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Postby humilis » 22 Jun 2009 17:23
Hallo,

ich hatte und habe sehr schlechtes Wachstum verschiedener Cryptocorynen in meinem Aquarium im Sandboden. Alle Wurzelzehrer bekamen (wiederholt) kommerzielle Düngekugeln, ohne Verbesserung. Zu Vergleichszwecken habe ich nun probiert verschiedene Cryptocorynen und (wenn man sowieso mal dabei ist) weitere AQ-Pflanzen auf emerse Haltung umzugewöhnen.

Dazu hängen bereits einige Töpfchen mit Cryptocorynen im AQ knapp unter der Wasseroberfläche zur langsamen Umgewöhnung. Hier möchte ich euch aber meine harte Hammer-Methode ohne Umgewöhnung zeigen.

Zur parallelen Haltung von Carnivoren wurde ein Aquarium halbiert, mit unterschiedlichen Böden bestückt und jeweils mit einem Giesabteil aus Kies versehen. Die Aquarienpflanzen haben mit Kies versetzte Blumenerde, die Carnivoren torfige Spezialerde aus dem Handel.

Carnivoren:
Drosera aliciae
Drosera roseana
Drosera rotundifolia
Sarracenia
Dionaea muscipula

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Aquarienpflanzen:
1 Hydrocotyle leucocephala
2 Mikrosorum pteropus
3 Limnophila sessiliflora
4 Cryptocoryne balansae
5 Cryptocoryne wendtii Tropica
6 Cryptocoryne wendtii grün
7 Cryptocoryne parva

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Seit dem Start am 4.Juni haben alle C (außer parva) alle Blätter verloren. Im feuchten Millieu sind sie genause vergammelt wie die feinen Blätter der L. sessiliflora. Eines der drei Blätter der H. leucocephala (mit Knoten und Wurzeln gepflanzt) gammelte auch und steckte teilweise ein Nachbarblatt an. Schlechter Zwischenstand am 14. Juni, wobei bei der L. s. schon etwas frisches Grün erschien und die H. l. schnell erste Blätter schob, das M. pteropus stand absolut unverändert.

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Mittlerweile, 22.Juni, wächst die L. s. gut und zeigt mindestens fünf kleine Triebe, die H. l. haben alle Ausläufer gebildet, das "vergammelte Blatt" einen schwächeren. Und M. pteropus steht absolut unverändert.

Die Cryptocorynen beginnen aus dem blattlosen Nichts neue Blätter zu bilden, obwohl es sich um schwache Pflänzchen (siehe Bilder) handelte. In den Fotos sind diese nicht oder kaum zu erkennen. Vielleicht klappt also auch die harte Methode mit popeliger Blumenerde. Man wird sehen.

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Folgend noch Detailbilder zwei Pflanzenarten:

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LG, Andreas
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Postby humilis » 23 Jun 2009 11:34
Hallo nochmals,

ich hatte vergessen, die Größe des AQs anzugeben, damit die Pflänzchengröße besser abgeschätzt werden kann. Beide Abteile sind recht genau 20cm x 20cm, die Grundfläche des AQs ist 40cm x 25cm.

Kommentare und Vorschläge sind selbstverständlich erwünscht.

LG, Andreas
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Postby SebastianK » 23 Jun 2009 14:31
Hi,

sehr interessantes Vorhaben, freu mich auf die Dokumentation des weierten Verklaufs.

Gruß

Sebastian
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Postby Yacimov » 23 Jun 2009 16:17
Hi Andreas,

mit den Crytocorynen wendtii brown und parva mache ich gerade ganz ähnliche Erfahrungen wie du (zumindest, wenn ich deine Bilder richtig deute). Die C. wendtii verliert am Anfang etliche Blätter (bei mir jedoch nicht alle). Die C. parva hingegen schlägt sich bei der Umstellung auf emers ganz tapfer. Hammercool finde ich deine Limnophila - die werde ich in meinem nächsten emersen Becken auch vergraben :D .

Grüße, Sebastian
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Postby Thomas Schmidt » 24 Jun 2009 20:20
Hallo,

grundsätzlich geht das Umsetzen in einen Behälter mit entsprechender Luftfeuchtigkeit schon.

Normale Blumenerde ist für meinen Geschmack überdüngt und wenig luftdurchlässig. Du wirst in ein paar Wochen eine nette (Blau-)Algenschicht auf der Oberfläche haben.

Ungedüngter Kies reicht aus und ist für Cryptos normal.

Wenn bei mir die Cryptos erstmal so kleine Blätter geschoben haben, da ist daraus nichts mehr geworden.
MfG
Thomas

www.didiplis-diandra.de (Update 24.6.)
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Postby Turbo$tig » 24 Jun 2009 21:16
Hallo,

Hab momentan ein ganz ähnliches Projekt... frag mich nur welche Rolle beleuchtung und Temperatur spielt!?
Kann mir da jemand tipps geben?
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Postby humilis » 25 Jun 2009 09:35
Thomas Schmidt wrote:,
Normale Blumenerde ist für meinen Geschmack überdüngt und wenig luftdurchlässig. Du wirst in ein paar Wochen eine nette (Blau-)Algenschicht auf der Oberfläche haben.

Hallo Thomas,

danke für deinen "Pessimismus". So wird alles was besser ist als dein Szenario ein Erfolgserlebnis! :)

Mein Optimismus ist jetzt auch wieder etwas gebremst, da sich in den letzten kühlen und wolkigen Tagen kaum noch was getan hat, soviel auch zur letzten Frage.

LG, Andreas
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Postby humilis » 07 Jul 2009 18:40
Hallo,

ein kurzer verbaler Zwischenbericht: Die Cryptocorynen wuchsen ein kleines Bisschen. Die größere C. parva hat aber doch noch fast alle Blätter verloren. Die L. sessiliflora wuchs weniger als erwartet. Die H. leucocephala wurde wegen offensichtlicher Problemlosigkeit entfernt und durch eine Echinodorus parviflorus (von einem Blütentrieb eines Freundes) ersetzt. Sie steht recht gut da.

Von Blaualgen keine Spur und M. pteropus steht absolut unverändert.


Grüße, Andreas
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Postby Yacimov » 07 Jul 2009 22:00
Hi Andreas,
bin nach wie vor mit Interesse dabei - bitte weiterhin berichten!
Grüße, Sebastian
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Postby humilis » 19 Jul 2009 11:57
Hallo,

nun wieder ein Update mit Bildern.

Die Cryptocorynen haben sich gefangen, bilden aber nur sehr kleine Blättchen. Bei der E. parviflorus sind aufgrund zu starken Lüftens in Ihrer Anfangsphase einige Blattränder eingetrocknet. Sie bringt aber aus der Mitte einige Blättchen in einem dunkleren grün. Samen der E. sind nicht aufgegegangen.



Die hellgrünen Punkte in der Mitte sind Lithops-Sämlinge. Das war quasi ein Keimtest, ich werde nicht versuchen sie auf submers umzustellen :D

Die schwarzen Flächen sind ein oberflächlicher Belag, also was biologisches. Schwarze Blaualgen, Schwarzalgen?



In der Schrägansicht erkennt man, dass der ursprüngliche Kopftrieb der L. s. etwas schwächelt. Und M. pteropus zeigt erste kleinere Blättchen.

LG, Andreas
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Postby Sumpfheini » 19 Jul 2009 13:30
Hallo Andreas,

interessanter Versuch! Neulich habe ich sozusagen eine natürliche Version davon am Lanasee bei Kiel - Gaarden gesehen. Da wuchs auf Schlamm am Ufer die kleine, gedrungene Landform von Myriophyllum verticillatum, man konnte sehen, dass die Sprosse aus angeschwemmten submersen Stängeln ausgetrieben waren.
Bsd. der Echi würde jetzt wahrscheinlich bei zusätzlicher NPK-Düngung bald größere Blätter bilden.

Gruß
Heiko
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Postby humilis » 06 Aug 2009 12:57
Hallo,

ein letztes Update. Die Cryptocorynen haben sich nicht nennenswert verändert. Noch sind sie grün, von Wachstumsschub kann aber nicht im geringsten die Rede sein. Die L. sessiliflora wuchs noch etwas weiter, aber nach wie vor deutlich langsamer als erhofft.

Ich gebe die "harte Methode" jetzt auf, werde aber berichten, falls sich doch noch verwunderliches tut. Ich will aber hiermit nicht sagen, dass die harte Methode unbrauchbar ist. Die Cryptocorynen waren einfach zu klein und zu schwach.

Die Schwäche der Ausgangspflanzen lässt sich daran erkennen, dass Im Vergleich zur weichen Methode (im Aquarium und wenige cm unter Wasser) sich keine sigifikanten Unterschiede zeigen. Die AQ-Pflänzchen haben zwar mehr Blättchen aber wachsen auch nicht mehr nennenswert.


Grüße, Andreas
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