzen), daher ist Mulm im weitesten Sinne "Dünger".

Wichtig dabei ist zu beachten, dass wenn nicht genügend Sauerstoff im Becken vorhanden ist, jeder Destruent auch die Biomasse anaerob (ohne Sauerstoff) umsetzen kann. Und damit würde dein Becken innerhalb von Tagen dahin vegetieren. Denn dann wird nicht O2 geschweigedenn CO2 und andere Mineralien freigesetzt, sondern vielmehr Schwefelwasserstoffe, welche nicht nur übel riechen, sondern vielmehr reines Gift für deine Pflanzen und Fische sind.

Damit hättest du also das Zeitliche für dein Aquarium gesegnet. Daher würde Ich an deiner Stelle das Becken schnellmöglich Mulmfrei machen, oder für eine nahezu 100% Sauerstoffsättigung im Wasser sorgen. Denn wenn dies nicht machst, kann es schnell zu einer eutrophierung (Alterung eines Gewässers) kommen und auch im schlimmsten Fall zu einer Verlandung (dem Ende deines Beckens) führen.
 

fischkalli

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Re: Mulm-für mich kein Thema mehr.

Hallo Wirbelmann,das Thema Mulm ist allerorten und wird wohl niemals verstummen.Auch für mich war das anfänglich ein schwerwiegendes Ärgernis.Jetzt inzwischen habe ich es gelöst.Mein Becken-Juwel-Vision-260 läuft jetzt 3 Jahre.Der Bodengrund ist "Aquaslay",45 kg habe ich in dem Becken,ohne irgendeinen Düngeboden. Der Grund liegt links hinten ca 20 cm hoch und fällt nach vorne rechts (vor den original Innenfiter) auf 6 cm ab.Der Wassereinlauf von hinten rechts läuft an der Rückwand nach links und vorne wieder nach rechts zum Filter zurück.Mit dieser Wasserbewegung wird alles was lose im Becken herumliegt,also der Mulm,nach vone transportiert und da kann ich ihn einfach und bequem beim Wasserwechsel aufnehmen.Meine Bepflanzung ist so Angeordnet wie bei Dir,von links ,hinten bis rechts hoch und vorne mittig frei als Marktplatz für Salat,Gurke und andere Futtermittel.Das bietet mir die Beobachtung der Fressgewohnheiten meiner Fische.Und seit ich im Innenfilter Zeolith verwende stelle ich fest,daß der Anteil an Mulm erheblich geringer ist ,das Wasser immer klar ist und die Pflanzen um Wachstum,Farbe und Ableger wetteifern.Und das bei besten Wasserwerten.Übrigens ,düngen tue ich mit Easycarbo,Crypto-Plus und Eisen,alles so sparsam wie nötig.Sicherlich ist die Bodenheizung auch vorteilhaft für die Pflanzen.Und durch die Wärme im Boden und dem daraus entstehende Auftrieb hat Mulm znd Gammeln da unten auch keine Chance.Soviel von mir zum Thema Mulm,interessant?
Gruß Fischkalli
 

Oli

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Hallo Hans.

Im Gegensatz zu meien Vorrednern halte ich einen gewissen Rahmen an Mulm
für vorteilhaft, da er die Mikrobiologie deines Beckens entscheidend mitbestimmt.
Aber das weist du ja sicherlich selber.
Nach meinen Erfahrungen macht sich die Hc Cuba bei viel Mulm sehr gut.
Da, wo der meiste Mulm ist, wächst sie entlang und zwar unabhängig von der Beleuchtung.

mfg
Oli
 

Wirbelmann

Member
Hallo Daniel,
eigentlich geht es mir ja um den optischen Eindruck und ich denke nicht das Mulm im Becken Schaden anrichtet, der Zersetzungsprozess dürfte doch nach der Mulmbildung abgeschlossen sein.
Vielmehr habe ich immer darauf geachtet einiges an Mulm im Becken zu haben, denn dann funktioniert das System und es gibt weder Probleme mit Algen oder sonst irgendwelcher Art.
Das wird mir auch immer wieder bestätigt durch hervorragenden Pflanzenwuchs und das Wohbefinden der Fische.

Gruß Hans
 

Wirbelmann

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Hallo Oli,
macht sich die Hc Cuba bei viel Mulm sehr gut.
Da, wo der meiste Mulm ist, wächst sie entlang und zwar unabhängig von der Beleuchtung.
na das wäre ja schon mal eine Option. Habe HC-Cuba früher schon mal probiert, damals aber hat es mit dieser Pflanze leider nicht geklappt.Weiß der Geier aus welchen Gründen auch immer.

Gruß Hans
 

WWDesign

New Member
Hallo Wirbelmann,
Das haben Sie falsch aufgefasst. Natürlich ist Mulm ein Blickfang (liegt im Auge des Betrachters, mein Geschmack ist es nicht), solange Mulm aerob (unter Sauerstoff) umgesetzt wird, so gibt es keinerlei Probleme. Sollte aber nur einmal die Sauerstoffsättigung nicht ausreichen, so setzt der anaerobe Verarbeitungsprozess des Mulms ein, und dann kommt es zur Produktion von Giftstoffen (wie Schwefelwasserstoffe).
 

kiko

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Hallo,
mir ist klar das das Thema sehr alt ist, was ich hier ausgrabe :D - da aber zu solchen Fragen bzgl. der "richtigen" Mulmmenge die Meinungen auch in div. Aquarienratgebern bekanntich etwas auseindergehen:
Würde mich interesssieren ob das Aq von @Hans noch läuft mit der Mulmmenge u./o. ob andere auch den Mulm im Aq belassen?
 

Wirbelmann

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Hallo Olaf-Peter,
ja es läuft nach wie vor, Mulm wurde nie abgesaugt und die verbliebenen Pflanzen wachsen weiterhin hervorragend.
Schwierigkeiten irgendwelcher Art hat es nie gegeben.
Freundlicher Gruß Hans
 

kiko

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Hallo Hans,
herzlichen Dank für dein Feedback :top: beruhigt mich ungemein zu lesen - denn hab in meinem Aq teils auch gut Mulm zwischen den Kieseln (allerdings nicht soviel wie bei dir :) ) und war total verunsichert, ob ich deswegen alles rausreißen sollte oder nicht.
Da dein Aq aber ja noch läuft, wird das mit dem Mulm anscheinend wohl nicht ganz so tragisch sein.
 

Wirbelmann

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Hi,
wichtig ist natürlich schon, das die Pflanzen gut wachsen und somit genug Sauerstoff erzeugen.
Gruß Hans
 

Sumpfheini

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Teammitglied
Hi,
das Posting ist zwar schon über 1 Jahr alt:
WWDesign":2evkgy4x schrieb:
Denn wenn dies nicht machst, kann es schnell zu einer eutrophierung (Alterung eines Gewässers) kommen und auch im schlimmsten Fall zu einer Verlandung (dem Ende deines Beckens) führen.
Dazu kann man sagen: jede Zuführung von Nährstoffen, ob als Dünger oder als Futter, ist Eutrophierung. Verlandung des Aquariums würde bedeuten: völliges Zuwuchern mit emersen Pflanzen und dabei Anwachsen der Mulmschicht, bis an der Oberfläche kein freies Wasser mehr zu sehen ist. Wär mal ein interessantes Projekt :wink:

Gruß
Heiko
 

kiko

Active Member
wichtig ist natürlich schon, das die Pflanzen gut wachsen und somit genug Sauerstoff erzeugen.
Denke schon das der Sauerstoff paßt, es ist ein 54L Schwachlicht AQ und eher so ein wildes "Pflanzen/Sammelsurium". Aber auch die "lichtbedürftigeren" Pflanzen sind trotz des verhältnismäßig wenigen Lichts alle kerngesund & alles algenfrei; das Becken assimiliert jedoch bei weitem nicht so stark wie meine Starklicht Nanos, aber ich vermute das dies bei nur 1x T8 wohl normall so ist.

Die Dicke der mulmschicht ist bei mir unterschiedlich und an der Front am höchsten.
(die Fläche war lange Zeit eine Freifläche zum füttern)
Weiß halt wie gesagt nicht so genau, wie dramatisch die Mulmschicht da nun einzuordnen ist.
 

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Wirbelmann

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Hollo Olaf-Peter,
Kies ist bei mir fast nicht mehr zu sehen, alles mit Mulm bedeckt und sieht urig gut aus. So in etwa wie ein Waldboden und was da sonst noch dazu gehört. Ob man das nun als schön oder eher nicht schön empfindet liegt, wie oben von jemanden beschrieben,
sicherlich im Auge des Betrachters. Allerdings so eine Natürlichkeit wird mit Kies nicht zu erreichen sein. Bei hellen kies schon gar nicht, dieser sieht immer extrem unnatürlich aus.

Gruß Hans
 

kiko

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Hallo Hans,
mich persönlich stört Mulm optisch auch nicht.
Befindet sich der Mulm bei dir eigentlich auch zwischen dem Kies oder ausschließlich nur über dem Kies?
(bei mir ist der Kies sehr grob und da rutscht entsprechend viel rein)
 

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