LEITWERT Anfänger

Hallo ihr

Ich habe heute den Leitwertmesser erhalten. Leider alles in Englisch beschrieben.
Es ist der Aquapro HM Digital AP-2

Er zeigt mir 95 mcS im reinen LW, 418 im Blue Boltbecken (heute früh TWW 50%, Soil neu) und im 180er 920 :eek:. Auch hier habe ich ein wenig Soil drin. Quasi der Rest, den ich für die Pflanzen gedacht habe als Stickstoffdepot. Letzter TWW am Samstag mit 70%

Ich kenne mich in dem Thema gar nicht aus, weiss nur, wo der Wert ungefähr liegen sollte.
Ist das jetzt was ganz Schlimmes?
 

Thumper

Well-Known Member
Moin,

die Leitfähigkeit eines Wassers ist die Summe aller gelösten Anionen und Kationen. Wirklich etwas genaues sagt das Ding nicht aus, wir nutzen es in der Aquaristik eigentlich nur um tendenzen zu erkennen oder Osmosewasser immer gleichermaßen aufzusalzen.
 
Ah ok. D h. Ich muss mal die frischen Wechselwasser aufgesalzen und mit Dünger versehen messen, um einen angenäherten Vergleichswert zu haben. Aber da ist natürlich kein aktiver Soil drin.
 

Andrej

Member
Hallo Brigitte,

wofür hast Du eigentlich den "Ding" gekauft?

Mit so einem Gerät kannst Du bei Aquarium nur Änderungen verfolgen (wie Bene es geschrieben hat) sonst nichts.
Beispiel: gestern nach dem Licht-AUS war der Wert bei 500, heute früh hat man gedüngt und Wert lag dann bei 508, abends war der wieder bei ca. 500 -> daraus folgt (natürlich nicht so ganz, aber vereinfacht gesagt), dass der Dünger komplett aufgebraucht wurde.
Wenn man mit reinem Wasser arbeitet, dann kann man mit dem Gerät schon einiges erreichen. Ich nehme aber lieber eine Feinwage um bestimmte GH / KH zu erreichen.
Man kann sehr viel mit dem Gerät über Aquarium sagen aber NUR wenn man über längere Zeit den Wert misst und den merkt. Am besten immer zur gleichen Zeiten / Erreignissen. So kann man feststellen ob ein WW nötig ist. Oder ob die Pflanzen nicht genug Licht / Dünger haben usw.
 
Guten morgen,
Irgend jenand hat mir das Ding empfohlen wegen dem richtigen Aufsalzen bei den Garnelen und es scheint viele Aquarianer zu geben die auf den Messer schwören. Ich dachte, schaden kann es ja nicht
 

Öhrchen

Active Member
Hallo,
zum Aufsalzen von Osmosewasser macht das Teil auch Sinn, für alles andere nur bedingt. Dazu mißt du das Osmosewasser, das mit dem entsprechenden Salz vermischt ist, nichts anderes. Dein Gerät scheint Temperaturkompensation zu haben, also kannst du auch im kalten, frisch gezapften Wasser messen (dauert dann etwas länger).
Also, Osmosewasser zapfen (das kannst du auch mal messen, LW sollte unter 20 µS sein), angegebene Menge Salz rein, der angepeilte µS Bereich steht drauf (sollten so um die 200 µS sein). Umrühren, damit es sich löst, und dann messen, ob der Wert passt. Ist etwas genauer, als über die GH zu messen.
 

Andrej

Member
Guten morgen,
Irgend jenand hat mir das Ding empfohlen wegen dem richtigen Aufsalzen bei den Garnelen und es scheint viele Aquarianer zu geben die auf den Messer schwören. Ich dachte, schaden kann es ja nicht
Hallo,

1. Ohne Kalibrierung von EC-Messgerät wird nichts.
2. Alle Billig-Geräte taugen nichts. Ich habe mittlerweile 5 St. Manche wurden einfach bei irgendeiner Bestellung mit reingeschmissen. Nur 1 zeigt brauchbare Werte, allerdings in ppm. Bis ca. 100 microSiemens zeigen alle meine Geräte brauchbare Werte, danach sind die Unterschiede sehr sehr groß (200 bis 500 microSiemens). Als Referenzmessgerät dient bei mir ein Hanna EC-Meter.
3. Das heißt nicht, dass man damit nicht arbeiten kann. :) Einfach hinnehmen, dass der angezeigter Wert nur ein Zahl ist. D.h. wenn einer schreibt, dass richtig aufgesaltzes Osmosewasser ein Wert von 325 haben muß trifft es bei Dir eher nicht zu. ABER wenn Du richtiges Wasser mit Hilfe genauer Literzahl (nicht in jedem 10l Eimer ist auch 10l drinn) und Aufbereitungssalz mit beiliegender Messlöfel (besser mit Waage) möglicht genau abfüllst, kannst dann das Wasser mit Deinem Gerät messen und den Zahl notieren. In Zukunft kannst Wasser mit EC-Meter aufbereiten.
Du kannst auch Dein jetziges Aq.Wasser messen, vorausgesetzt - alles passt, und frisches Wasser nach dem Wert (Zahl) richten.

EC-Meter ist sehr hilfreiches Gerät. Man soll aber wissen was man tut.
Denn kannst mit einem kaputten Meterstab vergleichen. Wenn vorne 1 Stück von ca. 15 cm abgebrochen ist (und bei anderem sind es 5, 14 oder 30 cm) kannst Du kein Meter messen, da "null"-Punkt fehlt. Du kannst aber die Markierung von 20cm als NULL nehmen und das im Kopf behalten, dass dann bei der Markierung von 90 cm nur 70 cm sind. EC-Meter ist halt (in der Aquaristik zumindest) ein Deferenz-Messgerät.
Billige Meterstäbe können in Wirklichkeit nur 97,34 cm lang seien. Damit kannst natürlich kein Haus nach Plan bauen. Das macht aber nichts aus, wenn Du mehrere Holzbalken brauchst welche genau so lang seien müssen wie vorliegender Muster. Den Muster kannst mit Billig-Meterstab abmessen und nach der Länge den Rest schneiden. Hoffentlich ist es jetzt verständlicher. :)
 
Danke Andrej

ich habe schon verstanden, was du meinst. Ich kann eben nur Tendenzen erkennen, wenn ich mehrere Zeit Wechselwasser und AQ-Wasser messe und notiere.
Eigentlich gehe ich davon aus, dass in den Becken derzeit alles ok ist. Ich mache ja jeweils 2x die Woche TWW zw. 30 und 50%, 1x im Monat auch 80%. Mulmen tu ich nicht, da ich ja viele Putzkolonnen habe, sprich - Garnelen, Wasserasseln, Schnecks in großer Zahl.
 

Thumper

Well-Known Member
Moin,

1. Ohne Kalibrierung von EC-Messgerät wird nichts.
Am bestent mit 1413µS/cm Kalibrierflüssigkeit - das können die meisten Geräte.

2. Alle Billig-Geräte taugen nichts. Ich habe mittlerweile 5 St. Manche wurden einfach bei irgendeiner Bestellung mit reingeschmissen. Nur 1 zeigt brauchbare Werte, allerdings in ppm. Bis ca. 100 microSiemens zeigen alle meine Geräte brauchbare Werte, danach sind die Unterschiede sehr sehr groß (200 bis 500 microSiemens). Als Referenzmessgerät dient bei mir ein Hanna EC-Meter.
Tatsächlich ist mein 25€ Gerät bis auf 1% an einem deutlich teureren dran. Die Differenz tritt sogar nur bei <5µS/cm auf. Ab 50µS/cm sind die gleich auf.

3. Das heißt nicht, dass man damit nicht arbeiten kann. :) Einfach hinnehmen, dass der angezeigter Wert nur ein Zahl ist.
Und damit hast du dann deine Reproduzierbarkeit von Messung zu Messung. Einfach hin und wieder mal in die 1413µS/cm Flüssigkeit tunken und dann kennt man die Abweichung.
 

Andrej

Member
Und damit hast du dann deine Reproduzierbarkeit von Messung zu Messung. Einfach hin und wieder mal in die 1413µS/cm Flüssigkeit tunken und dann kennt man die Abweichung.
Hallo Bene,
leider ist es nicht so einfach. Die rieseige Abweichungen zeigen bei mir die kalibrierte Billiggeräte.
Die können alle den Wert 1413 bei Kalibrierflüssigkeit am Display haben, wenn man die aber in andere Flüssigkeit steckt dann hat man alle mögliche Werte. Es liegt daran, dass der Leitwert in Flüssigkeit mit unterschiedlichen Stoffen sich nicht linear verhält. Die teure Geräte gleichen das mit SW / HW aus. Die billige nicht. Wenn Du ein gewöhnlicher Widerstand nimmst und an diversen kalibrierten EC-Messgeräten hälst, dann wirst Du kaum Unterschiede zwischen teuer und billig sehen. Im Wasser ist es aber anders. Daher ist es (aus meiner Sicht) sinnlos die billige für Aquaristische Zwecke gekaufte EC-Geräte zu kalibrieren. Außer man hat viele (gleiche) Messgeräte für verschiedene Becken gekauft, weil man für jedes Aquarium ein eigenes Equipment haben will. Dann ist es sinvoll die alle auf ein Punkt zu bringen.

Mit pH-billig-Geräten ist auch nicht viel anders. Die zeigen (reproduzierbar) alle bei Kaliebrierflüssigkeiten gleiche Werte an. Alles was dazwischen ist soll man nur als Tendenz sehen.
 

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