High-tech oder Low-tech Aquarium?

MarkusBu

Member
Hi,
ich will hier keine Grundsatzdiskussion lostreten weil es darauf sowieso keine Antwort gibt. Aber mich würden eure Meinungen und Erfahrungen interessieren.

Mit Low-tech meine ich Aquarien mit Filter, Heizstab und Beleuchtung oder weniger, High-tech steht für CO2, Düngung, eventuell Düngerautomaten, pH-Controller, starke Beleuchtung usw. Aquarien ohne Pflanzen lasse ich außen vor.

Als ich, blauäugig wie ich war, mit der Aquaristik angefangen habe hab ich gedacht, so schwer kann das nicht sein. Kies rein, Düngerkugeln in den Kies, fertig. Aber die Probleme haben schon früh angefangen. Also rumprobiert, für mehr Licht gesorgt, Bio CO2, Dünger. Irgendwann lief es halbwegs. In jedem weiteren Aquarium habe ich etwas anderes ausprobiert. In meinem größten zB zusätzlich einen Nährboden. Der Aufwand stieg immer weiter, man muss immer mehr beachten.

Und dann kommen so ärgerliche Sachen dazu wie "zwitschernde" CO2 Diffusoren. Sehr ärgerlich, wenn man im Wohnzimmer abends einen Film schauen will und permanent das Gezwitscher im Ohr hat. Oder der komplette Verlust des Bestandes weil der Druckminderer versagt hat. In einem Aquarium habe ich trotz vieler Pflanzen, CO2, moderater Düngung usw Unmengen an Fadenalgen und ich kann mir nicht erklären, warum.

Ich habe mich deshalb umgeschaut und bin auf die Walstad Aquarien gestoßen. Das ermöglicht vielleicht nicht so "spektakuläre" Aquascapes mit anspruchsvollen Pflanzen, verringert aber den Aufwand erheblich. Ein erstes Experiment damit ist jedenfalls vielversprechend und ich habe vor, ein größeres Aquarium nach dem Vorbild umzurüsten bzw neu aufzusetzen.

Was sind denn so eure Erfahrungen mit High-tech oder Low-tech? Ich will hier keinen Streit darüber vom Zaun brechen, was besser ist. Wie ich am Anfang schon gesagt habe gibt es darauf keine Antwort

VG
Markus
 

Chucky1978

New Member
Meine Meinung. Je mehr du "einschreiten" musst oder gar möchtest, und der ratenschwanz nimmt kein Ende mehr.
Nimmst du einen Besatz der Grenzwertig zu den Pflanzen oder gar zu anderem Besatz passt, und musst dann in Richtung High-Tech gehen, wird es damit dann am Ende nicht mehr getan sein. Z.B. ist sind Werte noch aktzeptabel, aber halt nicht optimal, benötigt man ein weiteres Aquarium, um seinen Bestand zu mehren usw.

Technikspielereien sind finde ich eine Wunderschönde Sache, und erleichtern auch sehr viel, aber wenn man High-Tech einsetzen MUSS, wird es stressig.

Das selbe gilt auch fürs Futter. Sobald du anfangen willst selbst Lebendfutter usw zu züchten, wird das auch unter Umständen stressig. Auch hier nimmt der Rattenschwanz kein Ende mehr.

Muss jeder für sich selbst entscheiden natürlich. Ich habe ein High-Tech-Aquarium, zuerst nur weil ich Spielerei wollte, und dann dachte man die Werte passen ja für jetzt sogar andere Fische, und weil mein Quarantänebecken mittlerweile zu einem Artenbecken geworden ist, muss ich mir wieder ein neues Becken kaufen, oder alle paar Jahre meinen Besatz durch Zukauf wieder auffüllen da an Vermehrung kaum noch zu denken ist ohne drittes, viertes und fünftes Becken. Das ist das Problem.. Mit Hightech steigen die Möglichkeiten, und selten nehmen Menschen die gegebenen Möglichkeiten nicht an.
 

Plantamaniac

Well-Known Member
Hei, die Lichtmenge steuert die Verbräuche.
Wenn Du die low hälst, bleibt auch alles andere low
Deswegen weg von viel Licht. Um die 60 Lumen/Liter sind perfekt dafür
Damit gehen 80, wenn nicht sogar 95% aller Pflanzen.
Vorrausgesetzt, man begreift sie allumfassend zu versorgen.
Co2 läuft in dem Fall auch super ohne Anlage...
Düngen mit Maß und Ziel ist sehr hilfreich. Weil von nix kommt nix...
Chiao Moni
 

Biotoecus

Active Member
Plantamaniac":2upojpfb schrieb:
Hei, die Lichtmenge steuert die Verbräuche.
Wenn Du die low hälst, bleibt auch alles andere low
Deswegen weg von viel Licht. Um die 60 Lumen/Liter sind perfekt dafür

Chiao Moni

Ja, das ist wirklich wenig Licht. :lol:
 

unbekannt1984

Active Member
Hallo Moni,

das war wohl wieder genau dein Thema...
Plantamaniac":a5yh4kbu schrieb:
Vorrausgesetzt, man begreift sie allumfassend zu versorgen.
Co2 läuft in dem Fall auch super ohne Anlage...
Düngen mit Maß und Ziel ist sehr hilfreich. Weil von nix kommt nix...
Und wie viele Fische sorgen bei dir für ausreichend Makronährstoffe und CO2-Produktion im HMF? Wie du schon gesagt hast: Von nix kommt nix :)
 

Plantamaniac

Well-Known Member
Hei, das ich kein N und NPK dünge, habe ich nie behauptet.
Meistens brauche ich das nicht, aber wenn es nicht reicht, steht es parat.
Chiao Moni
 

MarkusBu

Member
Plantamaniac":v4ood1z4 schrieb:
Hei, die Lichtmenge steuert die Verbräuche.
Wenn Du die low hälst, bleibt auch alles andere low

Mein Walstad Aquarium steht auf einer Fensterbank Richtung Süden. An der Rückseite ist zwar eine Frostfolie und ich habe eine dichte Schwimmpflanzendecke, aber das Aquarium bekommt teilweise volle Sonne ab. Dementsprechend geht Nitrat derzeit gegen 0. Die anderen Werte muss ich mal testen.

Eventuell muss ich den Besatz vergrößern, damit mehr "Nährstoffe" umgesetzt werden. Prinzip von Walstad ist ja, dass nicht gedüngt werden muss und kein zusätzliches CO2 nötig ist.
 

raidy

Member
Plantamaniac":3adtq2en schrieb:
Deswegen weg von viel Licht. Um die 60 Lumen/Liter sind perfekt dafür
Damit gehen 80, wenn nicht sogar 95% aller Pflanzen.
Chiao Moni
Das verstehe ich jetzt nicht. Laut Licht-Rechner oben sind "Lichtbedürfnis der Pflanzen: mittel" 30Lumen/l,
"Lichtbedürfnis der Pflanzen: hoch" 50Lumen/l. Du beschreibst aber 60Lumen/Liter als Perfekt und "weg von viel Licht", dabei bist du sogar über der Empfehlung für "hoch".
Wo liegt mein Denkfehler?
Gruß Georg
 

Plantamaniac

Well-Known Member
Hei..mein Denkfehler...
15 Watt Lumilux 840 hat 950 Lumen auf 54 Liter
63,3333Lumen je Watt
17,59 Lumen je Liter
Reflektor noch drauf...

Damit wachsen sehr schöne Pflanzen :thumbs:
zb. die Eichhornia in meinem Avatar
Ciao Moni
 

unbekannt1984

Active Member
Hallo,

Plantamaniac":m2iajjol schrieb:
Hei..mein Denkfehler...
15 Watt Lumilux 840 hat 950 Lumen auf 54 Liter
63,3333Lumen je Watt
17,59 Lumen je Liter
Reflektor noch drauf...
auf meinem 54l sitzen so 1600lm LED, das ist schon ein bisschen mehr Licht (zumal die T8-Röhren das Licht nicht so gebündelt auf die Wasseroberfläche bringen).

Mit Bio-CO2, Osmocote im Bodengrund und täglicher Urea-Düngung geht das schon (im Sinne dieses Threads) in Richtung High-Tech, verglichen mit Georgs Basteleien ist es aber eher Low-Tech...
 

Wuestenrose

Well-Known Member
Mahlzeit…

raidy":6whzvwul schrieb:
Das verstehe ich jetzt nicht. Laut Licht-Rechner oben sind "Lichtbedürfnis der Pflanzen: mittel" 30Lumen/l,
"Lichtbedürfnis der Pflanzen: hoch" 50Lumen/l. Du beschreibst aber 60Lumen/Liter als Perfekt und "weg von viel Licht", dabei bist du sogar über der Empfehlung für "hoch".
Wo bin ich dann bei den 220 Lumen pro Liter, die mein Cube erhält?

Ich halte von der Lumen-pro-Liter-Regel wenig bis gar nichts. Richtet man sich nach ihr, erhalten große Aquarien zu viel und kleine Aquarien zuwenig Licht. Ich halte die auf der Wasseroberfläche erzielte Beleuchtungsstärke für deutlich aussagekräftiger.


Grüße
Robert
 

Plantamaniac

Well-Known Member
Hei Robert, das ist halt eine Größe, die man sich selbst einigermaßen herleiten kann.
Wenn ich verschiedene Beleuchtungen, zb. für ein 54 Liter vergleichen will, finde ich das schon einigermaßen nützlich.

Ja, T8 strahlen rundrum. Mit Reflektor wird es etwas besser.
Aber das Ergebnis zählt für mich. Umrüsten kommt erst in Frage, wenn etwas kaputt geht.
Ich heize halt auch mit den T8 Röhren. Wenn bei LED ein Heizer zum Einsatz kommen muß, sieht die Rechnung nochmal anders aus.
Chiao Moni
 

raidy

Member
Wuestenrose":40vzjlej schrieb:
Ich halte von der Lumen-pro-Liter-Regel wenig bis gar nichts.
Grüße
Robert
Ob es überhaupt eine "Regel" gibt, die man universell anwenden kann? Ich denke nein. Jedes Becken ist ein Individuum und bedarf einer individuellen Behandlung. Becken mit hohem Wasserstand benötigen eine völlig andere Dimensionierung der Beleuchtung als niedrige Becken, insofern finde ich deine Aussage richtig. Wobei man Wasseroberfläche und Beckentiefe berücksichtigen muss.

Im Keller habe ich ein Becken für Notfälle. Es hat 120l, einen billigen China 30W LED-Strahler (der auch noch mind. 30% in den Raum abstrahlt), einen selbst gemachten Innenfilter mit nur 4Watt und sonst gar nichts. Kein ph, keine Heizung. Wasserwechsel nur 2 mal pro Jahr 80% mit 50% Osmosewasser und 50% Leitungswasser. Nur beim Wechsel wird einmal gedüngt, sonst rein gar nichts. Die Schnecken bekommen hin und wieder mal ein Stück Gurke.
Eigentlich passt da rein gar keine Regel, trotzdem läuft es stabil vor sich her. Selbst der ph bewegt sich recht stabil bei 6,8.

(Abgedeckt mit einer Acrylglasscheibe)

Wobei die Eingangsfrage "High-tech oder Low-tech Aquarium?" damit beantwortet ist. Beides kann gehen.

Gebraucht habe ich es Gott sei Dank noch nie. Sollte es der Fall sein, kommt ein Wasserwechsel, der Heizstab wird aktiviert und es ist bereit.
 

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