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Beitragvon -MerlyN- » 12 Mai 2018 10:42
Hallo zusammen,

ich habe mir vor kurzem mit Hilfe des Flowgrow Dosierrechners meinen eigenen N (aus Magnesiumnitrat hexahydrat) und PK Dünger (aus Kaliumdihydrogenphosphat und Kaliumcarbonat) angemischt.

Kann ich die Stoffe auch zusammen verwenden um einen NPK Dünger herzustellen oder ist es besser, diese separat anzumischen?

Danke!
VG,

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Beitragvon unbekannt1984 » 12 Mai 2018 11:04
Hallo Merl,

-MerlyN- hat geschrieben:Kann ich die Stoffe auch zusammen verwenden um einen NPK Dünger herzustellen...

um es kurz zu sagen: Ja. Probleme gibt es nur, wenn man so Sachen wie Calcium und Sulfat (z.B. Calciumnitrat und Magnesiumsulfat) mischt, dabei könnte Gips entstehen, oder mit der maximalen Löslichkeit.
...oder ist es besser, diese separat anzumischen?

Besser nur im Sinne von einzelne Komponenten um gezielt reagieren zu können usw.
Mit freundlichen Grüßen,
Torsten

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Beitragvon Kejoro » 12 Mai 2018 11:32
Hi Merl,

die Salzbildner mit der geringsten Löslichkeit sind die Hydroxide(OH-), Phosphate (PO43-) und Carbonate (CO32-). Allesamt vom pH-Wert deiner Lösung abhängig (s. Hägg-Diagramme).

Bei dir wird eine Mischung aus Magnesiumcarbonat und Magnesiumhydroxid ausfallen. Das Kaliumcarbonat wird dir den pH-Wert gut erhöhen. Kalium solltest du über Kaliumsulfat hinzugeben. Eine Säure kann auch helfen, dann wird aber CO2 abgeschieden. Des Spaßes halber kannst du das mal testen. Magnesiumnitrat und Kaliumcarbonat mischen und dann Essig oÄ hinzugeben, bis sich der Satz wieder löst.

Ich bin aber auch mehr der Fan davon, die Stoffe einzeln zuzugeben. Gerade PO4 kann selten zugegeben werden. Praktischer ist allerdings die Mischung :D

Grüße
Kevin
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Beitragvon -MerlyN- » 13 Mai 2018 06:58
Hallo,

danke für die Antworten.

unbekannt1984 hat geschrieben:um es kurz zu sagen: Ja.

supi :D

unbekannt1984 hat geschrieben:Probleme gibt es nur, wenn man so Sachen wie Calcium und Sulfat (z.B. Calciumnitrat und Magnesiumsulfat) mischt,

Hab ich ja nicht. Sollte also kein Problem sein.

Aber weil ich mal irgendwo gelesen habe, dass es zu Gipsbildung kommen kann, fragte ich nach.

Kejoro hat geschrieben:die Salzbildner mit der geringsten Löslichkeit sind die Hydroxide(OH-), Phosphate (PO43-) und Carbonate (CO32-). Allesamt vom pH-Wert deiner Lösung abhängig (s. Hägg-Diagramme).

Bei dir wird eine Mischung aus Magnesiumcarbonat und Magnesiumhydroxid ausfallen. Das Kaliumcarbonat wird dir den pH-Wert gut erhöhen. Kalium solltest du über Kaliumsulfat hinzugeben. Eine Säure kann auch helfen, dann wird aber CO2 abgeschieden. Des Spaßes halber kannst du das mal testen. Magnesiumnitrat und Kaliumcarbonat mischen und dann Essig oÄ hinzugeben, bis sich der Satz wieder löst.


:shocked:
Ich hab mir die Wikipediaseite zum Hägg-Diagramm angesehen aber ich fürchte, das geht weit über meinen Horizont hinaus... :ops:

Ist das nicht gefährlich, wenn ich Essig in meinen Dünger kippe und das dann im Aquarium landet? Oder reagiert das Essig mit den anderen Stoffen und wird dann ungefährlich? Ich hab leider null chemisches Wissen. :ops:
Ich hab mich an das Dünger-selbst-mischen nur herangetraut, weil der Flowgrow-Rechner suggeriert, dass es reicht, wenn man x Gramm Pulver in destilliertes Wasser gibt... :pfeifen:
VG,

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Beitragvon Kejoro » 13 Mai 2018 08:36
Guten Morgen Merl,

ich gebe idR ein wenig Hintergrundinfos mit, damit mein Geschreibsel nachvollziehbar wird. Es wird dadurch nicht einfacher, aber vollständiger.

Essig wird im Aquarium abgebaut. Durch die Säureeigenschaft verringert es dir die KH und der CO2-Gehalt steigt entsprechend an. Der Säurerest wird von Bakterien verwertet. Letzteres hat man bei mir durch eine dicke Bakterienblüte am nächsten Tag gesehen :pfeifen: Das war aber auch eine Flasche 5%-iger Essig auf 170 Nettoliter.

Der Vorschlag mit dem Essig war eigentlich nur zum Experimentieren gedacht :D Im Dünger würde ich es nur bedingt einsetzen. Aber wenn du schon eine Säure zum Lösen der Salze in deinem Dünger brauchst, dann würde ich an deiner Stelle einfach ein anderes Salz nehmen (in diesem Fall Kaliumsulfat). Oder eben doch auf die Einzeldünger umsteigen, dann umschiffst du das Problem der Löslichkeiten der Salze von vornherein.

Schönes Restwochenende
Kevin
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Beitragvon unbekannt1984 » 13 Mai 2018 10:11
Hallo Merl,

Zitronensäure wäre auch eine gute Säure für Dünger. Die bildet Citrate (siehe Wikipedia) und wirkt als Komplexbildner... Wenn dann ein Esslöffel Zitronensäure (Pulver) auf einen Liter Dünger kommt, dann mache ich mir nicht die großen Sorgen.
Mit freundlichen Grüßen,
Torsten

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Beitragvon -MerlyN- » 13 Mai 2018 10:12
Ah, verstehe! Danke :)

Ich werds einfach mal ausprobieren.
Für die beiden großen Aquarien hab ich die Dünger einzeln angesetzt. Da ists mir gleich, weil ich dort eh mit einer Dosierpumpe arbeite. Der NPK Dünger ist dagegen für mein Nano gedacht. Da möchte ich aber nicht ständig mit mehreren Flaschen hantieren. Man ist halt bequem... :D
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Beitragvon -MerlyN- » 13 Mai 2018 10:13
unbekannt1984 hat geschrieben:Hallo Merl,

Zitronensäure wäre auch eine gute Säure für Dünger. Die bildet Citrate (siehe Wikipedia) und wirkt als Komplexbildner... Wenn dann ein Esslöffel Zitronensäure (Pulver) auf einen Liter Dünger kommt, dann mache ich mir nicht die großen Sorgen.

Ok.
Ich bin da sehr vorsichtig, weil ich überhaupt nicht abschätzen oder nachvollziehen kann, welche Chemikalien welche Reaktionen hervorrufen. Das sind für mich alles böhmische Dörfer... :ops:
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Beitragvon Wuestenrose » 13 Mai 2018 10:45
Mahlzeit...

-MerlyN- hat geschrieben:Kann ich die Stoffe auch zusammen verwenden um einen NPK Dünger herzustellen oder ist es besser, diese separat anzumischen?

Nein, wie Kevin ausführlich erläutert hat, funktioniert das nicht. Es würde Magnesiumcarbonat ausfallen. Das würde sich im Aquarium zwar unter CO2-Verbrauch wieder auflösen, wenn Du die Düngelösung vor Verwendung immer schön aufschüttelst, ist aber trotzdem ein Gehample.

Läßt Du Kaliumcarbonat weg, ist - konzentrationsabhängig - Magnesiumdihydrogenphosphat der nächste Stoff, der ausfallen wird. Hier hab ich schon mal was dazu geschrieben. Leider spuckt mein Römpp keine Löslichkeit für Magnesiumdihydrogenphosphat aus. Calciumdihydrogenphosphat löst sich zu 18 g/l, vielleicht kann Kevin was dazu schreiben, wie sich die Löslichkeit der Erdalkalidiphosphate mit kleiner werdender Ordnungszahl des Kations verhält. Ich weiß es nicht.

Und da habe ich mal auf ein Paper verlinkt, welche Chemikalien für Nährlösungen untereinander agieren.

Grüße
Robert
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Beitragvon -MerlyN- » 13 Mai 2018 11:22
Danke Robert. :thumbs:

Mit meinem begrenzten chemischen Verständnis ist es wohl besser, wenn ich den N und PK Dünger separat ansetze.
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Beitragvon Kejoro » 13 Mai 2018 13:24
Hi,
[...]wie sich die Löslichkeit der Erdalkalidiphosphate mit kleiner werdender Ordnungszahl des Kations verhält.
Genaueres finde ich dazu auch nicht. Aber wenn man die Löslichkeiten von den (Hydrogen)-Phosphaten und (Hydrogen)-Carbonaten der genannten Salze ansieht und vergleicht, fällt auf, dass Magnesium besser löslich ist als das Calcium. Das würde ich auf die größere Elektronegativität von Mg schieben. Daraus entstehen dann polarere Verbindungen. Ist allerdings nur eine qualitative Betrachtung. Genaueres weiß ich dazu nicht.

@Merl:
Wenn dein Becken Urea verträgt, kannst du auch damit deinen Stickstoffbedarf decken. Es gab eine Zeit, in der ich 25mg/l NO3-Äquivalent auf Stoß in ein KH=10°dH Becken gedüngt habe. Bei anderen gab's Vergiftungserscheinungen, bei mir hat es funktioniert. Wäre eine Alternative.

Grüße
Kevin
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