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Postby Eynai » 21 Apr 2020 18:41
Hallo zusammen,

auf der Suche nach passendem Hardscape, stellte sich mir die Frage, ob auch Steine aus dem Baumarkt, ursprünglich zur Gartendekoration gedacht, auch im AQ einsetzbar wären. Es gab schonmal ähnliche Threads, bin aber speziell auf der Suche nach eher glatten oder sogar rund geschliffenen Steinen. Ich habe mal zwei Beispiele rausgesucht:

Bruchstein: https://www.hornbach.de/shop/Bruchstein-60-120-mm-250-kg-grau/8723993/artikel.html

Rheinkies: https://www.hornbach.de/shop/Rheinkies-bunt-100-250-mm-25-kg/8410034/artikel.html

oder habt ihr andere Empfehlungen für eher rund geschliffene Steine.


Danke. Gruß, Nico.
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Postby Gast » 21 Apr 2020 18:56
Hallo,
Nimm ein wenig Essig mit und träufel es auf einen Stein deiner Wahl.
Hier sollten sich auf der Oberfläche des Steins keine Bläschen bilden.
In diesem Fall wäre der Stein fürs Aquarium geeignet.

Gruß
Helmut
Gast
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Postby Lixa » 21 Apr 2020 21:21
Hallo Nico,

Ich habe schon mehrfach polygonal Platten verwendet. Diese sind aus Quarzit oder auch Porphyr. Granit müsste auch kein Problem sein.

Große runde Steine findest du wahrscheinlich eher im Natursteinhandel. Meine habe ich im Garten gefunden aber so viel Glück kann ja nicht jeder haben.

Viele Grüße

Alicia
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Postby Eynai » 22 Apr 2020 14:44
Lixa wrote:Große runde Steine findest du wahrscheinlich eher im Natursteinhandel.


Sowas wie https://www.wasserundsteine.de/shop/system/?func=listingmain&rub1=Naturstein%20Dekoration&rub2=Aquaristik%2CBruchsteine&pn=0&cache=0&sort=0
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Postby Eynai » 19 May 2020 13:24
Hi,

ich habe mir jetzt mal einen Sack Rheinkies (25 kg für 7,99 €) aus dem Baumarkt besorgt.

Um sie auf Kalk zu testen habe ich Essigessenz verwendet und habe dazu ein paar Fragen:

1. Steine härten das Wasser grundsätzlich nur in Verbindung mit CO2 auf, da dieses den Kalk löst. Essigessenz hat einen pH Wert von ca. 2,0 im Gegensatz zur Kohlensäure mit einem ph-Wert von ca. 5,0. Was sagt es mir also, wenn ein Stein bei Essigessenz keine Bläschenbildung zeigt, aber eine leichte Reaktion in Form eines kaum hörbaren Zischens da ist?

2. Wenn das Zischen bei einem weiteren Beträufeln nicht mehr zu hören ist, bedeutet das für mich, dass die wenigen Kalkeinlagerungen aufgelöst sind? Kann man grundsätzlich leichte Kalkeinlagerungen mit Hilfe von Essigessenz nicht einfach entfernen?

3. Könnte ich einen Stein in einen Eimer mit verdünnter Essigessenz einlegen, um zu sehen, wie schnell und wie stark er das Wasser aufhärtet?

Danke, Nico
Eynai
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Postby Lixa » 19 May 2020 14:05
Eynai wrote:Hi,

ich habe mir jetzt mal einen Sack Rheinkies (25 kg für 7,99 €) aus dem Baumarkt besorgt.

Um sie auf Kalk zu testen habe ich Essigessenz verwendet und habe dazu ein paar Fragen:

1. Steine härten das Wasser grundsätzlich nur in Verbindung mit CO2 auf, da dieses den Kalk löst. Essigessenz hat einen pH Wert von ca. 2,0 im Gegensatz zur Kohlensäure mit einem ph-Wert von ca. 5,0. Was sagt es mir also, wenn ein Stein bei Essigessenz keine Bläschenbildung zeigt, aber eine leichte Reaktion in Form eines kaum hörbaren Zischens da ist?

2. Wenn das Zischen bei einem weiteren Beträufeln nicht mehr zu hören ist, bedeutet das für mich, dass die wenigen Kalkeinlagerungen aufgelöst sind? Kann man grundsätzlich leichte Kalkeinlagerungen mit Hilfe von Essigessenz nicht einfach entfernen?

3. Könnte ich einen Stein in einen Eimer mit verdünnter Essigessenz einlegen, um zu sehen, wie schnell und wie stark er das Wasser aufhärtet?

Danke, Nico


Hallo Nico,
1. Nein. Das hängt von der Konzentration der Mineralien (nicht nur Ca!) im Stein und dem Wasser das die Steine umgibt. Ein Zischen bekommt man auch wenn Luft aus dem Stein entweicht. Das kannst du z.B. beobachten wenn du Keramik-Blumentöpfe aus gebranntem Ton in Wasser legst.

2. Mit entsprechend langer Zeit können lösbare Ablagerungen herausgelöst werden. Gegen Calciummangel verwende ich bei mir Schneckenhäuser und kleine Muscheln. DIese lösen sich über Monate, bzw. Jahre auf - je nachdem wie weich das Wasser ist und wie dick die Stücke.

3. Im Aquarium herrschen andere Bedingungen. Bakterien können zum Teil auch Mineralien herauslösen. Dazu kommt, dass manche Steine lange braunchen bis sie vollständig nass sind.

Rheinkies... dazu muss man wissen, dass die Kiese in Deutschland grundsätzlich recht ähnlich sind. Sie stammen aus Steinen die in den Eiszeiten aus Nordeuropa hierher verschoben wurden und vom Wasser weiter rund geschliffen und zerkleinert. Was genau darin steckt kann eher ein Geologe beantworten, aber soweit ich weiß sind unsere Gesteine Pohrphyr, Basalt, Gneis, Quarzit...
Es ist eine Eigenschaft der meisten natürlichen Kiese, dass sie aus harten robusten Gesteinen bestehen, denn alles andere wurde zu Staub und weggespült. Die lange Zeit die Flusskiese im Wasser waren hat das meiste bereits herausgelöst und so sind sie recht Wasserneutral. Es ist davon auszugehen, dass sie Silikat an das Wasser abgeben können - einfach weil Silikat so häufig ist.

In manchen Gegenden (wie bei mir im Kreis Goslar) liegen die Überreste von Flüssen sogar einfach im Gartenboden. Dort bekommt man echt schöne Fluss-'Felsen' zum Teil geschenkt. Wenn es nicht gerade ein Schutzgebiet ist, kannst du auch in der Natur an Flussläufen nach Steinen suchen. Leider gibt es inzwischen auch rund geschliffene Stücke Beton usw. daher ist der säuretest nicht schlecht. Grundsätzlich: ist der Stein sehr schwer, ist er meist auch sehr hart.

Das Gegenteil wäre z.B. Lavasteine oder Kies, denn diese ist frisch und wurde kaum Erosion ausgesetzt. Die Mengen an Magnesium und anderen Spurenelementen können problematisch werden.

Viele Grüße

Alicia
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Postby Submersives_Element » 21 May 2020 20:52
Hallo Nico,

bzgl. deines Beispiels mit den Bruchsteinen fiel mir spontan die Steinsorte "Bergische Grauwacke" ein. Diese solltetst Du in jedem Steinhandel bekommen - wird sicherlich deutlich günstiger sein als Steine aus dem Baumarkt.
Freundlichst grüßt Euch/Dich

Dirk
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Postby Wuestenrose » 22 May 2020 08:35
Morgen…

Lixa wrote:Es ist eine Eigenschaft der meisten natürlichen Kiese, dass sie aus harten robusten Gesteinen bestehen, denn alles andere wurde zu Staub und weggespült. Die lange Zeit die Flusskiese im Wasser waren hat das meiste bereits herausgelöst und so sind sie recht Wasserneutral.

Die Tests hier und folgende habe ich mit diesem Kies gemacht. Da ist überhaupt nix "wasserneutral", ganz im Gegenteil. Ich würde zum Kalktest auch stärkere Säure als Essigsäure verwenden. Salzsäure 1 % z.B. Damit kann man auch geringfügige Kalkeinlagerungen noch zuverlässig erkennen. Essigsäure ist ein müdes Wässerchen dagegen.

Viele Grüße
Robert
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Postby Thumper » 22 May 2020 09:58
Moin,

schau mal in meiner Signatur. Ich habe die runden "Rheinkiesel" als Hardscape im 120L Becken.
Grüße,
Bene


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Postby Eynai » 22 May 2020 11:46
Hi Zusammen,

bei der Verwendung von Flusskies, ob groß oder klein scheint es mir, als müsse man sich mit einer etwaigen Aufhärtung anfreunden - wenn ich so zwischen den Zeilen lese.

oder wie sieht das bei Deinen wirklich tollen Steinen aus @Thumper

Im Grunde muss man sich anschauen, un wieviel Härtegrade es sich handelt und entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen: Osmosewasser, Erlenzapfen,...

Oder was kann man noch tun?

Ansonsten bleibt nur jeden Stein "umzudrehen" was bei einer Nachbildung Bachufer mit wirklich vielen großen und kleinen Kieseln eine Mammutaufgabe zu werden droht XD

Gruß, Nico
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Postby Eynai » 23 May 2020 19:46
Thumper wrote:Moin,

schau mal in meiner Signatur. Ich habe die runden "Rheinkiesel" als Hardscape im 120L Becken.


Hi,

wie hast Du Deine Steine auf Kalk gestestet?

Gruß,
Nico
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Postby Thumper » 23 May 2020 20:20
Moin,

gar nicht. Ich mach wöchentlich meine 30-50% WW und gut ist's. Was soll da auch groß passieren? Ich habe schließlich keine Tiere drin, die auf KH 0°dH angewiesen sind.
Grüße,
Bene


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