Schmieralgen (Blaualgen/Cyanobacterien)

fosorom

Member
Hallo,

mit Argwohn beobachte ich vereinzeltes Auftreten von Schmieralgen (Blaualgen/Cyanobacterien) in meinem Becken.
Das bemerkenswerte dabei ist, dass die Alge nur an den Triebspitzen meiner Limnophila Sessiflora auftreten und auch nur bei den Trieben die sich direkt und unmittelbar im Licht befinden.

Hier meine Wasserwerte:

GH 8
KH 2
CO2 ~ 25 mg/L
NO3 10 mg/L
PO4 0,2 mg/L
Fe 0,1 mg/L
Mg:Ca 1:3
Kalium wird über Wechselwasser (15mg/L) und über Kalium-Nitrat Düngung zugeführt.
T 27°C
Beleuchtung 2 x 70 WW HQI Strahler durchgehend 10 Stunden täglich.

Mag die Limnophila vielleicht die direkte und starke Beleuchtung nicht?

Für weiter Hinweise bin ich immer dankbar.

Gruß

Michael
 

Bratfisch

Member
Hallo Michael.

Vieleicht ist dort auf den Triebspitzen der bakterielle Biofilm noch zu jung bzw. kaum vorhanden um latent im Becken vorhandenen Cyanobakterien Konkurrent zu sein. ? (plus vieleicht irgendwelcher spezieller Nährstoffsituationen an gerade solchem jungen und treibenden Pflanzengewebe und / oder den im direkten Licht sich an diesen Triebspitzen lokal bildenden erhöhten Substrat-Temperaturen (Cyanobakterien mögen es warm)?))

Mit N(über xNO3) zu P(über xPO4) wie 1o mg/l zu o,2 mg/l liegst Du nach Redfield bei 76,6:1, womit Du zumindest für diese Elemente und für Dein Geamtbecken eher im Nährstoffspektrum liegst, welches den Grünalgen zusagt.

Auch die Karbonathärte ist (zumindest da draußen, in der echten Natur) ein Faktor welcher entscheidend für das Spektrum vorhandener Algengemeinschaften ist. Aber da es sich hier (noch) um ein lokales Phänomen handelt, wird es wohl auch an ebensolchen lokalen Bedingungen liegen ...

Ist Kalium ein in der Pflanze transportables Ion oder wird es rein aus dem Wasser aufgenommen? Wäre letzteres der Fall, könnte das die frischen Triebe in nächster Nähe umgebende (Still-)Wasser kaliumarm sein?

---

Ingo
 

fosorom

Member
Hallo,

sehr interessant.
Wenn ich dich richtig verstehe empfiehlst du mir das Redfieldverhältnis zu verbessern sprich den Wert zu verkleiner oder noch anders ausgedrückt PO4 zu erhöhen?
Nach Redfield sollt ein Wert von < 30 angestrebt werde. Mit PO4 von 0,5 mg/L würde das doch schon in etwa hinkommen oder.
So ganz bin ich durch die Berechnung noch nihct durchgestiegen.
Hier noch ein aktuelles Fotoaufgenommen am 12.11.2009 16:00.



Gruß

Michael
 

kurt

Well-Known Member
Hallo Michael,

fosorom":32w3m28m schrieb:
Mag die Limnophila vielleicht die direkte und starke Beleuchtung nicht?
Sie kommt damit zurecht, wird aber oben rötlich.

auf dem Bild ist keine Limnophila abgebildet, da müssten die Blätter quirlständig doppelt gefiedert und gabelig geteilt sein.
Meiner Ansicht nach ist es eine Myriophyllum, quirlständig, einfach gefiedert.

Gehe mit dem NO3 auf 5 mg/l und warte, bis sich das Aquarienmilieu (Bakterienhaushalt) stabilisiert.
Große Schwankungen der Wasserwerte (Mikro u. Makronährstoffe bzw. Leitfähigkeit) vermeiden.
 

Rotmaul

Member
hallo michael,
wie von kurt schon richtig bemerkt, handelt es sich um:
myriophyllum mattogrosense aus dem mato grosso
vg
harald
 

Bratfisch

Member
Hallo Michael.

Michael":1tay212b schrieb:
[...] das Redfieldverhältnis [...] verbessern [...]

Das könntest Du mal anstreben. Ja. Was da draußen im Großen funktioniert, kann im Kleinen und als grundsätzliche Einstellung nicht falsch sein. Jedoch wirken aufgrund der größeren Massen und Maßstäbe in der Natur die globalen Faktoren, wie z.B. auch das Redfield-Verhältnis (meiner Auffassung nach) stärker, im Kleinstmaßstab des Aquariums oft eher die lokalen. Entweder als Auslöser (so in der Richtung "von hier aus zog die Plage los") oder als lokal stabile Mißmilieus (Alge "X" oder Zustand "Y" nur an oder bei "X")

So ist es z.B. so, dass an einer Pflanze die alten Blätter aufgrund ihrer eben alterstechnisch geänderten Nährstoffwechselwirkung mit dem Wasser von Algen heimgesucht werden können, während die jüngeren Blätter keine Auffälligkeiten zeigen. Das hat dann keine Ursache im Gesamtvolumen des Beckenwassers sondern eine lokale in der "Stillwasserschicht" in nächster Nähe zu den Blattoberflächen.

Michael":1tay212b schrieb:
Nach Redfield sollt ein Wert von < 30 angestrebt werde. Mit PO4 von 0,5 mg/L würde das doch schon in etwa hinkommen oder.

Behieltest Du PO4 von o,2 mg/l bei müßtest Du Nitrat auf 2,1 mg/l einstellen und behieltest Du Nitrat von 1o mg/l bei, müßtest Du PO4 auf o.96 mg/l einstellen um das Redf.Verh. von N:p wie 16:1 zu wahren. Aber wie gesagt, für Deine Tannenspitzen halte ich das eher für ein lokales Phänomen ...

---

Ingo
 

kurt

Well-Known Member
Hallo Ingo,

Bratfisch":2v6oqw07 schrieb:
Das hat dann keine Ursache im Gesamtvolumen des Beckenwassers sondern eine lokale in der "Stillwasserschicht" in nächster Nähe zu den Blattoberflächen.
Die Blau-Algen in den Pflanzenkronen der Limnophila kann in allen Wasserschichtenhöhen entstehen (vorrangig Lichtnähe), also kein Problem der Wasserumwälzung.
Ich könnte mir aber vorstellen, dass deine angesprochene Stillwasserschicht in der dichten Krone der Pflanze entsteht und die Algenprobleme begünstigt.
 

fosorom

Member
Hallo,

nun gut - so hat eine Alge auch mal was positives wenn es auch nur das Aufdecken eines Irrtums bezüglich der Pflanzen ist. :oops: Man lernt ja bekanntlich nie aus.

Zusammengefaßt heißt das also Strömung verbesser, Nitrat etwas runter und Phosphat etwas rauf. Das habe ich doch so richtig verstanden oder?

Schönen Abend noch :bier:
und danke für die Infos.

Michael
 

kurt

Well-Known Member
Hallo Michael,

fosorom":1x4scy5q schrieb:
Zusammengefaßt heißt das also Strömung verbesser, Nitrat etwas runter und Phosphat etwas rauf. Das habe ich doch so richtig verstanden oder?
Ja, und etwas Geduld.
Eine gesunde angewurzelte Stängelpflanze hat genug Abwehrkräfte gegen Algen, da sie aber schnell wachsen und immer wieder eingekürzt werden schwächt man sie, also die richtige Balance suchen.
Mit optimaler Düngung und bei vorübergehenden entfernen der Algen aus der Pflanzenkrone müssten diese sich wieder erholen.
 

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