Fluval Bio-CO2 Pro Low-Pressure System bis 500 L

ijaro

New Member
Hi an Alle,
ich liebäugel mit dem Bio Co2 system von fluval. Es gibt eine Variante von Fluval US das ein ziemlich großes Reaktor Volumen hat und bis zu 500L mit Co2 versorgen soll.
Ich möchte so eine Fermentationsanlage an mein 250L hängen um die Gasflaschen Logistik los zu werden.

Leider finde ich keine Produkte zu der 500L Variante in DE nur eben in US.
(https://fluvalaquatics.com/us/shop/product/bio-co2-pro-low-pressure-system-up-to-132-us-gal-500-l)

Meine bisherigen Erfahrungen mit DiY Fermentationsanlagen ist durchwachsen und hatte früher nicht gut funktioniert. Mir sind diese ab und zu überschäumt wodurch dann einiges der Hefe/Zucker Mischung ins AQ gedrückt wurde, was natürlich ziemlich genervt hat.
Damals hatte ich aber auch keine technischen tweaks die ähnlich einem Druckminderer funktioniert hätte oder eine Dosierung mittels Blasenzähler ermöglichte.

Wie macht ihr das? Benutzt jemand Bio Co2 Reaktoren? Wie, welche und woher habt ihr sie? DiY oder gekauft?
Habt ihr einen Tipp zu dem großen Fluval system? Woher bekomme ich das? Oder habt ihr vergleichbar große alternativen?

Bin gespannt und bis dahin
LG Jaro
 
Hallo Jaro,
Das von dir verlinkte System kenne ich nicht, aber von Dennerle gibt/gab es ein sehr ähnliches. Ich bin aber grundsätzlich sehr skeptisch, wenn bei Bio CO2 Anlage mit Hefe ein Nadelventil ins Spiel kommt. Wenn dir das Auffüllen der großen Druckgasflaschen zu viel Aufwand bereitet, wäre vielleicht der Einsatz von SodaStream Zylindern eine Alternative. Die haben zwar etwas weniger Inhalt, als die gängigen 500 g Druckgasflaschen und müssten somit etwas öfters getäuscht werden, vor allem, falls du bisher eine 2 kg Flasche im Einsatz hast, aber man kann sie in jedem noch so kleinen Einkaufsladen wechseln, was den Aufwand wiederum deutlich verringert. Falls du unbedingt auf eine Option setzten willst, bei der du überhaupt nicht aus dem Haus gehen musst, um die Anlage wieder zum Laufen zu bringen, so würde ich eher eine Bio CO2 Anlage mit Natron und Zitronensäure wählen. Auch die gibt es in DIY oder in schönen Edelstahlbehältern, aber diesmal kann man die CO2 Menge problemlos mit dem Nadelventil regulieren und sogar eine Nachtabschaltung ist möglich.
 
Hi Michal,
ja stimmt das ist auch eine gute Möglichkeit die Logistik zu reduzieren, Danke dir!
von Dennerle finde ich nur ein kleineres System:
Ich vermute, dass der größere Reaktorraum mit einer größeren Grenzfläche stabiler funktioniert und eben da Bio Co2 meistens weniger ergiebig ist wollte ich die Anlage für mein 250L Becken lieber stark überdimensionieren. (bisher benutze ich 2x2kg Druckgasflasche eine voll eine leer, manchmal beide leer!)

Es geht mir nicht direkt darum nicht mehr aus dem Haus zu gehen sondern nicht mehr an die leeren CO2-Flaschen denken zu müssen. Und im besten Fall Co2 sogar noch "umweltverträglicher" ins Becken zu leiten. Ich weiß, dass Co2 in vielen chemischen Verarbeitungsprozessen als Abgas anfällt und es relativ wenig Aufwand ist und weniger umweltschädlich im Vergleich als Beispielsweise anderes essentielles Aquarieninventar (wie z.b WF-Fische). Ich finde aber den Gedanken einer gut eingestellte entspannten BIO Co2 Anlage so schön und dass man nochmal einen ökologischen Prozess mehr in das System holen kann.
Aber eventuell ist die negative Erfahrung mit BIo CO2 zu lange her, dass mittlerweile die Romantik die Erinnerung überlagert.

Machst du was mit Bio Co2?
Hat jemand dauerhaft funktionierendes Bio Co2? (an größeren Systemen)

LG Jaro
 
Ich habe Bio CO2 (mit Hefe) vor einigen Jahren verworfen, weil mir das Aufsetzen zu aufwendig wurde und die Ergiebigkeit der CO2 Produktion nie meinen Erwartungen entsprach. Die Systeme mit Zitronensäure finde ich persönlich äußerst interessant, aber ich habe das erst kennengelernt, als ich schon eine Druckgasanlage besaß, die in meinen Augen in allen Belangen die beste Variante ist, und wenn man schon das Geld investiert hat, kann man sich auch daran erfreuen. Ich kann dein Argument aber auch gut verstehen.
 
Ich habe eine zusätzliche volle CO2-Flasche in Reserve, so dass ich einfach austauschen und dann die leere bei Gelegenheit auffüllen lassen kann. Finde ich die unkomplizierteste Variante, sofern man irgendwo eine Anlaufstelle zum Auffüllen oder Tauschen hat.
 
Hallo Jaro,
ich benutze an meinem 30 l Nano Cube den 125er Reaktor von Fluval und am 200 l Becken den 250er Reaktor von Fluval. Für den 500er Reaktor habe ich in Deutschland keinen Händler gefunden. Aber es spricht auch nix dagegen, 2x 250er Reaktoren an ein Becken zu hängen.
Die Fluval Reaktoren sind schonmal viel besser als das Bio CO2 System, was ich früher hatte, wo man mit Nährgel gefüllte Plastikflaschen nachkaufen musste, denn man kann die CO2 Zugabe bei den Fluvalanlagen regeln. Was an CO2 nicht ins Becken geht, entweicht über das Überdruckventil in die Umgebung. Da das kleine 125er für das 30l Becken überdimensioniert ist, verschwendet man viel CO2 und die Produktionsphase des Reaktors verlängert sich dadurch leider nicht. Am 30l Cube wäre mir deshalb ein System mit Druckgasflasche lieber, weil da eine Flaschenfüllung wegen des geringen CO2 Bedarfs ewig halten würde.
Ich hatte anfangs die mitgelieferten Diffusoren verwendet, aber die Keramikmembranen sind in meinen Becken zu schnell verstopft, so dass mir der 250er Reaktor einmal den Deckel vom Kunststoffdiffusor weggesprengt hat. Mittlerweile verwende ich für den 250er Reaktor einen Edelstahldiffusor und reinige die Keramikscheibe sobald keine Blasen mehr kommen mit Dan Klorix. Solange die Membran vom Edelstahldiffusor im Chlorbad liegt, stöpsele ich den alten Flipper dran. Ich vermute, dass mit dem Flipper mehr CO2 gelöst wird, als mit Diffusor, denn mit Diffusor wird der CO2 Dauertest im 200l Becken nicht so sattgrün wie mit dem Flipper.
Die CO2 Produktion ist leider nicht gleichmäßig. Nach der Aktivierung dauert es erstmal ein paar Tage, bis überhaupt CO2 rauskommt. Dann kommt 2-3 Monate richtig viel CO2 und die letzten Tage bis Wochen weniger. Der Flipper eignet sich insbesondere in der letzten Produktionsphase besser, wenn die CO2 Produktion langsamer wird. Wegen der Nachtabschaltung und der gleichmäßigen CO2 Abgabe ist Druckgas im Vorteil, trotzdem habe ich mich für Bio CO2 entschieden, weil ich am Arsch der Welt wohne, wo es zwar überall Zucker gibt, aber keine CO2 -Flaschen- Auffüller.
Die ungleichmäßige CO2 Produktion könnte man allerdings etwas ausgleichen, indem man 2 Reaktoren an ein Becken hängt und diese um 1 Monat zeitversetzt aktiviert.
 
Hi ihr alle,
das ist natürlich auch eine gute Idee mit den beiden Co2 Flaschen und ich dachte eben auch, dass es praktisch ist eher über zu dimensionieren. Und die halten tatsächlich so lange? 2-3 Monate? Wahnsinn. Hast du den Prozess in den Reaktoren mal mit eigener Mischung von Hefe und Zucker probiert oder nur sie eingestellten Substrate von Fluval benutzt?

Ich habe dieses Wochenende mal ein neues kleines Becken aufgesetzt und eine schnelle Biogasanlage zusammengeklebt mit Zeug was eben gerade noch so da war.
Einfach um mal wieder BioGas Erfahrungen zu sammeln.
Die Reaktormischung ist ein Beutel Trockenhefe und 150g Zucker. 48h nach dem aufsetzen habe ich 2 Blasen pro Sekunde und relativ guten Druck auf dem System.
Fluval hat gestern morgen auch deine Aussage bestätigt, dass Der große Reaktor nur nicht für den deutschen Markt bestimmt ist. Und verwiesen mich nach England.
Vielleicht versuche ich es doch mit den kleinen Reaktoren vor allem wenn man dann solche Effizienz-/produktionschwankungen abfedern kann ist es vermutlich die beste Variante...
LG Jaro
 

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Und die halten tatsächlich so lange? 2-3 Monate? Wahnsinn. Hast du den Prozess in den Reaktoren mal mit eigener Mischung von Hefe und Zucker probiert oder nur sie eingestellten Substrate von Fluval benutzt?
Bei hohen Temperaturen läuft die Reaktion schneller ab, aber bei mir im Haus ist es immer recht kühl, 2-3 Monate hält das immer. Wenn die Zimmertemperatur unter 20°C ist, dauert es nach dem Ansetzen allerdings ein paar Tage, bis es richtig anspringt. Ich hab nie andere Mischungen probiert, sondern aus Bequemlichkeit immer die original Champagnerhefe und die "Aktivator" Tablette von Fluval mit der angegebenen Menge Zucker und Wasser vermischt.
Portweinhefe soll wohl noch mehr Alkohol vertragen, evtl. ist die CO2 Produktion damit noch länger möglich. Ich hab das aber noch nicht getestet.
 
Hallo Jaro!

Ich befürchte nur, dass du dann ebenfalls übersiehst wenn die Reaktion ausgelaufen ist. Der Aufwand wird so noch größer. Mit der Zeit weiß man doch wie lange man mit einer Flasche auskommt. Daher habe ich bei mir im Kalender eine Notiz die mich rechtzeitig daran erinnert. Eine andere Möglichkeit wäre, die Flasche zu wägen. Ich weiß ja nicht ob es da etwas gibt wo man die volle Flasche samt Zubehör darauf stellt oder aufhängt, der Wert auf 0 gestellt wird und eine Warnung bekommt, wenn man bei -1900 g oder so ist. Wäre auf jeden Fall praktisch. Könnte man eventuell auch selbst bauen. Bastler vor!
 
Hi an Alle,

ja ich bin jetzt auch von Zimmertemperatur ausgegangen und hätte selbst da nicht gedacht, dass es so lange geht. Das ist schonmal überraschend für mich. Werde mal sehen ob ich an die conjak Hefe rankomme, hört sich jedenfalls gut an. Fermentiert die auch "normalen" Saccharose oder braucht man da was speziellen damit die Gährung noch bei hohen EtOH konz. funktioniert?

Die Idee das zu wiegen ist auch interessant ginge vermutlich auch gut mit einer Federwage und einem Tastsignal das bei Berührung ein ton oder Geräusch ergibt oder einfach einen Schaltkreis schließt der dann Blaulicht anschalten :D
also wenn die Feder dann genug Rückstellung hat damit der Behälter rangezogen wird.
Ginge vermutlich auch über einen austarierten Balken mit Gewichten?

Das wäre dann ziemlich kontrolliert mit der Reaktion und bei wechselbetrieb eventuell auch sehr konstant in Sachen CO2 Zufuhr. (Bei gleicher Temperatur!)
Spannend!
Habe auch schon überlegt ob ich mit so eine große Anlage aus einem alten Dampfkochtopf mit Druckventil baue damit ich ein großes Volumen habe (wenn Fluval mir die schönen großen Töpfe nicht besorgen kann)
LG Jaro
 
Hallo Mitleser!

Also ich mache mich jetzt daran eine elektronische Waage zu bauen. Da ich schon einen ESP32 für die Aquariensteuerung mit Relais und Temperatursensor an einen ioBroker-Rechner verwende, hänge ich einfach eine Wägezelle 20 kg mit HX711 Modul dazu. Die Zelle kommt zwischen zwei runde Alu-Platten (150x3 mm) und übermittelt dann das Gewicht. Angeblich ist das sehr genau. Die Zelle und die beiden Alu-Platten kosten zusammen beim großen A knapp 23 Euro. Habe ich bestellt und werde sie kommende Woche zusammenbauen. Dann noch warten bis die Flasche leer ist. Das wird nicht mehr lange dauern. Dann startet das Projekt "leere CO₂-Flasche melden". Bin gespannt wie gut das funktioniert. Aber das weiß ich erst frühestens in einem halben Jahr.
 
Hey Walter,
klingt spannend, dann haste aber eben noch einen Rechner am AQ hängen. Berichte mal wie das weiter läuft!!
Ich versuche das AQ eher Technik "arm" zu lassen zumindest was Computer angeht, da ich im Job den ganzen Tag an Programmen schreibe und kleinere embedded systems baue... Davon brauche ich zuhause eher Abstand und alternativen sind bevorzugt :D aber definitiv eine coole Lösung!
LG Jaro
PS.: ich betreibe jetzt die bio co2 Anlage mit Bäckerhefe die aber knapp eine Woche die Reaktion aufrecht hält ... Finde die Champagnerhefe nur online sollte aber bald ankommen.
 
Hallo Jaro!

Ich habe jetzt gleich zwei Projekte umgesetzt. Ich habe mir einen Milwaukee MC122 CO₂-Controller angeschafft und ihn mit einem ESP32 supermini smart gemacht. Und ich habe die Waage gebaut. Ebenfalls mit einem ESP32 supermini und der Wägezelle 20 kg mit HX711 Modul.

Da ich sowieso 24/7 einen Mini-PC mit etlichen virtuellen Maschinen in Proxmox durchlaufen lasse, habe ich auf einer den ioBroker laufen. Dort wird das Smart-Home verwaltet. Und jetzt auch CO₂-Gehalt im Wasser und den Füllstand der CO₂-Flasche. Bislang läuft das sehr gut. Aber der Langzeittest wird erst zeigen wie zuverlässig das ist.

Die Seite für die Aquariumtechnik sieht so aus:
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Hey Walter das sieht ja schonmal sehr vielversprechend aus!
Klar wenn du eh einen kleinen Heimserver laufen hast dann ist das ein logischer Schritt :).
Woher hast du die GUI für deine Technik, ist die von Milwaukee, oder hast du die selbst programmiert?
Und det Stromverbrauch was geht da alles mit ein? Ist da die Beleuchtung mit ermittelt 65W kommt mir relativ wenig vor? Kommt natürlich auch auf die verwendeten Lichter an...
Und das Gewicht wird nicht visuell getrackt sondern die Gewichtsabnahme extrapoliert um dann den ungefähren Wechselzeitpunkt für die CO2 Flasche zu bestimmen? Also in deinem Beispiel "noch 55Tage übgrig"?
LG Jaro
 
Hallo Jaro!

Milwaukee bietet noch nicht einmal die elektronische Übertragung des Wertes an. Der wird nur in einem (unbeleuchteten) Display mit einer Kommastelle angezeigt. An einem Stellrad kann man grob den Wert einstellen wo ein Relais schaltet. Das dient mir als Ausfallsicherheit. Geregelt wird von meinem PC der ein Magnetventil ansteuert. Daher habe ich da einen ESP32 eingebaut der das übernimmt. Ich habe auf dem Heimserver unter anderem ioBroker (https://www.iobroker.net) laufen. Ist kostenlos und ich habe so mein komplettes Smart-Home unter Kontrolle. Die GUI habe ich mit VIS erstellt. Das Aquarium ist nur ein kleiner Teil davon. So kann ich zwei Hobbys gut miteinander verbinden. Die voraussichtlichen Tage wie lange man auskommt, werden anhand der vergangenen Tage seit dem letzten Wechsel berechnet. Also angenommen man hat einen durchschnittlichen Verbrauch von 10 Gramm CO₂ pro Tag in den letzten 160 Tagen und die Waage sagt mir es sind noch 400 Gramm CO₂ verfügbar, dann sind das 40 Tage. Visuell sieht man das bei der Flasche. Der grüne Bereich zeigt die ungefähre Füllmenge an. Das Gewicht interessiert mich nicht, könnte man aber natürlich auch anzeigen lassen. Ich habe jetzt noch die Anzeige um das CO₂ in mg/l ergänzt. Sagt für mich mehr aus als der pH-Wert.

Der Stromverbrauch betrifft das komplette Aquarium - also auch die Beleuchtung. Ich habe maximal nur nur zirka 25 -30 Lumen / Liter. Genau weiß ich es nicht, weil ich mir die Beleuchtung selbst gebaut habe. Gesteuert wird auch diese von ioBroker über Zigbee. Die Farbe sieht man im Balken über dem Becken. So simuliere ich einen langsamen Sonnenaufgang beginnend mit rot, vollen Tag mit Rot- und Blauanteil, langsamen Sonnenuntergang ins Magentafarbige und blaues Mondlicht.

Allerdings muss ich den Sensor (Wägezelle) für das Gewicht tauschen. Der billige von Amazon ist zu temperaturabhängig. Je wärmer es ist, desto mehr dehnt sich das Aluminium aus und er zeigt zu viel an. Ich warte auf einen der hoffentlich besser ist mit Temperaturausgleich. Kostet natürlich auch mehr.
 
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