Schmieralgen?, extremer befall

Hooli.

Member
Hallo,
Ich habe seid einigen Wochen ein großes Problem mit Schmieralgen (wie ich glaube) und einigen Fusselalgen. Zuerst hatte ich Fadenalgen die sich nach der Düngeoptimierung zurückgezogen haben und vollständig verschwunden sind. Im Algenratgeber steht als Lösung eine Dunkelkur, ich bin mir aber nicht ganz sicher ob es Schmieralgen sind und möchte mich erst lieber von euch beraten lassen. Ich habe es noch nicht einmal geschafft das Becken ansatzweise Agenfrei zu kriegen es macht wirklich garkeinen Spaß :(

Die Werte vom Mittwoch
Ph 6,3 (hellgrüner Dauertest)
No3 25mg evtl. desswegen?
Gh 9
Fe 0,1mg
Ca 50mg
Po4 0,25mg
Licht 2x 54W und 2x 39W 11st. am Tag mit 4St. Pause 240l Becken

Ich dünge mit MicroBasic Volldünger und einem gemisch aus MicroBasic Nitrat und NPK (Dosierpumpe)

So habe ich mir Aquascaping wirklich nicht vorgestellt, bitte helft mir :(

Grüße Martin
 

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Hooli.

Member
Hi,

Ja den kenne ich schon allerdings bin ich mir nicht sicher ob es wirklich Schmieralgen sind. Die werte sind doch eigentlich auch ok. Ich hatte vor kurzem zuviel C02 im Becken kann es daran liegen? oder ist es auch möglich das es wegen dem Ca:Mg verhältnis zu Algen kommt?

Ich bin wirklich etwas ratlos. :cry:

Grüße Martin
 
Hallo Martin,

Du hast dir Cyanobakterien eingefangen. Das sind Urbakterien, keine Algen. Hier wird mit der grössten Wahrscheinlichkeit nur eine Dunkelkur helfen, die Bakterien sind äusserst anpassungsfähig und hartnäckig.

So wie ich Dein Becken auf den ersten Blick einschätze, hast Du einfach zu viel gedüngt und dadurch ein Ungleichgewicht der Nährstoffe geschaffen. Wie hoch ist die Temperatur im Becken ?

Ich würde so vorgehen :

- Düngung komplett abstellen, es wächst mit Sicherheit im Moment nichts...
- Einen 90% Wasserwechsel machen ( beim Diskus wird das sicherlich schwer )
- Alle Algen mechanisch entfernen, die durch Algen befallenen Pflanzen entsorgen.
- Eine rigorose einwöchige Dunkelkur durchführen nach den Methoden von Aquamax : http://www.aquamax.de/HG06UG04.htm
- Nach Dunkelkur wieder einen 90% Wasserwechsel durchführen und sofort neue, schellwachsende ( frische ) Pflanzen einbringen. Hier ist es wichtig, keine anspruchsvollen Pflanzen zu wählen, Hornkraut, Kirschblatt, indischer Wasserfreund für den Anfang sind billig und anspruchlos.
- Keine NPK Düngung für den Anfang, Beleuchtung auf 2 x 39W 6 Stunden reduzieren.
- Wenn die Pflanzen anfangen zu wachsen, Beleuchtungszeit auf 8-10 Stunden steigern. O.a. Pflanzen benötigen nicht diese Art der Beleuchtung.

Wichtig :
- CO2-Gehalt um die 20mg/l optimieren, regelmässig WW messen und auf keinen Fall einen UVC-Klärer verwenden. Evtl. kannst Du auch etwas Filter Mulm aus einem funktionierenden Aq. besorgen und in deinem Aq. entleeren, ist natürlich eine riesen Sauerei, aber es hilft. Evtl. könntest Du auch 1-2 Fläschchen Amtra Pro-Cult einsetzen, damit sich der Baktierenhaushalt stabilisiert.

Du hast einiges vor Dir, aber das wird schon ...
 
P.S.

sehe gereade auf dem zweiten Foto - das ist gar kein Diskus, sondern ein Felsen, o.k. dann kannst Du auch problemlos 90% WW durchführen :D .
 

Bratfisch

Member
Hallo Martin.

Gebundener Stickstoff [in Deinem Fall nur als Nitrat-Stickstoff gemessen (Ammonium-Stickstoff sollte korrekterweise auch ermittelt und dazu addiert werden)] und Phosphat stehen in Deinem Aquarium im Verhältnis 1oo:1. Das ist weit über dem biologischen Gleichgewicht von 16:1. Dein Aquarium ist phosphatlimitiert. Bei solch´ hohen Verhältnissen zugunsten gebundenen Stickstoffs kann die kleinste Erhöhung des Phosphates bei grundsätzlich vorhandener Neigung des Beckens in Richtung einfachster Pflanzen (Algen) zu kippen ("klemmender" Pflanzenwuchs, zu wenig schnellwachsende Pflanzen, Einschleppen von Algen(resten) z.B. an gekauften Pflanzen welche bei deinem Becken gerade in die richtigen Bedingungen "fallen" ...) schnell eine Algenexplosion auslösen.

Bei dem was die Bilder hergeben werden es Cyanobakterien sein welche Dein Becken zu übernehmnen gedenken. Bei einem N:p-Verhältnis weit über 16:1 meist Oscillatorialis, also keine Stickstofffixierer.

Ihnen aber nun den Stickstoff wegzunehmen wird in unseren Aquarien nichts nutzen, bzw. läßt sich nicht realistisch umsetzen weil der (oder eben Ammonium-Stickstoff) aus der Nitrifikation immer irgendwo nachgeliefert wird und, vor allem bei dem Licht was auf dem Becken steht, die Pflanzen nichts mehr zu beißen hätten.

Das eigentliche Wurzel-Problem ist Phosphor. Solange die Algen den haben, werden sie nicht aufhören zu wachsen und den gebundenen Stickstoff zu veratmen. Phosphor sollte also aus Deinem Becken verschwinden!

Jedoch:

Unsere aquaristischen Tests suggerieren uns dass der Phosphor den wir mit ihnen messen ALLER Phosphor ist welcher im Becken sich befindet. Das ist aber nicht korrekt. Phosphor besteht in Wirklichkeit aus drei Fraktionen:

- dem anorganisch gelösten (reaktiven) Phosphor
- dem organisch gelösten (nicht-reaktiven) Phosphor
- und dem in Biomasse gebundenen bzw. an Partikeln anlagernden Phosphor

Diese drei Fraktion ergeben den tatsächlichen Gesamt-Phosphor des jeweiligen Beckens. Und nur den anorganisch gelösten Phosphor erfassen unsere aquaristischen Tests! Folgend kann es somit sein das ein Becken im Phosphor bei Null steht, die Algen jedoch dennoch nicht verschwinden wollen, weil die Null des aquaristischen Tests für sie nämlich keine ist, denn Algen können sich im Gegensatz zu höheren Pflanzen über enzymatische Prozesse problemlos der anderen beiden Phosphorfraktionen bedienen und somit weiter gebundenen Stickstoff veratmen.

Allerdings:

... sind auch Geschwindigkeiten des Nachschubes wohl entscheident. Das ortho-Phosphat mag zwar am leichtesten verfügbar zu sein, jedoch gilt ein Gehalt von unter o,o3mg/l anorganisch gelöstem Phophor (das aquaristische PO4) allgemein als Cyanobakterien limitierend. Wobei planktonische Algen (zumindest im Anfangsstadium der Blüte) da gewiss schärfer von betroffen sind als benthische, filmbildende Algen wie sie z.B. bei Dir wohl vorhanden sind, denn unter ihren Teppichen halten sie ein eigenes Mikroklima vor in welchem durch Rücklösungen, Verfall und eben enzymatische Nachilfe seitens der Alge Phosphor innerhalb von Stunden bis Tagen algenverfügbar wird und somit der o.g. Grenzwert von o,o3mg/l ortho-Phosphat überschritten wird.

In unseren Aquarien ist es also schwierig der eigentlichen Wurzel "Phosphor-Verfügbarkeit" effektiv beizukommen!

Dennoch würde es mich interessieren ob Du mit einer strengen Phosphatentfernung (die anorganische Fraktion) etwas erreichen könntest. Nur für den Fall das Du etwas experimentierfreudig bist und es Dir nicht eilt. (Was ja aber meist nicht der Fall ist. )

Ansonsten würde ich Dir wie der Vorredner zu den (in den meisten Fällen) funktionierenden Methoden der Dunkelkur oder der Einbringung von viel Mulm aus einen rund laufenden Becken raten. Obwohl das, was man auf den Bildern sieht, schon richtig shice aussieht! :- (

Aber gerade weil der Kahn schon so abgesoffen ist könnte man zum allgemeinen Erkenntnisgewinn noch ein paar Sachen mit ihm anstellen welche man ihm vorher nicht angetan hätte.

Noch etwas:

Interessant wäre es auch wenn Du den Silizium-Wert (Silikat) Deines Wasser messen könntest. Im biologischen Gleichgewicht steht er zu Stickstoff und Phosphor (N:p:Si) wie 16:1:17 und es gibt Berichte nach denen eine Siliziumentfernung mit einem Verschwinden von Cyanobakterien einherging. (Frage ist allerdings ob hier der Absolutwert oder sein Verhältnis zu den anderen Nährstoffen entscheidend war. Meist ist es ja letzteres.)

---

Ich denke das mager gefahrene Becken, mgl. nahe am biologischen Gleichgewicht von gebundenem Stickstoff und Phosphat und einer Lichtleistung welche es nicht erzwingt dieses wegen einger Starkzehrer oder Exoten zu verzerren und zudem Pflanzen involviert welche als starke Ammoniumzehrer gleich das erste Produkt der Nitrifikation wegschnappen (z.B. Hornblatt), ohne es wie ein biologisch arbeitender Filter als Nitrat wieder ´rauszureichen, sicherer laufen und weniger zum Kippen neigen.(?)

Wie schon woanders geschrieben halte ich z.B. Hornblatt in einem separaten Filterbecken vor, womit ich mir ein Hauptbecken leisten kann in welchem nur lagsamwachsende Pflanzen oder Moose sich befinden mir jedoch dennoch keine Sorgen um eine Algenübernahme machen muß.

Meine Nährstoffwerte liegen für Nitrat bei 1 bis 4mg/l und Phosphat bei < o,o2 mg/l, weil ich auf dem blöden "sensitiv"- Test von JBL nix erkennen kann. Das wäre ein Verhältnis von 50:1 bis 200:1. Ich sollte also, sollten sie denn in Spuren im Becken vorhanden sein und wären die Biofilme aus welchen Gründen auch immer gestört, ebenfalls keine Probleme mit Stickstofffixierern bekommen (es sei denn, dass für die Ausbildung der Heterocysten bzw. für die Blüte generell vorhandener zur Stickstofffixierung fähiger Cyanobakterien der Absolutwert des gebundenen Stickstoffs und nicht sein Verhältnis zum Gesamt-Phosphor entscheident ist) sondern wie Du, mit z.B. Oscillatorialis.

Allerdings liegt mein anorganisch gelöster Phosphor unter dem Schwellwert von o,o3 mg/l PO4. Das würde passen. Was in freier Wildbahn gilt, gilt auch in useren Aquarien. Die Cyanobakterien wissen nicht wo sich sich befinden!

Vermutlich könnte ich also mein Wasser mit etwas Phosphat noch aufdüngen um dem Verhältnis von 16:1 näher zu kommen. Womit ich meinen wüchsigen Pflanzen optimalere Bedingungen bieten täte, sie dort noch effektiver arbeiten könnten. Bei diesem Anheben des Phospahtgehaltes, hin zum Gleichgewicht, sollen ja dann auch die für für niedrige Phospahtgehalte bekannten Punktalgen noch verschwinden. Was aber womöglich nichts mit dem Absolutwert des Phosphates zu tun hat sondern eben seinem Verhältnis zum gebundenen Stickstoff (Nitrat plus Ammonium-Stickstoff) bei gleichzeitigem Vorhandensein wüchsiger Pflanzen welche um die SEs konkurrieren. (?) Cyanobakterien sind bekannt dafür höhere Konzentrationen an Spurenelementen für ihre Begünstigung zu benötigen.

Cyanobakterien sind schwierig. Und die Nährstoffsituationen unserer Aquarien im Zusammenspiel mit den teilweise weitab des Natürlichen liegenden Idealvorstellungen des Betreibers ziehen diesen Knoten nur noch fester als ihn zu lösen ...

(sorry, dass ich eher allgemein über "Blaualgen" hergezogen bin)












Ingo
 

Biotoecus

Active Member
Hallo Martin,

sorry wenn ich nun etwas schroff daher komme.
Aber wer hat Dir eigentlich verboten diese Cyanos täglich zu entfernen? :D

Bei solchen Bildern hätte ich beide Arme täglich im Becken.
Einhergehend mit Wasserwechseln und täglicher Düngung.
Wobei ich mein Augenmerk auf die Zuführung von Ammonium legen würde.

Dazu ein Rudel Posthornschnecken.

Den Cyanos musst Du auf den Geist gehen. Sonst ändert sich da nix.
Rein vom anschauen und PO4 messen lassen die sich nicht beeindrucken.

Beste Grüße
Martin
 

Hooli.

Member
Hi,

Danke für die schnellen Antworten, leider habe ich nicht so sehr viel zeit nach der Arbeit mich noch um Stundenlange Aquariumpflege zu kümmern. Die Cyanos entferne ich allerdings immer wenn ich zeit habe, allerdings ist es wirklich sehr frustrierend denn am nächsten Tag sieht es wieder so aus wie vorher = (

Ich werde jetzt wie oben beschrieben die Dunkelkur durchführen und Mulm aus meinen Anderen Becken zuführen. Das war mein erster Versuch mit Aquascaping, leider sofort in die Hose gegangen.

Noch eine Frage: Soll ich nach der dunkelkur wieder alles außer NPK düngen oder erstmal garnichts? und wann soll ich den Mulm zugeben gleich nach dem WW oder erst nach der Dunkelkur?

Die temp. im Becken beträgt wegender Beleuchtung immer 26 bis 28 Grad ich habe troz Lüftern etc. nie 25 grad erreicht.
Die Pflanzen wachsen übrigenz immernoch sehr gut wenn ich die Bakterien abziehe sehen die Pflanzen darunter sehr gut aus und das Becken blubbert auch gut den ganzen Tag (Photosynthese).
 
Hooli.":31c53iha schrieb:
Hi,

Danke für die schnellen Antworten, leider habe ich nicht so sehr viel zeit nach der Arbeit mich noch um Stundenlange Aquariumpflege zu kümmern. Die Cyanos entferne ich allerdings immer wenn ich zeit habe, allerdings ist es wirklich sehr frustrierend denn am nächsten Tag sieht es wieder so aus wie vorher = (

Hi,

das ist klar, Du musst es auch richtig machen, die Cyanos lachen über solche Eingriffe.
Tgl. Stundenlang ist übertrieben, aber tgl. stundenlang am falschen Hebel zu drehen - z.B. Expiremente mit Düngern bei einem derartigen Befall - geht mit Sicherheit in die Hose. Ich habe mich 2-3 Monate mit ähnlichen Problemen beschäftigt, Dünger hier, Dünger da, irgendwann habe ich dann täglich 20-30ml Makrodünger ins Becken kippen müssen, damit irgendwas anfing zu wachsen. Da passt was nicht, daher muss der Resetknopf jetzt dein Ziel sein.


Hooli.":31c53iha schrieb:
Ich werde jetzt wie oben beschrieben die Dunkelkur durchführen und Mulm aus meinen Anderen Becken zuführen. Das war mein erster Versuch mit Aquascaping, leider sofort in die Hose gegangen.

Aquaristik ist kein Hobby wie Hund oder Katze, also das ist kein Selbstläufer, gute Aquarianer haben jahrzehnte Erfahrungen gesammelt. Leider muss man auch die Kehrseiten dieses Hobbys durchmachen, damit man später auch die Blumen ernten kann ;) Nur Mut, Aquaristik - insbesondere Aquascaping / Naturaquarien - ist ein wunderschönes Hobbby.

Hooli.":31c53iha schrieb:
Noch eine Frage: Soll ich nach der dunkelkur wieder alles außer NPK düngen oder erstmal garnichts? und wann soll ich den Mulm zugeben gleich nach dem WW oder erst nach der Dunkelkur?

Den Mulm kannst Du nach Dunkelkur reinkippen. Lass die NPK - Düngung erstmal komplett weg, das ist Tuning für Turbo-Aquarien. Beleuchte erst einmal mit 2 x 39W/L, damit werden die Pflanzen auch ohne NPK-Dünger wachsen, Du hast doch sicherlich Fische im Becken oder ?

Hooli.":31c53iha schrieb:
Die temp. im Becken beträgt wegender Beleuchtung immer 26 bis 28 Grad ich habe troz Lüftern etc. nie 25 grad erreicht.
Die Pflanzen wachsen übrigenz immernoch sehr gut wenn ich die Bakterien abziehe sehen die Pflanzen darunter sehr gut aus und das Becken blubbert auch gut den ganzen Tag (Photosynthese).

Im Sommer wirst Du wohl nie unter 25° kommen, aber versuche wenigstens nicht über 27° zu kommen, ab da machen viele Pflanzen bereits die Grätsche. Ich weiss, dass die Pflanzen trotz Algen gut wachsen, das habe ich mir ein Jahr lang angesehen.
Das Blubbern können auch die Algen verursachen, sie betreiben schliesslich auch Stoffwechsel und sondern dabei Stoffe ab. Sei froh, dass die Pflanzen wachsen, du musst also jetzt nur die Algen los werden und das Becken in Punkto Stickstoff und Phosphathaushalt stabilisieren.

Mach Dir nicht so viel Stress damit, führ einfach den großen WW durch, beseitige die Algen mechanisch und mach für eine Woche eine große Decke übers Becken, schön Dunkel. Evtl. kannst Du es auch 1,5-2 Wochen durchziehen, zwischendurch können die Fische unter leichtem Lichteinfall gefüttert werden.

Danach musst Du dich langsam an das Optimum rantasten, ich würde da erst einmal anspruchlose Pflanzen reinsetzen und das Becken stabilisieren, nach u. nach die Beleuchtung steigern in Dauer und Intensität und dann erst mal interessante Pflanzen schrittweise erweitern. Die Makros könntest Du mal wöchentlich stoßdüngen, mach dir keinen Stress, wie die mal 2-3 Tage n.n. sind, Pflanzen können diese Stoffe auf Vorat speichern. Einfach wöchentlich das Becken beim WW auf 5-10mg/l NO3, 0,5mg/l PO4 und 5mg/l K aufdüngen. Wenn das nicht reicht, sollte es aber, dann kannst Du es noch anpassen.

Viel Glück ! ;)
 

Hooli.

Member
Hi,
danke für deine Mühe ich habe alles soweit gemacht und dunkelkur begonnen, so sah das Becken aus kurz bevor ich es zugedeckt habe.
Achso, muß ich den Mulm jetzt oder est nach der Dunkelkur reinkippen?

Grüße Martin
 

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nik

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Teammitglied
Hallo Ingo,

Cyanobakterien (CB) über eine Phosphatlimitierung beizukommen, habe ich schon versucht. Ich hatte es dann abgebrochen, weil zuerst die Pflanzen kaputt gingen.

@ Martin
Bei CB sollte man normal weiterdüngen. Das Problem ist, die binden eine erhebliche Menge Stickstoff - sozusagen was sie kriegen können. Zur Beseitigung gibt es wenige Möglichkeiten.
- man kann hoffen über die reichliche Zugabe Mulms aus anderen Becken die CB auszukonkurrieren.
- konsequentes mechanisches Kurzhalten, damit die CB von anderer Mikroflora ersetzt werden können.
. die Dunkelkur wirkt, aber es braucht hinterher auch die Möglichkeit die entstandene "Funktionslücke" durch die fehlenden CB durch andere Mikroflora zu ersetzen. - Sonst nutzen sie die Lücke wieder.

Gruß, Nik
 
Hallo Martin,

Nik hat vollkommen Recht, die Cyanos benötigen Konkurenz in Form von sessilen Bakterien, daher wäre es ratsam, nach oder während der Dunkelkur den Mulm reinzukippen. Versuch doch nach der Dunkelkur, dem Mulm etc. eine Stoßdüngung der Makros auf die o.a. Werte und behalte die Werte im Auge, du wirst schon merken, wie sich das Becken verändern wird und kannst dann gezielt einwirken.
 

Bratfisch

Member
Hallo Martin.

Hooli.":89x254ri schrieb:
Die temp. im Becken beträgt wegender Beleuchtung immer 26 bis 28 Grad ich habe troz Lüftern etc. nie 25 grad erreicht.

Auch ein Punkt! Cyanobakterien liieeeben badewarmes Wasser!! :- ) Versuche auf jedenfall die Temperatur ´runterzubringen! 24-25°C wären gut, 23°C besser!

(Warum hängst Du nicht einfach weniger Watt über Dein Becken anstatt über die nicht zu bändigenden Celsius zu jammern oO?)

---

Hallo Nik.

nik":89x254ri schrieb:
Cyanobakterien (CB) über eine Phosphatlimitierung beizukommen, habe ich schon versucht. Ich hatte es dann abgebrochen, weil zuerst die Pflanzen kaputt gingen.

Es kommt sicher auf die jeweiligen Pflanzen und Randbedingungen an. Für mein Becken zeigt keine Pflanze bzgl. des dauerhaften PO4 < o,o2 den Wunsch umzukippen. Wobei ich die Wurzler welche sich Phosphor aus dem Boden verschaffen können (?) ausklammere und mich nur auf Hornblatt, Wassernabel und diverse Moose beziehe. Die "sich" aber womöglich partikularen Phosphor über auf ihnen befindliche Biofilme verfügbar machen können, was sie umhüllende Cyanobakterienvorhänge für den Fall der Felle dann wohl verhindern. (?)

Weshalb eben auch Gesamt-Phosphor ermittelt werden sollte, denn die Messung des anorganisch gelösten Phosphor läßt keine Aussage zu was tatsächlich im Becken so herumgereicht wird oder in lokalen Pools auf einen Freier, z.B. einen schönen Algenteppich wartet. (Wobei letzteres natürlich auch mit Gesamt-Phophor nicht zu erfassen ist, denn dafür müßte man das gesamte Becken in den Meßbecher kippen oder einfach entsprechend viel Reagenz -> in´s Becken ... *g*)

Ein großer Freiwasserraum mit seinem Phytoplankton, wie in einem See z.B. ist da natürlich bzgl. seiner Gesamtphosphorsituation wesentlich umkomplizierter zu beurteilen (was auch nicht sooo ganz richtig ist, denn Cyanobakterien können über Gasvakuolen ihren Standort in der Wassersäule wählen um nachts über der Gewässersohle Phosphor aufzuladen und bei Tage in der Nähe der Oberfläche Photosynthese zu betreiben und gebundenen Stickstoff zu veratmen), im Aquarium ist das alles durcheinander und dicht an dicht, die typische Altstadt-Kneipen-, Cafe- und Futterluken-Situation, vor dem einen Geschäft stehen die Blauen Schlange, in dem anderen halten die Roten Parteitag und wieder woanders langweilt sich der Staub im Hauseingang weil schon seit Urzeiten "zu vermieten" im Fenster hängt. Und das alles auf zehn Meter.

Was aber nichts am Grundsätzlichen ändert!

Wenn man zumindest aber für sein Wasser das biologische Verhältnis von N:p, 16:1 einstellen will und man aber nur PO4:NO3+NH4 messen kann, muß man das korrigieren und ein Verhältnis von 23:1 anstreben. Der Nutzen des Verhältnisses in unseren Aqaurien mag´, weil sie für das was sie auf engstem Raum beinhalten nur gerührt und nicht wirklich geschüttelt sind, nicht immer der erwartete oder versprochene sein, was aber nicht am Verhältnis sondern an seiner Vielzahl von Lokalelementen liegt die alle ihr eigenes Süppchen kochen und nicht wie in der Natur in einer großen Masse bzw. Gesamtwirkung anonymisiert sind.

---

Allgemein:

Ich habe mal auf der Blaualgenseite von Bernd Kaufmann gelesen. Was das Dunkelbier angeht weiß ich nicht ob´s korrekt ist oder nicht und ob es da überhaupt verschiedene Ansätze gibt aber ansonsten steht auf der Seite total viel Falsches OO! Wer das liest und übernimmt ist über Cyanobakterien fehlinformiert.

Nur mal ein Zitat:

[...] und erfordert (<- B.K. meint hier die Stickstofffixierung) anoxische, wenn nicht sogar anaerobe Verhältnisse. (B.K. meint hier das externe, außerhalb des Bakteriums befindliche Milieu)

Kommentar:

Erstens meinen "anoxisch" und "anaerob" daselbe und "anaerob" als Steigerung von "anoxisch" noch in Bezug zu stellen ist dann der größte Unsinn, ...

... zweitens benötigt die Stickstofffixierung ein sauerstofffreies Milieu INNERHALB der Heterocysten des Bakteriums (wofür das Bakterium durch Ausbildung sauerstoffdichter "Häute" selbst sorgt!)und nicht AUSSERHALB des Bakteriums. Das ist eine extreme Fehlinformation, denn nach B.K. können stickstofffixierende Cyanobakterien ihrem Tun nur in sauerstofffreien Umgebungen nachgehen.

Und genau darauf baut B.K. dann seine weitergehende Information / Empfehlung / Entwarnung an seine Leser auf, daß nämlich stickstoffixierende Cyanobakterien in unseren Aquarien absoluter Nonsens sind!

Aber wo er recht hat, hat er recht. Das ist tatsächlich absoluter Nonsens.

Und so geht das weiter ... oO













Ingo
 

Black.fx

Member
Hallo,
Ich kenne da noch einen Weg, der hat bisher 3 mal 100 % im Süsswasser funktioniert.
Ich hatte das vor ein paar Jahren bei Bekannten aufgeschnappt (Meerwasseraquaristiker)und dann weiter gegeben und leicht verändert.
Da in einem Meerwasserbecken die Cyanos in Rot auftauchen können und das Gleichgewicht dort extrem vom Licht abhängt ist eine Dunkelkur dort nicht so schnell ratsam. Funktioniert im Süsswasser aber nur im saurem Medium (Torf)
Also:
1. Licht aufs minimum 6-8h
2. Mikro Düngung aufs minimum reduzieren Makro ganz weg CO2 aus.
3. Filter ausspülen - Filtertorf in den Filter (Schwarzwasser)
4. 1Tag 3-fache Dosis Flüssig zeolith. (die blauen Cyanos werden innerhalb von 24h grau und bekommen duch den Zeolithstaub Probleme ?) evtl. kann das ja hier im Forum jemand erklären.
5. 2 Tag 3-fache Dosis Flüssig zeolith.
6. 3 Tag 50-80% WW + mechanisch den grauen Schleim entfernen + Filter ausspülen
7. Licht ganz aus am besten verdunkeln (48h Dunkelkur, Filterbakterien animpfen als Konkurenz(ob gekauft oder aus einem unbelasteten Aquarium)
8. 4 Tag Licht aus + wieder Filterbakterien
9. 5 Tag Licht an 50% ww und anhand vom mechanischen Entfernen entscheiden ob noch ein Durchlauf sein muss. (mindestes 2 Durchläufe. Habe bisher 3 mal 3 Duchläufe gehabt)
Das ganze wiederholen bis wirklich nichts mehr zu sehen ist.
- Nicht vergessen nach dem Torf zu schauen wegen der Enthärtung.
Danach anfangen als währe es ein frisch eingerichtetes Aquarium, also langsam CO2 + Düngung + Licht
In den draufvolgenden 2-3 wochen 1 mal pro woche Flüssig Zeolith.

Fertig
 

nik

Moderator
Teammitglied
Hallo Ingo,

ich muss mal jammern, ich muss raus und habe nur wenig Zeit. ;)

Bratfisch":h1ssj403 schrieb:
Weshalb eben auch Gesamt-Phosphor ermittelt werden sollte, denn die Messung des anorganisch gelösten Phosphor läßt keine Aussage zu was tatsächlich im Becken so herumgereicht wird oder in lokalen Pools auf einen Freier, z.B. einen schönen Algenteppich wartet. (Wobei letzteres natürlich auch mit Gesamt-Phophor nicht zu erfassen ist, denn dafür müßte man das gesamte Becken in den Meßbecher kippen oder einfach entsprechend viel Reagenz -> in´s Becken ... *g*)
Es kann schon sein, dass es Rücklösungen aus gebundenem Phosphat gibt, das versaut einem natürlich alle Absichten das zu limitieren. Ich spreche aber in jedem Fall von P-nicht-nachweisbar und den deutlichen entsprechenden Mangelerscheinungen an den Pflanzen. Dunkelgrüne, erheblich kleinere Blätter in Verbindung mit einer fühlbaren Starre sind starke P-Mangelsymptome und dann dauert es nicht mehr lange bis sie hinüber sind.
Den organsichen Anteil P finde ich nicht so spannend, da der abhängig vom organischen Umsatz im Becken ist - und der, speziell Futter, wird bei einer angestrebten P-Limitierung soweit wie möglich reduziert.

Wenn man zumindest aber für sein Wasser das biologische Verhältnis von N:p, 16:1 einstellen will und man aber nur PO4:NO3+NH4 messen kann, muß man das korrigieren und ein Verhältnis von 23:1 anstreben. Der Nutzen des Verhältnisses in unseren Aqaurien mag´, weil sie für das was sie auf engstem Raum beinhalten nur gerührt und nicht wirklich geschüttelt sind, nicht immer der erwartete oder versprochene sein, was aber nicht am Verhältnis sondern an seiner Vielzahl von Lokalelementen liegt die alle ihr eigenes Süppchen kochen und nicht wie in der Natur in einer großen Masse bzw. Gesamtwirkung anonymisiert sind.
Was lässt dich denn an den genannten Verhältnissen so festhalten. Üblicherweise habe ich erhebliche, mögliche Toleranzen in Nährstoffverhaltnissen erlebt und würde deshalb einem so geringen Unterschied wie 16:1 oder 23:1 keine Bedeutung mehr beimessen können. Mit dem in meinem Leitungswasser gegebenen PO4 verfehle ich schon die 16:1 N/P mehr oder weniger deutlich.

Ich habe mal auf der Blaualgenseite von Bernd Kaufmann gelesen. Was das Dunkelbier angeht weiß ich nicht ob´s korrekt ist oder nicht und ob es da überhaupt verschiedene Ansätze gibt aber ansonsten steht auf der Seite total viel Falsches OO! Wer das liest und übernimmt ist über Cyanobakterien fehlinformiert.
Ingo, die Seite ist mir ein rotes Tuch! Für den guten Namen steht neben Richtigem zu viel - gelinde gesagt - Zweifelhaftes. Ist halt ein Problem im Web mit der Filterung angebotener Informationen.

... daß nämlich stickstoffixierende Cyanobakterien in unseren Aquarien absoluter Nonsens sind!
Jede Messung des stark erhöhten Nitrat-Pegels nach einer Dunkelkur bestätigt das Freiwerden des durch die CB gebundenen Stickstoffs! Kaum zu glauben, welche Mengen Stickstoff durch die verschwanden.

Und so geht das weiter ... oO
Egal, das ist nicht unser Problem und sein Ding es zu korrigieren oder auch nicht. Wenn dir danach ist mit ihm zu diskutieren, gibt es ja geeignete Plattformen auf denen er zugange ist, hier wünsche ich es mir (persönlich) wirklich nicht! Lassen wir es aber auch im Interesse dieses Forums besser auf sich beruhen.

Gruß, Nik
 

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