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Postby kurt » 07 Sep 2007 15:48
Hallo
Anmerkungen zum Thema Algen ( als Aquarianer nicht als Wissenschaftler!)
Durch Zufall habe ich mein Aquarium völlig Algenfrei bekommen.
Es passierte bei einer Behandlung meiner Diskus-Fische gegen Darm Parasiten.
Behandelt habe ich mit einen Flubenol- Essigsäure Ansatz.Jeglicher Belag auf den Pflanzen und im
Aquarium war verschwunden ich habe noch nie so eine Brillanz und Farbintensität gesehen, ich war
begeistert, es lohnt sich ein Aquarium Algenfrei zu halten.
Leider kommen sie wieder, die Sporen lauern überall und warten auf einen günstigen Moment
um einen das Leben schwer zu machen.
Meiner Ansicht nach hat man es mit zwei Sorten zu tun: Jetzt auf Pflanzen-Aquarien bezogen.
Anzeichen für zu helles Licht, Grüne Fadenalgen,Pelzalgen,Punktalgen.
dunkles Licht,Kieselalgen und Blaualgen.
Jetzt braucht man einen Kompromiss:Bitte nicht zu hell sonst müssen die Pflanzen zu oft einkürzt
bzw. ausdünnt werden oder es sei den man ist bereit mindestens einmal pro Woche dieses zu tun.
Bei einer genügend starke Beleuchtung ist das Problem mit Kiesel sowie Schmieralgen gelöst.
Jetzt kommen Grünalgen ins Spiel, die wollen wir aber auch nicht.
Da Algen sowie Pflanzen sich ihre Nährstoffe aus dem Wasser holen sind sie direkte Konkurrenten.
Nun haben aber die Pflanzen den Vorteil dass sie sich über Wurzeln im Bodengrund zusätzlich versorgen können
und da durch können sie gesund wachsen und Abwehrkräfte bilden.Im Wasser sollte auch kein Überschuss an
Nährstoffen vorhanden sein.
Der Knackpunkt aber ist die Haltbarkeit des Bodengrundes, wir haben sonst immer den gleichen Ablauf.
Einlaufphase des Aquariums und nach ca. 1 bis 2 Jahren die Auslaufphase!
Warum? Der Bodengrund ist ausgelaugt! Von mir wird das Problem mit einer Bodenkammer gelöst.
Ich habe für meine Tochter ein 160l Aquarium mit Sand aus einer Kiesgrube eingerichtet da passierte das auch,
dabei hatte sie einen so schönen Pflanzenwuchs das ich manchmal neidisch wurde.
Seit dieser Beckeneinrichtung halte ich auch Sand für den optisch (nicht Dauerlösung) schönsten Bodengrund.

Ich wünsche euch eine Algenfreie Zeit, :)

Gruß Kurt
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Postby Tobias Coring » 07 Sep 2007 15:57
Hi,

deine Methode mit der Bodenkammer ist sehr bemerkenswert. Finde den Ansatz klasse, da du so eine gute Nährstoffversorgung permanent über den Bodengrund realisieren kannst.

Bei dem Überschuss an Nährstoffen denke ich teilweise auch so... zuviel Ausscheidungen von Fischen\Lebewesen kann zum Problem werden. Eine gezielte Düngung mit anorganischen Salzen dagegen ist meiner Erfahrung nach nicht wirklich Algenauslöser.
Die Balance zwischen den Nährstoffen muss natürlich trotzdem gewährleistet sein und da kann ich dir klar recht geben, dass ein Überschuss an z.B. PO4 nichts bringt, wenn kein Nitrat und Kalium vorhanden ist und sich dann natürlich die Algen freuen.
Pflanzen sind eben anspruchsvoller bei der Nährstoffaufnahme als Algen und wie du schon sagst, über eine Düngung per Bodengrund kann man die Algen gut außen vor lassen ;) und sie bequem aushungern.
Herzliche Grüße aus Braunschweig,

Tobias

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Postby Sabine68 » 07 Sep 2007 16:43
Hi,

was ich ja so interessant an der ganzen Algenthematik finde, es gibt wohl fast soviele Ansätze gegen Algen vorzugehen, wie es auch Algenarten gibt. :wink:
In Pflanzenbecken denke ich persönlich, daß die Algen ihre Chance nutzen, sobald die Pflanzen schwächeln.
Ob das jetzt mit Allelopathie zu tun hat oder damit, daß Algen vielleicht Pionierpflanzen sind, ich glaube darüber wird noch fleißig gestritten.
Für mich persönlich steht daher im Vordergrund, den Pflanzen alles zur Verfügung zu stellen, damit sie ihren Job gut machen können - d.h. ordentlich wachsen. :wink: und damit ist für mich eine ausreichende Nährstoffversorgung unabdingbar.
Viele Grüße
Sabine


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Postby kurt » 07 Sep 2007 17:19
Hallo Tobi

Bei mir ist der Nitratgehalt laut Tetra auf 0mg.kann es sein das ich jetzt Schwierigkeiten mit Algen bekomme!
Ich hatte zu Zeiten mit einem höheren Nitratanteil einen stärkeren Pflanzenwuchs, oder liegt es am Licht das durch
meine Mittelscheibe getrübt wird.Jetzt habe ich die Lichtleistung verstärkt und meine Pflanzen perlen wieder stärker.
Sollte ich mal abwarten? :wink:

Gruß Kurt
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Postby Tobias Coring » 07 Sep 2007 17:27
Hi,

dein Becken ist ja auch sehr gut bepflanzt. Ich würde da pers. nicht NO3 = 0 anpeilen, sondern vorsichtig etwas aufdüngen. Gerade wenn du an der Lichtleistung rumgedreht hast, kann ein erhöhter Nährstoffverbrauch damit einhergehen.

Da jedoch viele NO3 Tests eh nicht sooo genau sind, muss du nicht zwangsläufig NO3=0 haben ;)
Herzliche Grüße aus Braunschweig,

Tobias

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Postby kurt » 07 Sep 2007 17:45
Hallo Tobi

Nitrat 0mg. hat sich ergeben,sehr wahrscheinlich durch Denitrifikation im Bodengrund,
habe ja meine Boden-Zirkulation
werde mal vorsichtig Düngen. :wink:


Gruß Kurt
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Postby nik » 04 Oct 2007 08:35
Hallo Kurt,

mit der Annahme von NO3-Abbau durch Denitrifikation bin ich vorsichtig. Es genügt eben nicht den fakultativen Anaerobiern nur eine sauerstoffarme Umgebung anzubieten damit sie sich den für den Stoffwechsel notwendigen Sauerstoff aus dem NO3 zerren - sie brauchen als weitere Voraussetzung auch etwas "zu beißen"! Nicht ohne Grund werden also in Denitrifikationsfiltern organische Kohlenstoffverbindungen in Form von Wachs, Alkohol, etc. zugegeben. Und wenn man weiß, was für ein Kunststück die Abstimmung dieser Filter und die relativ geringe Menge normal anfallender org. Kohlenstoffverbindungen im Becken ist, dann ist Denitrifikation im Becken theoretisch möglich, aber unwahrscheinlich. Im Regelfall wird NO3 von den Pflanzen verbraucht. Ich gehe sogar noch weiter, im Pflanzenbecken ist Denitrifikation ein unerwünschter Prozess.

Mit zunehmender Lichtintensität wird es schwieriger eine gute Nährstoffversorgung aufrecht zu erhalten. Vor allem die ist der Grund für algenarme und wie - du sehr richtig sagst - brillant wirkende Aquarien. Mit dem Bereich der intensiven Pflanzenkultur unter Starklicht beschäftige ich mich schon ein Weilchen. Im Grunde ist es einfach, die vollständige Nährstoffversorgung ist der Schlüssel zum Erfolg. Bei mir sind die Spurenelemente immer stärker in den Fokus meiner Betrachtungen gerückt. Passen die, lässt sich über die unterschiedlich starke Zugabe der Makronährstoffe ein stark photosynthetisierendes oder ein im Wuchstempo reduziertes Becken - frei von Algen - erreichen.

@ all
Dann will ich mich mal gleich mit einem freundlichen Hallo an alle und als Extremist outen. 8)
Meine Becken sind üppig beleuchtet, stark bepflanzt, bis auf eins sind sie ständig jenseits der O2-Sättigung, d.h. sie perlen bereits wenige Minuten nach dem Lichteinschalten, haben alle feinen, ungedüngten Fugensand 0,4-0,6 mm, Geringfilterung und eine ausschließliche Düngung über's Wasser. Letzteres hat sich ergeben, weil ich so die Wirkung meiner Düngeversuche besser zuordnen zu können annahm. Das stellte sich als so gut heraus, dass ich die Bodendüngung seit dem vollständig sein lasse. Mein ältestes so betriebenes Becken steht 9 Jahre und ein Ende ist nicht abzusehen. Auch Cryptocorynen, Echinodoren mag ich nicht, werden zu oft unflätig groß, lassen sich zur Bestform übers Blatt versorgen. Bin schon lange im Web aktiv, manche kennen mich. Ich habe davor eine lange Algenkarriere bis an den Rand zur Hobbyaufgabe hinter mir, die ist ein Grund, warum ich Algen verstehen will. Mit Pflanzen habe ich schon viel länger einen an der Klatsche. Der von meiner Frau und mir meistgenutzte Lebensraum ist der Wintergarten, im Garten sind wir ebenfalls intensiv zugange und unser nächstes Projekt ist ein nicht kleiner Teich.

Gruß, Nik
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Postby swizzle101 » 04 Oct 2007 09:10
Hallo Nik und ein herzliches Willkommen im Forum

Du sprichst von der "passenden" Dosierung der Mikronährstoffen, wobei du die Makros als "Gaspedal" der Wuchsgeschwindigkeit beschreibst. Das finde ich sehr interessant. Kannst du uns an deinen Ergebnissen teilhaben lassen?

Gruss
Christian
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Postby Gast » 04 Oct 2007 09:53
Hallo Nik,

und herzlich Willkommen hier.. :)
ich lese schon seit geraumer Zeit mit Begeisterung deine Beiträge und bin in vielerlei Hinsicht der selben Meinung. Bin schon gespannt auf den einen oder anderen Beitrag von dir.
Gast
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Postby Tobias Coring » 04 Oct 2007 15:07
Hi Nik und auch von mir ein herzliches Willkommen :),

bezüglich der Mikronährstoffe wäre ich auch sehr interessiert, da ich zur Zeit auch mit gezielter Düngung von Spurenelementen rumprobiere. Vielleicht möchtest du dafür ein getrenntes Thema erstellen ;).
Herzliche Grüße aus Braunschweig,

Tobias

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Postby Wirbelmann » 04 Oct 2007 16:00
Hallo Nik,
freut mich Deine kompetenten Beiträge in Zukunft auch hier mit großem Interesse verfolgen zu können.

Gruß Hans
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Postby Sabine68 » 04 Oct 2007 16:07
Hallo Nik,

herzlich willkommen auch von mir.
Das finde ich ja klasse, daß du auch hier her gefunden hast.
Ich finde deine Beiträge immer sehr lehrreich
Viele Grüße
Sabine


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Postby nik » 04 Oct 2007 16:45
Uups, so schnell kriege ich ja das Wämslein gar nicht hoch, wie ihr mir den Bauch pinselt. :D

Mit den SE ist das ob ihrer schlechten Messbarkeit so eine Sache. Es bleibt nur die Möglichkeit mit deklarierten Volldüngern und Mineralsalzmischungen herum zu spielen. Das ist noch nicht ausreichend klar, als dass es einen Thread hergäbe. Für mich bekomme ich ein Becken hin, Prüfstein ist jedoch die Reproduzierbarkeit. Der Komplex betrifft die SE zum Einen und zum Anderen die Erdalkaliionen Ca und Mg. Speziell beim Mg prangt derzeit einfach nur ein fettes Fragezeichen.

Was sich merkwürdig liest - und meine Erfahrung/Überzeugung ist - ist die wohl suppressive Wirkung einer üppigen SE-Düngung auf (beinahe?) alle Algen. Andererseits ist das auch die Bedingung für eine starke Photosynthese (edit->) höherer Pflanzen. Makros lasse ich einfach mal als gegeben beiseite. Es sieht so aus als hätten Algen und Pflanzen unterschiedliche Ansprüche. Algen mager - Pflanzen fett.

Gruß, Nik
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Postby kurt » 04 Oct 2007 18:45
Hallo Nik

auch von mir ein herzliches Willkommen und Danke für deinen Bericht

Habe Heute noch mit Sabine darüber gesprochen dass im Forum zu wenig über den Abbau im Bodengrund diskutiert wird.
Natürliche Chelate, Eisenfällung, Abbau über Mikro-Organismen usw., es kommt wie gerufen das du das Thema über Algen und Denitrifikation angestoßen hast.
Priorität im Forum hat das Düngen im Wasser.
Ich habe schon einiges über meine Bodendurchsickerung manipuliert, (Durchflussgeschwindigkeit)bis zu schwarze Faulstellen in den Pflanzenstängeln,
jetzt hat man eine schöne Diskussion Grundlage. :D
Anmerkung:
Ich beschäftige mich seit 14 Tagen mit dem PPS Pro System, das sich positiv auswirkt.
Gruß Kurt
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Postby Kora » 04 Oct 2007 19:49
Hallo Nik,

was genau verstehst Du "üppigige" SE-Düngung, bitte?
Zählst Du da auch immer Eisen mit zu? Reden wir von handelsüblichen
Volldüngern, oder Preis Mineralsalz, oder...? Was ist der Unterschied?
Was ist mit den immer wieder kolpotierten Hemmungen? Hast Du bei Deinen Pflanzen Verkrüppelungen etc. gesehen, die auf soetwas hinweisen? Was ist mit den ebenfalls diskutierten Eisenphosphatanreicherungen im Bodengrund, welches die Ursache (mit-Ursache?) von Pinselalgen sein sollen?
Ich las letztens jemandes Meinung, dass unsere Aquarien im Schnitt total "Übermineralisiert" seien.
Ich bin total ver(w)irrt in diesem Dschungel.

Gruß,
Kora
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