Kh Anstieg durch K2CO3 Düngung ?

Manni

Member
Hallo zusammen,


ich habe gestern eine Karbonathärte in meinen Becken von 7 gemessen (sonst KH4-KH5), ganz erschrocken habe ich nach der Ursache gesucht. :evil:
Folgende Werte:

Leitungswasser: 8
reines Osmosewasser: 4

ich verschneide mein Wechselwasser 1:1

Ist meine OS Anlage defekt (müsste die KH nicht bei 0 liegen) oder liegt das an meiner KNCO3 Düngung ?
Ich meine irgendwo gelesen zu haben das die KH nich ansteigt durch KNCO3 Düngung aber nur wo ?


Ich stehe auf dem Schlauch kann mich mal jemand runterschupsen ?

Grüße
Manni
 

Tobias Coring

Administrator
Teammitglied
Hi,

die KH steigt durch KNCO3 an. Es sind Carbonate enthalten und die steigern kräftig die Karbonathärte.

Ich würde auf jeden Fall auf KNO3 umsteigen oder andere Stickstoffquellen.
 

Manni

Member
Hi Tobi,

werfe ich da jetzt etwas durcheinander ?
Ich dünge KNCO3 für den Kaliumgehalt!

KNO3 dünge ich für den Nitratgehalt!

Grüße
Manni
 

Tobias Coring

Administrator
Teammitglied
Hi,

ahso... mir war KNCO3 auch nicht bekannt :). Du meinst wohl K2CO3 (Pottasche bzw. Kaliumcarbonat). Kaliumcarbonat erhöht aber ebenfalls die KH. Wird das Kalium nicht verbraucht, dann reichert sich auch das CO3 an. Wird das Kalium dagegen von den Pflanzen genutzt wird das CO3 wohl in CO2 umgewandelt und somit wäre K2CO3 KH-neutral.

Dein Becken scheint somit nicht soviel Kalium zu verbrauchen und dadurch steigt deine KH an.
 

Manni

Member
Hi,

da war der Fehler K2CO3 nicht KNCO3 ! SORRY ! :oops:

Zitat: Dein Becken scheint somit nicht soviel Kalium zu verbrauchen und dadurch steigt deine KH an.

Danke Tobi das hatte ich gesucht !


Aber nochmal zu der OS Anlage: müsste das OS Wasser nicht KH = 0 aufweisen ?

Und noch etwas: sollte ich vielleicht besser K2So4 für Kalium düngen ? :?:

Grüße
Manni
 

Tobias Coring

Administrator
Teammitglied
Hi,

Osmosewasser sollte KH=0 haben. K2SO4 führt eben kein Karbonat hinzu und wird aber wohl stattdessen Karbonat zusätzlich bei der Kaliumaufnahme verbrauchen. Ich sehe das eher positiv, da eine geringe KH eh eine recht feine Sache ist.
 

Manni

Member
Hi,


wieder etwas dazu gelernt ! :lol:

Also werde ich mir K2So4 besorgen !

und nochmal auf die OS Anlage:
liegt das an der Membran oder an den Filtern, Kohle und oder Sediment ? :roll:

Grüße
Manni
 

Tobias Coring

Administrator
Teammitglied
Hi,

ich denke es sollte an der Membran liegen. Die Kohlefilterung ist eher gegen Chlor usw. und der Sedimentfilter glaube ich für gröbere Schmutzpartikel.

Bin aber auch nicht so der Osmosekenner ;).
 

Artemius

Member
Hallo Manni,
hallo Tobi,

ein Osmosewasser mit einem Wert von 0 °d KH ist leider unmöglich. Die allgemein für Osmoseanlagen angegebene Rückhalterate von 95 % gilt auch für die Härtebildner KH und GH. Wenn das Leitungswasser 8 °d KH hat, würde eine moderne Membran mit einem Reinwasseranteil von ca. 0,4 °d KH optimal funktionieren. Krause, Aquarienwasser, 5. Aufl., S. 121, gibt sogar für Hydrogencarbonat eine Reduktionsrate auf nur 10 % an.

Bei Osmoseanlagen ist die Rückhalterate erheblich von der Wassertemperatur und vor allem dem Leitungswasserdruck abhängig. Eine Rückhalterate von nur noch 50 % deutet aber auf eine verstopfte oder beschädigte Membran hin. Vielleicht kann man die Membran noch regenerieren:

http://korallenriff.de/artikel/265_Umke ... rane_.html

Praktische Erfahrung mit der Regeneration habe ich leider nicht.

Tobi":32fn6di0 schrieb:
Kaliumcarbonat erhöht aber ebenfalls die KH. Wird das Kalium nicht verbraucht, dann reichert sich auch das CO3 an. Wird das Kalium dagegen von den Pflanzen genutzt wird das CO3 wohl in CO2 umgewandelt und somit wäre K2CO3 KH-neutral.

Dein Becken scheint somit nicht soviel Kalium zu verbrauchen und dadurch steigt deine KH an.

Ich dünge selbst mit K2CO3. Da ich bisher keine KH-Steigerung feststellen konnte, einige pauschal behaupten es trete keine KH-Erhöhung ein und andererseits z. B. Krause schreibt, eine Erhöhung um 2 mg/l Kalium würde die Carbonathärte um 0,15 °d erhöhen, bin ich sehr daran interessiert.

Hast du eine Link- oder Literaturquelle oder ausführlichere Begründung deiner Aussage? Wenn ich dich richtig verstehe, hätte man im Falle der Pottaschedüngung eine indirekte Kontrollmöglichkeit des Kaliumwertes. Das wäre gar nicht so schlecht.

Viele Grüße
Thomas
 

Manni

Member
Hallo Thomas,

das die KH bei mir ansteigt liegt (wenn ich Tobi richtig verstanden habe) ja an der Überdüngung (die Pflanzen konnten die Menge nicht aufbrauchen).

Und somit währe es eine schöne Kontrolle für zuviel Kalium im Becken. :roll:



Grüße
Manni
 

nik

Moderator
Teammitglied
Hallo Thomas,
es kommt darauf an. (Vielleicht sollte ich jedes Posting so beginnen. :roll: )

Zur Düngung in Karbonatform:
Das betrifft vor allem Ammoniumhydrogencarbonat (NH4HCO3) und Kaliumcarbonat (K2CO3). Die dissoziieren zu Ammonium bzw. Kalium und (Hydrogen-)Karbonat. Nimmt eine Pflanze NH4+ bzw. K+ auf, gibt sie zur Wahrung ihrer elektrischen Neutralität H+ Ionen ab. Die reagieren mit dem (Hydrogen-)karbonat zu Wasser und Kohlendioxid.
für NH4HCO3: HCO3- + H+ -> H2O + CO2
... für K2CO3: CO3- + 2H+ -> H2O + CO2

Bei der Düngung mit Kaliumsulfat K2SO4 entsteht Schwefelsäure, die KH verbraucht.

Bei meinem Paludarium (230L), welches ohne nennenswerten Wasserwechsel betrieben wird und bei dem die KH irgendwo <0,5° vor sich hin dümpelt, werden solche Betrachtungen wichtig.
Im Grunde hast du Recht wenn du über eine indirekte Kontrolle der Düngung in Karbonatform über die resultierende KH nachdenkst. Für Kaliumcarbonat gilt das auch durchaus. Bei Ammoniumhydrogencarbonat fällt zum Einen das NH4 aber auch im Zuge der Nitrifikation bakterieller Mineralisierung anheim, während zum Anderen der Prozess der Nitrifikation, d.h. der damit einhergehenden Entstehung von Salpetersäure, KH verbraucht.

Mein Fazit: Bei weichem Wasser macht die Düngung in Carbonatform sehr wohl Sinn und ansonsten wäre ein Anstieg der KH ein deutliches Indiz für eine Düngung über Bedarf. Bei härterem Wasser dünge ich trotzdem in der Carbonatform. In meinem 300L Wohnzimmerbecken sitzen Melanotaenia praecox und Pseudomugil furcatus bei etwa 7° dKH und da spielt das schon ob des Wasserwechsels keine nennenswerte Rolle ob als Sulfat oder Carbonat zugegeben.

Auf die Ammoniumdüngung verzichte ich eh, die wirkt antagonistisch auf die Aufnahme einiger anderer Nährstoffe, welche NO3 dann eben fördert. Ich sehe nur einen auch nur einigermaßen diffusen Grund für eine NH4-Düngung und den mit einem fetten Fragezeichen. Das beschränkt sich weitgehend auf Moose. Darum nutze ich also K2CO3 und KNO3. 8)

Gruß, Nik
 

Manni

Member
Hallo Nik,

schade mir ist das ehrlich gesagt schon wieder etwas zu hoch (Proton und Ion usw.) ich komme da durcheinander ! :oops:

Würde es bei meiner KH 8 aus der Leitung denn eventuell Sinn machen vielleicht abwechselnd (K2SO4 + K2CO3) zu düngen ?

Ja und dann noch eins: ich habe doch anähernd KH0 bei meinem OS Wasser, ich hatte dummerweise das Wechselwasser mit KH4 gemessen :oops: und das haut dann ja auch hin.


Grüße
Manni
 

nik

Moderator
Teammitglied
Hallo Manni,

Manni":25ypgega schrieb:
Würde es bei meiner KH 8 aus der Leitung denn eventuell Sinn machen vielleicht abwechselnd (K2SO4 + K2CO3) zu düngen ?
da senkte die Anwendung von K2SO4 die KH, was dann aber durch den Wasserwechsel wieder relativiert wird.

Ja und dann noch eins: ich habe doch anähernd KH0 bei meinem OS Wasser, ich hatte dummerweise das Wechselwasser mit KH4 gemessen :oops: und das haut dann ja auch hin.
Reines RO Wasser hätte bei 8° dKH im Ausgangswasser etwa 0,5° dKH. Bei 4° dKH im Becken ist es je nach Wasserwechselgepflogenheiten schon ziemlich wurscht ob du K2SO4 oder K2CO3 verwendest.

Gruß, Nik
 

Tobias Coring

Administrator
Teammitglied
Hi Nik,

danke für deine aufschlussreiche Antwort.

Den Kaliumverbrauch an der KH abzulesen finde ich so gesehen eine wirklich nette Idee.
 
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