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Postby Daddls » 06 Mar 2020 14:43
Ich hab meine beiden 100l Aquarien semi resettet, also Bodengrund(Granitsand) belassen, Pflanzen so gut es geht von Grünalgen befreit und neu eingerichtet.

Die Werte lagen vorher wie jetzt auch auf folgendem Niveau:

NO3: ~20 mg/l
PO4: ~0.3-0.5 mg/l
K: ~20 mg/l

CO2: ~25-30 mg/l

Fe: ~0,05 mg/l
Mg: ~15 mg/l
Ca: ~20-25 mg/l

Licht: ~60lm/l

Ich dünge weiterhin mit einem einige Jahre alten NKP Dünger von AR und GH Boost + Phosphat Basic von AR und als Mikro der Eisen Basic von AR.

Habe jetzt noch Strömungspumpen installiert, damit alle Nährstoffe überall schön verteilt werden.

Dennoch habe ich jetzt wieder die gleichen Algenprobleme und sogar noch Zusätzliche, wie vorher.

Wie immer starker Pelzalgenbefall, der sehr viele Pflanzen überzieht.
Am Boden bilden sich nun auch noch Blaualgen, wobei die organische Belastung nahezu bei 0 liegen muss.
Im einen Becken habe ich nur noch 6 blaue Neons und 2 Garnelen. Im anderen Becken noch 7 Garnelen.

Den Filter beider Becken habe ich mit Seachem Matrix versehen, welches ein extrem starkes biologisches Filtermaterial ist, welches deutlich besser etwaige Nitrit, Ammonium/-niak und andere organische Belastungen schnell zu Nitrat und Phosphat oxidieren sollte.
Blaualgen dürfte eigendlich gar nicht auftauchen.

Leichter Fadenalgenbefall, welcher aber eher eine untergeordnete Rolle spielt.

Die Blaualgen sollte ich irgendwann auch unter Kontrolle bekommen, sobald das Mikroklima sich irgendwann mal eingestellt hat.
Eins steht jedenfalls fest, Blaualgen haben nix mit zu viel PO4 im Vgl zu NO3 zu tun. Ich hab auch Blaualgen bei NO3 30 mg/l und PO4 nahezu 0 mg/l, schon gehabt.

Aber latenter Pelzalgenbefall und ein schleimiger Grünalgenbefall der durchgängig fast alle Pflanzen befällt.
Bei den Pelzalgen heißt es immer, man sollte den CO2 und NO3 Gehalt steigern.
CO2 ist bereits an der Grenze was die Garnelen verkraften. Und bei NO3 heißt es auch, dass ein dauerhafter Wert über 25 mg/l den Garnelen bei der Häutung stört und diese dann sterben. Hab oft den NO3 Wert immer um 20-30 mg/l gehalten und mir sind immer mal die Garnelen eingegangen.

Nun die Frage.
Inwiefern bezieht sich der Tipp bei Pelzalgen, dass NO3 erhöht werden sollte? Bezieht sich das auf das NO3 - PO4 Verhältnis? Oder das NO3 : K Verhältnis? Oder zu dem NO3 - Licht Verhältnis?

PO4 hab ich eh nur eher wenig drin. Mehr hilft da auch nicht wirklich, hab ich auch schon probiert.
Kalium mit 20 mg/l sollte dicke genug sein.
Licht mit 60 Lumen/Liter da gibt es Aquascaper die weit höhere Lichtmengen fahren mit weniger Nitratkonzentrationen und haben keine Algenprobleme.

Daher die Frage, wie kommt man diesen Pelzalgen bei?
Blaualgen da soll man mit Bakterienpräparaten bei kommen, sind leider nur extremst teuer.
Mit H2O2 kann man die Blaualgen zwar verdrängen, aber die Pflanzen in dem Bereich leiden ebenfalls extrem darunter.
Und die schleimige Grünalge, die in keinem Algenratgeber spezifiziert wird.
Es ist eine Mischung aus Fadenalge, Fusselalge, Haaralge und Blaualge.
Mehr Nitrat hilft da leider auch nicht, sondern forciert diese Alge eher nur noch.

Grüne Punktalgen an den Scheiben kommen auch immer mal wieder. Allerdings scheint hier kein spezifischer Zusammenhang mit dem PO4 Gehalt vorzuliegen. Ich bekomme grüne Punktalgen bei PO4 nahezu bei 0, bei Werte um 0,8-1 mg/l und bei Werten um 2 mg/l.
Dass diese Alge ein Mangel an PO4 anzeigt, kann man im Grunde vergessen. Eher zeigen die Stengelpflanzen durch Kümmerwuchs einen PO4 Mangel viel präziser an.

Meine beiden Becken hängen seit über einem Jahr in der Einfahrphase fest und die Grünalgenphase geht einfach niemals weg, selbst wenn das Becken vom Volumen zu 80% mit Pflanzenmasse gefüllt ist.

Mehr Dünger scheint genauso wie weniger Dünger nicht zu helfen.

Seit ich das Licht damals erhöht hatte, also die alten T8 Röhren gegen eine starke UNIQ FX LED Lampe ausgetauscht habe bei beiden Becken mit gut doppelt bis 3 mal soviel Licht, habe ich diese Probleme.

Man sagt, entsprechend mehr Licht müsste ich mehr Nährstoffe geben, nur hilft das den Algen eher mehr als dass es den Pflanzen hilft.

Das Rätsel bekomme ich einfach nicht gelöst. Trotz optimaler Nährstoffwerte, sind die Algen nicht weg zu kriegen. Ich sauge sie schon alle zwei Tage gezielt mit nem dünnen Schlauch ab, sofern möglich. Die Pelzalgen sitzen ja eher fest an den Blättern, die bekommt man nicht weg.

Sofern jemand ähnliche Probleme hatte und herausgefunden hat, wie man diese Algen wegbekommt, würde ich mich freuen auf weitere Tipps. Mir geht langsam mein Latein zu Ende.

Nachtrag:
Was ich immer wieder auch vermute, wo das Problem liegen könnte, sind die Flüssigdünger.
Gerade der NPK Dünger ist schon einige Jahre alt. Ist es bekannt, dass diese Dünger sich in ihrer chemischen Zusammensetzung verändern können, sodass diese endweder schlechter von den pflanzen aufgenommen oder deutlich stärker zu Algenbildung führen können? Also dass sich z.b. der Nitratdünger irgendwie zu Nitrit hochreduzieren könnte? Obwohl dafür ja eigendlich Energie nötig ist. Nitrit bzw Ammonium wird ja nachgesagt, ganz massiv algenfördernd zu sein.
Daddls
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Postby Lixa » 07 Mar 2020 00:07
Hallo unbekannt,
Es wäre besser gewesen den erste Hilfe Bogen auszufüllen, damit die Informationen vollständig sind.

Sehr viel Licht in der Einfahrphase ist fast immer ein Problem..am besten wäre eine dimmbare Beleuchtung in diesem Fall.
Welche Bakterienpräparate wurden gegen die Blaualgen versucht?
Warum ist der Kaliumwert so hoch? Er ist höher als Magnesium...

Noch ein Hinweis zu Lumen/Liter: bedingt durch die Eigenschaften dieser beiden Einheiten ergeben sich für kleine Becken schnell sehr hohe Werte, für größere Becken niedrige. Lumen pro cm² bei gleicher Beckenhöhe wäre ein passender Vergleich, nicht 30 Liter vs 100 Liter mit 60 Lumen.

Die Pflanzen werden es zeigen wann es zu wenig Licht ist und vermehrt gestreckt nach oben wachsen.

Seachem Matrix und Ähnliches ist bei so geringem Besatz schon viel Filterung. Wenn der Filter dann auch noch zu groß dimensioniert ist, fördert das nur Probleme

Schau dich ein wenig im Forum um und vielleicht wohnt auch jemand mit einem gut laufendem Becken in der Nähe und kann dir bei der Filterreinigung "Bakterienpräparat" geben. Andere Quellen gibt es auch, die keine Preisschilder tragen.

Viele Grüße

Alicia
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Postby Daddls » 07 Mar 2020 12:05
Hallo Alicia,

Der "erste Fragebogen" wird hier viel drauf rumgeritten, aber ich empfinde das als extremst behindernd, da es einmal unnötig viele unnütze Informationen abverlangt, die widerrum von Anderen, die diese Beiträge lesen, als eher nervig empfunden werden.

Wenn ich hier andere Beiträge lese, dann überfliege ich diesen riesigen "Erste Hilfe Bogen" jedesmal, da viele unwichtige Informationen, wie Besatz, welche Pflanzen sind drin, etc., vollkommen unrelevant sind und gehe direkt auf die wichtigen Informationen, wie Wasserwerte, Einlaufphase, Licht, etc, also die rein physikalischen Einflussgrößen.

Das mit Kalium größer als Magnesium ist mir bekannt und ich war auch lange Zeit ein Low Kalium Verfechter, da ich immer dem Kalium die Schuld am Grünalgenwachstum gegeben habe.
Mittlerweile habe ich aber die enorme Bedeutung des Kaliums als Transportunternehmen der Pflanzen was Nährstoffe in die Pflanze betrifft, verstanden.
Weitere Aspekte sind, dass kaum ein Aquascaper wirklich Mg > K fährt. Die meisten fahren sogar ganz extrem konträre Verhältnisse. K um 20 mg/l + Mg um 5-8 mg/l scheint bei den meisten Aquascapern ohne Algenprobleme Usus zu sein.
Achja die beiden Becken, wo ich nun wieder diese Probleme habe, sind unterschiedlich stark betroffen. Das Becken wo die Nährstoffe etwas höher sind, vor allem Kalium um 20 mg/l, da läuft es etwas weniger dramatisch. Das andere Becken, wo die Werte niedriger sind, vor allem Kalium, da entwickelt es sich momentan zu einer Katastrophe, wo ich nun mit ner Dunkelkur die Reißleine ziehen muss.
Mir ist die Antagonie von den Erdalkalimetallen bewusst, jedoch scheint diese generell etwas überbewertet zu sein. Weil wirklich fast jeder Aquascaper ohne Algenprobleme meistens K : Mg Verhältnisse von 5:1 bis 3:1 fährt, ohne Probleme.
Ergo scheint diese Antagonie nicht so wichtig zu sein.
Auch ich hatte früher sehr wenig K gefahren und hatte die gleichen Probleme. Die Pflanzen scheinen bei K Werten unter 10 mg/l schlicht einfach nur die anderen Makros schlechter aufnehmen zu können und so die Algen ebenfalls unnötig zu fördern.

Außerdem scheint der Guru hier höchstpersönlich, der Tobi von AR ein massiver Verfechter der reinen Kalium-Nitratdüngung zu sein und beteuert immer wieder, dass ja die ganze Welt hauptsächlich mit Kaliumnitrat den Stickstoffbedarf seit vielen Jahren abdeckt. Und bei reiner Kaliumnitratdüngung fahren diese Leute unweigerlich K Werte um 100 mg/l und mehr, je nach WW Intervalle. Und dort scheint es ja nicht zu exessiven Algenproblemen zu führen.
Damit man da noch den Mg-Wert knallhart über den K Wert pushen kann und Ca dann noch höher, dann hat man da GH Werte jenseits von gut und böse. Dadrin würde man wohl kaum noch sowas wie Salmler etc halten können oder Garnelen.


Wegen meiner deutlich stärkeren biologischen Filterung, das habe ich gemacht, um eine unbekannte Fehlergröße wirklich auszumerzen, und das sind unbekannte organische Belastungen, hauptsächlich durch abgestorbene Pflanzenteile.
Da ich Blaualgen habe, scheint es eine organische Belastung zu geben, die ich mir aber nicht erklären kann.
Am Phosphatwert kann es definitiv nicht liegen, da ich auch schon Blaualgen bei PO4 = 0, hatte, bei zeitgleich NO3 Werten um 30 mg/l. Wasserwechsel mache ich zu 95% mit Osmosewasser, da aus meiner Leitung Wasser mit KH um 28° rauskommt. Also am Wasser selbst kann es auch nicht liegen.

Mangelnder Strömung kann ich nun auch ausschliessen, da ich nun mit zwei Strömungspumpen dafür gesorgt habe, dass in den Aquarien ordendlich Strömung anliegt.

Mein heimlicher Verdacht liegt derzeit auf den Flüssigdüngern, dass da einer davon vielleicht "schlecht" geworden ist,
dass in einem Dünger eine hohe Nitrit/Urea-Belastung oder Ähnliches vorliegt.
Allerdings ergebe des eigendlich keinen Sinn, da Nitrat erst unter Energieaufwand zu Nitrit und weiter zu Ammonium/-niak reduziert werden kann.
Aber der alten AR-NPK Dünger, welcher derzeit auch mein Kaliumdünger im Grunde darstellt, dem traue ich auch nicht mehr so richtig. Weil jedesmal wenn ich mit NPK eine 2 Tages Dosis reingebe, dann merkt man wie bis abends kurz vorm Lichtausschalten die Algen richtig Gas geben. Die ganzen Pflanzen sind übersäht mit diesen Sauerstoffbläschen, die aber nicht von den Pflanzen selbst, sondern von darauf siedelnden Algenbelägen herrühren.

Was Grünalgen selbst betrifft, wo es auch immer heißt, zu wenig Nitrat/CO2. Meine CO2 Werte kratzen regelmäßig die Grenze, wo die Garnelen sich fast schlafen legen.
Und selbst bei Nitratwerten von 60 mg/l, was ich lange gefahren hatte, unwissendlich, weil ich mich auf den JBL NO3 Test lange Zeit verlassen hatte, der immer deutlich zu wenig anzeigt, hatte ich exessive Grünalgen, Fadenalgen und diese schleimigen Fusselalgen, die sich überall zwischen feinfiedrigen Pflanzen breitmachen.

Zu viel Licht kann ich generell auch ausschliessen, da viele Aquascaper mit noch weit höheren Lichtmengen arbeiten bei zeitgleich niedrigeren Makro-Werten und keine nennenswerten Algenprobleme haben.


Zum Schluss was die Bakterienpräparate betrifft, hatte ich wohl nen Ungünstiges mir zugelegt, nämlich von ADA das Nature Aquarium Phyton-GIT Plus, gezielt gegen Cyanobakterien.
Das Präparat mag gut sein, aber für so eine kleine Flasche schon 30 € locker machen, damit kann ich kaum das ganze Becken dekontaminieren von den Blaualgen. Hatte beim schlimmeren Becken einmal eine H2O2 Einnebelung gemacht, aber die Pflanzen in unmittelbarere Nähe haben darunter gelitten. Die Blaualgen hat es allenfalls etwas ausgebremst, ergo musste ich dort nun eine Dunkelkur starten und das Becken sozusagen noch einmal resetten. Also nach 5 Tagen, alles raus, bis auf Bodengrund, alle Pflanzen von Algen befreien und dann noch deutlich vorsichtiger mit den Nährstoffen vorgehen.

Das mit den Blaualgen macht mir aber keine großen Sorgen, da Diese immer nur ein temporäres Problem darstellen.
Mein Problem sind diese schleimigen Grünalgen, wo ich nicht weiß, warum und weshalb diese immer wieder auftauchen. Und desöfteren auch diese Pelzalgen, die wie kleine, feine Härrchen die meisten Pflanzen überziehen wie eine Seuche. Befallen werden alle Pflanzenteile, die mindestens 2-3 Tage alt sind.
Auch hier heißt es oftmals. Mehr Nitrat soll Pelzalgen verdrängen. Nur wieviel Nitrat soll ich denn noch reinkippen? Wenn selbst bei 30 mg/l Nitrat die Pelzalgen nicht verschwinden. Mehr Nitrat kann man den Garnelen kaum zumuten.

Die Düngemengen sind nahezu im perfekten Bereich, Licht ist ausreichend da, CO2 ebenfalls, Strömung auch. Pflanzenmasse ohne Ende in den Becken, also auch das Volumen, nicht nur die Bodenoberfläche.
Nach all dem, was hier postuliert wird und was man in so viele Aquascapervideos sieht, dürfe ich gar keine Algen mehr haben, sondern Becken mit massivem Pflanzenwachstum.

Ich stehe vor einem Rätsel. Was aber wohl klar ist, dass der Fehler irgendwie bei der Düngung zu suchen ist. Ich weiß nicht, ob ich generell zu viel oder zu wenig dünge. Weil es heißt ja auch immer wieder bei entsprechend viel Licht, sollte man die Düngung entsprechend anpassen, sonst bekommt man ebenfalls Algen, nur ich bewege mich schon im oberen Bereich der empfohlenen Dosis.
Daddls
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