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Postby moeff » 31 May 2011 19:25
Hi,

ich wundere mich jeden Tag aufs neue, wie viele hier jeden Tag Unmengen an Kalium ins Becken geben. Auch unter ordentlich Licht (0,5+W/l) und ordentlicher Assimilation über mehrere Stunden hinweg, ist bei mir fast kein Kaliumverbrauch messbar im Gegensatz zu Nitrat. Nun will ich neben AR Spezial N doch noch eine reine Nitratquelle (Amoniumquelle) bieten! Dabei stellt sich die Frage wo der Unterschied zwischen Hirschhornsalz und Harnstoff (Urea/Carbamid) liegt, bzw welche Vorteile und Nachteile bestehen.

Was ich noch anmerken muss, ich fahre ein gering gefiltertes Becken mit Sandboden.

Grüße Marco
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Postby chrisu » 31 May 2011 19:56
Hallo,

ich dünge Stickstoff in Form von Spezial N und zusätzlich Ammonium und diese Kombi hat ein nie dagewesenes Pflanzenwachstum bewirkt!
Mit Easylife Nitro(KNO3) hatte sich bei meinen Becken Kalium auch immer sehr stark angereichert.
Mich würde ebenfalls interessieren ob es einen erkennbaren Unterschied gibt zwischen Ammonium- und Ureadüngung.

Mfg Christian
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Postby moeff » 01 Jun 2011 18:39
Hi,

kann denn keiner der üblichen Verdächtigen im Bereich Nährstoffe etwas zum Unterschied zu Ureadüngung und Hirschhornsalzdüngung sagen.

Von Robert hab ich was aus einem anderen Forum entdeckt

Das, was als "Ammoniumkarbonat" oder "Hirschhornsalz" verkauft wird, ist keine definierte Substanz, sondern ein Gemisch wechselnder Zusammensetzung aus Ammoniumkarbonat, Ammoniumbikarbonat und/oder Ammoniumcarbamat. Für eine genau Rechnung müsstest Du Deinen Lieferanten befragen. Allerdings dürfte es den Pflanzen reichlich egal sein, ob sie das N-Äquivalent von 3, 4 oder 5 mg/l täglich bekommen.

Mein Ammoniumkarbonat enthält 27 % NH4. Um damit das N-Äquivalent von 4 mg/l NO3 zu düngen, müsstest Du 4,3 mg/l Substanz zuführen, das wären dann 1,2 mg/l NH4.

Mir wäre das aber als Einzeldosis deutlich zuviel. Merck gibt im Sicherheitsdatenblatt einen Grenzwert für Fische von 0,25 mg/l NH4 (nicht NH3 !) an. Ich dünge daher je Einzeldosis nicht mehr als diesen Wert.

Viele Grüße
Robert


Wieviel N-Äquivalent bzw NH4 bei Hirschhornsalz zugeführt wird, steht also in den Sternen. Ich folgere daraus das eine Ureadüngung der Hirschhornsalzdüngung vorzuziehen ist. Trotzdem interessiert mich 1. welcher Stoff besser aufgenommen werden kann, bzw. leichter in NO3 gewandelt wird. Außerdem hatte Anton irgendwann etwas zur KH Neutralität der Ammoniumcarbonatdüngung geschrieben, eine richtige Begründung warum die KH trotz Carbonatzufuhr nicht steigt habe ich aber leider nicht entdeckt.

Vielleicht meldest sich ja hier mal die "desertrose Robert", nik scheint im Urlaub zu sein und ka ob Anton so einen Thread überhaupt verfolgt :bier: :bier: :bier:

Grüße Marco
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Postby Microsash » 01 Jun 2011 18:49
Hallo,

Bin keiner derer, dünge aber ziemlich genau was du vorhast....

Sprich Spezial N und dazu Urea ....klappt einwandfrei und Pflanzen wachsen wie der Teufel. Eine kleine extraprise Hirschhornsalz verstärkt dies noch.
Wies chemisch zusammenhängt...keine Ahnung....aber funktionieren tut bestens....wohl ideal die ganze Palette an Nitratverbindungen zu bieten.

Gruß

Sash
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Postby LarsR » 01 Jun 2011 19:08
´n Abend,

ich habe meine Düngung jetzt auch auf Spezial N umgestellt und wollte Hirschhornsalz zusätzlich geben. Sinnvolles beitragen kann ich leider (noch) nicht, würde aber ebenfalls gerne mehr erfahren.

Microsash wrote:kleine extraprise Hirschhornsalz


ist das wörtlich zu verstehen?
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Postby Microsash » 01 Jun 2011 19:12
Hi,

Jupp....ich löse Urea und HHS erst im Becken auf.....

Gruß

Sash
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Postby Wuestenrose » 01 Jun 2011 20:24
Hallo,

moeff wrote:kann denn keiner der üblichen Verdächtigen im Bereich Nährstoffe etwas zum Unterschied zu Ureadüngung und Hirschhornsalzdüngung sagen.
Doch: Hirschhornsalzdüngung hat bei mir funktioniert, Harnstoffdüngung nicht.

Wieviel N-Äquivalent bzw NH4 bei Hirschhornsalz zugeführt wird, steht also in den Sternen.
Naja, ein Vabanquespiel ist Hirschhornsalzdüngung nun auch gerade nicht, da der NH4-Gehalt immer in der Gegend um 30 % plusminus liegt. Wie ich in dem von Dir zitierten Beitrag schon schrieb: Den Pflanzen dürfte es reichlich egal sein, ob sie das N-Äquivalent von 3, 4 oder 5 mg Nitrat pro Liter täglich bekommen.

Trotzdem interessiert mich 1. welcher Stoff besser aufgenommen werden kann, bzw. leichter in NO3 gewandelt wird.
Ammonium kann sicher leichter aufgenommen werden. Die Harnstoffaufnahme müssen die Pflanzen erst "lernen", d. h. bei Anwesenheit von Harnstoff die Produktion des Harnstoff-spaltenden Enzyms Urease ankurbeln. Wenn ich mich recht erinnere, sind auch gar nicht alle Pflanzen in der Lage dazu. Diese müssen dann warten, bis Bakterien den Harnstoff zu Ammonium verarbeitet haben.

Außerdem hatte Anton irgendwann etwas zur KH Neutralität der Ammoniumcarbonatdüngung geschrieben, eine richtige Begründung warum die KH trotz Carbonatzufuhr nicht steigt habe ich aber leider nicht entdeckt.
Die Ammoniumcarbonatdüngung ist aus dem gleichen Grund KH-neutral, aus dem auch die Pottasche-Düngung KH-neutral ist.

Viele Grüße
Robert, auch im Urlaub
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Postby moeff » 01 Jun 2011 20:56
Hi Robert,

dann schöne Urlaubsgrüße :bier: , danke für die ausführliche Antworten. Eine kleine Frage bleibt, wie errechnet sich das N-Äquivalent aus NH4.

Ammonium kann sicher leichter aufgenommen werden. Die Harnstoffaufnahme müssen die Pflanzen erst "lernen", d. h. bei Anwesenheit von Harnstoff die Produktion des Harnstoff-spaltenden Enzyms Urease ankurbeln. Wenn ich mich recht erinnere, sind auch gar nicht alle Pflanzen in der Lage dazu. Diese müssen dann warten, bis Bakterien den Harnstoff zu Ammonium verarbeitet haben.


Gibt es hierzu evtl. interessante und lesenswerte Literatur/Links zwecks Wasserpflanzen und Harnstoffaufnahme?

Mit <0,25mg/L NH4 zu starten ist ja scheinbar sicher, nur sind bei mir durch Geringfilterung keine Bakterienmassen vorhanden. Mal schauen was die Pflanzen täglich an Ammonium schlucken und wieviel durch Nitrifikation in NO3 nachweisbar wird, ich werde jedenfalls regelmäßig NH4 und Nitrit messen sobald ich meine Düngung umgestellt habe.

Grüße Marco
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Postby Wuestenrose » 02 Jun 2011 13:32
Hallo,

moeff wrote:Eine kleine Frage bleibt, wie errechnet sich das N-Äquivalent aus NH4
Nitrat enthält 22,6 % Stickstoff, Ammonium 77,8 %. Also enthält ein Teil Ammonium genausoviel Stickstoff wie 77,8/22,6 = 3,44 Teile Nitrat.

Gibt es hierzu evtl. interessante und lesenswerte Literatur/Links zwecks Wasserpflanzen und Harnstoffaufnahme?
Tut mir leid, ich weiß jetzt aus dem Stehgreif nicht, wo ich das nachgelesen bzw. auf welchen Symposien aufgeschnappt habe.

Mal schauen was die Pflanzen täglich an Ammonium schlucken und wieviel durch Nitrifikation in NO3 nachweisbar wird, ich werde jedenfalls regelmäßig NH4 und Nitrit messen sobald ich meine Düngung umgestellt habe.
In meinem Pflanzenbecken blieb von 3 mgl/l (als Nitratäquivalent) täglicher Stickstoffzufuhr, davon etwas mehr als die Hälfte als Ammonium, nichts Nachweisbares übrig.

Viele Grüße
Robert
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Postby kunzi » 02 Jun 2011 15:07
Hallo zusammen,

also chemisch gesehen kann ich leider nix dazu sagen, das ist nicht wirklich meine Welt.

Allerdings habe ich mein Becken mit Hirschhornsalz vor dem Untergang bewahrt. Das Becken war stark veralgt, die Pflanzen zu 90% hinüber. Dann gab ich über ca. 4 Wochen hinweg tgl. von ner Hirschhornsalzlösung dazu. Die Pflanzenmenge ging von einigen Trieben und Stengeln in ein absolut zugwuchertes Becken über.
Danach schaffte ich mir nen Nitratdünger an. Da gab ich erst ca. 12.5 mg/l wöchentlich hinzu, das klappte auch sehr gut, allerdings nicht ganz so gut wie mit dem Hirschhornsalz. Momentan gebe ich beides hinzu, nach dem Wasserwechsel ne Stoßdüngung Nitrat mit ca. 6mg/l und dann tgl. noch Ammonium. Das mach ich seit 2-3Wochen und klappt meiner Meinung nach am Besten.

Kanns nur empfehlen, allerdings gebe ich nur kleine Mengen hinzu.

lg Sebastian
Grüße
Sebastian
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Postby nik » 02 Jun 2011 15:18
Hi Marco,

was hilft es dir zu wissen ob die Pflanzen, die lassen sich eh nur bedingt über einen Kamm scheren, am besten auf Urea, Ammonium oder Nitrat (manche Pflanzen erschließen sich auch Aminosäuren als Stickstoffquelle) reagieren, wenn dein Becken auf den einen oder anderen Stoff mit Problemen reagiert?

Interessanterweise habe ich weder mit Urea, Ammonium oder Nitrat, auch in relativ großen Mengen, jemals ein Problem gehabt. Allenfalls bei einem Stickstoffmangel traten evtl. Probleme auf. Bei Sascha im Thread ~ "krieg mein Becken nicht stabil" oder so habe ich zur Mikroflora geschrieben. Läuft die, dann kann man sich mit der Düngung beschäftigen, die Auswirkungen auf die Pflanzen sehen, ohne Angst um das Erscheinen irgendwelcher Algen/Probleme haben zu müssen. Bei Sascha scheint die Urea-Düngung zu funktionieren. Die Urea-Düngung ist mein Favorit. Man gibt soviel hinzu, sodass sich ein wenig Nitrat anreichert und gewährleistet bei einer sowieso nur sinnvollen Tagesdüngung ein ständiges Angebot an Harnstoff, Ammonium und Nitrat. Die allermeisten Pflanzen werden sich nach Bedarf bedienen können. Versuch macht kluch.

Gruß, Nik
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Postby HolgerB » 02 Jun 2011 15:31
Hallo!
Also ich dünge auch Ammonium in Form von Hirschhornsalzlösung in beiden Becken.
Ich muß sagen das alles nun wächst wie der Teufel.
Wichtig halt nur unter pH7 zu düngen wegen Ammoniakvergiftung der vorhandenen Bewohner!!!!!
Gruß Holger
und immer einen grünen daumen......
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Postby LarsR » 22 Jun 2011 08:19
Moin,

@Marco: Hast du die Ammoniumdüngung mittlerweile getestet, kannst du schon irgendwas dazu sagen?

Ich gebe seit drei Wochen etwa täglich 0,22 mg/l Ammonium in Form von Hirschhornsalzlösung ins Becken und das Wachstum ist nahezu erschreckend. Ich habe noch nie so eine krasse Sauerstoffproduktion gesehen und die Pflanzen verändern sich mitunter recht bemerkenswert in ihrem Aussehen.
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Postby java97 » 22 Jun 2011 08:41
Hi,

Interessantes Thema.
Ich dünge z.Zt. kaliumarm mit selbstgemixter Stickstofflösung aus Ca-/Mg-/ und Kaliumnitrat aber die Dünging über Urea und/oder Hirschhornsalz würde mich auch reizen.
@Lars: Kannst Du mal das Rezept für die Lösung posten?
schöne Grüße
Volker
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Postby LarsR » 22 Jun 2011 08:49
Hi Volker,

ist ganz simpel:

40g Hirschhornsalz aus der Apotheke in einem Liter destilliertem Wasser gelöst, ergeben eine Lösung, wovon 1ml auf 40l Wasser den Ammoniumgehalt um 0,22 mg/l erhöhen. Ist aber auch im Nährstoffrechner hinterlegt, allerdings bezogen auf 50l Wasser :wink:

Robert schrieb mal irgendwo, dass die Zusammensetzung von Hirschhornsalz nicht immer gleich ist. Sobald meine Flasche aufgebraucht ist, werde ich die neue Lösung mit Ammoniumcarbonat anrühren.
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