Pinselalgen - Mythen und Fakten

Ja, CO2 kann helfen
Hilft zu 100 % wenn die anderen Parameter stimmen !

Also echtes Schwarzwasser. Aber das hast auch du nicht.
Hatte ich allerdings etliche Jahre !

Habe darin selber viele Apistogramma Arten gezüchtet !

Ein Tümpel hat womöglich keinen Filter, der die Mikros rausziehen würde. Würde dann theoretisch für die Mikrotheorie sprechen.
Meine Teiche und Tümpel haben Filteranlagen !
Mit leichter Oberflächenbewegung !
Glasklares,bernsteinfarbiges Wasser mit grandiosen Pflanzenwuchs !
Ein Teich oder Tümpel ist kein Aquarium.
Stimmt!

Bei Teichen kenne ich mich nicht aus was die Filterung oder Düngung betrifft.
Teiche begleiten mich seit meiner frühsten Kindheit :):D;)
Bis heute !
Aber ich gehe mal davon aus, dass da jedenfalls kein CO2 gedüngt wird :).
In einem Aquarium sollte man CO2 zuführen !
In einem Teich ist das nicht notwendig ! ( CO2 ist vorhanden )

Ich betreibe meine Tümpel,Teiche und Aquarien schon ne kleine Ewigkeit ;)

Und ich möchte mich auch in Zukunft nicht auf Glück und Zufall verlassen.
Bei mir kann man zu jeder Zeit ins Aquarium oder Gartentümpel (Teich) schauen !:cool:;)

Gruß
Ralf
 
Hallo Dominic:)

Hey
Vermutlich, weil du dir diese nicht eingeschleppt hast. :)
Pinselalgen kommen nicht "einfach so" ins Becken.
Bei den Unmengen an Pflanzen die ich teilweise von überall mitgebracht habe glänzt es ja schon fast an ein Wunder ;)

Kann ich mir nicht wirklich vorstellen!

Liebe Grüße
Ralf :)
 
Hey,

kann auch sein, dann haben sich diese nicht etabliert.
Pinselalgen lassen sich meiner Meinung nach nicht an einem Faktor festmachen, das hatte ich hier im Thread mal geschrieben (ich bin "Gelöschtes Mitglied 12985").

In einem Testbecken hatte ich schon keine Ahnung wie viele verschiedene Eisenvolldünger getestet. (AR Flowgrow und Micro Basic, Arka, Drak, TNC, Dennerle, JBL)
Ich hatte auch schon Pinselalgen bei deutlich höheren CO2-Konzentrationen als 40mg/l. Würde es rein mit CO2 und ansonsten passenden Wasserwerten zusammenhängen kann ich dir garantieren, hätte ich keine Pinselalgen gehabt.
Ich bin mir sehr sicher dass auch Faktoren einen großen(!) Einfluss haben, welche wir nicht messen können. Ich denke da an andere Mikros und DOC (worunter übrigens auch Zucker fällt!). Geil wird es aber auch, wenn man Zucker in ein Becken gibt und dadurch die Pinselalgen weniger werden (was ich mit fetterer Mikroflora erklären würde, da Zucker nicht nur DOC, sondern auch AOC ist).

pH-Wert Kann durchaus einen Einfluss haben. Immerhin gehören Pinselalgen zu den Großmeistern der biogenen Entkalkung. Die Mistviecher lagern regelrecht Kalk ein.
Ich gehe sogar so weit, zu behaupten, dass 20 mg/l CO2 bei KH 1 erfolgversprechender sind als 60mg/l bei KH 20.

Momentan habe ich null Pinselalgen in keinem der 8 Aquarien. Damit das so bleibt, wird jede Pflanze vor dem Einsetzen behandelt. :D
Da überlasse ich mittlerweile auch nichts mehr dem Zufall.

Ich hasse Pinselalgen.
 
Hallo Dominic :)

Sehr interessant!
Musste mich ja glücklicher Weise die letzten Jahre nicht damit beschäftigen ;)

Wie bist du im Endeffekt deine Pinselalgen los geworden ?

Womit behandelst du denn deine Pflanzen ?

Liebe Grüße
Ralf :)
 
Hey Ralf,

Wie bist du im Endeffekt deine Pinselalgen los geworden ?

ganz unterschiedlich. Bei einem Becken war es durch Licht dimmen und etwas weniger Phosphat, bei einem anderen durch erhöhte Filtermasse, bei anderen über Mikros plus Easy Carbo Kur, zwei weitere habe ich einfach neu gestartet, weil ich keinen Bock mehr hatte. :D
Es waren zwar nie wirklich sehr viele, aber wie gesagt, ich kann die Dinger nicht ab, frag mich nicht warum.

Zudem habe ich penibel drauf geachtet, nichts zu übertragen. Also auch nicht in einem verseuchten Becken rumgefummelt, und direkt danach in einem ohne Pinselalgen.

Womit behandelst du denn deine Pflanzen ?

Gut abwaschen, Easy Carbo Dip, gut abwaschen. Gegebenenfalls noch mit Zitronensäure.
Bei Moos ist das halt ätzend, das reagiert gerne mal beleidigt...

Wenn ich Pflanzen von privat kaufe frage ich vorher nach, ob Cladophora, Planarien, oder Pinselalgen vorhanden sind. (Und einen Dip gibt es dann trotzdem)
Falls Pinselalgen vorhanden sind kaufe ich die Pflanze eben nicht, oder sie kommt vorher in Quarantäne.

Bisher hat das gut funktioniert. Sollte ich in irgend einem Becken Pinselalgen entdecken, würde ich direkt eine Spotbehandlung machen.
 
Hallo zusammen,

ich habe in jahrzehntelanger Aquarianerkarriere umfangreiche Erfahrungen mit Pinselalgen gemacht. Trotzdem habe ich kein einfaches Rezept, wie man sie los wird. Ein paar subjektive Thesen:

Pinselalgen durch Einschleppen: die Sporen dürften in den allermeisten Becken vorhanden sein, ohne dass daraus unbedingt eine Plage entstehen muss. Um ein Einschleppen zu verhindern, müsste man das Becken "in Vitro" aufbauen und kann die Sporen trotzdem mit Lebewesen einschleppen. Insofern in den meisten Fällen nicht realisierbar.

CO2: ich hatte versucht, Pinselalgen mit viel CO2 zu verdrängen, ohne Erfolg. Andererseits betreibe ich ein kleines Aquarium ohne CO2 und ohne Pinselalgen. Einen Zusammenhang zwischen CO2 und Pinselalgen kann ich nicht erkennen. Mag sein, dass die Tendenz zu Pinselalgen mit CO2 ein klein wenig reduziert werden kann, als alleinige Maßnahme ist es nicht geeignet.

Neueinrichtung: falls das Neue wie das Alte betrieben wird, kommen die Pinselalgen schnell wieder. Werden die alten Fehler beseitigt, hat man schnell ein pinselalgenfreies bzw. -armes Becken. Notwendig ist eine Neueinrichtung nicht, wenn man sich Zeit nimmt.

Eisen: hat m.E. einen großen Einfluss. Ich konnte Pinselalgen mehrfach durch Umstellung und ggf. Reduzierung der Mikrodüngung langfristig zurückdrängen. Sinnvoll bzw. sogar notwendig ist ein guter Volldünger, ganz schlimm sind reine Eisendünger. Mit Ferrogan kann man eine Pinselalgenplage regelrecht provozieren.

Geeignete Maßnahmen sind in dieser Reihenfolge: Wegnebeln mit EC, dichte Bepflanzung, gute Nährstoffversorgung der Pflanzen mit Makro`s und Mikro`s bei nicht zu viel Eisen, CO2 dürfte auch nicht schaden. Damit habe ich mehrfach pinselalgenverseuchte Becken wieder hinbekommen. Hallo Ralf, das erklärt auch, warum Du keine Pinselalgen hast ;)!
 
Hey,

die Sporen dürften in den allermeisten Becken vorhanden sein, ohne dass daraus unbedingt eine Plage entstehen muss.

hier würde ich nicht zustimmen, besonders in Kombination mit "Es liegt am Eisen". (Hast du so nicht geäußert, aber hört man öfter)
Sollte dem so sein, müsste man in (fast) jedem Becken mit einer Überdosis Eisendünger auch Pinselalgen hervorrufen können.
Das sehe ich nicht.

Und ich kippe (mittlerweile) mehr als üppig Eisenvolldünger in meine Becken.^^

dichte Bepflanzung, gute Nährstoffversorgung der Pflanzen mit Makro`s und Mikro`s bei nicht zu viel Eisen, CO2 dürfte auch nicht schaden.


Das Becken hier hatte Pinselalgen. Eisen war nicht nachweisbar, zu (fast) keinem Zeitpunkt. Dürfte als gut bepflanzt durchgehen. :)

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Hallo allerseits

Der Ansatz, den ich am besten finde, und der sich im Thema und im Forum auch durchzieht, ist, Pinselalgen gar nicht erst ins Becken zu bringen. Leider ist es dafür bei meinen Aquarien schon zu spät, aber es ist ein Ansatz, mit dem man auf jeden Fall arbeiten kann, auch, wenn es Aufwand bedeutet.

Im 125 L Becken mit Bioflow Filter und Multilux Beleuchtung
Fast ein Jahr später: Das ist Status quo. Filterbestückung so belassen, lediglich wieder Vlies statt Fibalon. PA vorhanden, müssen im Blick behalten und phasenweise mit EC spot behandelt werden. Aber im Vergleich zu vorher, mit dem minimal bestückten Filter, deutlich weniger PA.
Wieder 1 1/2 Jahre später: Filterbestückung weiterhin unten 2 x fein. Dann der Korb, dessen Inhalt war zwischenzeitlich Cirax von Juwel und jetzt Aquael Pearlmax, also jeweils "biologische" Filtermedien. Dann kommen zwei grobe Schwämme und das Vlies.
Zu erwähnen ist vielleicht noch, dass ich die Filtermedien relativ häufig spüle. Die beiden feinen Schwämme alle 4 - 6 Wochen, die beiden groben Schwämme alle 1 -2 Wochen beim Wasserwechsel.
CO2 läuft mit ca 20 mg/l, düngen tue ich inzwischen wieder mit AR Mikro Basic, da die Umstellung auf Eisen Spezial nichts gebracht hat außer Mangelerscheinungen an den Pflanzen. Phosphat halte ich höher inzwischen, so dass die N/P/K Werte ca bei 20/1,2/6 mg/l liegen.
An der Pinselalgensituation hat sich nichts geändert - weiterhin latent vorhanden, und bereit, sich auszubreiten, wenn ich nicht aufpasse ud gleich eingreife.
Aber es gibt deutlich weniger Mulm! Das führe ich einerseits auf die Bestückung des Filters zurück, und andererseits sind es auch weniger Erbsenkugelfische geworden und damit auch weniger Kot.

Spannend ist es momentan bei meinem im März neu aufgesetzten "großen" Becken, jetzt ein 240er Juwel Rio. Im Vorgängerbecken gab es definitiv Pinselalgen, mal mehr, mal wenger sichtbar. Ich habe viele Pflanzen und auch Filtermaterial aus diesem Becken übernommen. Die Pflanzen zwar in Easy Carbo gebadet, aber ansonsten keine weiteren Vorsichtsmaßnahmen. Trotzdem ist das neu aufgesetzte Becken optisch frei von Pinselalgen, und das, obwohl viel Strömung herrscht, kein CO2 vorhanden ist, und AR Mikro Basic gedüngt wird. Beleuchtet wird mit einer Helialux LED, mit ca 70% Lichtstärke.
Filter ist auch hier der Juwel Bioflow, ähnlich bestückt wie der im kleineren Juwelbecken, nur ein Korb Keramikröhrchen zusätzlich. Filterpflege ebenfalls wie beim 125er Becken. N/P/K 20/1,8/8 mg/l, wobei das Phosphat "von alleine" so hoch geht.
Im Gegensatz zum 125er Becken gibt es in diesem massenhaft Garnelen und auch Schnecken, sowie Flossensauger und Bärblinge.
So ganz entspannt bin ich in Bezug auf die pA in dem Becken nicht - ich weiß, sie lauern irgendwo und werden ihre Chance nutzen....
 
Hallo Zusammen,

die Hypothese mit dem einschleppen, sortiere ich zwischenzeitlich in die gleiche Mythen-Kategorie wie Co2, Eisen(Mikro)dünger, und Filter. Als nicht Hauptursache oder Abstellmethode schlechthin.

Wir hatten bei uns im Kreis mal die Beobachtung.
Mit Pinselalgen bewachsene Pflanzen, in ein fremdes optisch pinselalgenfreies Aquarium (Ähnliche Grundparameter) gesetzt und diese war innerhalb weniger Tage komplett davon befreit.
Fressfeinde scheiden definitiv aus. Leider besteht das Becken nicht mehr, sodass man nun mögliche ICP-Tests o.ä. hätte machen können.

Würde die Einschlepptheorie greifen, hätte das nicht diese Reaktion verursacht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hey,

Als nicht Hauptursache oder Abstellmethode schlechthin.

Auf jeden Fall nicht. Ich bin bei Pinselalgen auf dem Trichter "Jedes bisschen hilft".
Allerdings kann ohne Sporen nichts wachsen, und die halte ich eben minimal. Bisher funktioniert das ganz gut. Seit Jahren keine Pinselalgen mehr.

Mit Pinselalgen bewachsene Pflanzen, in ein fremdes optisch pinselalgenfreies Aquarium (Ähnliche Grundparameter) gesetzt und diese war innerhalb weniger Tage komplett davon befreit.

Gleiche Beobachtung hier, kann ich zu 100% bestätigen.
@Kejoro hatte das auch so, wenn ich mich richtig erinnere.

Würde die Einschlepptheorie greifen, hätte das nicht diese Reaktion verursacht.

Einschleppen ≠ Sie kommen auf jeden Fall! Natürlich müssen sie sich erst etablieren (können).
Ein Mythos ist es keineswegs, halt auch nicht die Allheilmethode. Wie so vieles in der Aquaristik.

Würde es ein fixes System geben, wäre es ja auch langweilig.^^
 
Hallo,

bei mir hilft es die Härte stark zu reduzieren.
Fahre ein befallenes Becken jetzt länger schon mit nur noch 100 - 120 μS/cm. Die Lage hat sich extrem verbessert.
Co2 mit 15mg/l am Tag eher niedrig, weil ich kein übermässiges Pflanzenwuchern will. Nachts darf es auch weiter abfallen , geregelt.
Und nur ganz wenig E15. 2 Tabletten anstatt 6 empfohlen reichen bei mir vollkommen aus. Spurenelemente S7 nach Vorgabe .

DOC und Zucker fördert Pa bei mir extrem.

Edit:
Der DOC-Wert (Dissolved Organic Carbon, gelöster organischer Kohlenstoff) im Aquarium bezeichnet die Menge an gelösten organischen Verbindungen im Wasser.
 
Servus,

wenn ich das ganze Feedback und Thema weiterspinne, tritt für mich immer mehr die Mikrobiologie in den Fokus.
Was erklären würde, warum bei manchen Leuten mit radikalen Filterumbauten, Milleuänderungen ein Erfolg brachte, oder selbst eingebrachte Rotalgen absterben lies. Es liegt an einer Änderung der Biologischen Gegebenheiten.

Was haltet Ihr von dieser Theorie:

Das Fundament: Die EPS-Matrix (Extrazelluläre Polymere Substanzen)
Jede Oberfläche in deinem Aquarium (Steine, Holz, alte Blätter) ist von einem Schleimfilm überzogen, der von Bakterien produziert wird – der EPS-Matrix.

  • Das Problem bei Stagnation: In einem eingefahrenen, aber von Pinselalgen dominierten Becken ist dieser Biofilm „seneszent“ (gealtert) und stabilisiert. Die Basiszellen (Rhizoiden) der Pinselalge sind tief in dieser EPS-Matrix verankert. Schlimmer noch: Bestimmte heterotrophe Bakterien im Biofilm leben in einer Symbiose mit der Alge. Die Bakterien liefern CO₂ und Vitamine (z. B. B12) direkt an die Algenbasis; im Gegenzug liefert die Alge bei der Photosynthese organische Zucker an die Bakterien.
  • Die Konsequenz: Dieser Biofilm ist wie Beton. Solange er intakt ist, schützt er die Algenbasis vor mechanischen Einflüssen, Antibiotika, Fressfeinden und chemischen Schwankungen.



Wir wollen diesen alten Biofilm nicht desinfizieren (das würde fehlschlagen und das System kippen), sondern wir wollen ihn mikrobiell destabilisieren und überreizen. Das Ziel ist ein rasanter Austausch der Bakterienpopulationen direkt auf der Oberfläche. [--> Ist das wiederum in dem Erfolg Glutaraldehyd-haltiger Substanzen bei der Einnebelmethode zu erklären. Algen werden Zellulär geschädigt und die Gundlage der Biofilm wird zerstört ?!]

Schritt 1: Die Zufuhr der "Spezialeinheiten" (Heterotrophe Destruenten)
Du musst Bakterienstämme einbringen, die darauf spezialisiert sind, organische Polymere (wie die EPS-Matrix selbst und abgestorbene Algenreste) aktiv aufzuspalten. Standard-Filterbakterien (Nitrifizierer wie Nitrosomonas/Nitrobacter) helfen hier nicht, da sie autotroph sind und nur Ammonium/Nitrit oxidieren.

  • Geeignete Präparate: Du benötigst hochkonzentrierte, heterotrophe Schlammabbau-Präparate (z. B. Microbe-Lift Gravel Substrate Cleaner, Prodibio Digest oder JBL Denitrol). Diese enthalten Sporenbildner (oft Bacillus-Arten), die extrem enzymaktiv sind und Proteine sowie Polysaccharide im Biofilm attackieren.

Schritt 2: Der "Treibstoff" für die mikrobielle Revolution (Kohlenstoff-Dosierung)
Um den eingebrachten Bakterien einen exponentiellen Wachstumsschub exakt auf den Oberflächen zu geben, fütterst du sie mit einer leicht verdaulichen, bioverfügbaren Kohlenstoffquelle (DOC).
  • Der biochemische Trick: Höhere Pflanzen können diese einfachen, gelösten Kohlenstoffketten im Licht kaum verwerten. Die heterotrophen Bakterien hingegen stürzen sich darauf. Da sie sich im Biofilm direkt neben der Alge befinden, beginnen sie, sich rasant zu vermehren.
    • Essigsäure / Ethanol / Zucker (klassische Wodka-Methode): Extrem vorsichtig dosiert (z. B. 0,1 bis maximal 0,5 ml reiner Wodka (40%) auf 100 Liter täglich).
    • Spezifische Polymer-Zucker: Kommerzielle Produkte wie Microbe-Lift Special Blend bringen oft ihre eigene Nahrung mit, oder du nutzt extrem geringe Mengen an Glutaraldehyd (z. B. Easy Carbo). Achtung: Glutaraldehyd wirkt hier in sehr geringer Dosierung nicht als Algizid, sondern wird von den heterotrophen Bakterien im Biofilm blitzschnell als Kohlenstoffquelle veratmet. Das pusht die Bakterienpopulation lokal massiv.


Was passiert dadurch biochemisch mit der Pinselalge?
  1. Die Verankerung löst sich (Enzymatischer Abbau): Die neu formierte, aggressive Bakterienpopulation beginnt, die alte EPS-Matrix der Pinselalge enzymatisch zu zerlegen, um an den darin gebundenen Kohlenstoff zu kommen. Die Alge verliert buchstäblich den Halt auf dem Stein.
  2. Sauerstoff-Entzug an der Algenbasis: Durch die extreme Vermehrung und Atmung der Bakterien direkt unter und an den Basiszellen der Pinselalge entsteht dort eine mikroskopisch dünne, sauerstoffarme Zone. Rotalgen hassen jedoch Sauerstoffmangel (sie lieben, wie oben erwähnt, den sauerstoffreichen Filterauslass). Der Stoffwechsel der Algenbasis bricht zusammen.
  3. Konkurrenz um Vitamine: Die neuen Bakterienstämme verbrauchen die im Biofilm vorhandenen Mikronährstoffe und Vitamine (B-Komplexe) so schnell, dass die Alge an ihrer Basis mineralisch „austrocknet“.

Das optische Signal des Erfolgs
Wenn dieser Biofilm-Shift gelingt, wirst du feststellen, dass die Pinselalgen ihre tiefschwarze/dunkelgrüne Farbe verlieren. Sie werden zunächst grau, dann weißlich oder rötlich. Das ist das Zeichen, dass die Zellen sterben und der Kalkpanzer durch die bakterielle Aktivität unterspült wurde. In diesem Zustand werden sie plötzlich auch für Posthornschnecken oder Garnelen hochgradig attraktiv, da die mikrobielle Zersetzung die Alge weich und verdaulich macht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo nochmal,

der Wunsch wäre doch ein Mittel in der Hand zu haben, das primär Rotalgen sicher bekämpft. Nicht durch aufwändige Spotbehandlung sondern durch einfache Wasserzugabe.
Ob damit nun die Biologie verändert wird, zu Ungunsten der Rotalgen oder ein Reset für das ganze Aquarium ist mir dabei egal.

Ist es die Unfähigkeit der Aquaristik Industrie oder ist so ein Mittel nicht gewollt. Gibt es zu hohe Hürden so ein Produkt auf den Markt zu bringen? Auch im Ausland?
Das Rotalgenproblem ist doch weltweit vorhanden. Da könnte man mit einem funktionierenden Produkt ne Menge verdienen .
 
Hallo nochmal,

der Wunsch wäre doch ein Mittel in der Hand zu haben, das primär Rotalgen sicher bekämpft. Nicht durch aufwändige Spotbehandlung sondern durch einfache Wasserzugabe.
Ob damit nun die Biologie verändert wird, zu Ungunsten der Rotalgen oder ein Reset für das ganze Aquarium ist mir dabei egal.

Ist es die Unfähigkeit der Aquaristik Industrie oder ist so ein Mittel nicht gewollt. Gibt es zu hohe Hürden so ein Produkt auf den Markt zu bringen? Auch im Ausland?
Das Rotalgenproblem ist doch weltweit vorhanden. Da könnte man mit einem funktionierenden Produkt ne Menge verdienen .

Interessanter Gedanke.

Ich beschreibe das Problem mal mit unseren allgemeinen Konsumverhalten -> Wenn alles ewig halten würde, gäbe es keinen Markt der bedient werden muss, und damit keine Arbeitsplätze.

Wenn jeder "gemeine Zierfischverbraucher" in der Pflanzenaquaristik so firn wäre, würden die Händler mit dem Massenverkauf in die Röhre gucken.
 
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