Fadenalgen und andere Alge nach Urlaub?

Hallo zusammen,
nach 3 wöchigem Urlaub sah das Becken bis gestern nun so aus wie auf den Bildern:
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Auf den Bildern sieht man Fadenalgen und irgendeine samtige weiche flauschige Alge, die nicht so leicht abzubekommen ist...? Was habe ich gemacht? Während der 3 Wochen hatte ich nur einen Nachbar, der sich um das Füttern gekümmert hat. Licht hatte ich auf 5h verringert und kurz vor der Abfahrt sparsam gedüngt. Ich hatte gedacht, damit das Becken in eine Art Schlummerzustand zu versetzen, damit nicht zu viel passiert... Naja und nun schaut's so aus - echt nervig und wieder einmal der totale Sackgang!

Jetzt habe ich die zu stark befallenen Pflanzen rausgeholt, die Spitzen - soweit möglich - von Algen befreit und wieder eingepflanzt. Licht habe ich nun auf 70% gedimmt und Beleuchtungszeit erst einmal wieder auf 7h erhöht. Aufgedüngt habe ich wie folgt: Dosierberechnung (NPK: 15ml, GHBoost: 10ml). Würde in 3 Tagen nachdüngen?! Weiterhin habe ich ca. 75% Wasser gewechselt und beim Wasserwechsel soviel Algen und Mulm rausgeholt, wie möglich. Auch habe ich ein paar Pinselalgen mit Easy Carbo eingenebelt. So schaut das Becken (netto ca. 124L) nun aus:
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War wieder einmal ein riesen Batzen Arbeit! Man, irgendwann muss das doch auch mal laufen, ohne immer Stunden an Arbeit reinstecken zu müssen?!

Hat jemand weitere Ideen oder Ratschläge, wie ich das wieder in den Griff bekomme? Soll ich den UVC Klärer für ein paar Tage erst einmal wieder in Betrieb nehmen, um die Keimdichte zu senken?
Grüße, Stephan
 

Craddoc

Member
Hmm, ich weiß ehrlich gesagt nicht genau, was du hören willst? Du bist 3 Wochen weg, limitierst das Licht und die Nährstoffe im Becken in der Zeit und destabilisierst damit das Becken. Dadurch ist ja fast logisch, dass das Becken nach deiner Rückkehr so aussieht, oder? Fadenalgen hatte ich immer nur bei fehlender Nitratmenge im Wasser, wenn 3 Wochen nicht gedüngt wurde, kann das schon passieren.

Der Versuch ein Aquarium in den "Winterschlaf" zu bringen, ist - mmn - gerade für den Urlaub nicht zielführend. Ich hätte - getreu dem Motto "never change a running system" - die Beleuchtung so gelassen wie sie ist und dem Nachbarn einfach Dünger in Schnapsgläser abgefüllt, den er jede Woche da reinkippen soll. Mit einer leicht unterdosierten NPK-Menge als Stoßdüngung sollte man da auch als Laie wenig falsch machen können. Wie sind denn die Wasserwerte im Becken nach der Rückkehr gewesen? Dann kann man sicher genaueres sagen?

Ich selbst hatte lange Zeit ein Becken bei meinen Eltern, nach dem ich nur alle 6-8 Wochen mal geschaut habe, das den Rest der Zeit unbeaufsichtigt vor sich hin lief. Insgesamt fast 5 Jahre lang und nahezu algenfrei. Da war kein CO2 dran, es wurde nicht gedüngt, aber das Licht war auf 8 Stunden. Allerdings passten da auch die Pflanzen dazu, verschiedene Cryptos und Schwertpflanzen. Die waren genügsam und kamen mit dem aus, was alle 4 Monate mal über den Wasserwechsel im Becken gelandet ist. Aber selbst da habe ich über 6 Monate die Düngung immer weiter heruntergeschraubt und das auch mit dem Verlust vieler anspruchsvollerer Pflanzen bezahlt. Ich kann mir nicht vorstellen dass es funktionieren kann, wenn man "über Nacht" versucht umzustellen.

Zum Thema "Batzen Arbeit" und "Stunden an Arbeit reinstecken" kann ich nur sagen, dass das halt Teil des Hobbys ist und man damit seine Erfahrungen machen muss. Jedes Becken ist so individuell, dass Tipps oft nur sehr grob die richtige Richtung weisen können und am Ende auch ein veralgtes Becken nach 3 Wochen ohne Pflege schlicht dazugehören kann.
 

strauch

Active Member
Hallo Moritz, du hattest zu dem Thema ja auch schon 2 Beiträge eröffnet. Dein Aquarium hat ja schon die ganze Zeit dieses Problem. Was mir auffällt, das die Lobelia links vorne nicht sonderlich gesund ausschaut. Ist die Alternanthera reineckii "Rosanervig"? Interessant sind wirklich die Wasserwerte, auch vom Trinkwasser welches du einsetzt. Ich habe nur noch im Kopf das du ein hohen PO4 verbrauch hattest.
Gut wäre auch noch die ganzen Steine und Scheiben sauber zu bekommen. Also z.B. die Steine in Chlor einlegen oder abkochen, vorallem die an die du leicht ran kommst. Das a und o ist es den Algen auf den Senkel gehen und schauen das die Pflanzen alles haben zum wachsen.
 
Hallo zusammen,

ich bin nun täglich am Algen absammeln und versuche beim wöchentlichen Wasserwechsel so viel an Algen rauszubekommen, wie möglich aber es wird einfach nicht besser - eher schlimmer! Ich bin mittlerweile ein wenig verzweifelt, da sich so gar keine Besserung einstellt. Die Fadenalgen sind und waren in der Vergangenheit noch relativ einfach abzubekommen und rauszuholen aber irgendeine Algenart hängt relativ fest an den Blättern und lässt sich kaum abziehen (siehe nachfolgende beiden Fotos). Was ist das?
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Teilweise muss ich die Pflanzen rausholen und versuche die Blätter per Hand von den Algen zu befreien um sie danach wieder einzusetzen. Nach ein paar Tagen sind sie dann aber wieder so stark befallen, dass das Spiel von vorne los geht. Sind diese überhaupt noch zu retten?

Hab heute folgende Wasserwerte ermittelt: NO3 ca. 5 mg/l; PO4 <0,02 mg/l
Beleuchtung habe ich 7 Stunden an, CO2 Düngung läuft weiterhin mit Nachtabschaltung.
Hier nochmal die Leitungswerte vom Trinkwasser ab Werk.

Hat jemand noch Tipps, wie ich das in den Griff bekommen kann?

Viele Grüße, Stephan

Ist die Alternanthera reineckii "Rosanervig"?
Ja, das ist die Rosanervig!
 

Craddoc

Member
Hat jemand noch Tipps, wie ich das in den Griff bekommen kann?

Puah, das sieht echt alles andere als gut aus. Bei so einem Befall haben die Pflanzen de facto auch kaum noch eine Chance Nährstoffkonkurrent zu den Algen zu sein. wie sehen denn die restlichen Wasserwerte aus? Also nicht die Werte vom Leitungswasser, sondern dezidiert das Wasser im Becken? Da würde sicher helfen mal den Steckbrief auszufüllen (oder gibt es den schon, nur wo anders?). So ein Befall wird sich auch irgendwann nicht mehr mit einer Urlaubspause erklären lassen. Generell würde ich Nitrat immer versuchen so um 20 zu halten, PO4 Richtung 0,5 etwa - Eisendünger hat bei mir IMMER zu Fadenalgen geführt, entsprechend dünge ich selbst nur minimal Eisen, aber wenn man sich die Bilder so ansieht, wird das ein langer Weg um das nochmal zu retten.
 
Ja, ein Trauerspiel! Andere Werte kann ich nicht messen - außer Eisen - aber das dünge ich gerade äußerst sparsam, da dies bei mir eigentlich immer zu Pinselalgen führte, die ich bei Bedarf mit Easy Carbo behandelt habe.

Nach mehrstündigem Einsatz heute habe ich sehr viele befallene Blätter entfernt und mich von vielen Pflanzen getrennt, die einfach zu stark veralgt und einfach nicht mehr zu retten waren. Durch den nun dezimierten Pflanzenbesatz würde ich jetzt vorerst sparsam düngen und habe nach dem Wasserwechsel (ca. 70%) folgende Mengen auf 124l (netto) gedüngt (siehe Dosierberechnung):
  • NPK: 25ml
  • GH Boost: 10ml
Ich würde nach 3-4 Tagen dann erneut etwas Dünger einbringen und dachte da an:
  • NPK: 15ml
  • GH Boost: 5ml
Nach einer Woche würde ich dann wieder großen Wasserwechsel durchführen, dabei bestmöglichst absaugen und zwischendurch soviel Algen wie möglich absammeln. Das wäre jetzt erstmal mein Plan, um das Ganze wieder in den Griff zu bekommen. Wenn jemand noch weitere Ideen hat, dann immer her damit!

Gruß, Stephan
 
Zuletzt bearbeitet:

Craddoc

Member
Andere Werte kann ich nicht messen - außer Eisen - aber das dünge ich gerade äußerst sparsam [...]
Mein Rat wäre erstmal, nochmal den Erste Hilfe Fragebogen auszufüllen. Oder dein Problem mit dem Becken irgendwo nochmal zu bündeln. Mit den Infos hier im Threat ist es extrem schwierig, wirklich gute Tipps zu geben, da es so wenige Anhaltspunkt gibt, woran man das Problem festmachen kann. Testen solltest du mindestens mal (wie im Fragebogen angegeben) ph, GH, KH, Fe, No3 und PO4 können, das würde helfen. Die Angabe des Wasserversorgers ist ja nur bedingt hilfreich, wenn das Wasser gedüngt wird. Wie viel Licht hast du genau über dem Becken, wie viel CO2 kommt da rein? Was läuft für ein Filter, was für Filtermedien? Was für ein Bodengrund ist drin? Soil? Kies? Mit Nährboden drunter oder nicht?

Natürlich kannst du einfach "blind" weiter düngen und schauen was passiert, dann wirst du aber auch genauso blind am Ende ein Ergebnis erhalten. In deinem anderen Threat hatte Bene schon ein paar Hilfen gegeben, da liegen wir gar nicht so weit auseinander, ich würde die Düngung jetzt mal dahingehend anpassen und mir vielleicht nochmal ein etwas umfangreicheres Testset zulegen. Die kosten nicht die Welt und du hast die Kosten schnell wieder drin, wenn das bedeutet, das Becken nicht noch zweimal neu einrichten zu müssen.
 

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