Bartalgen: Mg oder NH4 ?

Suckermouth Jo

New Member
Hallo
Mir ist aufgefallen dass im MCI Christian Rubilar die Bartalgen auf einen Ueberschuss an Mg zurückführt. Sonst liest man ja eher dass ein Ueberschuss an Ammonium bei zuwenig CO2 auslösend sein kann. Was sind eure Meinungen oder besser Erfahrungen dazu?

Grüsse
Jo
 

Arami Gurami

Administrator
Teammitglied
Hey zusammen,
Bartalgen sind bei mir (oder zumindest in meinen Becken) immer ein Anzeichen für zuwenig Nitrat. Ist zwar nicht ganz "normal", aber das läßt sich immer so rekonstruieren.
 

Suckermouth Jo

New Member
Hallo
Danke Aram. Kann denn niemand hier bestätigen dass ein Mg Ueberschuss Bartalgen begünstigt? Wenn nicht wie kommt dann Rubilar drauf?
Grüsse
Jo
 

knispel

Member
Hi Jo,

Suckermouth Jo":1cjj8itk schrieb:
Hallo
Danke Aram. Kann denn niemand hier bestätigen dass ein Mg Ueberschuss Bartalgen begünstigt? Wenn nicht wie kommt dann Rubilar drauf?
Grüsse
Jo

nein, sogar eher Gegenteiliges, bei mir ließen sich Bartalgen reproduzierbar mit der Zugabe von MG in die Knie zwingen, hochdosierte Lösung direkt aufgespritzt hatte sogar vergleichbare Wirkung wie EC ("sofortiges" Absterben).
Christian hatte gleiche Ergebnisse.

mfg Jan
 

nik

Moderator
Teammitglied
Hi Jan,

Danke für die sehr interessante Beobachtung! Ich kann das ja mangels Algen nicht mehr sehen/überprüfen und bin es schon ein wenig müde immer wieder zu erzählen, dass ich zusätzlich zum schon im Leitungswasser relativ reichlich enthaltenen Mg noch reichlich Mg enthaltendes Preis Mineralsalz zugebe. Rotalgen gehen bei mir überhaupt nicht. An so einem Problem hängt einfach zuviel dran. Es ist idR. die Spitze des Eisbergs und es ist typisch das für ein herausragendes Problem - vielleicht nur Bartalgen, wahrscheinlich mehr oder weniger latent weitere - die Möglichkeiten abgeklopft werden und dann kommt so ein Kram raus wie, liegen die Ursachen für Bartalgen am überschüssigen Mg, liegt's am NH4. Beides ist es nicht! Selbst die CO2-Mangel Geschichte ist nicht wasserdicht. Bei meinem Sohn ist gerade wieder die Flasche leer, natürlich über seinen Urlaub. Bartalgen passieren in einem stabilen Becken dann trotzdem einfach nicht. Also babbel ich mir bei solchen und vielen weiteren Fällen den Mund franselig und repetiere scheint's unendlich ;) , bringt die Kiste ordentlich in die Gänge. Da führen verschiedene Wege nach Rom. Ich mache das in eher reduzierter Weise. Mir genügen ungedüngter Sand, Geringfilterung, gute, vor allem vollständige Düngung und etwas woran man durchaus seine Zweifel haben kann, aber es funktioniert, wenn man Mikroflora "pflegt" und ein bisschen in die gewünschte Richtung schubst und als zentrale, die Qualität eines Beckens bestimmende Komponente betrachtet.

Jan, war mir ein echtes Bonbon!

Gruß, Nik
 

Suckermouth Jo

New Member
Hi zusammen

Jan, danke das ist ja schon mal was, und umso besser dass es reproduzierbar ist und auch sonst noch bei wem. Vermute jetzt mal dass es Rubilar einfach verwechselt hat, zuviel mit zuwenig.
Nik, durch das Stöbern im Forum habe ich natürlich viele deiner Beiträge entdeckt und gelesen, dein Mund "franselig Reden" ist sicher nicht für die Katz. Mein Becken ist übrigens sozusagen algenfrei ausser diesen 2 kleinen Büscheln bilderbuch-schöne Bartälgchen.
Das mit dem Mg wie es Jan schildert passt endlich ins Konzept zu einer leichten Mangelerscheinung bei einer Crypto-Sorte. Jetzt wird Mg zugeführt. DAnke nochmals.

Grüsse
Jo
 

knispel

Member
Hi Nik, Hi Jo,

Bartalgen habe ich nun auch ewig nicht mehr gesehen, jedoch war das damalige Bremer Wasser schon sehr Magnesium arm.
Hier sehe ich auch einen recht eindeutige Zusammenhang, bzgl. Eisenverfügbarkeit.
CO2 ist da eher zweitrangig, die Becken laufen, wenn sie denn erstmal gut laufen, im Sinne von Algenfrei und Stabil, auch locker 6 Wochen ohne CO2.
Seit diesem "erhellenden" Moment der MG-Düngung gehört das zumindest bei mir jetzt einfach zum Standardprogramm.
Meine damaligen "Versuche" mit PMS bewirkten jedoch eher gegenteiliges. Ich vermute, dass auch ein zu viel an SE zu Problemen mit Rotalgen führen kann. Hier sind die Konzepte zwischen "Geringfilterung" und gewollt aktiven Böden ( in Grenzen auch vermulmter Kies dazu gezählt) wohl doch zu unterschiedlich was eventuelle Ausfällungen angeht?
Micro-Spezial-Eisen kann ich Problemlos in Mengen zugeben, dass meine Garnelen magnetisch werden, Überdosierung von Flowgrow, Hybrid, Basic, Dennerle etc. führt jedoch immer wieder zu Problemen verschiedenster Form.
Eventuell habe ich mir aber auch eine ganz anders funktionierende Form der Microflora herangezüchtet....
Interessant wäre immer noch der Versuch, dein PMS gegen MG-Sulfat zu tauschen um zu schauen, wie groß der Einfluss der SE tatsächlich ist. :wink:
Und um es noch ne Nummer schärfer zu treiben, nimm mal Gärtnereipflanzen fürs nächste Becken. Das war für mich schon sehr ernüchternd!

MfG Jan :bier:
 

nik

Moderator
Teammitglied
Hi Jan,

bevor es (mir) verloren geht ...

knispel":y9vd25jz schrieb:
Meine damaligen "Versuche" mit PMS bewirkten jedoch eher gegenteiliges. Ich vermute, dass auch ein zu viel an SE zu Problemen mit Rotalgen führen kann. Hier sind die Konzepte zwischen "Geringfilterung" und gewollt aktiven Böden ( in Grenzen auch vermulmter Kies dazu gezählt) wohl doch zu unterschiedlich was eventuelle Ausfällungen angeht?
Mag/kann sein! Solange sich mir Fragen auftun, solange ist Sand einfach praktisch, über den muss ich nur mehr selten nachdenken. Da weiß ich was passiert bzw. nicht passiert. Mit den vorgedüngten Soils habe ich mich einfach noch nicht beschäftigt.

Micro-Spezial-Eisen kann ich Problemlos in Mengen zugeben, dass meine Garnelen magnetisch werden, Überdosierung von Flowgrow, Hybrid, Basic, Dennerle etc. führt jedoch immer wieder zu Problemen verschiedenster Form.
Eventuell habe ich mir aber auch eine ganz anders funktionierende Form der Microflora herangezüchtet....
Interessant wäre immer noch der Versuch, dein PMS gegen MG-Sulfat zu tauschen um zu schauen, wie groß der Einfluss der SE tatsächlich ist. :wink:
Niemals hatte ich auch nur den Anflug eines Hinweises das meine SE-Betonung mittels PMS ein Problem sein könnte! Allerdings hatte ich schon den Verdacht das reichliche Mg des PMS könnte eine Rolle spielen.
In einem wohl lange eingefahrenen, aber schlimm veralgten Becken erreichte ich durch eine versehentliche starke Überdosierung von PMS einen eklatanten, schon am nächsten Tag sichtbaren Wachstumsstop der Algen. Ich habe dann gemessen und wegen der sehr hoch angestiegenen GH lieber Wasser gewechselt. Basierend auf dieser Beobachtung bin ich eine Weile später die Algen restlos los geworden. Was danach an Algen war, war einfach nur seltene Ausnahme.

Und um es noch ne Nummer schärfer zu treiben, nimm mal Gärtnereipflanzen fürs nächste Becken. Das war für mich schon sehr ernüchternd!
Ich nähme an, das hätte gute Chancen in die Grütze zu laufen. Es interessiert mich natürlich, wie das bei dir gelaufen ist!

Gruß, Nik
 

Mox

Member
Hi,

habe momentan das selbe Problem, dass sich an meinem Farn einige Bartalgen zu schaffen machen. Aufgrund der Hohen Mg konzentration in meinem Becken, welches ich bis letztens noch aufgedüngt habe, dachte ich mit einer Reduzierung dieser das problem in den Griff zu bekommen. Drum habe ich seit zwei oder drei Wochen die Mg Zufuhr um die hälfte reduziert. Bis jetzt konnte ich nun keine Veränderungen feststellen. Naja dann werde ich meine gewohnte Menge wieder zugeben und sehen was sich ändert und diese evtl. noch etwas hochfahren. Eisen führe ich über den Hybrid täglich zu.
 
Hallo,

Wird wohl nicht überall so sein aber vielleicht ein Ansatz:
Bartalgen hatte ich bisher ausschließlich (und immer) wenn ich Eisendünger-Test machte und der Eisengehalt deutlich erhöht war (über 0,1mg/l). Einige Tage etwas überdüngen und da waren sie - es dauerte 4 bis 6 Wochen ohne zusätzliches Eisen bis sie wieder etwas zurückgingen. Gleichzeitig waren sonstige Hauptnährstoffe nicht zu wenig (PO4 etwa 1-2mg/l NO3 etwa 20mg/l). Damals habe ich noch kein Kalium gemessen. Es waren alles Becken mit nicht zu starkem Licht und gutem Fischbesatz sowie dschungelartigem Pflanzenwuchs.

mfG Anton Gabriel
 

Roger

Active Member
Hallo Anton!

Ich kann Deine Beobachtung (inzwischen) absolut nachvollziehen. Allerdings stelle ich nach den Erfahrungen mit meinem Becken fest, das der Auslöser für die Algen nicht das Eisen des Volldüngers ist, sondern die anderen darin enthaltenen Spurenelemente verantwortlich sein müssen.
Ich kann leider aufgrund nicht vorhandener geeigneter Wassertests fest machen welches Spurenelement es ist, oder ob es gar nur die übermäßige Kumulation eines einzelnen Stoffes ist.
Wolltest Du nicht mal die Lücken der Meßmöglichkeiten für Mikronährstoffe schließen? Das würde sehr helfen! :wink:
 

chrisu

Active Member
Hallo,

ich hatte in den letzten Jahren nur einmal mit Bartalgen zu tun und das war als ich begonnen habe mit Ammonium zu düngen.
In den Wochen danach ist allerdings auch der Pflanzenwuchs regelrecht explodiert und die Bartalgen zogen sich wieder zurück!
Seither sind alle Becken nahezu algenfrei :D .

Mfg Christian
 

java97

Active Member
Roger":8i4p6bq0 schrieb:
Wolltest Du nicht mal die Lücken der Meßmöglichkeiten für Mikronährstoffe schließen? Das würde sehr helfen! :wink:

Hi Roger,

Meinst Du wirklich, dass es für Tests, mit denen man Bor, Mangan, Kupfer, Molybdän etc. messen kann, einen Markt gäbe?
Wie würdest Du da vorgehen wollen? Nacheinander jeden einzelnen Mikronährstoff erhöhen oder absenken, die Auswirkungen beobachten usw. und Dir dann Deinen maßgeschneiderten Mikrodünger selbst mixen? Läuft man da nicht Gefahr, sich total zu verzetteln?

Ich bin ja auch ein begeisterter "Messer" aber das wäre mir dann doch ein zu hoher Aufwand.
Zudem glaube ich, dass die meisten über die Reduzierung der Mikrodüngung Bartalgen beseitigen können und dass Dein Aquarium ein eher seltener Fall ist (in meinem Aquarium bildeten sich ja gerade durch eine versuchsweise SE-reduzierte, Fe-betonte Düngung Bartalgen aber das weißt Du ja schon...)

Ich dünge übrigens seit ca. 3 Wochen Urea/Ammonium und bisher wachsen keine Bartalgen.
@Christian: Düngst Du nach wie vor mit Ammonium?
 

Ben G.

Member
Hallo,

bisher konnte ich auch noch nichts anderes feststellen, als dass Rotalgen generell bei zu viel Eisen wachsen.

Eisen zusätzlich alleine angehoben, bringt bei unseren (Test-) Becken nach etwa drei bis vier Wochen immer Pinsel hervor. Beim Volldünger kommt es darauf an, wie gut oder schlecht das enthaltene Eisen aufnehmbar ist. Wenn besser = ebenfalls Pinsel, und wenn schlechter = Bärte.

Wobei dann allerdings immer nur Steine und Wurzeln betroffen sind und nicht die Pflanzen – die sind dafür einfach zu fit. Wird das wieder sinnvoll dosiert (= nur soviel, wie die Pflanzen wirklich brauchen), dauert es ungefähr genauso lange (max. 1 - 2 Wochen länger), bis sie wieder verschwunden sind.

@Volker:

Meinst Du Harnstoff oder Ammonium? Oder beides? Ist ja nicht das gleiche.

Grüße
Ben
 

Ben G.

Member
Noch vergessen:

Zusätzlich kommt es beim Volldünger auch noch darauf an, welche Eisen-Menge im Verhältnis zu den anderen SE`s enthalten ist. Wenn mehr = ebenfalls eher Pinsel, und falls weniger = eher Bärte.

Nochmal Grüße
Ben
 

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