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Postby Yacimov » 12 Dec 2009 15:03
Heyho zusammen!

Ich bekomme in meinem Großen die Fadenalgen nicht so recht in den Griff und hoffe nun auf Eure Hilfe.

Zum Becken:
390 L, beleuchtet mit 4*54W T5 6500K, 10h ohne Pause.
Tägliche morgens Düngung nach Estimate Index, Drak Kramser (10 ml), Flourish Excel (10 ml), Zugabe von CO2 über pH-Steuerung.
Aktuelle Wasserwerte nach WW: KH 3°dH, GH 4°dH (Härte war bisher etwas höher: KH 4 und GH 7), pH = 6,6 bis 6,8.
Wasserwerte nach 4h Beleuchtung: NO3: 1-2 mg/l, PO4 0,25 mg/l, Fe 0,05 mg/l
Bodengrund Seachem Flourite Dark
Filterung über Außenfilter, zusätzliche kleine Strömungspumpe, Temperatur 23-25 °C (im Tagesverlauf schwankend durch Beleuchtung).

Situation aus meiner Sicht:
Das Becken läuft seit dem 21.11.09, jetzt also seit 3 Wochen. Das Wachstum der Pflanzen ist - soweit ich das beurteilen kann - sehr gut. Die Pflanzen wachsen schnell und sehen auch auch gesund aus (Färbung, etc.). Vor einer Woche habe ich Hemianthus und Heteranthera zum ersten mal radikal zurückgeschnitten. Auch die Glosso hat, wie man auf dem Foto sehen kann, den Boden schon fast komplett bedeckt.
Seit 1,5 Wochen treten vermehrt Fadenalgen (?) auf, die ich so oft wie möglich absammel. Sie sind nicht grün sondern braun und sehr zerbrechlich. Sie wachsen überall (hell/dunkle, mit/ohne Strömung, auf allen Pflanzen). Mit einem Pfeifenputzer lassen sie sich deshalb nur bedingt aufsammeln, dafür kann man sie einigermaßen gut abssaugen. Mit dem Absammeln verbinde ich daher den Wasserwechsel, aber ich komme dem Algenwachstum langsam nicht mehr hinterher. Die Algen auf dem Foto unten sind inherbalb von weniger als 48h nachgewachsen! In der Regel wechsel ich in der Woche 30% des Wassers, z.Z. aber eben entsprechend mehr.
Es kann sein, dass die Wasserwerte in den letzen Tagen recht geschwankt haben, weil mein Aniontauscher platt war.

Ich hoffe echt inständig, dass Ihr mir helfen könnt - irgendwie muss ich die Plagegeister doch los werden können :!:

Vielen Dank und liebe Grüße, Sebastian

PS: Der Vollständigkeit halber hier eine Liste der verwendeten Pflanzen:
Glossostigma elatinoides
Helanthium tenellum
Hemianthus micranthemoides
Heteranthera zosterifolia
Pogostemon helferi
Pogostemon stellata
Ludwigia inclanata verticillata Cuba
Proserpinaca palustris
Anubias barteri nana
Crinum calamistratum
Eleocharis 'Xingu'
Hydrocotyle leucocephala

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Postby DrZoidberg » 12 Dec 2009 15:31
Hallo Sebastian,
ich finde die Algen sehen mehr nach Haaralgen, als nach Fadealgen aus. Kannst du deine Düngung und angestrebten Wasserwerte bitte noch etwas präziser erklären? Deine angegebenen Wasserwerte haben mit dem Konzept des Estimate Index eigentlich nicht viel gemeinsam... :?:
Gruß Christian :fish: :taucher: :fish:
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Postby Tobias Coring » 12 Dec 2009 15:46
Hi Sebastian,

ich sehe das auch so wie Christian. Deine Zielwerte haben mit dem EI wirklich wenig zu tun.

Ich würde aber mal anfangen Amano Garnelen einzusetzen. Die sollten die Algen eigentlich wegfressen.

Ansonsten Excel erhöhen.
Herzliche Grüße aus Braunschweig,

Tobias

Bitte sendet mir keine geschäftlichen Anfragen als private Nachricht.
Gerne helfen wir dir telefonisch unter +49 531 2086358 (Mo.–Fr. 9–17 Uhr) oder per E-Mail unter huhu@aquasabi.de weiter.

Lass es wachsen!

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Postby Yacimov » 12 Dec 2009 16:34
Hi,

gut, dann haben wir schon mal drei Ansätze - richtig?

1) Düngung. Die gemessenen Nitrat- und Phosphatwerte sind für eine Düngung per EI extrem niedrig. Ich werde also diese Werte noch mal überprüfen und außerdem schauen, ob ich mich bei der Herstellung meiner Düngerlösung irgendwo verrechnet habe (aktuell: Lösung von 6,12g KNO3 und 1,74g KH2PO4 in 300ml H2O, davon täglich 10ml). Bei Gelegenheit kann ich ja auch mal die Tests testen.

2) Garnelen: Am Dienstag bekomme ich etwa 30 Yellow Fire (Neocaridina heteropoda var. yellow). Die fressen doch auch ganz odentlich Algen, oder? Oder sollte ich zusätzlich auch ein paar Amanos einsetzen?

3) Haaralgen: Nach Tobis Algenratgeber tauchen die bei einem Nährstoffüberangebot auf. Also evtl. wirklich die Tests testen??

Grüße, Sebastian
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Postby eumel6 » 12 Dec 2009 17:36
Hallo Sebastian,

mich würde einmal interessieren, was es für Algen sind. Könnte ich eine kleine Probe bekommen.

gruß jo
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Postby Yacimov » 12 Dec 2009 18:17
Hallo Jo,
du kannst auch eine große Probe bekommen :D - Schick mir einfach ne pn mit deiner Adresse. Bin selbst gespannt, was ich da genau habe!
Danke liebe Grüße, Sebastian
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Postby Simon » 12 Dec 2009 21:11
Hi Sebastian,

hast du nochmal ein Bild vom Anfang, finde das total krass das dein Becken nach nur 3 Wochen dicht bepflanzt ist, kann man echt neidisch sein. Denke mit den Algen wirst du schnell in Griff bekommen!

Viel Glück weiterhin!
Beste Grüße
Simon
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Postby unkraut » 13 Dec 2009 11:13
Hoi,
tolles Design und wie man sieht beschäftigst du dich auch schon ne zeit damit.
Ist relativ einfach wie du die Algen wegbekommst.
Lass mal jeden Dünger/Chemie weg was du ins becken gibst, mach das mal für 1-2wo incl. täglich 10%wasserwechsel.
Setzte wie auch Tobi schon gesagt hat Amano's ein und/oder Neocaridina denticulata sinensis. Bei deinem Tank min. 150 Stück das sich was bewegt. Und täglich wirklich physisch jegliche Algen entfernen auch wenn's ein paar Stunden in anspruch nimmt. Weiterhin dann minimalistisch düngen. Du haust meiner nach viel zu viel rein.
Sollte dann nach nem Monat keine Besserung eintretten würd ich mir bzgl. falscher Beleuchtung gedanken machen.
Im einzigen Fall wo ich die letzten Jahre Algen bekommen hab, war wenn die Leutstoffröhren langsam den Geist aufgaben oder bei den DRAK Düngern. (Röhren ca. alle 1,5jahre wechseln) Naja die Osram Lumilux 865/830 bekommt man eh nachgeschmissen.
Gruß Sebastian - 200l - Red Point - Red Point v2
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Postby gartentiger » 13 Dec 2009 14:00
Sorry Sebastian,

Lass mal jeden Dünger/Chemie weg was du ins becken gibst, mach das mal für 1-2wo incl. täglich 10%wasserwechsel.


aber den Pflanzen die Nährstoffe wegzunehmen ist der ungünstigere Ansatz, zumal das Becken ne vernünftige Pflanzenmasse aufweist.

Sers Sebastian,

wie weiter oben schon festgestellt wurde hat dein Düngeverhalten mit den Ansätzen des EI nichts gemein. Ich dünge ja auch nach EI und verwende die Vorgehensweise von Tobi die er in der Amazonas vorgestellt hat mit dem dazugehörigen Rezept.

Entscheidend ist für den Erfolg oder Mißerfolg ist einfach die konsequente Einhaltung eines Systems und dann die entsprechende Interpretation des Wuchsverhaltens und den Rückschlüssen auf das weitere Düngeverhalten. Wenn du also nach EI düngen willst dann tu es auch, dann aber richtig.
Bei mir ist es also so das ich nach EI dünge und noch zusätzlich etwas NO³ und MgSO4 auf Stoß dünge.


Die 30 Yellow Fire sind zwar okay und auch fleißig, aber nicht effektiv genug wie Amanos. Beide Garnelenarten würde ich aber nicht unbedingt zusammenhalten, aber wenn würden so 20-30 zusätzliche Amanos genügen. Zudem würde ich Clithons (3-5 Stück) und ein paar Napfschnecken einsetzen.


lg Christian
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Postby DrZoidberg » 13 Dec 2009 14:30
Hallo Sebastian,
im Gegensatz zu meinem VorVorposter behaupte ich einfach mal du haust zu wenig von irgendeinem Nährstoff rein. Um diese These zu untermauern habe ich den Nährstoffrechner mit deinen Werten gefüttert:
6,12g KNO3 und 1,74g KH2PO4 in 300ml Wasser, davon täglich 10ml

Ich rechne mal mit 350l Aquariumwasser und komme so auf ca. 0,36mg/l NO3, 0,12mg/l PO4 und 0,28mg/l Kalium. Die Werte habe ich optimistisch aufgerundet, hat aber nicht viel geholfen... :D

Also mit Estimate Index hat das rein gar nichts zu tun. Der Phosphatwert ist noch ganz okay, aber NO3 und Kalium sind absolute Mangelware. Hab schon überlegt ob du 61,2g KNO3 meinst, aber das dürfte sich kaum in 0,3l Wasser lösen lassen...

Ein neue Rezeptur für die Makrolösung wäre angebracht. Schaue noch mal in den Leitfaden zum EI, da findest du die Zielwerte und auch ein Rezept.
Gruß Christian :fish: :taucher: :fish:
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Postby unkraut » 13 Dec 2009 15:08
ja ok, bin gespannt was dabei rauskommt. Wichtig wäre dann das Yacimov beschreibt was zum Erfolg bzw. Misserfolg geführt hat. Aber denke mal im frischen Bodengrund von Seachem stecken doch bestimmt auch Nährstoffe und durch den Wasserwechsel kommen auch Neue rein... Dann mal abwarten... :bier:
Gruß Sebastian - 200l - Red Point - Red Point v2
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Postby Yacimov » 14 Dec 2009 13:29
Hi zusammen,

danke für Eure Hilfe! Bei der Makrorezeptur habe ich mich ja wirklich völlig vertan, keine Ahnung wie das passiert ist. Basierend auf 4,6 mg/l Nitrat + 0,9 mg/l Phosphat + 3,25 mg/l Kalium komme ich jetzt bei 350 Litern Beckeninhalt auf täglich 2,62 g Kaliumnitrat und 0,45 g Kaliumdihydrogenphosphat - das ist natürlich ein Vielfaches der bisherigen Dosis... In der Rezeptur von Tobi (Amazonas) ist noch Kaliumsulfat enthalten - dabei ist der Kaliumbedarf nach meiner Rechnung durch die beiden obigen Salze schon gedeckt?!

Bevor ich die NPK-Düngung steigere, würde mich Eure Einschätzung zu folgender Beobachtung interessieren: Ich hatte in diesem AQ anfangs noch weitere Anubias und Fissidens-Moos. Beides habe ich wegen starken Algenbefalls vorübergehend in ein anderes Becken gegeben, dass ich seit Wochen völlig vernachlässige, also keine Düngung, kein WW, und weil es so zugewuchert ist viel zu wenig Licht. Die Algen haben sich dort innerhalb von etwa 2 Tagen völlig aufgelöst! So gesehen wäre es ja auch ne Taktik, das große Becken für einige Tage weniger zu beleuchten, und die Nährstoffe pauschal stark zu reduzieren. Die Pflanzen würden das wahrscheins überleben, die Algen evtl. nicht...

Und noch was wichtiges: Leider, leider bin ich Weihnachten/Neujahr nicht zuhause und muss das Becken in dieser Zeit völlig unbeaufsichtigt lassen. Also keine mechanische Entfernung der Algen... Auch das spräche doch für eine vorübergehende Entschleunigung des Beckens über weniger Licht/Nährstoffe/evtl. Temperatur, oder?

Liebe Grüße, Sebastian
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Postby DrZoidberg » 14 Dec 2009 13:47
Hallo Sebastian,
diesmal stimmen die Rechnungen. :top: Aber 0,9mg/l PO4 täglich ist ne ganze Menge. Im Thema "EI - Düngen mit Nährsalzen" wird (bei maximaler Beleuchtung!!!) von 3mg/l PO4 pro Woche ausgegangen, also ungefähr 0,4mg/l täglich. Mit dem Kalium ist das so eine Sache: Im oben genannten Thema wird von 20mg/l NO3 und 30mg/L Kalium wöchentlich ausgegangen. Da liegst du ohne das Kaliumsulfat drunter und mit dem Nitrat leicht drüber. Aber Kalium verschwindet nicht so leicht im Filter / Kies / Ausfällungen wie Nitrat oder Phosphat und sammelt sich in so manchen Aquarien über längere Zeit an. Ich versuche Kalium darum etwas geringer zu halten, aber das wäre dann auch schon wieder eine Abweichung vom Konzept des EI...

Lange Rede kurzer Sinn: Phosphat ist etwas zu viel, Kalium nach EI etwas zu wenig. Bis auf das Phosphat finde ich deine Mischung aber als Ausgangsbasis ganz gut. Je nach Entwicklung der Wasserwerte nach ein paar Wochen "Testphase" kannst du wahrscheinlich noch etwas weniger dosieren.

Nachtrag: Wenn du eh nicht zu Hause bist, wäre eine Woche komplette Dunkelkur sicher einen Versuch wert. Aber wenn dann richtig abdunkeln, z.B. mit Alufolie. Vorher großzügig Wasser wechseln, Algen absammeln und das Düngen kann man sich während der Dunkelphase natürlich auch sparen.
Gruß Christian :fish: :taucher: :fish:
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Postby Yacimov » 14 Dec 2009 13:51
Hi Christian,
dann werd ich gleich mal lostippeln und Kaliumsulfat besorgen. Werde das Phosphat entsprechend reduzieren, und das dadurch geminderte Kalium per KSO4 zugeben. Wie siehst du meine aquaristische Weihnachtszwangpause?
Grüße, Sebastian

Edith: Sorry Kate, jetzt hab ich den Nachtrag gelesen :D
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Postby DrZoidberg » 14 Dec 2009 14:16
Hi!
Also nur um das bißchen Kalium aus dem KH2PO4 auszugleichen musst du nicht extra Kaliumsulfat besorgen. Wenn du dich an das EI-Konzept halten willst allerdings schon.

Bisher 0,45g KH2PO4 -> 0,9mg/l PO4 und 0und 0,37mg/l K
mit 0,2g KH2PO4 -> 0,4mg/l PO4 und 0,16mg/l K

Die 0,2mg/l K machen in Bezug auf die gesamte Dosierung keinen Unterschied.
Gruß Christian :fish: :taucher: :fish:
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