2nd Prize "Beyond the Silence" - IALPC - Analyse

Tobias Coring

Administrator
Teammitglied
Der zweite Platz des 2008er ADA Contests sollte auch näher betrachtet werden.

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[align=center]Copyright Bild: Mr. Yutaka Kanno (Japan) / ADA Japan[/align]

Beschreibung:

Der Schaffer des Beckens versteht sich in der geschmackvollen Ausrichtung von grazilen Wurzeln und schafft es diese gekonnt in das Layout zu integrieren. Die Eleocharis vivipara fügt sich passend und effektvoll in den Hintergrund ein. Gerade die reduzierten Farbtöne in Bezug auf die Pflanzen und die dynamische Gestaltung mit den Wurzeln heben dieses Layout besonders hervor. Durch die Nutzung von Moos werden schöne Kontraste zu den freiliegenden Wurzeln geschaffen.

Aquarium Größe: Breite 120 x Tiefe 45 x Höhe 45 (cm)

Pflanzen: Fantinalis antipyretica, Eleochalis vivipara, Glossostigma elatinoides, Hemianthus calltrichoides"cuba", Vesicularia sp., Microsorium pteropus var.

Fische und Wirbellose: Paracheirodon axelrodi, Crossocheilus siamensis, Genus Neocaridina, Caridina japonica




Was gefällt euch an diesem Layout besonders?

Haltet ihr den Platz für gerechtfertigt?

Ist die Umsetzung wirklich kreativ?

Wirkt das Layout sehr klassisch im Sinne der Naturaquarien?

Was hättet ihr anders gemacht?
 

nik

Moderator
Teammitglied
Hi,
IMHO ! (in my humble opinion, meiner bescheidenen Meinung nach, ...)

Was gefällt euch an diesem Layout besonders?
In mir ruft es den Eindruck des unteren Teils eines lichten und lichtdurchfluteteten Waldes, Waldbodens hervor. Klasse! Toll ist auch die Verwendung von vielen verschiedenen, ruhigen und unruhigen Formen/Elementen. Das macht das Layout sehr interessant.
Für diesen, meinen subjektiven Eindruck halte ich die E.vivipara für den einzig schwachen Punkt des Layouts und deshalb ...

Haltet ihr den Platz für gerechtfertigt?
... wäre es bei mir wohl nicht so weit vorne gelandet. Das ist aber eine relative im Kontext zu anderen Becken zu betrachtende Geschichte.

Ist die Umsetzung wirklich kreativ?
Kreative Umsetzung im Sinne von "Gelungen", Ja. Nach meinem Empfinden hakt nur der Hintergrund. Kreativ im Sinne neuer Elemente eher nicht.

Wirkt das Layout sehr klassisch im Sinne der Naturaquarien?
Ja!

Was hättet ihr anders gemacht?
Den Hintergrund! :D Mir fehlt es aber an Kreativität, eine bessere Lösung aus dem Ärmel schütteln zu können.
Größere(, farbige) Garnelen könnte ich mir sehr gut darin vorstellen.

Gruß, Nik
 

GreenReef

Member
HeiHo,
...dieses Becken ist für mich so typisch amanolike, ...ein klassisches Layout, scharfsinnig und zurückhaltend in der Pflanzenwahl zu höchster Vollendung gebracht, ...die „unfertige“ Bodenbedeckung besonders in der Mitte bringt eine natürliche Unvollkommenheit in die Landschaft und zeigt die Disziplin des Scapers sowie auch dessen bewusst unterdrückten Anspruch zur Perfektion

...durch den bizarren und etwas unästhetischen Aufbau des Hardscapes wird mit dessen geschickter Begrünung stellenweise und besonders in den Schattenzonen eine dezent tiefgründige Subtilität induziert die in mir ein Gefühl zwischen Spannung und einsamer Stille erzeugt

...die locker und lichte Anordnung der E. vivipara entlang der Rückscheibe scheint die Begrenztheit des Beckens aufzulösen und trägt wohl massgeblich zur Tiefenwirkung bei, ebenso unterstützen die über die WO herausragenden Äste diesen Eindruck

...die Platzierung geht für mich ok
 

Tobias Coring

Administrator
Teammitglied
Hi,

ich finde dieses Becken auch total klassisch ... es strahlt die Harmonie und Ruhe aus, die viele von Amanos Becken auch haben.

Besonders gefällt mir die Wirkung von Tiefe in diesem Becken. Gekonnt wird durch vernünftige Strukturierung eine sehr gute Tiefenwirkung erreicht. Das alles auf recht überschaubaren Raum.

Die Fische sind sehr klein, weswegen das Layout auch sehr viel größer wirkt. Hier muss man aber wohl davon ausgehen, dass Jungfische zum Einsatz gekommen sind. Ausgewachsene Neon tetras wären um einiges größer und würden das Becken sehr viel kleiner wirken lassen.
Bei solchen Aspekten sind uns Hobbyaquarianern etwas die Hände gebunden. Mann kann sich ja nicht mal kurz 60 junge Neons (oder andere junge Schwarmfische) irgendwo ausleihen.
 

Mark1

Member
Hi,

Zum Entwurf: ich finde das Becken hätte noch einen Platz höher verdient...es gefällt mir gut und erinnert mich an eine grobe Handskizze die vollkommen harmonisch alles in sich vereint.

Was mich allerdings etwas stört, sind die immer gleichen Pflanzen, mir ist schon klar, daß es eben immer nur diese gibt...sprich daß man sich keine backen kann, aber es könnte mal etwas anderes sein, es erscheint so modisch abgedroschen gerade E. vivipara im Hintergrund zu nutzen.

Grüße,
Mark.
 

Tutti

Active Member
Hallo,

Was gefällt euch an diesem Layout besonders?

Es ist einfach harmonisch,wenn man es betrachtet fällt der Blick nicht auf eine einzelne Pflanzen oder eine Gruppe sondern man sieht das Ganze,dieser herrliche Einduck von "Starwars" man ist gerade auf einem anderen mit Urwäldern bewachsenen Planeten gelandet und diese enorme Größenwirkung ist echt unglaublich!
Die Vivipara wird eben immer wieder verwendet da der Eindruck erweckt werden soll das die Pflanzen im Hintergrung sehr weit weg stehen und das Becken dadurch enorm an Größe gewinnt !Ich finde die vivipara verschwimmt etwas im Hintergrund wodurch auch nochmals der Eindruck erweckt wird,das diese eben weit weg sind !

Haltet ihr den Platz für gerechtfertigt?

Ich halten den Platz für gerecht,es hätten bei diesen vielen guten Becken und der sehr knappen Berwertung eben auch einige Plätze hoch oder runter sein können !
Ist die Umsetzung wirklich kreativ?

JA

Wirkt das Layout sehr klassisch im Sinne der Naturaquarien?

Es wirkt schon klassisch,aber trotzdem habe ich wenig vergleichbares gesehen.

Was hättet ihr anders gemacht?

Ich finde das Becken toll so wie es ist!


Größere(, farbige) Garnelen könnte ich mir sehr gut darin vorstellen

Den Vorschlag von nik finde ich z.B. überhauptnicht gut,gerade größere Garelen würden den Gesamteindruck von der Größe und weite des Layouts sehr stören wie ich finde !

Grüße Tutti
 

Bratfisch

Member
Ich mag die kühle Atmosphäre dieses karstigen Flechtenwaldes. Unterstützt durch Stängelpflanzen, welche nicht vorhanden sind, wirkt es wie der Widergänger eines schon längst zu Erdöl gewordenen prähistorischen Land-Striches. Als es höhere Pflanzen nur auf dem Reißbrett gab. Diesem prähistorischen Primitiv entgegenkommend würde ich nur einige wenige, zwar deutlich auszumachende, von der Größe her jedoch auf keinen Fall dominante und obendrein vor allem sehr langsam motorisierte, möglichst fremdartig aussehende und gerne versteckt lebende naturfarbene Kruster, auf keinen Fall was aus der Garde der aktuellen Pfingstochsen rekrutiertes dazugeben. Auch Schnecken würde ich vollkommen weglassen. Es sei denn es gäbe kleinbleibende (mit skurillen Gehausen) welche zudem NUR in einer Herde durch´s Gehölz reiten täten. Vereinzelungen kleiner Individuen, deutlich sichtbar auf dem relativ monotonen Grünpelz verteilt, würden diese Landschaft "matschig" wirken lassen. In so einer Umgebung lebt nicht viel Viechzeugs. Und wenn, dann ist es zurückhaltend gefärbt und drückt sich entweder am Boden oder an den Ästen entlang. Guckt vieleicht ab und an aus einer Höhle oder dem Unterholz hervor, gähnt einmal kurz oder beißt irgendwem Unvorsichtigen den Kopf ab und verschwindet dann wieder bis zum nächsten Tag. In so einem Ambiente ist man konservativ in jede Richtung. Eile und Offensichtlichkeit ist dem Wäldchen da oben fremd, deshalb auch kein Fisch. Maximal ein paar tote. ;- )

Im Grund ist es ein schweres und langsames Layout. Ein kühles. Jedoch wird die Schwere und Statik duch die Filigranität der Äste aufgelöst. Dort findet Heiterkeit ihren Weg durch die Hintertür. Wie Lachen in einem Fjord. Es ist ein Kaltwasser Layout ...

Garnelen und ähnlich ADS-krankes Zeugs, vor allem noch in bunt und sowohl das Substrat als auch das Freiwasser gleichermaßen vereinnahmend und somit auch diese Grenze verwaschend, würde ich ebenfalls nicht auf die Gäste-Liste setzen.

Und die Spaghetti da hinten hätte ich weggelassen. Oder auch nicht. oO Tja. Schwierig. Einerseits schaffen sie diese wunderbar intime "innere" Sphäre, diese Gebärmutter in welcher sich das Wäldchen und ja, der ganze reale Simmel sich befindet und aus deren behütender Sicherheit der Blick dann auf die kalten Eisflächen der Gletscherwelt dahinter gehen kann, anderseits wirken sie grüne Atompilze, oder radioaktiver Fallout in hulkgrün, wie auf den Kopf gestellte Trauerweiden, ein bißchen wie diese komischen Bäume in Afrika an denen die Elefanten sich immer den Rücken kratzen, die oben so platt sind, vieleicht weiß einer was ich mein, also insgesamt ist dies Lametta eine höchst widersprüchliche Konstruktion weil einerseits schematisch Rahmen und Betonung des Fötus, anderseits strukturell seltsam bis völlig bezuglos. oO





Ingo
 

GreenReef

Member
…inhaltlich schwer begreifbar und unter Anstrengung sämtlicher phantasiebegabten Sichtweisen entwertet vorletztes Posting alle ernsthaften Versuche dem Aquascaping näher zu kommen oder es näher zu bringen bzw. es zu vermitteln und der Thread sowie auch das Thema generell verliert für mich somit jedwede Grundlage, …aus dieser GestaltungsThematik kann ich mich zukünftig nur rausnehmen
 

Tobias Coring

Administrator
Teammitglied
Hallo,

@Ingo
eine recht ausgeweitete Sichtweise des Beckens. Hierbei geht es aber schon etwas zu weit. Solche Interpretationen mag ich zwar teilweise nachempfinden, jedoch sollte die Diskussion sich mehr um die praktischen Aspekte des Beckens drehen.

Sprich wie kann man sowas umsetzen, durch welche Pflanzenkompositionen kann eine harmonische Stimmung transportiert werden, was hilft einem bei der Betrachtung der Siegerlayouts in Bezug auf das eigene Vorankommen in Contests. Mit welchen Tricks und Kniffen arbeiten die Gewinner, um Tiefe, Plastizität oder auch Stimmung zu erzeugen.
Worauf wird besonders Wert gelegt. Muss immer der Schritt in Richtung "Stillleben" gegangen werden oder sind Anlehnungen an Biotope eher überzeugend.

@Harald
Es wäre schade, wenn man sich durch Kommentare einzelner von der weiteren Diskussion abhält. Ingo hat seine Interpretation sehr weit getrieben, dennoch sind auch solche Gesichtspunkte interessant. Der Diskurs des Aquascapings zwischen Handwerk und Kunst wird dadurch klar verdeutlicht.

Insgesamt gesehen kann man nur durch weitere Vertiefung der Themen in den Aquascaping relevanten Bereichen vorankommen. So lange es nicht zu abgehoben wird und die Diskussion ad absurdum geführt wird, freue ich mich über jegliche Kommentare.

Das bei den Besprechungen zwar eher "handwerkliche" Tips vermittelt werden sollen, kann nicht jeder ahnen. Bzw. ging es mir und sicher auch anderen um das Vorankommen des Aquascapings mit diesen Themen. Es soll uns allen helfen die Layouts besser zu verstehen, damit wir selber auch bessere Layouts erschaffen können.

Es gibt noch viel zu lernen und daher sollte man auch weiterhin über solche guten Becken sprechen, damit die eigene Inspiration angekurbelt wird und man auf ein breites Repertoire an Gestaltungsmöglichkeiten zurückgreifen kann.

Die Ernsthaftigkeit einer weiterführenden Diskussion würde mich sehr freuen. Zu abgefahrene Interpretationen bringen einen da nämlich wirklich nicht weiter, da sie die Becken eher ins lächerliche ziehen.
 

Sabine68

Active Member
Hi,

ich finde dieses Becken unglaublich natürlich. Da könnte man auch mitten im Wald stehen.
Ich denke auch, daß dies der klassische Amanostil ist.
Zwar passt zu dieser Natürlichkeit die E. vivipara nicht direkt, verleiht aber, so wie Tutti schon sagte, dem Becken eine enorme Tiefe.
Die Helligkeit im Zentrum verstärkt diesen Eindruck noch.
Für mich persönlich ist der Platz absolut gerechtfertigt, wobei ich mich bei den Platzierungen eh schwer tue und da selbst eh keine Rangfolge festlegen könnte.
 

Bratfisch

Member
Hi Tobi.

Tobi":2pzt8i7r schrieb:
Eine recht ausgeweitete Sichtweise des Beckens. Hierbei geht es aber schon etwas zu weit. Solche Interpretationen mag ich zwar teilweise nachempfinden, jedoch sollte die Diskussion sich mehr um die praktischen Aspekte des Beckens drehen.


Klar, hätte ich fett dazuschreiben sollen. Mein Beitrag ist natürlich lediglich Kommentar.

mea culpa!

Korrekterweise hätte er in einen parallelen thread gehört da er sich weder um die vorgegebenen Kriterien schert noch eine Verbindung zum Aquascaping selbst sucht, sondern ohne Zäune durch die Metaebenen reitet. :- )

Will natürlich nicht dazu anregen die Ernsthaftigkeit des Aquascapings mit weiteren Zügellosigkeiten zu unterminieren! Insgesamt ist mein Beitrag oder sagen wir seine Deplazierung hier auch eher Folge einer "persönlichen Fehlfunktion" aka "Sie haben ein Problem mit Autoritäten Mr. Anderson!" :- )

Was jetzt selbstverständlich nicht als inhaltliche Distanzierung von ihm fehlverstanden werden sollte ...






Ingo
 

Tobias Coring

Administrator
Teammitglied
Hallo Ingo,

ich habe deinen Kommentar auch nicht so ganz deplatziert gefunden.

Der Diskurs des Aquascapings zwischen Handwerk und Kunst wird dadurch klar verdeutlicht.

Aber der eigentlich Sinn des Themas hatte schon andere Prioritäten. :)
 

Tutti

Active Member
hallo,

um nochmal auf das Handwerkliche einzugehen.
Da würde ich sagen das für dieses Layout wirklich wenig Handwerkliches können und auch wenig Geschick gefordet ist.
Es gibt nichts zu schneiden (außer eventuell Moos was in Form gebracht werden muß),und neu stecken muß man auch nichts !
Dieses Becken brauchte vom Setup Tag bis zum final Shot betimmt nur ca.4-6 Wochen,wobei die Glosso wohl erst 2-3 Wochen vor dem Ende eingezogen ist !

Grüße Tutti
 

Bernd.G

Member
Tutti":2hw9ao3y schrieb:
hallo,

um nochmal auf das Handwerkliche einzugehen.
Da würde ich sagen das für dieses Layout wirklich wenig Handwerkliches können und auch wenig Geschick gefordet ist.
Es gibt nichts zu schneiden (außer eventuell Moos was in Form gebracht werden muß),und neu stecken muß man auch nichts !
Dieses Becken brauchte vom Setup Tag bis zum final Shot betimmt nur ca.4-6 Wochen,wobei die Glosso wohl erst 2-3 Wochen vor dem Ende eingezogen ist !

Grüße Tutti

Hallo

Mir gefällt, das man mit einfachen Mitteln, wie Tutti schon schreibt, und auch begrenzter Pflanzenauswahl eine maximal Wirkung auf den Betrachter erzielen kann.
Ebenso klasse gefällt mir der nicht perfekte unterschiedlich dichte Rasen! Auch der beleuchtete? lückenhaft Hintergrund der alles lichtdurchflutet darstellt.

Leider ist meine geistig-künstlerische Betrachtungsweise derart mangelhaft das ich Ingos Interpretation ;

von Bratfisch
...diese Gebärmutter in welcher sich das Wäldchen und ja, der ganze reale Simmel sich befindet und aus deren behütender Sicherheit der Blick dann auf die kalten Eisflächen der Gletscherwelt dahinter gehen kann, anderseits wirken sie grüne Atompilze, oder radioaktiver Fallout in hulkgrün,...

über die Aussage (wenn es denn überhaupt eine gibt) des Künstlers nicht folgen kann, um es mal ganz vorsichtig auszudrücken!

Gruss Bernd
 
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