Wasserchemie und der CO2

Blockbuster

Member
Guten Morgen

Zum besseren Verständnis der Zusammenhänge von PH, KH und CO2 hab ich eine Frage.

In einem meiner Becken ist der Bodengrund NatureSoil enthalten, mit folgenden Wasserwerten:

PH = 6,1
KH= 1

CO2 wird über einen Diffusor eingebracht.
Zur Kontrolle dient ein CO2 Dauertest mit KH3 Dauertest Lösung.

Der Wasserauslauf des Filters erzeugt eine leichte Bewegung der Oberfläche.

Was ich jetzt nicht verstehe ist:
Bei dem KH/PH Wert zeigt mir jede Tabelle einen sehr hohen CO2 Wert, wo doch normalerweise der Dauertest schon grün/gelb anzeigen müsste.

Der Dauertest zeigt aber die normale Grundfarbe (blau) an.

Eigentlich gibt es ja nur 2 Möglichkeiten... entweder wird das CO2 ausgetrieben, oder der Dauertest zeigt fehlerhaft an.

Darauf hin habe ich das Strömungsverhalten der Lilypipe so angepasst, dass kaum noch aktive Wasserbewegung vorherrscht. In einem anderen Becken zeigt der Dauertest normal an.
Auch nach diesen Änderungen zeigt der Dauertest ohne künstliches Zuführen von CO2 die normale blaue Farbe. :(

Gibt es evtl. noch weitere Ursachen?

Gruß
Ralf
 

Tobias Coring

Administrator
Teammitglied
Hi,

bei Soilbecken kann man die pH/KH Berechnung über "Bord werfen". Die bringt einen da leider nicht weiter. Der Dauertest ist in solchen Becken eine sehr gute Möglichkeit den CO2 Wert anzupassen.

Blau heißt wirklich => zu wenig CO2 im Becken.
 

Blockbuster

Member
Tobi":1zx2y80l schrieb:
bei Soilbecken kann man die pH/KH Berechnung über "Bord werfen". Die bringt einen da leider nicht weiter. Der Dauertest ist in solchen Becken eine sehr gute Möglichkeit den CO2 Wert anzupassen.

Hi Tobi

Warum kann man den diese Berechnungen über "Bord werfen"?
Greift das Soil auch aktiv in den CO2 Haushalt ein?

Aufgefallen ist mir das man die Menge an CO2 erhöhen musste um auf "grüne Werte" zu kommen (im Verhältnis zum normalen Kiesbodengrund.

Ich würd gerne verstehen, warum das alles so ist.

Gruß
Ralf
 

Tobias Coring

Administrator
Teammitglied
Hi Ralf,

Soil senkt die KH und auch aktiv den pH (Huminsäuren, Tanine usw.).

Aus diesem Grund nehmen zu viel Variablen Einfluss auf den pH-Wert, so dass man mit der Berechnung nicht mehr viel anfangen kann. Die Suche sollte noch ausführlichere Infos liefern.
 

Japanolli

Active Member
Hallo Ralf,

der höhere CO2 Bedarf beruht wohl eher darauf das die Pflanzen mehr verbrauchen, da diese sich im Soil wohler fühlen als im Kiesboden!
 
Hallo Ralf,

Bei der beschriebenen Wassersituation ist weder die Berechnung, noch ein Dauer-pH-Test noch ein Tropftest ausreichend um den CO2-Wert direkt zu ermitteln.

Bei der Berechnung (die an sich ja bestenfalls Größenordnungen liefert) und beim Tropftest kann man sich in beiden Fällen helfen und die Differenzmethode anwenden.

Also bei der Berechnung KH und pH messen und CO2 berechnen (beim Tropftest den CO2-Wert auf 2mg/l genau ertröpfeln) und notieren. Dann eine kleine Menge des Messwassers (vielleicht 50ml) etwa 5 Minuten sehr stark mit einem Ausstömerstein und Luftpumpe belüften - so wird aus der Probe alles CO2 ausgetrieben. Nun wieder messen und oder berechnen und die Differenz der vorigen Messung zur Jetztigen ergibt den realen CO2-Wert unabhängig von anderen Säuren und Laugen.

m fG Anton Gabriel
 

Blockbuster

Member
Hallo

Vielen Dank für die Tipps.

Wichtig ist mir, zu erfahren wieviel CO2 effektiv im Becken ist.
Ich denke da ist der Vorschlag von Anton, den Gehalt mit der Differenzmethode zu ermitteln eine runde Sache.
Auf diesem Wege hätte man dann auch die Möglichkeit, den Dauertest zu "kalibrieren".

Was ich an der ganzen Sache nur nicht verstehe, ist warum es diese Unterschiede zum Soil und normalen Bodengrund gibt...
 

Tobias Coring

Administrator
Teammitglied
Hi,

also beim Soil senkt wie gesagt der Bodengrund selber den pH Wert und nicht nur das CO2. Daher diese Unterschiede. Normaler Kies senkt ja nicht aktiv den pH Wert, so dass die Absenkung des pH Werts hier auf das CO2 zurückzuführen wäre.
 

nik

Moderator
Teammitglied
Hallo Ralf,

Blockbuster":24e1y62b schrieb:
Wichtig ist mir, zu erfahren wieviel CO2 effektiv im Becken ist.
das geht jetzt ein bisschen unter ... Die Dauertestflüssigkeiten, wie sie auch Tobi anbietet, zeigen nur den CO2-Gehalt des Wassers an! Die Enthärtung durch das Soil und/oder abgegebene Huminsäuren/Tanine sind nur für den pH relevant - und den zeigt der Dauertest ja nicht. Zu "kalibrieren" gibt es da nichts. Der Dauertest genügt als grobe Abschätzung des CO2-Gehalts schon. Mit der Anzeige Blau besteht Handlungsbedarf, weil zu wenig. ;)

Umgekehrt kannst du bei einer angenommen guten Farbe des Dauertests den CO2-Gehalt, wie von Anton beschrieben, unter Berücksichtigung des Blindwerts ermitteln und zuordnen. Das ist als öfteres Procedere halt aufwändig. Fazit: mir genügte der Dauertest.

Was ich an der ganzen Sache nur nicht verstehe, ist warum es diese Unterschiede zum Soil und normalen Bodengrund gibt...
... weil weicheres Wasser den Pflanzen meist förderlich ist? ;)

Gruß, Nik
 

Blockbuster

Member
Hallo Nik

Mit kalibrieren meinte ich:
Der Wert anhand der Differenzmessung vergleichen mit der Dauertestfarbe.
Ein Dauertest ist ja wie du schon sagst eher etwas für eine grobe Messung.

Der Dauertest zeigt auch türkis an. Bei KH3 Flüssigkeit entspricht das ca. 10 mg/l CO2
(Ich hab den Dauertest aus dem Becken genommen und gegen ein weißes Blatt gehalten.)

Ich werd mal schauen was die Differenzmessung ergibt.
Zumindest möchte ich wissen, wie genau ich mich auf den Dauertest verlassen kann...

[OT] In diesem Zusammenhang:
Etwas entäuscht bin ich schon, von dem NatureSoil.
Es ist jetzt seit 7 Wochen im Becken und die Wasserwerte stimmen bei weitem nicht mit dem Datenblatt von Oliver Knott überein. Es ist noch nicht mal eine Tendenz nach oben zu sehen.

Anhand der Datenblatt Werte sollte das Soil nämlich gut für beide sein: Garnelen und Pflanzen
Um die Garnelen vor Härteprobleme des Panzers (nach der Häutung) zu schützen muss der GH zur Zeit künstlich aufgehärtet werden. Ohne diese Maßnahme liegt der GH bei 3-4 und das ist auf jeden Fall zu wenig...
 
Hi,

binde Dir doch einfach etwas Riccia auf ein Stein, ist ein guter & natürlicher CO2-Dauertests, wenn´s ordentlich perlt ist genug CO2 vorhanden ;).
 

Erwin

Well-Known Member
LuckyLuke_3011":3nus4t69 schrieb:
Hi,

binde Dir doch einfach etwas Riccia auf ein Stein, ist ein guter & natürlicher CO2-Dauertests, wenn´s ordentlich perlt ist genug CO2 vorhanden ;).

Hi,

cooler Vorschlag....

und ausserdem legt man noch die Eierschale vom Frühstücksei ins Becken, wenn sich diese auflöst ist zu viel CO2 vorhanden. :wink:

MfG
Erwin
 

Fino

Member
Hallo Ralf,

bei deinem Wässerchen würde ich wie von Anton empfohlen zum Direkttest greifen (mit Korrektur). Dies ist sicherlich insgesamt die beste Methode zur CO2-Bestimmung.

@Anton
Bei der Berechnung (die an sich ja bestenfalls Größenordnungen liefert) ...
Ganz so kritisch würde ich die indirekte (rechnerische) CO2-Bestimmung nicht sehen. An sich liefert sie, wie ich finde, sogar sehr gute Ergebnisse. Ich nutze immer wieder mal den CO2-Direkttest, um die von mir rechnerisch ermittelten CO2-Werte zu überprüfen. Dabei habe ich bisher stets eine hohe Übereinstimmung gefunden. Es handelt sich allerdings um ein "normales" Becken mit viel WW und ohne Besonderheiten wie speziellen Bodengrund etc. Bei heiklen Wässerchen würde ich aber immer den Direkttest nehmen.

@Tobi + @all
Soil senkt die KH und auch aktiv den pH (Huminsäuren, Tanine usw.).

Aus diesem Grund nehmen zu viel Variablen Einfluss auf den pH-Wert, so dass man mit der Berechnung nicht mehr viel anfangen kann.
Das hört sich für mich etwas rätselhaft an. Klingt ja so, als wäre eine korrekte pH-Bestimmung bei Soil nicht mehr möglich. Mit einem pH-Meter dürfte doch die korrekte pH-Messung überhaupt kein Problem sein, egal welcher Bodengrund und egal, ob Huminsäuren anwesend sind?

Viele Grüße
Klaus
 

Tobias Coring

Administrator
Teammitglied
Hallo Klaus,

natürlich kann man den pH Wert bestimmen, jedoch lässt dieser kombiniert mit der KH dann keine Rückschlüsse auf den CO2 Gehalt zu.
 

Blockbuster

Member
Fino":18kcrevk schrieb:
Soil senkt die KH und auch aktiv den pH (Huminsäuren, Tanine usw.).

Aus diesem Grund nehmen zu viel Variablen Einfluss auf den pH-Wert, so dass man mit der Berechnung nicht mehr viel anfangen kann.
Das hört sich für mich etwas rätselhaft an. Klingt ja so, als wäre eine korrekte pH-Bestimmung bei Soil nicht mehr möglich. Mit einem pH-Meter dürfte doch die korrekte pH-Messung überhaupt kein Problem sein, egal welcher Bodengrund und egal, ob Huminsäuren anwesend sind?

Hallo Klaus

Angeregt durch diese Diskussion interessiert es mich doch schon sehr, wie es denn nun um den "echten" CO2 Gehalt steht.
Garnicht so sehr um endlich den Wert zu wissen, sondern eher um die Prozesse der Wasserchemie im Becken zu verstehen.

Zu den PH-Wert Variablen:
Ich denke Tobi meint das in Bezug auf die Möglichkeit den CO2 anhand von Tabellen abzulesen oder zu errechnen.

Ich muss Zugeben, das mich diese Aussage auch etwas verwirrt hat.
Ich messe den PH mit einem Messgerät und einmal im Monat zur Kontrolle mit der Tröpchenmethode.

Ein kalibriertes, elektronisches Messgerät muss doch der PH-Wert korrekt anzeigen, mal abgesehen von der Toleranz und unabhängig von irgendwelchen PH beeinflussenden Mittelchen.

Auf der anderen Seite bin ich der Meinung man kann sich auch kaputt Messen... :shock:
 
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