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Postby Rolf K » 05 Apr 2013 15:07
SCHEIN ODER SEIN
- Kann ein Iwagumi-Becken überhaupt funktionieren?-

Hallo zusammen,
ich habe ja in meiner Vorstellung angekündigt daß ich von euch Hilfe und Rat benötige.

Im Winter 2013 möchte ich mir ein Becken in der Größe 180 x 50 x 50 einrichten. Meine Wunschvorstellung ist eine Einrichtung im "Iwagumi-Stil".
Die Pflanzen sollen sein: HCC, Staurogyne repens und Eleocharis parvula. Fertig.
Es wird Kohlensäure mit Atomizer zugespeist.
Der Besatz soll bestehen aus einer entsprechenden Anzahl von Sakura-Garnelen, Zebraschnecken und Otocinclus.
Nach gebührlicher Einlaufphase möchte ich einen Schwarm von ca. 150 Boraras brigittae pflegen.

Ich habe mir mittlerweile viele Informationen zusammengelesen, viele Fotos und Videos angeschaut. Es sind herrliche Becken dabei, vor allem die Becken der "Meister", die auf Messen, Wettbewerben und Meisterschaften ihre Becken präsentieren.

Doch ich frage mich mittlerweile ernsthaft ob diese Becken in der Realität, zu Hause bei einem "Durchschnittsaquarianer", überhaupt funktionieren.
Jeder weiß doch, daß diese Becken (aufwändige) Erstbepflanzungen sind, nur für eben diese Ausstellung aufgebaut werden, und danach wird wieder alles zusammengerissen.

ALLES NUR SCHEIN ODER SEIN ?

Meine Befürchtung für mein Iwagumi ist einfach die, daß ich über kurz oder lang Algenprobleme bekommen werde und aus ist es mit dem Spaß.
Ich bin jetzt nicht der Fachmann in Sachen Düngung, so wie etwa unser Forenmitglied Arami Gurami, (welcher mir freundlicherweise jüngst schon wertvolle Tips gab) , - will sagen ich kann die Pflanzen und Algen nicht "lesen" um sofort entsprechend gegenzusteuern. Und seine Düngeformeln zu verstehen und anzuwenden, dazu müßte ich erstmal einen Doktortitel machen :-))
Ich möchte, bzw. dünge schon in meinem Nano mit den Produkten von Aqua Rebell.

Oder sollte ich Anfangs große und schnellwüchsige "Anti-Algen-Pflanzen" mit setzen, und diese später wieder so nach und nach entfernen???

Ich denke es ist am Besten wenn ich meine einzelnen Fragen mal in nummerierter Reihenfolge aufschreibe, und wer mag kann diese dann nach bestem Wissen und Gewissen beantworten.

DAS BECKEN
Bewußt habe ich die Höhe von nur 50cm gewählt, damit ausreichend Licht auf die Bodendecker-Bepflanzung (HCC) ankommt.

1. Wieviel Watt brauche ich für dieses Becken? Würden zwei T5 à 80W ausreichen, oder nehme ich lieber drei oder gar vier Röhren?

1a. Welche Röhrenkombination empfehlt ihr für ein schönes Licht?

1b. Zusätzliche Glasscheiben unter der Aquarium-Abdeckung wegen Verdunstung etc.? Würden diese Scheiben viel Licht wegnehmen?

2. Soll ich mir Bohrungen für die Filterrohre schneiden lassen? Ich möchte das Becken mit einem großen Eheim Professional 3 bestücken. Schnellkupplungen unten im Schrank wären dann doch praktisch.
Also ich denke mir ein kurzes Stummelstück mit Sieb, so wie es bei den Filtern mitgeliefert wird, ihr wißt schon, knapp über dem Kies... So hätte ich keine Schläuche im Becken und den Einlauf könnte ich prima hinter einem Stein verstecken. Dazu jetzt Punkt 2a...

2a. Ist es sinnvoll so ein häßliches PVA-Rohr als Druckseite zu haben und kann man da eine Lily-Pipe dran machen? Also doch lieber einen Schlauch außen am Becken hinten hochführen? Noch einmal zur Klarheit:
Bohrung für Ablauf und Einlauf, oder nur Bohrung für Einlauf und Zulauf als Schlauch mit LilyPipe oder konventionelles Auströmer-Rohr?

2b. Ist eine Lily-Pipe bei so einem großen Becken überhaupt sinnvoll, oder greife ich auf die konventionelle Methode eines breiten Ausströmer-Rohres zurück? (ich weiß, viel Oberflächenbewegung = wenig Kohlensäure...)

2c. Eine uralte Frage von mir: wo montiert man Ein- und Auslauf-Rohr? An zwei gegenüberliegenden Ecken, oder doch lieber in ein und der selben Ecke?
Wie erreiche ich also die beste Umwälzung, bzw. mit welcher Methode werden die Pflanzen ausreichend mit Nährstoffen versorgt?

BODENGRUND und NÄHRBODEN

1. Nährboden ja oder nein

1a. Soil-Boden ja oder nein und welchen Kies? Sorry, muß mir was klar machen: Soil-Boden ist doch der Kies,oder? Oder ist Soil der Nährboden, und dann brauche ich nen Tip welchen Kies ich nehmen könnte. Kommen ja auch Kilos zusammen
( ich weiß ich kann über die Wurzeln oder über die Wassersäule düngen )

1b. Wenn obige Punkte eindeutig dafür sprechen, was ist dann ein bezahlbares Soil, bzw. Nährboden. Viele schwören ja auf ADA, aber das ist ja ganz schön teuer.

Versteht mich nicht falsch, ich möchte nicht am falschen Ende sparen, aber man muß ja auch nicht das teuerste nehmen. Wie las ich kürzlich hier im Forum? Da sagte einer daß ihm die ganze Frage zu Soil pro und contra mittlerweile so vorkomme wie die Weltanschauung IOS oder ANDROID, oder der Streit und Entscheidung Apple vs Samsung. Hihi, finde ich gut den Vergleich. (ich bin übrigens Apple -Indianer)

So liebe Kollegen, mehr fällt mir vorerst nicht ein, was nicht heißt daß das alles wäre...

Ich bin echt gespannt auf eure Meinungen, Tips, Ratschläge, Bedenken, Befürchtungen usw. usw.

Tschöö mit Ö

Rolf
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Postby nik » 06 Apr 2013 09:01
Hallo Apple-Indianer Rolf, ;)

Ich nutze Android, weil ich dann für ein dem I-Phone 5 gleichwertiges Gerät nur 300,-€ zahle. Das sehe ich ausgesprochen nüchtern.

Kann man jetzt noch nicht erkennen, aber das wird ein Iwagumi werden. Ich will das erst einmal stabil bekommen.

90x45x45 Cube Garden, 4x39 Watt BIOvital an Dimmsteuerung, ungedüngter Quarzsand, keine Filterung, CO2-Reaktor/Pumpe/Heizung in der Abdeckung. Besatz: 25 Danio choprae und 30 Black Bees K4-K12.
Ich sorge nur konsequent dafür, dass das Becken biologisch sehr gut läuft und das es ausreichend, eher üppig mit Nährstoffen versorgt wird. Selbstverständlich funktioniert das so - oder auch anders. Entscheide dich wie dir das am angenehmsten ist und mache das konsequent, dann funktioniert es auch.

Gruß, Nik
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Postby Arami Gurami » 06 Apr 2013 13:22
Hallo Rolf,
dann schreib ich mal mal etwas Senf dazu :smile: . Kurz vorweg: Ich finde das Beckenmaß...unglücklich. Mag sein, dass es vielleicht so gut in dein Wohnzimmer passt, aber das Verhältnis Länge zu Tiefe finde ich aus Aquascapingsicht suboptimal. Ich würde dir eher Masse wie 90x45x45, 100x50x50 oder 120x60x50 ans Herz legen. Ist aber nur meine Meinung.
Nun zu deinen Fragen:
1. Ich würde mit eher wenig Licht arbeiten (0,5 w/l reichen) dafür aber eine gute Ausleuchtung. Also lieber mehrere Röhren mit schwächerer Leistung.
1a. 6500Kelvin Farbtemperatur wäre meine Empfehlung.
1b. Ist so eine Sache mit der Abdeckung. Ich persönlich finde offene Becken schöner. Natürlich ist dann die Verdunstung auch höher. Ein Abdeckscheibe muss auch immer regelmäßig gereinigt werden, da sonst Lichtverlust.
2. Bitte keine Bohrungen. Das ist häßlich und schränkt dich in der Gestaltung ein. Ich würde ganz normal mit einem starken Filter und Lilypipes arbeiten. Diese kannst du nebeneinander an die gleiche Seite hängen. Falls die Strömung nicht ausreicht, könnte man auf der anderen Seite noch einen Filter installieren. Oder halt mit Strömungspumpen arbeiten (leider optisch nicht so toll).

Zum Boden:
Wenns günstig sein soll: Nimm Sand. Soil ist teurer, bietet dir aber mehr Vorteile in punkto Kationenaustauschfähigkeit und dient als Nährstoffpuffer. Ich würde es letztenendes vom Budget abhängig machen. Wie ich schonmal schrieb, würde ich bei so einem Becken das meiste Geld für viel und qualitativ hochwertige Pflanzenmasse legen (z.B. Invitro), um sich möglichst keine Algen mit ins Becken zu holen.
Liebe Grüße,
Aram
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Postby Sauron » 06 Apr 2013 15:40
Hi Rolf,

Du hast Dir gleich ein riesen Becken vorgenommen. Bei einem Bruttovolumen von 450 L und einem zugegebenermaßen sehr groben Richtwert von 0,5 W/L kannst Du Dir ja selber ausrechnen, wie viele Röhren Du brauchen wirst. Gerade bei den von Dir geplanten lichthungrigen Bodendeckern darf es dann auch ruhig etwas heller werden.
Otocinclus brauchen Holz für Ihre Verdauung. Bei einem reinen Iwagumi musst Du Holztabletten zufüttern.
Aber der Reihe nach:

Das Becken
1.
mind. 200 W plus Reflektoren

1a.
keine Kombination, Röhren von Narva Bio Vital, irgendwas mit 6000 - 6500 K. Wird auch manchmal als "daylight" oder "Cool White" bezeichnet".

1b.
keine Glasscheibe.

2.
In meinem Becken habe ich zwei Bohrungen (Filterein- und auslass). Der große Vorteil ist, dass man keine Schläuche außerhalb des Beckens hat. Trotzdem werde ich das bei zukünftigen Becken nicht mehr machen, schränkt zu sehr ein.

2a.
So hässlich ist das Rohr auch wieder nicht, setz Deinen Ehrgeiz daran, es zuwachsen zu lassen.

2b.
keine Ahnung.

2c.
Bei den von Dir geplanten Ausmaßen wirst Du wahrscheinlich um eine zusätzliche Strömungspumpe nicht herumkommen.

Bodengrund und Nährboden
1.
Keinen Nährboden. HCC wurzelt nicht tief, die Düngung erfolgt hier hauptsächlich über die Wassersäule, Staurogyne wurzelt sehr tief, und in so einem Fall würde ich dann sehr sparsam mit Düngekapseln arbeiten.

1a.
Ich finde Soil Böden immer besser und Soil Boden ist nicht gleich Kies.

1b.
Was ist denn für Dich bezahlbar? ADA nehmen die meisten, persönlich finde ich ungedüngte Soil-Böden besser, meine Erfahrung beschränkt sich allerdings auf Hirose Volcamia Green. Wenn man eine durchschnittliche Bodenhöhe von 10 cm anpeilt, sind das bei einer Grundfläche von 180 x 50 cm 90 L (= 90 kg). Bei dem genannten Soil-Boden wärst Du mit ca. 350 € dabei (das Garnelenhaus als Bezugsquelle). Bemühe mal den Soilrechner hier bei Flowgrow, da kommen dann Werte so um 300 bis 320 € zusammen.
Schöne Grüße aus der Hauptstadt
Thomas


http://www.flowgrow.de/db/aquarien/silmarillion
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Postby credon » 07 Apr 2013 08:44
Algen bilden sich nach meinen Erfahrungen nur bei einem ungünstigen Nährstoffgleichgewicht, wobei Licht und CO2 natürlich auch Nährstoffe sind. Ich gebe gezielt Magnesium und Kalium zu und wenn ich da mal penn oder verdünge, sehe ich sofort Pinselalgen oder Punktalgen. Das ist bei jedem Becken individuell und abhängig von den Stadtwasserwerten, der Nährstoffversorgen, Pflanzenbesatz und muss jeder für sich austüfteln.

Rolf K wrote:SCHEIN ODER SEIN

1. Wieviel Watt brauche ich für dieses Becken? Würden zwei T5 à 80W ausreichen, oder nehme ich lieber drei oder gar vier Röhren?

2-3 Röhren sollten es sein. Ich setzte 2x 54W T5 auf 240L ein. Erst durch Reflektoren zeigten die Pflanzen den gewünschten wuchs. Reflektoren bringen dir fast eine Verdoppelung des Lichtstroms.
Siehe Link:

Das ganze mal nachgemessen

2c. Eine uralte Frage von mir: wo montiert man Ein- und Auslauf-Rohr? An zwei gegenüberliegenden Ecken, oder doch lieber in ein und der selben Ecke?
Wie erreiche ich also die beste Umwälzung, bzw. mit welcher Methode werden die Pflanzen ausreichend mit Nährstoffen versorgt?

Ein- und Auslauf auf der selben Seite sind i.d.R. optimal. Siehe Link:

Auch hier ein Link
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Postby Rolf K » 09 Apr 2013 23:54
Hallo Nik,

einen sehr schönen und vorbildlichen Pfanzenwuchs hast du da in deinem Becken!

Ich habe in Flowgrow mal ein bissi wegen Steinen rumgezappt, - Tobias Coring hat ja div. Steine vorgestellt. Klasse Bericht, finde ich.

Am besten gefallen mir die Steine "Minilandschaft", welche ich auch z.Zt. in meinem 60er Nano verbaut habe. Jetzt habe ich aber zum ersten mal gelesen, daß diese Steine das Wasser aufhärten sollen?
Und etliche Kilos für mein Becken im Zooladen zu kaufen muß schon echt behämmert sein, - wie du ja selbst gesagt hast -:)

Lava spricht mich für ein Iwagumi nicht so sehr an.

Was mag passieren wenn ich eine ausreichende Menge "Minilandschaft" in einem 450l-Becken einbringe?
( wir haben hier in Darmstadt recht hartes Ausgangswasser, 18dh. )
Allerdings werde ich höchstwahrscheinlich Ada-Bodengrund verwenden, - und der soll ja die Härte wieder etwas runterdrücken. Aber was ist nach zwei/drei Jahren, wenn der Boden ausgelaugt ist...?

Welche Steine verwendest du denn in deinem Iwagumi-Becken? Basalt von deinem Händler aus Wächtersbach?

Weitere Frage: wenn ich mir jetzt irgendwo in der Landschaft, oder im Steinbruch, Steine aussuche, reicht dann der "Salzsäure-Test" um sie ohne Bedenken in mein Aquarium zu stecken?

Gruß Rolf
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