Bart- und Grünalgen

Bushi

Member
Hallo zusammen,

Ich habe seit einiger Zeit ein enormes Bartalgenproblem... eine Art Tagebuch der letzten Wochen findet ihr hier: erste-hilfe-wasserpflanzen/hilfe-otos-mit-ichtyo-t49684-15.html

Nach der Ganzen Ichtyo und Glockenwurmbehandlung ging das Ganze los... zusätzlich habe ich noch Grünalgen. Außerdem habe ich aktuell das Gefühl, dass vermehrt Blasen aus dem Soil kommen... ob das am CO2 liegt oder einfach durch gute Bakterien im Boden weiß ich nicht. Gammeln tut nichts.

Ich habe 2 Fotos des Aquariums, der Algen angehangen. Außerdem die Gesamtübersicht der Wassertests der letzten Wochen.

Meine nächste Idee wäre, neben den vielen Wasserwechseln, die durch die Ichtyobehandlung stark verkümmerte Staurogyne repens zu entfernen, ein wenig Soil abzusaugen, aufzufüllen und Heteranthera zosterifolia einzusetzen. Ich habe ja eigentlich keine schnell wachsende Pflanze im Aquarium... das könnte das Problem evtl. auch mindern.

Ich bin wirklich über jede Hilfe sehr dankbar!

Beste Grüße

Dennis



ALLGEMEINE ANGABEN ZUM BECKEN:

Standzeit des Aquariums:* 1 Jahr
AQUARIUM: Scapers Tank 55
BODENGRUND: Tropica Soil + ordentlich Lavabruch
BELEUCHTUNG: 8h, 2 x Aquatlantis LED
FILTERUNG: Früher Scapers Flow, nach Sichtung erster Algen JBL e402 ( Standardfiltermedien + Silican Clear wegen des hohen Silikatwertes des Leitungswassers 3,0 )
CO2 inkl. Nachtabschaltung
DÜNGUNG: täglich AR NPK 2ml, Eisen 1ml, N nach Wasserwechel aufdüngen auf ca. 20-25
CO2 ANLAGE (FALLS VORHANDEN):
WASSERWECHSEL: 1x Woche 50%, aktuell aber 2-3x Woche 60-70%
BESATZ: 50 blue Dream Garnelen, 5 Otos, 3 Geweihschnecken, 10 Zwergrasboras
 

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Bushi

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Algen im Fokus... leider sind die Algen bereits sogar auf dem Rasen verteilt....
 

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Nightmonkey

Member
Hallo Dennis,

aus aktuellem Anlass interessiert mich dein Problem sehr.
Durch die Themen die in meinem aktuellen Thread behandelt werden habe ich eine Theorie was in deinem Becken
nicht stimmen könnte.
Hier ist der Link zu meinem Thread, Grund für den Thread sind Pinselalgen in meinem Becken, da ich aber nicht den, gefühlt Hunderttausendsten, Thread zu diesem Thema eröffnen wollte bin ich auf der Ebene Nährstoffausfällungen eingestiegen.
Wenn Du Zeit und Lust hast lies dich mal rein oder verfolge ihn weiter, der ist ja aktuell und ich werde ihn weiterführen bis es eine Lösung gibt.
Er ist mit Sicherheit etwas anstrengend zu lesen aber du wirst erkennen wie sich die Ursachenforschung entwickelt und in welche Themenbereiche man dabei gelangt.
https://www.flowgrow.de/naehrstoffe/frage-zu-nahrstoffausfallungen-t49826.html






Ich habe seit einiger Zeit ein enormes Bartalgenproblem...

Zuerst muss ich allerdings sagen das man auf deinem Bild nicht wirklich erkennen kann ob das Bartalgen sind. Vielleicht kannst du da ja noch was besseres nachreichen.
Ist für meinen Denkansatz aber auch eher zweitrangig.


Nach der Ganzen Ichtyo und Glockenwurmbehandlung ging das Ganze los... zusätzlich habe ich noch Grünalgen.

Hier liegt wohl die Ursache, ich kann mir vorstellen das die Behandlung dem Biofilm in deinem Becken geschadet hat.
Eine Ursache bei den Nährstoffen kann man bei deinen WW wohl ausschließen.
Die Theorie sieht wie folgt aus:
Unstrittig ist, das Bakterien, sprich der Biofilm, sich auf allen Oberflächen im Becken ansiedeln kann und nicht nur auf Filtersubstrat im Filter wie das häufig in der allgemeinen Aquaristik (vor allem von Herstellern aus dem Bereich Filterung) propagiert wird.
Soll heißen, wenn dein Becken einen gut funktionierenden, im Becken ausgebreiteten Biofilm hat, werden sich auf diesen Oberflächen keine Algen ansiedeln können weil, wenn ich bisher alles richtig verstanden habe, der Platz vom Biofilm "belegt" ist.
Wenn dein Biofilm nun also wirklich vom Medikament "beschädigt" wurde gibt es jetzt Platz für Algen!
Das erklärt auch warum man oft vergebens versucht Algen über die Nährstoffsituation zu bekämpfen.



...und Heteranthera zosterifolia einzusetzen.Ich habe ja eigentlich keine schnell wachsende Pflanze im Aquarium... das könnte das Problem evtl. auch mindern.

Wenn meine Theorie auf dein Problem zutrifft wird das nichts bringen, zumindest nicht kurzfristig.
Langfristig gesehen ist es hilfreich, weil viel Pflanzenmasse gleichbedeutend mit viel Oberfläche ist, Oberfläche für den Biofilm.
Solltest du jetzt neue Pflanzen einsetzen, wird das ein perfekter Brutplatz für Algen sein, weil sich auf emers gewachsenen Pflanzen logischerweise kein Biofilm befinden kann, also wieder freie Fläche für Algen!

Also zusammengefasst würde ich dir raten was für den Biofilm zu tun. (Möglicherweise bekomme ich wohl heute noch von Nik im Detail erklärt wie man das am besten anstellt.)
Deswegen könntest / solltest du meinen Thread verfolgen.
Du hast ja schon an der Filterung gebastelt, inwiefern das nun nützlich ist kann ich nicht sagen denn der Biofilm soll ja ins Becken.
Das ist aber denke ich erstmal nicht kontraproduktiv bzw wird das Problem nicht verstärken.
Nik hat zu diesen Themen einiges aufschlussreiches in seiner Signatur hinterlegt, kann ich dir nur empfehlen das mal zu lesen.

Apropos kontraproduktiv:

Standardfiltermedien + Silican Clear wegen des hohen Silikatwertes des Leitungswassers 3,0

Diesen Wert würde ich nicht als hoch bezeichnen und über die Auswirkungen von Silikat im Süßwasser wird viel diskutiert.
Meiner Erfahrung nach ist das zu vernachlässigen, denn in meinem LW sind 24 mg/l Silikat und Probleme mit Kieselalgen hatte ich und auch andere mit höheren werten nie.
Das liegt dann wohl generell am Biofilm bzw kann es sein das die Flächen auf den Kieselalgen gerne Siedeln, z.B. an den Scheiben schon von anderen Algen besetzt sind.

Über kurz oder lang machen solche Filtermedien mehr Probleme als sie nützen können, denn sie entfernen nie nur diesen einen Stoff der vorne groß auf der Packung steht.
Von daher wundert es mich auch das du noch Po4 im Wasser nachweisen kannst.

Ich würde es entfernen, wenn der Rest passt brauch man das nicht, punkt aus!

Es würde mich sehr interessieren ob Du dein Problem mit Biofilm - Pflege auch in den Griff bekommst, denn dann hätte ich durch meinen Thread bereits einiges dazu gelernt.

Gruß Marco
 

Bushi

Member
Hallo Marco,

danke erstmal für die ausführliche Antwort! Ich werde mir deinen Thread noch ansehen. Dass die guten Bakterien durch die Behandlung auch in Mitleidenschaft gezogen wurden war mir bereits klar. Vorallem ist seit der Behandlung der Nitritwert auch ein wenig nach oben gegangen. Vorher war der ja meist kaum vorhanden.

Zuerst muss ich allerdings sagen das man auf deinem Bild nicht wirklich erkennen kann ob das Bartalgen sind. Vielleicht kannst du da ja noch was besseres nachreichen.

Sind zu 100% Bartalgen. Ich hänge später eine Detailaufnahme an.

Wenn meine Theorie auf dein Problem zutrifft wird das nichts bringen, zumindest nicht kurzfristig.
Langfristig gesehen ist es hilfreich, weil viel Pflanzenmasse gleichbedeutend mit viel Oberfläche ist, Oberfläche für den Biofilm. Solltest du jetzt neue Pflanzen einsetzen, wird das ein perfekter Brutplatz für Algen sein, weil sich auf emers gewachsenen Pflanzen logischerweise kein Biofilm befinden kann, also wieder freie Fläche für Algen!

Ich habe es gestern mal riskiert und zwei Rotala Bonsai Becher eingepflanzt. Ist zwar keine sehr schnell wachsende Pflanze, aber die Staurogyne hat einfach zu stark gelitten und war voller Algen.

Du hast ja schon an der Filterung gebastelt, inwiefern das nun nützlich ist kann ich nicht sagen denn der Biofilm soll ja ins Becken. Das ist aber denke ich erstmal nicht kontraproduktiv bzw wird das Problem nicht verstärken.

Der vorherige Scapers Flow hat sich einfach zu schnell zugesetzt und das Rumgehampel mit der Reinigung etc. sowie die extrem schwache Strömung gingen mir auf den Keks.

Über kurz oder lang machen solche Filtermedien mehr Probleme als sie nützen können, denn sie entfernen nie nur diesen einen Stoff der vorne groß auf der Packung steht.

Ich habe auch schon überlegt das rauszuwerfen. War ein gezeichnetes Kind hinsichtlich Kieselalgen durch Silikat, weshalb ich gelerntes einfach übertragen habe. Allerdings kommt es mir auch so vor, als ob PO4 einfach zu schnell weg ist. Nehme das später einfach mal raus und wenn es schlimmer wird, weiß ich Bescheid.

Gestern war ich noch in einem Zoofachgeschäft und habe mit einem Bekannten gesprochen. Er sagte, dass es auch das NO3/PO4 Verhältnis sein kann. Sollte ja bei 1:10 liegen. Werde mal beobachten, wie sich das alles bei gleicher Düngung und entferntem Silican Clear verhält.

Beste Grüße

Dennis
 

Nightmonkey

Member
Hallo Dennis,

Vorallem ist seit der Behandlung der Nitritwert auch ein wenig nach oben gegangen. Vorher war der ja meist kaum vorhanden.

Ja das ist ein gutes Indiz dafür, hatte ich vorher sogar überlesen.


Sind zu 100% Bartalgen. Ich hänge später eine Detailaufnahme an.

Da schließe ich mich an. Auf dem ersten unscharfen Bild kamen mir noch Froschlaichalgen in den Sinn.


Ich habe es gestern mal riskiert und zwei Rotala Bonsai Becher eingepflanzt. Ist zwar keine sehr schnell wachsende Pflanze, aber die Staurogyne hat einfach zu stark gelitten und war voller Algen.

Kann ja nicht mehr passieren als das sie veralgt.
Vielleicht hättest du dich da noch etwas gedulden sollen.
Aber ich kenne das mit der Geduld.... :?


Der vorherige Scapers Flow hat sich einfach zu schnell zugesetzt und das Rumgehampel mit der Reinigung etc. sowie die extrem schwache Strömung gingen mir auf den Keks.

Das kann ich gut nachvollziehen.
Was Standzeit und Wartungsfreundlichkeit angeht ist ein Außenfilter halt das beste.


Ich habe auch schon überlegt das rauszuwerfen. War ein gezeichnetes Kind hinsichtlich Kieselalgen durch Silikat, weshalb ich gelerntes einfach übertragen habe. Allerdings kommt es mir auch so vor, als ob PO4 einfach zu schnell weg ist. Nehme das später einfach mal raus und wenn es schlimmer wird, weiß ich Bescheid.

Hast du gegenwärtig Kieselagen im Becken oder setzt du es präventiv ein?

Gestern war ich noch in einem Zoofachgeschäft und habe mit einem Bekannten gesprochen. Er sagte, dass es auch das NO3/PO4 Verhältnis sein kann. Sollte ja bei 1:10 liegen. Werde mal beobachten, wie sich das alles bei gleicher Düngung und entferntem Silican Clear verhält.

Ich würde an deiner Stelle erstmal Nährstoffwerte außen vor lassen.
Vor allem zu Po4 hab ich jetzt einige Infos in meinem Thread erhalten.
Kurz gesagt ist man der Meinung das Po4 nicht nachweißbar sein muss und es trotzdem lange dauert bis sich durch den geringen Wert Mangel zeigen werden oder andere Beeinträchtigungen entstehen.
Du musst auch bedenken das dein Test nur im Wasser gelöstes Po4 anzeigt, Po4 wird aber auch von Pflanzen "gespeichert" und außerdem kann es sich auch im Bodengrund anreichern.
Auf ein bestimmtes Verhältnis zu Nitrat zu achten macht demnach auch keinen Sinn. (Alles kann, nichts muss!)


Gruß Marco
 

unbekannt1984

Active Member
Hallo Marco,

Nightmonkey":3vtozx55 schrieb:
Vor allem zu Po4 hab ich jetzt einige Infos in meinem Thread erhalten.
Kurz gesagt ist man der Meinung das Po4 nicht nachweißbar sein muss und es trotzdem lange dauert bis sich durch den geringen Wert Mangel zeigen werden oder andere Beeinträchtigungen entstehen.
PO4 bindet alle möglichen Spurenelemente (zumindest Kationen), will man Diese lieber in gelöster Form im Wasser haben, so sollte man nicht Unmengen an Phosphat düngen.

Du musst auch bedenken das dein Test nur im Wasser gelöstes Po4 anzeigt, Po4 wird aber auch von Pflanzen "gespeichert" und außerdem kann es sich auch im Bodengrund anreichern.
Beim "Speichern" sind sich einige Autoren nicht so ganz einig, in dem einem Buch steht Pflanzen könnten Phosphat nicht speichern, in einem Anderem steht Sie könnten Phosphat als Polyphosphat speichern.

Polyphosphate sind ein anderes Thema: Die erfasst der Phosphattest ebenfalls nicht direkt - dafür muss die Probe zunächst gekocht werden Bzw. das Wasser einige Zeit im Aquarium sein damit die Polyphosphate zu normalem PO4 werden.
Polyphosphate werden übrigens auch mal von Wasserwerken zum Korrosionsschutz des Leitungsnetzes eingesetzt, von daher fängt man sich Diese manchmal unfreiwillig ein (damit hat dieser Abschnitt dann auch seine Existenzberechtigung).

Was die Anreicherung im Bodengrund angeht: Einige Pflanzen scheinen Probleme mit zu viel Phosphat im Boden zu bekommen.

Auf ein bestimmtes Verhältnis zu Nitrat zu achten macht demnach auch keinen Sinn. (Alles kann, nichts muss!)
Jaein, es macht zumindest keinen Sinn ein Redfield-Verhältnis im Aquarienwasser einstellen zu wollen, dazu erfasst man mit den Wassertests einfach einen zu kleinen Anteil des Phosphates im gesamtem Aquarium.

Hallo Dennis,

ich musste Marco mal etwas korrigieren. Wie du aus dem Text erkennst, macht die Aussage deines Bekannten keinen Sinn:
Bushi":3vtozx55 schrieb:
Gestern war ich noch in einem Zoofachgeschäft und habe mit einem Bekannten gesprochen. Er sagte, dass es auch das NO3/PO4 Verhältnis sein kann. Sollte ja bei 1:10 liegen.

Weiterhin sollte man bedenken: NO3 kann durch Denitrifikation "verloren" gehen, das blubbert dann als normaler Stickstoff als Gasblase aus dem Aquarium. Von daher kann man höchstens darauf achten zumindest 10 mal so viel Nitrat oder Nitratäquivalent wie Phosphat einzubringen (das gibt halt Spaß, wenn Polyphosphate und größere Mengen Fischfutter ins Spiel kommen).

Nimmt man die Rohdaten des Estimative Index heran, dann verbraucht ein gut bepflanztes Aquarium mit viel Licht und CO2 zwischen 1 und 4 mg/l NO3 täglich. Das versucht man durch tägliche Düngung auszugleichen. Wenn man also mit 2mg/l Nitratäquivalent täglich gut fährt (also 14mg/l pro Woche), dann kann man über Phosphatdüngung von so 0,5 bis 1 mg/l wöchentlich nachdenken.
 
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