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Postby BiochemikerLA » 31 Dec 2018 19:06
Hallo zusammen,

Da ich endlich wieder in mein geliebtes Hobby einsteigen werde (450l Becken), habe ich mich unter anderem auch hier über die neusten Trends informiert. Vor allem bei den Düngern gibt es viel zu viele Meinungen bzw. noch Ungewisses. Bei einigen Beiträgen war mir nämlich nicht klar, wie die Berechnungen angestellt werden. Daher zwei Fragen, die mich am meisten interessieren:

1.) Bei sämtlichen Beiträgen wird die Literangabe auf das Aquarium bezogen. Ist damit der theoretische Inhalt gemeint (also ohne Einrichtung) oder beziehen sich die Düngerwerte auf das reine übrige Wasservolumen? Ich rechne bei meinem Becken nämlich mit ca. 250 Liter tatsächlicher Wassermenge. Muss ich trotzdem die Mengen für 450l nehmen oder nur die für 250l?

2.) Bei dem Flowgrow-Düngekonzept ist einmal eine Wochendosis angegeben und danach die Tagesdosis. Sind das Alternativen oder wird beides gleichzeitig gemacht? Nicht, dass ich dann viel zu viel Dünger reinhaue.

Besten Dank für eure Antworten und sorry, wenn ich mit solchen Banalitäten daherkomme.

Charly
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Postby Kejoro » 31 Dec 2018 20:13
Hey Charly,

willkommen auf Flowgrow :grow:

BiochemikerLA wrote:1.) Bei sämtlichen Beiträgen wird die Literangabe auf das Aquarium bezogen.
Im Idealfall nimmst Du die tatsächliche Wassermenge. Das muss nicht auf den Liter genau sein, auch 20% Abweichung sind eigentlich nie ein Problem, in der Praxis irrelevant.
BiochemikerLA wrote:2.) Bei dem Flowgrow-Düngekonzept ist einmal eine Wochendosis angegeben und danach die Tagesdosis.
Es gibt ein Flowgrow-Düngekonzept :D? Das darfst du gerne hier verlinken, würde mich auch interessieren.
Stoßdüngung (z.B. wöchentliche Düngung) wird dann gemacht, um seine Zielwerte zu erreichen und die Tagesdüngung gleicht den täglichen Verbrauch der Nährstoffe aus.
Damit kann man die Pegel im Becken konstant halten.

Guten Rutsch!
Kevin
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Postby unbekannt1984 » 31 Dec 2018 20:44
Hallo,

Kejoro wrote:Es gibt ein Flowgrow-Düngekonzept :D? Das darfst du gerne hier verlinken, würde mich auch interessieren.

ja Kevin, du liest wohl noch nicht genug :P
Arami Gurami wrote:
Flowgrow Spezial Düngekonzept:

...

guckst du hier.

@Charly:
Kejoro wrote:
BiochemikerLA wrote:1.) Bei sämtlichen Beiträgen wird die Literangabe auf das Aquarium bezogen.
Im Idealfall nimmst Du die tatsächliche Wassermenge. Das muss nicht auf den Liter genau sein, auch 20% Abweichung sind eigentlich nie ein Problem, in der Praxis irrelevant.

Zur Verdeutlichung: Ein "vollständiger" Wasserwechsel bei meinem 54l Aquarium sind ziemlich genau 36l, dabei kriege ich dann nicht den letzten Tropfen aus dem Bodengrund heraus. Rechnet man mit 40l passt das schon recht gut.
250l Wasser in 450l Aquarium klingt etwas wenig... Ich denke da passt ein bisschen mehr Wasser rein :)
Mit freundlichen Grüßen,
Torsten

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Postby Plantamaniac » 01 Jan 2019 08:46
Hei, ja, es ist manchmal schon erstaunlich, wieviel Wasser nur in den Becken ist.
Wenn ich sage, 70% Wasserwechsel, dann meine ich von der Wassersäule.
Also 70% der Wasserhöhe, inklusive Bodengrund.
Das hat nix mit dem Bruttoinhalt zu tun.
Würde ich 70% von der Bruttomenge machen, wär kaum noch Wasser im Becken :lol:
Es ist einfach nurnoch 30% der Beckenhöhe drin zu lassen, als Eimer mitzuzählen oder einen Schlauchliterzähler (https://www.gardena.com/de/produkte/bewasserung/ogs/wassermengenzahler/966780901/), besonders wenn man mit langem Schlauch WW macht.
Man kann das aber dochmal in Eimer ablassen und mitzählen, dann weiß man, wieviele Liter das in Wirklichkeit sind.
Wichtig, falls man mal Medikamente dosieren müßte...das muss man schon wissen, wieviel Wasser in Wirklichkeit im Becken sind.
Meistens ist man mit 50% der Dosierung als Grunddüngung gut aufgestellt und komplettiert dann nach "Guck" alle paar Tage nach. Wenn die Pflanzen gut aussehen weniger, wenn man Mangelerscheinungen erkennt, etwas mehr.
Dann gibts einen großen Wasserwechsel und das Spielchen beginnt von Neuem.
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Postby BiochemikerLA » 01 Jan 2019 15:30
Besten Dank an Euch drei. Die 250l waren natürlich nur geschätzt. Ich werde relativ viel Steine und Wurzeln verarbeiten. Das Soil ist ja auch recht dicht. Und dann kann man ja nochmal 50l abziehen, da die Innenmaße ja weniger Inhalt ergeben und das Becken nicht bis zum Anschlag gefüllt ist. Ich werde beim Einlassen einfach mal mitrechnen.

Zwecks der Wahl des richtigen Düngesystems bin ich trotz der tollen Beiträge irgendwie noch nicht richtig weiter gekommen. Bisher hatte ich immer das System von Dennerle benutzt (S7, E15 und V30). Allerdings hatte ich immer das Gefühl, dass mit zunehmendem Alter des Beckens das System nicht mehr gut funktionierte. Da ich bisher die Wasserwerte nur nach dem Wasserwechsel gemessen und auch nur die Stäbchentests verwendet hatte, hatte ich nie auf die anderen Werte (K+, NO3-, PO4-, etc.) geachtet. Damals wusste man ja auch noch nicht so viel von diesen Dingen, bzw. hatte man ja ganz andere Vorstellungen über die Zusammenhänge.

Ich hatte daher mangels Erfahrung zuerst an die Verwendung des Premium Fertalizers von Tropica gedacht. Allerdings gibt es da keine Angabe zum Kaliumgehalt. Außerdem würde ich eine wöchentliche Düngemethode bevorzugen, da ich beruflich viel unterwegs bin. Da kommt eine tägliche Düngung nicht in Frage. Gibt es da ein bewährtes System oder kann man dann gleich von suboptimalen Bedingungen und einer entsprechenden Entwicklung des Beckens ausgehen?

Wäre begeistert, wenn ihr da noch ein paar Tipps oder auch die knallharte Wahrheit für mich hättet. :wink:

Charly
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Postby Thumper » 01 Jan 2019 15:47
Moin Charly,

I’m Anhang die Analyse vom Tropica Dünger. Da geht auch der Kalium Anteil hervor.

Wenn du wöchentlich düngen willst, dann greife zu etwas weniger Licht. Damit wachsen die Pflanzen zwar auch langsamer, verbrauchen aber auch langsamer Nährstoffe.

Analysis Certificate liquid fertiliser.pdf
(829.98 KiB) Downloaded 25 times

Grüße,
Bene


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Postby unbekannt1984 » 01 Jan 2019 15:50
Hallo Charly,

BiochemikerLA wrote:Außerdem würde ich eine wöchentliche Düngemethode bevorzugen, da ich beruflich viel unterwegs bin. Da kommt eine tägliche Düngung nicht in Frage. Gibt es da ein bewährtes System oder kann man dann gleich von suboptimalen Bedingungen und einer entsprechenden Entwicklung des Beckens ausgehen?

wie wäre 3, 6 oder 12 monatlich? Also wir haben da gerade einen Thread zu Osmocote, der sich schnell über die Frage zur Schädlichkeit hinaus entwickelt hat:
Osmocote schädlich für Wasserorganismen.
Damit wäre dann eine gewisse relativ gleichmäßige Zufuhr an NPK gegeben, Mikrodünger, sowie zusätzlich Kalium und Stickstoff wäre noch nötig.

Ansonsten gäbe es Dosierpumpen für eine automatisierte Düngerzufuhr als Möglichkeit.

BiochemikerLA wrote:Ich hatte daher mangels Erfahrung zuerst an die Verwendung des Premium Fertalizers von Tropica gedacht. Allerdings gibt es da keine Angabe zum Kaliumgehalt.

Was gibt es nicht? (Ja, ich habe den Link noch im Download-Verlauf gefunden)
Tropica-Dünger Analyse
Mit freundlichen Grüßen,
Torsten

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Postby BiochemikerLA » 02 Jan 2019 02:12
Danke für die Analysewerte und den Osmocote-Thread. Also ganz so faul bin ich dann auch nicht. Das mit dem Licht könnte ich hinbekommen. Wenn ich mir die Kaliumkonzentration vom Tropica Dünger anschaue, dann müsste die doch eigentlich reichen, oder?

Andererseits sieht das limitierte Soil-Düngekonzept auf der Aqua-Rebell-Seite auch nicht so kompliziert aus. Vielleicht versuche ich mich damit erst einmal. Oder hat da jemand schlechte Erfahrungen mit gemacht?

Charly
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Postby Thumper » 02 Jan 2019 04:23
Moin Charly,

Ich habe eine Variante des limitierten Konzepts auf Sand gefahren, natürlich muss man dann mehrfach wöchentlich Stickstoff (ich hab es mittels NO3) düngen. Meiner Meinung nach ein super Konzept, welches recht simpel ist.
Dazu gibt es hier im Forum diverse Themen. Stichworte: gering Filterung, reine Wassersäulen Düngung.
Grüße,
Bene


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Postby nik » 02 Jan 2019 09:44
Moin Charly,

kann ich mal einen link zum "limitierten Soil-Düngekonzept" haben?

Bene zielt wohl auf die von mir in meiner Sig beschriebene Betriebsweise ab. Darin ist auch eine Düngung beschrieben. Mit regelmäßigen, ausreichenden Wasserwechseln lässt sich das Aquarium rechnerisch düngen, ich messe nur noch sehr selten, wenn mich mal was konkretes interessiert. Kommt auf die Menge Licht an, 40 lm/l (LED) lassen sich locker wöchentlich düngen, wäre sowieso meine Empfehlung, wenn es pflegeleicht werden soll. Ein synthetisch chelatierter Eisenvolldünger und KH2PO4 funktionieren auch wöchentlich sehr gut, die Kaliumversorgung mit KNO3 auch. Letzteres bringt schon N mit, aber nicht ausreichend, was sich mit Calcium- und Magnesiumnitrat ebenfalls auf wöchentlicher Basis ergänzen lässt.

Ich ergänze N idR. mit Urea, das ist ausgesprochen elegant - was sich aber nicht wöchentlich zugeben lässt. So was kann man aber auch mit Dosierpumpen realisieren.

Gruß Nik
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Postby Thumper » 02 Jan 2019 10:51
Moin,

nik wrote:kann ich mal einen link zum "limitierten Soil-Düngekonzept" haben?

Klar.
Grüße,
Bene


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Postby nik » 02 Jan 2019 12:56
Danke Bene. Die PMDD sind im Kern wirklich uralt. Ich kenne die aus "The Krib" und müsste mit 25 Jahren sehr grob schätzen, wie lange das schon her ist. Die angegebenen Dosierungen für N und K können schon funktionieren, basieren aber auf Kaliumnitrat - damals state of the art. Das kann man als überholt betrachten, denn KNO3 bildet schon nicht den pflanzlichen Bedarf an K & N ab - deshalb hatte ich im letzten Post von der N-Ergänzung geschrieben. KNO3 ist ein ausgezeichneter K-Dünger - und bringt noch ein bisschen Nitrat mit. Außerdem zielt der verlinkte Artikel wohl auf das ADA Soil ab - wegen des fehlenden und deshalb zuzuführenden Kaliums - es gibt aber viele, unterschiedlich beladene tonige Soils. Ich bin da nicht so der Fan von, da vorgedüngte Soils nicht von einer ordentlichen Wasserdüngung befreien und dann ist mir - bei einer sowieso nur teilweisen Nährstoffpufferung - die schnelle und direkte Reaktion der Pflanzen bei einer ungepufferter Düngung viel aussagekräftiger. Düngung ist aber nicht sonderlich spannend und recht leicht zu gewährleisten, meine Sig zielt auf ein funktionierendes Aquarium ab und deshalb liegt der Schwerpunkt auf einer funktionierenden Mikroflora.

Gruß Nik
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Postby BiochemikerLA » 03 Jan 2019 14:37
Hallo zusammen!

Da ich das Soil bereits gekauft habe (das von Tropica), werde ich jetzt erstmal diese Methode ausprobieren. Offensichtlich gibt es die ultimative Düngemethode nicht. Ich denke diese Methode ist für mein geplantes Becken am besten geeignet. Ich bedanke mich für alle Tipps und berichte später wieder, wie es lief.

LG

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