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Postby easc » 06 Jul 2019 00:21
Hallo,

sehr beliebt sind ja (zur Zeit?) Aquascapes im "Insel"-Stil, mit Sand statt Bodendecker und ohne schnellwachsende Stengelpflanzen, als Beispiel mal dieses hier: https://www.youtube.com/watch?v=MLtQGShV6aA.

Die werden ja generell denk ich mal mit wenig Licht & Düngung betrieben, also das was man so unter "low energy" versteht (wenn ich denk Begriff, in Abgrenzung zu "low tech" richtig verstanden habe).

Wenig Licht & Dünger spricht ja dafür, dass Algen es eher schwer haben werden, andererseits entfällt auch die Konkurrenz durch viel & schnellwüchsige Pflanzenmasse.

Da wollte ich Euch mal fragen, wie solche Becken abschneiden im Vergleich zu "high energy" Scapes mit viel Licht & Dünger, einerseits was den Pflegeaufwand angeht, andererseits was die Algengefahr angeht.
Habt Ihr da Erfahrungen?
Beste Grüße, Florian
easc
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Postby Plantamaniac » 06 Jul 2019 05:28
Hei, wunderschön das Becken :D
Bin großer Lowtecanhänger.
Wenn Du keine Algen rein tust, kommen auch keine.
Das ist meine Erfahrung aus 30 Jahren Aquaristik.
Also Invitro und emerse Wasserpflanzen einsetzen.
Alles andere wird mehr oder weniger Algen mitbringen.
Dann läuft das von Anfang an Algenfrei.
Höchstens Staub oder Punktalgen lassen sich nicht ganz vermeiden, aber das ist gutes Futter für die Tiere.
Vorsicht mit Invitromoosen, da sind einige mit Cladophora befallen :sceptic:
Da funktioniert der Umweg über emers tadellos...dauert nur ewig
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Postby nik » 06 Jul 2019 10:31
Moin,
easc wrote:Da wollte ich Euch mal fragen, wie solche Becken abschneiden im Vergleich zu "high energy" Scapes mit viel Licht & Dünger, einerseits was den Pflegeaufwand angeht, andererseits was die Algengefahr angeht.
Habt Ihr da Erfahrungen?

yep, das geht, mitunter Jahre lang ohne nennenswerte Maßnahmen. Dazu gehörte aber auch CO2-Druckgas, eben weil es pflegeleicht ist und 2 Kg an so einem 30er Cube mit netto nicht mal 20 l ewig halten. Das ist so ein Nullaufwandbecken. Licht orientiert sich am Bedarf. Bei dem geht es nicht mit Schwachlicht, die C.Parva braucht schon mehr Licht um wachsen zu können. Licht bewegte sich immer um 30-40 lm/l. Heizung ist nicht, Filterung auch nicht, nur ein Niedervoltspringbrunnenpümpchen, das mit einer Nennleistung von 280 l/h das Becken rührt. Im Grunde ist das auch Lowtec/Lowenergy. Gedüngt wird auf Sicht ohne vor Algen Angst haben zu müssen. Die Parva ist ein guter Zeiger. Das Ding ist so stabil wie nur was. Das war 02/2016.
30152 30191
Hier kann man es besser sehen. Das ist eine bewachsene Steinsäule.

32510
Das wächst trotzdem gut. Ein gutes halbes Jahr später - wobei die Pflanzen oben Licht satt haben.

Das lief AFAIR noch wenigstens ein Jahr so weiter bevor ich etwas an den Pflanzen machen musste. Wasserwechsel so gut wie keiner, Scheiben reinigen braucht es auch nicht.

Man muss das für sich einstellen wie man es braucht. Den Stoffwechsel der Pflanzen kann man schon bremsen. Licht in Intensität oder Dauer ist ein guter Punkt, Temperatur hilft auch, aber mit Abstand am sinnvollsten ist die Limitierung in CO2. Das ergibt im Wuchs schöne, kompakte Pflanzen. Entgegen deiner Ansicht ist die Limitierung in Nährstoffen nicht sinvoll, das gibt allenfalls Mangelerscheinungen. Selbst die, die ihr Heil darin sehen Pflanzenaquarien nährstoffmäßig knapp zu fahren, bekommen so Algen nicht immer verhindert. Nährstoffe sind dann nur Auslöser, die Ursache ist eine andere. Und wie das mit langsamwüchsigen Pflanzen und Algen ist, kannst du selbst sehen, es ist einfach kein Thema. Dazu wird schon eine Menge Stuss erzählt, z.B. mit den Schnellwachsern ...

War ein bisschen schwierig, habe aber jetzt endlich einen geeigneten Vintage-Unterschrank für ein 80x40x40 gefunden. Das bekommt ungedüngten Sand, 40 lm/l Vollspektrum LED, keine Heizung, keine Filterung, nur eine Strömungspumpe oder einen leeren Thermofilter. Gedüngt wird nur übers Wasser. Ein leerer Filter lässt sich gut als Mulmsammler nutzen. Bei einem größeren Becken lässt sich das CO2 ausreichend herunterregeln, ich denke da an so ~5 mg/l CO2. Kommt auf die Umstände an. Das ist mit Nanos schwieriger. Und natürlich langsamwachsende Pflanzen. Davon gibt es genug attraktive und geeignete Pflanzen, Wie du in deinem YT-Vid sehen kannst, sind das idR. dunklergrüne Pflanzen.

Gruß Nik
nik wrote:
Wasserpflanzenaquaristik mit allem Drum und Dran

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Postby easc » 09 Jul 2019 21:02
Plantamaniac wrote:Wenn Du keine Algen rein tust, kommen auch keine.


Ich hab in all meinen Becken nur In-Vitro-Pflanzen verwendet, keine gebrauchte Technik etc., die Pinsel-, Bart und Fadenalgen, die sich da pudelwohl fühl(t)en, müssen irgendwoher gekommen sein :wink:

nik wrote:Moin,
easc wrote:Da wollte ich Euch mal fragen, wie solche Becken abschneiden im Vergleich zu "high energy" Scapes mit viel Licht & Dünger, einerseits was den Pflegeaufwand angeht, andererseits was die Algengefahr angeht.
Habt Ihr da Erfahrungen?

yep, das geht, mitunter Jahre lang ohne nennenswerte Maßnahmen. Dazu gehörte aber auch CO2-Druckgas, eben weil es pflegeleicht ist und 2 Kg an so einem 30er Cube mit netto nicht mal 20 l ewig halten. Das ist so ein Nullaufwandbecken. Licht orientiert sich am Bedarf. Bei dem geht es nicht mit Schwachlicht, die C.Parva braucht schon mehr Licht um wachsen zu können. Licht bewegte sich immer um 30-40 lm/l. Heizung ist nicht, Filterung auch nicht, nur ein Niedervoltspringbrunnenpümpchen, das mit einer Nennleistung von 280 l/h das Becken rührt. Im Grunde ist das auch Lowtec/Lowenergy. Gedüngt wird auf Sicht ohne vor Algen Angst haben zu müssen. Die Parva ist ein guter Zeiger. Das Ding ist so stabil wie nur was. Das war 02/2016.
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Das wächst trotzdem gut. Ein gutes halbes Jahr später - wobei die Pflanzen oben Licht satt haben.

Das lief AFAIR noch wenigstens ein Jahr so weiter bevor ich etwas an den Pflanzen machen musste. Wasserwechsel so gut wie keiner, Scheiben reinigen braucht es auch nicht.

Man muss das für sich einstellen wie man es braucht. Den Stoffwechsel der Pflanzen kann man schon bremsen. Licht in Intensität oder Dauer ist ein guter Punkt, Temperatur hilft auch, aber mit Abstand am sinnvollsten ist die Limitierung in CO2. Das ergibt im Wuchs schöne, kompakte Pflanzen. Entgegen deiner Ansicht ist die Limitierung in Nährstoffen nicht sinvoll, das gibt allenfalls Mangelerscheinungen. Selbst die, die ihr Heil darin sehen Pflanzenaquarien nährstoffmäßig knapp zu fahren, bekommen so Algen nicht immer verhindert. Nährstoffe sind dann nur Auslöser, die Ursache ist eine andere. Und wie das mit langsamwüchsigen Pflanzen und Algen ist, kannst du selbst sehen, es ist einfach kein Thema. Dazu wird schon eine Menge Stuss erzählt, z.B. mit den Schnellwachsern ...

War ein bisschen schwierig, habe aber jetzt endlich einen geeigneten Vintage-Unterschrank für ein 80x40x40 gefunden. Das bekommt ungedüngten Sand, 40 lm/l Vollspektrum LED, keine Heizung, keine Filterung, nur eine Strömungspumpe oder einen leeren Thermofilter. Gedüngt wird nur übers Wasser. Ein leerer Filter lässt sich gut als Mulmsammler nutzen. Bei einem größeren Becken lässt sich das CO2 ausreichend herunterregeln, ich denke da an so ~5 mg/l CO2. Kommt auf die Umstände an. Das ist mit Nanos schwieriger. Und natürlich langsamwachsende Pflanzen. Davon gibt es genug attraktive und geeignete Pflanzen, Wie du in deinem YT-Vid sehen kannst, sind das idR. dunklergrüne Pflanzen.

Gruß Nik


Vielen Dank für den ausführlichen Beitrag, das gibt mir einige Punkte zum drüber nachdenken und weiterrecherchieren.

nik wrote:Dazu wird schon eine Menge Stuss erzählt, z.B. mit den Schnellwachsern ...


Ich entnehme dem, du bezweifelst die "schnellwachsende Pflanzen verhindern Algen, weil sie ihnen die Nährstoffe klauen"-Theorie? Kannst du das etwas erläutern?
Beste Grüße, Florian
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Postby nik » 09 Jul 2019 21:32
Moin,

ich hätte dich schon mit Namen angesprochen, ist hier üblich und auch erwünscht. So ein Hallo und Gruß, Name hintendran ist schon hilfreich und hebt die Stimmung. ^^ edit: ah, Florian, du hast eine Sig! :)

easc wrote:Ich entnehme dem, du bezweifelst die "schnellwachsende Pflanzen verhindern Algen, weil sie ihnen die Nährstoffe klauen"-Theorie? Kannst du das etwas erläutern?

Das ist einfach. Pflanzen gehen bei Nährstoffmängeln vor den Algen kaputt. In dem Augenblick in dem ein Becken nur gering, aber vollständig gedüngt wird, ist es schon eutroph! Die Werte, die in der Pflanzenaquaristik praktiziert werden, sind es in jedem Fall.
Nun gibt es die nette, schon länger praktizierte Sitte nach dem Düngesystem Estimative Index zu düngen, d.h. megafett und auch diese Aquarien können algenfrei betrieben werden.

Ohne Nährstoffe kann gar nichts wachsen und wenn es mit reichlich Nährstoffen Algen geben kann - oder aber auch nicht(!), dann muss noch etwas weiteres eine Rolle spielen! Im Grunde genommen eine ausgesprochen schlichte Erkenntnis.
Und jetzt versuche mir mal zu erklären, warum schnell wachsende Pflanzen Algen vermeiden sollen.
Wäre das so, dann könntest du doch Nährstoffe gleich sein lassen.
Die Antwort, warum Pflanzen zur Stabilität beitragen *können*, findest du übrigens in meiner Sig. Nährstoffverbrauch ist es sicher nicht!

Gruß Nik
nik wrote:
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Postby Plantamaniac » 10 Jul 2019 17:35
Hei

Zitat: die Pinsel-, Bart und Fadenalgen, die sich da pudelwohl fühl(t)en, müssen irgendwoher gekommen sein :wink:
<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<
Dann hast Du irgendwann nicht aufgepasst.
In Invitromoosen können trotzdem noch Algen drin sein...ist bekannt.
Das mach ich jetzt schon viele Jahre so, hab Becken von früher neben den neuen stehen und trotzdem bleiben die sauber...wenn ich mich an die Regeln halte.

Schnellwachsende Pflanzen wirken nicht über Nährstoffverbrauch, sondern durch entfernung der Algen an den Alten Pflanzenteilen. Wenn ich befallene ältere Pflanzenteile entferne, entferne ich gleichzeitig die Algen.
Junge Pflanzenteile wachsen sauber und gesund.
Immer schön an Anubias und Javafarnen zu beobachten. Die Algen brauchen eine gewisse Zeit und wachsen besonders gerne an alten Pflanzenteilen. Bei diesen Pflanzen werden die erst sehr spät verworfen, vermehrens ich also solange munter weiter durch Spooren oder Bruchstücke. Was weg ist, kann sich nicht mehr vermehren.

Mein schöner erwünschter UnkrautCladophorarasen geht grad ein :( ...hab vor kurzem ein paar Schnipsel Nixkaut von Öhrchen reingeworfen...Ob die daran schuld sind oder die mitgeführten Bakterien daran? Nennenswert gewachsen ist das Nixkraut noch nicht...trotzdem geht der Tannengrüne Belag auf Boden und HMF kaputt
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Postby Haeck » 10 Jul 2019 23:10
Hallo

Naja, hier verschwinden die Algen nach dem Einsatz von Schwimmpflanzen aus einem bestimmten Tuempel regelrecht, wenn mein gruener Daumen beim Feintuning versagt. Das trifft hier besonders fuer Becken mit langsam wachsender Besatzung zu.
Es macht sich aber noch etwas viel interessanteres bemerbar. Die Stabilitaet ! Die Becken werden abrupt stabiler, im Sinne von unanfaelliger fuer Algenwuchs. Das geht dann soweit, das ich mich manchmal in meinem Habitus verliere. Dann kann ich duengen was ich will, es bilden sich keine Algen.

Gruesse
André
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