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Postby phlnx » 03 Sep 2017 23:41
Moin liebe Flowgrower!

Vor kurzem bin ich auf die "all in one"-Dünger gestoßen, die Micros und Macros in einer Lösung vereinen. Da ich genau so was brauche, war ich sofort begeistert. "Warum kann man das nicht mit der EI-Düngemethode verbinden?" :? Nach etwas Recherche und Rumrechnerei, habe ich mithilfe eines Rezeptes von James und dem Estimative Index Dosing Calculator habe ich mir einen Dünger erstellt. Ich habe bewusst etwas weniger P und N einkalkuliert, weil mein Aquarium recht gut besetzt ist. Aber als vollkommener Chemie-DAU bin ich mir halt noch immer nicht sicher, ob das so hinhaut.

Nun meine Frage:
Würde folgender Dünger so in der Flasche einige Monate (bei Dunkelheit im Kühlschrank?) stabil bleiben?

20g Kaliumnitrat (KNO3)
5g Kaliumdihydrogenphosphat (KH2PO4)
5g Magnesiumsulfat (MgSO4)
1g Ascorbinsäure(C6H8O6)
0.4g Kaliumsorbat (C6H7KO2)
10g EDTA Chelated Trace Elements Mix (TNC Trace)
1000ml destilliertes Wasser

Geplant ist es, täglich 20ml auf 60l zu geben und jeden achten Tag einen 50%igen Wasserwechsel mit Bienenwasser zu machen.

Sonstige Fragen oder Anregung? Ich würde gerne mehr über solche "all in one" Lösungen erfahren. Warum nutzen das so wenige hier?
:tnx:
MfG Frederick
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phlnx
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Postby Wuestenrose » 04 Sep 2017 10:39
Mahlzeit…

phlnx wrote:Würde folgender Dünger so in der Flasche einige Monate (bei Dunkelheit im Kühlschrank?) stabil bleiben?

Ja, würde er, aber:
  • Wie bereits angemerkt, ist der Dünger viel zu kaliumlastig. Du bringst etwa 4 Mal soviel Kalium ein, als es angemessen wäre.
  • Mit täglich 1,16 mg/l Phosphat wirst du nicht glücklich, wenn du nicht auch die entsprechende Menge Nitrat einbringst. Pflanzen nehmen Phosphat und Nitrat etwa im Verhältnis 1:10 auf.
  • Wozu täglich 0,16 mg/l Magnesium? Das ist nur ein kleiner Bruchteil dessen, was du über die Gesamthärte eh schon im Wasser hast. Das kannst du getrost auch ganz weglassen.
  • Obwohl ich den Typ angeschrieben habe, daß er sich bei DIY TPN+ (1) und (2) verrechnet hat, hat er den Fehler noch nicht korrigiert. Das trägt nicht gerade zum Vertrauen in diese Webseite bei.

Grüße
Robert
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Postby phlnx » 05 Sep 2017 07:37
Hi Robert,

vielen lieben Dank für die hilfreiche Antwort! :thumbs:

Wuestenrose wrote:
  • Wie bereits angemerkt, ist der Dünger viel zu kaliumlastig. Du bringst etwa 4 Mal soviel Kalium ein, als es angemessen wäre.


Im Verhältnis zum N und P oder generell?

Wuestenrose wrote:
  • Mit täglich 1,16 mg/l Phosphat wirst du nicht glücklich, wenn du nicht auch die entsprechende Menge Nitrat einbringst. Pflanzen nehmen Phosphat und Nitrat etwa im Verhältnis 1:10 auf.


  • Ich schätze den N und P Gehalt in meinem Aquarium, durch den Besatz, als ausreichend ein. Aber das Verhältnis müsste ich dann wohl doch genauer nachmessen.
    Hast du einen Vorschlag, wie ich den N Gehalt entsprechend "pushen" könnte?

    Wuestenrose wrote:
  • Obwohl ich den Typ angeschrieben habe, daß er sich bei DIY TPN+ (1) und (2) verrechnet hat, hat er den Fehler noch nicht korrigiert. Das trägt nicht gerade zum Vertrauen in diese Webseite bei.


  • Die Seite ist wirklich nicht ganz aktuell. Ich denke, dass er sie einfach nicht mehr pflegt. "This page was last updated by webmaster - 27th August 2015" ist der aktuellste Eintrag.
    MfG Frederick
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    Postby nik » 05 Sep 2017 15:01
    Hallo Frederik,

    Kalium unterliegt außer dem Pflanzenverbrauch keinen nennenswerten Verlusten. Das lässt sich im Dünger gut einstellen, aber wenn du Kalium mittels der Bemessung des Stickstoffs in Form von KNO3 einbringst, hast du sofort zuviel Kalium drin.

    Mit KH2PO4 kannst du erst PO4 einstellen um dann Kalium mittels KNO3 auf deinen gewünschten Wert zu ergänzen. Damit bist du in K und P fine und hast lediglich eine Stickstofflücke. Die könntest du z.B. mit Calcium- und Magnesiumnitrat im von dir gewünschten Ca/Mg-Verhältnis schließen.

    Jetzt musst du aber um den relativen Verbrauch der Makros in deinem Becken bescheid wissen und da geht das nächste Problem los. Den Einfluss des Futters hattest du selbst schon erwähnt. K ist unproblematisch, aber die Verbräuche von N und P sind beckenspezifisch. Hängen z.B. von der Filterung ab. Phosphat ist bindungsfreudig, wird nicht nur von den Pflanzen verbraucht sondern fällt in jedem Becken unterschiedlich in verschiedenen Verbindungen aus - was sich auch im selben Aquarium ändern kann. Für NO3 ist Denitrifikation möglich, was zu unerwünschten Stickstoffverlusten führt. Das muss nicht der Filter sein, das kann schon im Mulm oder im Bodengrund passieren.

    Dein primäres Problem ist, herauszufinden, welches NPK-Verhältnis du in deinem All-IN-ONE brauchst, umsetzen lässt sich das.

    Gruß, Nik
    nik wrote:
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    Postby Wuestenrose » 05 Sep 2017 17:49
    'N Abend...

    phlnx wrote:Im Verhältnis zum N und P oder generell?

    Immer im Verhältnis. Pflanzen nehmen Nitrat, Phosphat und Kalium grob vereinfacht im Verhältnis 10:1:2...2.5 auf. Bei langsamwüchsigen Pflanzen ist das Verhältnis mehr in Richtung Phosphat und Kalium verschoben, da aber solche Pflanzen weniger Nährstoffe verbrauchen, macht man nix falsch, wenn man von diesem Verhältnis ausgeht.

    Da wir nicht ständig gärtnern möchten, wollen wir im Aquarium aber meist kein ungebremstes Wachstum. In der Natur sind die Pflanzen stickstofflimitiert. Stickstoffmangel führt aber schneller zu sichtbaren Mangelerscheinungen an den Pflanzen als Phosphatmangel, deshalb ist es sinnvoller, die Pflanzen am Phosphatlimit zu halten.

    Was Du über die Fütterung einbringst, müsstest Du nachmessen, zusätzlich Stickstoff bekommst Du per Calcium- und Magnesiumnitrat, Ammoniumnitrat und Harnstoff ins Aquarium.

    Grüße
    Robert
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    Postby Ozwell89 » 18 Jun 2018 10:23
    Wuestenrose wrote:'N Abend...

    phlnx wrote:Im Verhältnis zum N und P oder generell?

    Immer im Verhältnis. Pflanzen nehmen Nitrat, Phosphat und Kalium grob vereinfacht im Verhältnis 10:1:2...2.5 auf. Bei langsamwüchsigen Pflanzen ist das Verhältnis mehr in Richtung Phosphat und Kalium verschoben, da aber solche Pflanzen weniger Nährstoffe verbrauchen, macht man nix falsch, wenn man von diesem Verhältnis ausgeht.



    Hallo Robert,

    sehr informativer Beitrag. Du hast anderweitig das Buch Stickstoffkreislauf mal vorgeschlagen. Diese Literatur scheint sehr interessant zu sein, kannst du diese empfehlen um im Selbststudium mehr Licht ins Dunkel zu bekommen bezüglich der optimalen Verhältnisse von N-P-K?
    MfG.

    Sebastian
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    Postby Wuestenrose » 19 Jun 2018 21:01
    'N Abend Sebastian,

    das verlinkte Buch behandelt tatsächlich nur den Stickstoff im Wasser. Für die Nährstoffverhältnisse habe ich mir die Informationen aus vielen verschiedenen Quellen zusammengetragen, ein umfassendes Kompendium gibt es da meines Wissens nicht.


    Grüße
    Robert
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