“Studie” zu Filtermedien

Frederik3

Member
Schönen ersten Mai allerseits!

Ich bin letzte Nacht auf folgende Seite gestoßen, die einige Untersuchungen zu Filtermedien anstellt -


und ehrlich gesagt bin ich ein bisschen schockiert, da die Aussagen diametral den auch hier oft wiederholten Aussagen zu Biofiltermedien widersprechen. 30ppi Schwämme oder K1 kommen laut der Seite auf ein vielfach besseres Ergebnis als zB. Matrix.

Was haltet ihr davon? Hat vielleicht schon mal jemand privat vergleichbare Tests angestellt oder weitere Quellen im Kopf, die solche Aussagen bestätigen würden?
 
Hallo,

Bimsgestein hat die größte Oberfläche für die Ansiedlung von Bakterien, weil es super porös ist. Green Aqua und Andere haben die verschiedenen Filtermedium unters Mikrosskop gelegt und dies bestätigt. Ist doch unlogisch. Schwämme haben doch nur eine äußere Besiedlungsfläche. Poröses Bimsgestein bietet auch im inneren viel Ansiedlungsfläche.

Beste Grüße

Stefan
 

omega

Well-Known Member
Hi,

Green Aqua und Andere haben die verschiedenen Filtermedium unters Mikrosskop gelegt
das da z.B.? https://greenaqua.hu/en/biologiai-szuroanyagok-osszehasonlitasa
Es ist zunächst mal irrelevant, wie porös ein unbenutztes Filtermaterial ist. Entscheidend ist, wie dick sich der Biofilm im Betrieb bildet. Ist dieser dicker als die Porengröße, verschließt er die Poren und bildet sich nur oberflächlich. Solche Aufnahmen sollten die mal machen, und dann auch mal vom Inneren von solch hochprösem, eingefahrenen Filtermaterial.
Sind die Poren von Biofilm überwachsen, findet nur an der Oberfläche viel Stoffumsatz statt, der aerob abläuft. Innen rein müssen die Stoffe hineindiffundieren, was dauert. Dort sinkt zunehmend der Sauerstoffgehalt, wird anaerob. Aber aufgrund des geringen Stoffaustausches passiert dort nicht viel.

Ist doch unlogisch. Schwämme haben doch nur eine äußere Besiedlungsfläche
Die lagern Mulm ein und erhöhen so ihre wirksame Oberfläche um ein Vielfaches.

Grüße, Markus
 
Hallo,

ich habe auch Erfahrungen im Meerwasserbereich und weiß daß da gutes Lebendgestein und Totgestein, was quasi den Filter des Meerwasseraquarium darstellt, immer sehr porös sein musste, um viele Bakterien ansiedeln zu können. Mittlerweile verwenden viele Leute weniger Gestein, weil es auch zu viel Nährstoffe wie Nitrat und Phosphat fressen kann. In meinem ersten Meerwasserbecken, daß ich klassisch mit porösem Lebendgestein eingerichtet habe, hatte ich einen Nitratverbrauch von 5 mg/l pro Tag. Ich kann mir nicht vorstellen, daß diese Abbauleistung durch die Bakterien durch Schwämme zu erreichen ist. Ich kann dem Artikel nicht glauben, weil hier ja auch viele Leute mit biologischem Filtermaterial wie Matrixx und gleichzeitig wenigen Nährstoffproduzenten wie Fischen darüber klagen, daß Nitrat und Phosphat zu viel verbraucht wird.

Beste Grüße

Stefan
 
Hallo ,
das die "Blaue Matte" ein weitaus effizienteres Filtermaterial ist als all die hochmodernen Superduperfiltermedien kann ich aus Erfahrung nur bestätigen. Man sollte nur darauf achten das es offenporiger Schaumstoff ist , welches man leicht durch hineinpusten herausfindet. Weil aber so ein Stück Matte nur ein paar Groschen kostet ist es nicht profitabel genug für die Industrie und muss durch anderes Material ersetzt werden, welchem dann Wunderkräfte angedichtet werden.
mfg. Heiko
 
Hallo,

die ganzen Fischzüchter mit den Becken voller Fische und massig Futter nehmen doch alle poröses Material wie Siporax und andere Biofiltermedien. Da reichen keine Schwämme.

Beste Grüße

Stefan
 

moskal

Well-Known Member
Hallo,

was wie effizient ist kommt denke ich auf die Verwendung an. Wasserschildkrötenbecken muß anders gefiltert werden wie Oscar/Cichla/Rochenbecken wie Holländisches Pflanzenaquarium wie standart Wohnzimmerbecken. Und je nach dem wie viel und wie regelmäßig der Filter belastet wird ist das eine Filtermaterial besser wie das andere und umgekehrt. Als ich noch Heros, Geophagus und Uarus hatte war großzügig dimensionierte ganze Matte das beste. Irgendwelches Sinterglas&co wird bei den Belastungen schnell zum Misthaufen. Mit dem Großen HMF als Vorfilter einen Außenfilter mit ein paar l Siporax bestückt als Strömungspumpe hat funktioniert, musste aber im Auge behalten werden.
Sehr gut für extremanwendung waren auch die Maximalfilter und die werden mit Filterwatte und Blubberstein betrieben. Aber daraufhin die Aussage daß Watte schlechter, besser oder gleichgut wie Schwamm wäre ist trotzdem nicht haltbar. Kommt eben auf Art des Einsatzes an.
Fürs scape ist beides nichts.

Gruß, Helmut
 

omega

Well-Known Member
Hi,

Ich kann dem Artikel nicht glauben, weil hier ja auch viele Leute mit biologischem Filtermaterial wie Matrixx und gleichzeitig wenigen Nährstoffproduzenten wie Fischen darüber klagen, daß Nitrat und Phosphat zu viel verbraucht wird.
das sind doch dann hier aber auch stark bepflanzte und stark beleuchtete Aquarien. Die sollen mal eine Woche mit Strömungspumpe statt Filter laufen. Erst dann wird sich zeigen, wo das Nitrat tatsächlich abbleibt. Aber derartige Test macht ja keiner. Es wird immer nur behauptet.

Grüße, Markus
 

moskal

Well-Known Member
Hallo,

bei mir hats ein paar filterfreie Aquarien, die ich auch nur sehr selten dünge. Allermeist nur Wasserwechsel mit Leitungswasser. Das kommt bei mir mit 280-300µS/cm aus der Wand. Beim Wasserwechsel hat es meist um die 180µS/cm und kein NO3. Obwohl da Fische drin sind die gefüttert werden. Das sind alles Aquarien die auch Sonnenlicht abbekommen. Diese Energiezufuhr hat vielleicht auch eine Wirkung.

Gruß, Helmut
 

nik

Moderator
Teammitglied
Moin Stefan,
Bimsgestein hat die größte Oberfläche für die Ansiedlung von Bakterien, weil es super porös ist. Green Aqua und Andere haben die verschiedenen Filtermedium unters Mikrosskop gelegt und dies bestätigt.
und, was nutzt das? Wer kann das nutzen? Doch nur mehr Anaerobier und für die besteht im Pflanzenaquarium näherungsweise kein Bedarf! Denitrifikation ist im Pflanzentank sowieso kontraproduktiv. Finde ich durchaus plausibel, dass das Matrix kaum effektiver als Kermikringe ist. Es ist ein möglicher Grund, warum es trotz der von manchen praktizierten Mengen funktioniert. Zumal nach Saschas Betriebsweise sowieso mageres Wasser gefahren wird, dann ist das aus zwei Gründen unerheblich.

Immerhin zeigt das wie wenig Filtersubstrat für eine ausreichende Nitrifikation erforderlich ist. Im mäßig gefütterten Pflanzenbecken ist das überhaupt nicht notwendig.
Der Autor sieht den Vorteil von viel Filtersubstrat in der Klarheit des Wassers. Und da wird es in zwei Punkten für mich unrund. Zum einen der Einfluss auf die Nährstoffe wird nicht betrachtet und zum anderen lässt sich klares Wasser schon nur über die Mikrobiologie erreichen.

Hat mich trotzdem ziemlich nachdenken lassen. Zurzeit habe ich überhaupt nur einen einzigen Filter in Betrieb und den noch leer. Der dient als Strömungspumpe, optional zur Heizung, evtl für Purigen und zur CO2-Zugabe. Den könnte ich mit dem größeren Topf und tüchtig Schwamm betreiben. Muss ich noch mal wirken lassen, denn an höherer Klarheit des Wassers besteht kein Bedarf.

Einfach mal zur Verdeutlichung, schon schwarz-weiß, die Grautöne stellt das nicht infrage: Zum einen gibt es die Betriebsweise, die Nährstoffe schwerpunktmäßig über den Boden zugibt, bei relativ magerem Wasser. Da stört üppige Filterung wenig - wobei mir abgesehen vom klaren Wasser deren Sinn nie eingängig war und desweiteren magere Bodensubstrate mit fetter Nährstoffversorgung über das Wasser. Da ist fette Filterung kontraproduktiv. Mattenfilter sind ein Sonderfall, kann mich im Pflanzenbecken trotzdem nicht überzeugen.

Gruß Nik
 

Frederik3

Member
Hallo,

toll wie viele Rückmeldungen hier gekommen sind!
Die Seite hat viele, viele Unterkategorien, in denen auf verschiedene Details eingegangen wird. Unter anderem zB. auch auf Purigen, Kohle etc,, hab gestern noch eine ganze Weile mit Lesen verbracht o_O

Generell muss ich zugeben, ich glaube ich wurde verascht. Ich bin definitiv dem Marketing auf YouTube und Co zu bestimmten biologischen Filtermaterial auf den Leim gegangen. Obwohl ich immer darüber gestolpert bin wie die tief sitzenden Bakterien überhaupt an die Nahrung kommen sollen (anaerobe (ohne Sauerstoff) Denitrifikation im Kern). Das wird auf der Seite auch nochmal im Detail hier als völliger Blödsinn aufgedröselt:


Wenn ich mir dagegen z.B. K1 als statisches Filtermaterial anschaue, kann ich mir gut vorstellen, dass die Bakterien ausreichend mit Nahrung umflossen werden und eine vielleicht geringere Porosität (unter dem Mikroskop) schlussendlich aber voll genutzt werden kann.

@nik auch der Teil mit dem klaren Wasser macht für mich Sinn. Vielleicht könntest du deine Kritik nochmal erklären. Der Standpunkt ist ja genau der, dass die Mikrobiologie die Nährstoffe entweder im Filter oder im Wasser verbraucht. Wenn die Bakterien im Filter sitzen, sinkt die Keimdichte im Wasser. Verbraucht werden die Nährstoffe ja so oder so.

Schönen Sonntag allerseits :)
 

Lixa

Well-Known Member
Hallo,
Ohne ausreichend Fe (II) Ionen hatte ich nie starke Denitrifikation. Bisher konnte ich in dem Bericht nichts über das Eisen finden, obwohl es wirklich wichtig dafür ist. Der deutsche Wikipedia Artikel zur Denitrifikation erklärt das gut.

Zudem steht auch nichts zu H2S in dem Bericht drin, was durchaus auch passieren kann. Wenn ein Filtersystem mit H2S produzierenden Bakterien infiziert wird, dann kann Denitrifikation nicht passieren. Die denitrifizerenden Bakterien müssen schon irgendwo herkommen.

Sobald Denitrifikation läuft, wird Nitrat innerhalb von 1-3 Tagen abgebaut - nicht Wochen. Angeimpft geht das schon nach einigen Wochen los. Compo Fetrilon oder ähnliches ist auf jeden Fall nötig, denn sonst kann NO3 einfach schlecht verwertet werden. Klar könnte man anderes als Eisen nutzen, ist aber im Aquarium am einfachsten umzusetzen. Natürlich bilden sich als Folge gerne Mal Pinselalgen, aber darum ging es hier nicht.

Viele Grüße

Alicia
 

nik

Moderator
Teammitglied
@nik auch der Teil mit dem klaren Wasser macht für mich Sinn. Vielleicht könntest du deine Kritik nochmal erklären.
da gibt es nicht viel zu erklären. Sicher ist es so, dass über üppige Filterung das Wasser mager an organischen Verbindungen wird.
Das ist das Beispiel eines ungefilterten Beckens mit vernachlässigbarem Wasserwechsel:

Läuft über die Mikrobiologie, nur über die.

Der Standpunkt ist ja genau der, dass die Mikrobiologie die Nährstoffe entweder im Filter oder im Wasser verbraucht. Wenn die Bakterien im Filter sitzen, sinkt die Keimdichte im Wasser. Verbraucht werden die Nährstoffe ja so oder so.
Wie kommst du denn darauf? Die üblichen Bakterien leben idR. von der Mineralisation, dem Zersetzen organischer Masse bis es nicht weiter mineralisiert werden kann. Fasst man unter Destruenten zusammen und das was die hinterlassen sind die Baustoffe für Konstruenten, meist das was Chlorophyll enthält. Was die Destruenten an Makros, Mikros brauchen ist vernachlässigbar. Sind wir wieder bei den organischen Verbindungen. Von wie vielen reden wir denn, dass das so eine supereffiziente Filterung benötigte? Wenn klares Wasser kein zwingender Grund ist, was ist es dann?
Die Gründe für Filterung oder nicht kannst du in meinem Spoiler unter Geringfilterung nachlesen. Eine relative Filterung, d.h. nicht mehr Filterung als notwendig, aber auch nicht weniger!

Gruß Nik
 

omega

Well-Known Member
Hi,

Bisher konnte ich in dem Bericht nichts über das Eisen finden, obwohl es wirklich wichtig dafür ist. Der deutsche Wikipedia Artikel zur Denitrifikation erklärt das gut.
von wo genau magst Du Dir das herausgelesen haben?

Wenn ein Filtersystem mit H2S produzierenden Bakterien infiziert wird,
Infiziert? Derartige Bakterien sind ubiquitär. Stell mal einen eingefahrenen Filter ab. Der fängt bald an, nach faulen Eiern zu stinken.

Die denitrifizerenden Bakterien müssen schon irgendwo herkommen
Dito: Denitrifizierer sind ubiquitär. Schon allein Nitrobacter und Nitrosomonas sind dazu in der Lage.

Grüße, Markus
 

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