Bemerkungen zum Algenratgeber

eumel6

Member
Hallo,

Ein Ungleichgewicht an Licht, CO2, Mikro- (Fe, Mg, Zn, B, S, Mn, Cu, Mo und K) und Makronährstoffen (N und P) führt dann zu einer raschen Ausbreitung der Algen.
Kalium ist kein Mikronährstoff.

Kieselalgen sind keine Braunalgen.

"Fusselalgen" sind nicht in jedem Fall Grünalgen.



gruß jo
 

Tobias Coring

Administrator
Teammitglied
Hi Jo,

vielen Dank für den Hinweis. Gerade der Fehler mit Kalium als Mikronährstoff ist sehr bitter ;).

Könntest du bitte dann noch verraten in welche Kategorie Kieselalgen fallen? Ebenso in Hinblick auf "Fusselalgen"?
 

eumel6

Member
Hallo Tobi,

ich zitiere einmal den systematischen Hintergrund nach algaebase.

Innerhalb der Domäne Eukaryota(Pflanzen und Tiere) gibt es das Teilreich Heterokonta, das von 2 Stämmen Bacillariophyta
und Ochrophyta gebildetet wied.
Bacillariophyta sind dabei unsere üblichen Kieselalgen.
Der Stamm Ochrophyta wird wiederum aus mehreren Klassen gebildet, von denen folgende Klassen interessant sind:
- Chrysophyceae - müßten die Goldalgen sein
- Xanthophyceae - gelbgrüne Algen mit den etwas bekannteren Gattungen Vaucheria und Tribonema
- Phaeophyceae - den Braunalgen, zu denen einige interessante Tange gehören

vereinfacht gesagt: Braun- und Kieselalgen gehören 2 unterschiedlichen Stämmen an
--> http://de.wikipedia.org/wiki/Braunalgen
---> http://de.wikipedia.org/wiki/Kieselalgen

Die Systematik von Wikipedia und algaebase unterscheidet sich etwas, deshalb die umfangreichere Darstellung am Anfang.

gruß jo
 

eumel6

Member
Hallo,

zu den Fusselalgen komme ich nicht gleich.
Vorher muß noch etwas anderes geklärt werden


Bartalgen sehen entfernt wie krause Barthaare aus und werden bis ca. 12 cm lang. Sie können im Anfangsstadium mit Pinselalgen verwechselt werden, jedoch unterscheiden sich diese in der Farbe und Größe, da Pinselalgen richtig schwarz sind und maximal 1cm lang werden. Hohe Ammonium Werte oder zu wenig CO2 können diese Algenart hervorrufen. Mechanisch lässt sich diese Algenart nur schwer entfernen. Algenfresser können hier helfen, besonders die Siamesische Rüsselbarbe, Ammano Garnelen und Apfelschnecken.
Als Bartalgen werden allgemein Rotalgen der Gattung Compsopogon bezeichnet, die es in verschiedenen Erscheinungsformen gibt.
Siehe dazu auch aquamax.de
Hinter dem Begriff Pinselalgen verstecken sich ebenfalls Rotalgen.
Siehe dazu auch aquamax.de
Bernd Kaufmann gibt dafür die Gattung Rhodochorton an. Wahrscheinlich anhand des Kosmos-Algenführers.
algaebase kennt aber keine Süßwasserarten der Gattung Rhodochorton. Süßwasserformen stehen in der Gattung Audoiunella
Die mikroskopische Aufnahme zu den Bartalgen zeigt keine typischen Bartalgen.
Das müßte in etwa so aussehen


gruß jo
 

Tobias Coring

Administrator
Teammitglied
Hi Jo,

danke auch für diese Ausführungen. Ich seh schon, dass der Algenratgeber eine kräftige Überarbeitungen bedarf. ;)
 

eumel6

Member
Hallo,

Algenblüte/Schwebalgen (Grünes Wasser)(Grünalgen)

Das Wasser färbt sich hierbei grün ein, so dass die Sichtweite im Aquarium sehr stark eingeschränkt ist. Diese Schwebealgen entstehen durch eine Kombination von hohem Ammonium und viel Licht. Probleme mit dem Bodengrund sind oft ein Auslöser für diese Problematik. Die Schwebealgen komsumieren das Phosphat und Ammonium im Becken, da sie diese Stoffe leichter als Pflanzen aufnehmen können. Sobald kein Phosphat und Ammonium mehr vorhanden ist verschwindet die Algenart nicht, sondern wechselt ihre Nahrungsquelle, dank ihrer Anpassungsfähigkeit, auf Nitrat. Aus diesem Grund bringen Wasserwechsel keine Besserung bei dieser Algenart. Die Algen haben immer einen Vorsprung gegenüber den Pflanzen. Jedoch gibt es ein Glück mehrere Möglichkeiten diese Algen zu beseitigen:

1. Verdunkelung des Aquariums für 4-7 Tage.

Das Aquarium muss für diese Zeit komplett abgedunkelt werden, sprich die Beleuchtung ausgestellt und die Scheiben zugedeckt werden. Eine Belüftung des Aquariums per Sprudelstein ist hier angebracht, wenn man Fische im Aquarium hält, um den Sauerstoffgehalt auf einem akzeptablen Niveau zu halten. Wasserwechsel am Anfang der Verdunkelungskur sowie am Ende müssen durchgeführt werden. Diese Wasserwechsel sollten annähernd 100% betragen, sprich soviel wie geht.

Algenblüten können durch Blau-, Grünalgen und Augentierchen(Euglena) gebildet werden.
In meiner leider einzigen Aquarienprobe waren es Euglena. Ob ein e Dunkelkur speziell bei Euglena greift, dürfte aufgrund ihrer Ernährungsmöglichkeiten nicht sicher sein.

gruß jo
 

nik

Moderator
Teammitglied
Hi Jo,

schön das du den Algenratgeber nicht nur gelesen hast, sondern dich auch dazu äußerst!

eumel6":255qiysm schrieb:
Algenblüten können durch Blau-, Grünalgen und Augentierchen(Euglena) gebildet werden.
In meiner leider einzigen Aquarienprobe waren es Euglena. Ob ein e Dunkelkur speziell bei Euglena greift, dürfte aufgrund ihrer Ernährungsmöglichkeiten nicht sicher sein.
Hier gibt es einen fetten Thread "Club der Grünwasseraquarianer". Da hatte ich mich schon vorher lange mit meiner Algenblüte auseinandergesetzt. Ich muss mal nach Euglena suchen, könnte eine mögliche Alternative sein, denke aber, dass es sich bei mir um Cyanobakterien handelte. Die reagierten deutlich auf Licht. Wenn Euglena das auch macht, verunsicherte das mich ziemlich. Die Bezeichnung Blaualgen suggeriert die wie Algen zu behandeln, das führte nie zum Erfolg. Behandelt man sie wie Bakterien, funktioniert es. In Aquarianerkreisen sollte man davon wegkommen die als "Algen" zu bezeichnen. Es sind zur Photosynthese fähige Bakterien. Ich denke, ich weiß auch wie man die fördert. Falls du Interesse an möglichen Cyanobakterien als Ursache einer "Algenblüte" hast, würde ich das bei einem latent gefährdeten Becken tun. Ich gehe davon aus, dass es sich um Cyanobakterien handelt.

Gruß, Nik
 

eumel6

Member
Hallo Nik,

Hier gibt es einen fetten Thread "Club der Grünwasseraquarianer". Da hatte ich mich schon vorher lange mit meiner Algenblüte auseinandergesetzt.
Werde ich suchen und durchlesen.
Ich muss mal nach Euglena suchen, könnte eine mögliche Alternative sein, denke aber, dass es sich bei mir um Cyanobakterien handelte.

Die reagierten deutlich auf Licht. Wenn Euglena das auch macht, verunsicherte das mich ziemlich.
Euglena ist gar nicht so selten in Aquarien. Als extreme Freiwasserform habe ich sie leider erst einmal gesehen.

Die Bezeichnung Blaualgen suggeriert die wie Algen zu behandeln, das führte nie zum Erfolg. Behandelt man sie wie Bakterien, funktioniert es. In Aquarianerkreisen sollte man davon wegkommen die als "Algen" zu bezeichnen. Es sind zur Photosynthese fähige Bakterien.
Ich trenne sie nicht großartig von den Algen. Auch praktisch gibt es gewisse Übergänge.
Sieht blaugrün aus, bildet schmierige Überzüge und ist doch eine Grünalgenverwandte.




Mich interessieren deine Algen und ich würde sie mir mal gern unter dem Mikroskop ansehen und die Bilder hier auch reinstellen.

gruß jo
 

nik

Moderator
Teammitglied
Hi Jo,

Mit der Einordnung von Cyanobakterien (oder Algen allgemein) beschäftige ich mich nicht sonderlich. Der Grund ist einfach, ich kann sie mir nicht ansehen, geschweige denn bestimmen. Die CB wurden wieder (näher) zu den Bakterien gerückt. Mich interessieren die praktisch. Wenn das so läuft wie ich mir das denke, dann gebe ich Spurenelemente hinzu, das ist wohl ein Booster für viele Bakterien, wasche den Filterschwamm mal ein bisschen gründlicher aus - und dann sollten die sich entwickeln können. Durch Nährstoffbeeinflussungen - in welche Richtung auch immer - war es nie möglich die zum Verschwinden zu bringen. Reichlich Stickstoff stellte sich als die CB begünstigend heraus. Licht natürlich auch.

Wenn es soweit ist, melde ich mich.

Gruß, Nik
 

Heiko Muth (Sumpfheini)

Aquasabi Mitarbeiter
Teammitglied
Hi,

ist zwar nur theoretischer Natur:
Die CB wurden wieder (näher) zu den Bakterien gerückt.
Sie sind nach heutiger Auffassung nicht nur den Bakt. nahe, sondern eine richtige Teilgruppe der Eubakterien und "nisten" in deren Stammbaum.
Die Ähnlichkeit zw. Cyanos und allen anderen "pflanzlichen" Organismen (incl. aller Nicht-Cyanobakt.-Algen) kann dadurch erklärt werden, dass sich die Chloroplasten letztlich von Cyanobakt.-Zellen herleiten, die von Vorfahren der eukaryotischen "Pflanzen" aufgenommen, aber nicht verdaut wurden, und in der Wirtszelle als Symbiont weiterlebten (Endosymbionten-Theorie). Damit sind CB die eigtl. "Erfinder" der oxygenen Photosynthese.

Gruß
Heiko
 
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