Osmoseanlage ohne Booster Pumpe mit Verhältnis 1:1 möglich?

Trizonas

Member
Hallo,
ich plane mir eine neue Osmoseanlage zu kaufen, habe momentan die Osmofresh Smartline Gold (kleine 3-Stufen Anlage) mit 100Gpd Membran.
Erstaunlicherweise schafft diese Anlage 1:1,5 bei mir, für 69€ echt super. Die Anlage soll diesmal aber unter unsere Spüle und mit einem 3-Wege Wasserhahn betrieben werden, da
wir damit auch unser Teewasser etc. aufbereiten.
Nun möchte ich aber eine Anlage mit mehr Leistung und habe schon 2 Anlagen ins Auge gefasst. Die erste kostet 279€, ist eine 300GPD und hat eine Jozzon ULP (Niederdruck) Membran; diese soll
wohl nur wenig Leitungsdruck benötigen und ist mit 1:1 angegeben.
Die zweite kostet 399€, ist eine 500GPD mit Chanitex "SideStream" Membran, ebenfalls mit 1:1 angegeben, allerdings steht da nichts von "Niederdruck". Leider finde ich keine Angaben, bei welchem
Wasserdruck diese 1:1 schaffen, bzw. ob 5,5Bar evtl. schon zuviel für diese wäre?
Nun meine Frage - kann ich mit MEINEM Leitungsdruck von 5,5Bar diese Anlagen auch ohne Boosterpumpe mit 1:1 betreiben?
Irgendwie widersprechen sich für mich "Niederdruck + Boosterpumpe" (und ich sehe nicht ein, das ich mit meinem super Leitungsdruck von 5,5Bar jetzt noch eine Boosterpumpe betreiben soll)
Kann mich mal jemand schlau machen, ob ich die Boosterpumpe evtl. einfach überbrücken kann? Oder mache insgesamt ein Gedankenfehler?

Danke schonmal :)
Tobias
 

strauch

Active Member
Hallo Tobias,

das Abwasserverhältnis hängt vom Durchflussbegrenzer ab. Kauf dir einen manuellen Durchflussbegrenzer und du kannst das Verhältnis nach belieben einstellen, bei jeder Osmoseanlage.
Ich selber hab mir 2 200er Membranen parallel geschaltet und schaffe damit knapp 25l/h bei 8°C kaltem Wasser im Sommer wirds schneller gehen. Gibts auch fertig zu kaufen.
Gibts auch in jedem anderen Osmoseshop. Das Zeug ist eigtl. Immer das gleiche.
 

nik

Moderator
Teammitglied
Moin Tobias,

ich bin mit einem Leitungswasserdruck von 7 bar "gesegnet". Ist eher problematisch, geht aber ohne Druckminderer.

5,5 bar ist perfekt, die üblichen UOA erlauben 6 bar. Das ist abhängig von den verwendeten Teilen. Die "Niederdruckmembranen" brauchen ab 3 bar.

Google mal nach OSMOUNITY, da habe ich meine her: Supergute Membrane, haltbar, 1:1. Auf Anfrage bekam ich eine 600 GPD angefertigt, hat er noch nicht im Programm. Allerdings stelte sich bei der ein "Designfehler" heraus, so dass, wenn Druck auf der UOA ist, immer Wasser über den Durchflussbegrenzer abfließt. Kann man aber mit einem 4-Wege-Ventil beheben. Ich nutze die neben der Aquaristik auch zur Trinkwassergewinnung. Die UOA ergibt mit Mischbett hintendran Reinstwasser, d.h. 0 µS/cm.

Die kam AFAIR ~380,- €. Hatte ich länger suchen müssen.

Gruß Nik
 

Trizonas

Member
Hallo Nik,
vielen Dank für Dein Beitrag, das ist ja genau das, was ich suche :)
Die Smartline XXL 330 GPD ist sogar mit 1:0,8 angegeben, Wahnsinn wie sich die Technik weiter entwickelt hat! Die Verarbeitung scheint ja sogar noch besser zu sein, wie
die "üblichen Verdächtigen".
Dankeschön!
 

nik

Moderator
Teammitglied
Moin Tobias,

meine 600 GPD liefert ziemlich genau einen Liter pro Minute. Jetzt im Winter. Kannst du linear runter rechnen, was die 330 GPD dann bringt. Wenn dir das reicht, ist es gut.

Ich schiele übrigens gar nicht so auf das Abwasserverhältnis. Das bringt wenig Ersparnis und ein überstrapaziertes Abwasserverhältnis geht auf die Lebensdauer der Membrane. Ich könnte das auch 1:0,8 einstelen.

Der "Designfehler" kommt dann zum Tragen, wenn die UOA ständig verfügbar sein soll - wie bei mir. Sperrst du nach dem Gebrauch die Wasserzufuhr ab, ist es wurscht. Je nach dem solltest du das nachfragen. Kannst dich gerne auf mich beziehen. Nik und das "ständige Abwasser" weiß er zuzuordnen.

Gruß Nik
 

Trizonas

Member
Moin Tobias,

meine 600 GPD liefert ziemlich genau einen Liter pro Minute. Jetzt im Winter. Kannst du linear runter rechnen, was die 330 GPD dann bringt. Wenn dir das reicht, ist es gut.
Hallo Nik,
die Geschwindigkeit ist nicht ganz so wichtig, denn ich benötige nur 1x 70L Wechselwasser die Woche und das Wasser zum trinken füllen wir in 1L Karaffen, welche wir mit Aufhärtesalz mineralisieren und dann ab in den Kühlschrank stellen.
"Das Glas direkt unter den Hahn und trinken" ist eh nicht die Idee. Einzig um eine Teekanne voll zu machen wäre das so, da müssen wir dann eben ein paar Minuten warten.
Was mir aber aufgefallen ist - die Anlage arbeitet mit 2 oder 3 parallel geschalteten Membranen! "Meine" Version, die ich eigentlich im Auge hatte, hat nur 1 Membrane! (die wahrscheinlich entsprechend größer ist?)
Das war auch meine Ursprüngliche Frage, ob für diese "eine" Membrane (Ulp 300gpd / 500gpd Sidestream) mein Wasserleitungsdruck ausreicht für "nahezu" 1:1

Gruß Tobi
 
Zuletzt bearbeitet:

strauch

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Das war auch meine Ursprüngliche Frage, ob für diese "eine" Membrane (Ulp 300gpd / 500gpd Sidestream) mein Wasserleitungsdruck ausreicht für "nahezu" 1:1
Hallo Tobi,

wie bereits geschrieben das Abwasserverhältnis hängt nicht vom Druck sondern vom Durchflussbegrenzer ab. Um ein Abwasserverhältnis einstellen zu können, brauchst du einen manuellen Begrenzer. Bei allen anderen ist oft ein fester Durchflussbegrenzer verbaut z.B. 800ml/min und dann hängt es vom Druck und oder der Wassertemperatur ab wie das Wasser zu Abwasser Verhältnis ist. Bei manuellen Begrenzer kannst du das halt frei einstellen wieviel durch die Membran muss und wieviel vorbei laufen darf.
 

Trizonas

Member
Hallo Tobi,

wie bereits geschrieben das Abwasserverhältnis hängt nicht vom Druck sondern vom Durchflussbegrenzer ab...
Ok?
Dann wäre mein Wasserdruck "völlig" egal? Kann ich mir nicht vorstellen. Bin zwar leider technisch nicht ganz so im Thema drin, aber der Leitungsdruck war doch immer schon die entscheidende Variable!
Wozu sonst überhaupt eine Boosterpumpe, wenn ich doch blos "hinten" zudrehen müsste?
Dann wären ja sozusagen alle "Spezialmembranen" auch unsinn? Wenn ich so auf den Preis gucke, bekomme ich 3x Standart Membran zu einem ähnlichen Preis wie 1x "Spezialmembran".
Ich dachte ich weiss jetzt was ich kaufe, aber nun muß ich das alles wohl noch einmal neu überdenken :rolleyes:
 

strauch

Active Member
Hallo Tobi,

die Boosterpumpe brauchst du um ein gewisse Leistung pro Minute zu schaffen. Nicht für das Abwasserverhältnis. Ich stimme dir aber zu es wird suggeriert als ob nur die 1:1 schaffen. Der Vorteil der Boosterpumpe beim Abwasserverhältnis ist, dass die variable Druck nicht mehr existiert und so lässt sich die Leistung besser "schätzen". Bleibt nur die Temperatur. Ich vermute (weiss es aber nicht, da ich keine habe) das Anlage mit Boosterpumpe und festen Durchflussbegrenzer keine 1:1 bei 8°C kaltem Wasser schaffen, die brauchen dazu auch 25°C warmes Wasser.

Meine Membranen schaffen bei 8°C und ca. 3,5bar Druck nur 50% der angegeben Leistung.

Aber ja zum Leistung steigern kannst du auch einfach mehrere Membranen parallel schalten das ist günstiger und weniger Fehleranfällig. So macht es Osmounity und mein Link oben ist genauso. Bei 5,5bar Leitungsdruck brauchst du keine Boosterpumpe.
 

Trizonas

Member
Hallo Andre,
Danke für deine Ausführungen, ich denke jetzt hab ich´s auch kapiert :)
Da die Leistung pro Minute eher zweitrangig ist, werde ich lieber auf "normale" Membranen setzen. Ich muss auch keine 1:1 haben, aber da meine "billige" mit 100gpd schon 1:1,5 schafft, möchte ich mich auch nicht verschlechtern, dachte halt, das da momentan sogar mehr drin ist, Osmounity spricht ja sogar von 1:0,8... ok. Was mich auch wundert - bei den Daten der Boosterpumpen steht: Arbeitsdruck 4,8bar!! Das wäre ja sogar noch weniger wie meine 5,5.
Wo wir gerade dabei sind - Was haltet Ihr denn von einem Autoflush Ventil? Die Idee finde ich eigentlich gut, aber Osmounity bietet diese z.B. gar nicht an, ist das auch wieder nicht Praxistauglich?
Fände es blöd, jedesmal unter die Spüle zu kriechen um zu spülen! Wollte diesmal ein "Wartungsfreundliches" System haben...
 

omega

Well-Known Member
Hi Andre,

Aber ja zum Leistung steigern kannst du auch einfach mehrere Membranen parallel schalten das ist günstiger und weniger Fehleranfällig. So macht es Osmounity und mein Link oben ist genauso.
warum ist das günstiger? Bei osmounity.de kosten 600GPD €495,-, bei wasser-shop24.de €379,- und 800GPD €539,-.
Warum sind drei Membranegehäuse und zusätzliche Fittings weniger fehleranfällig?

Grüße, Markus
 

strauch

Active Member
Hallo Markus,

die 600gpd mit Boosterpumpe kostet beim wassershop 379€, die ohne 239€. Nach meiner Erfahrung ist eine Pumpe mit Netzteil fehler anfälliger als eine Membran + Gehäuse und im Zweifel auch einfacher zu reparieren. Ich halte es dann lieber Simpel und Einfach. Mir reicht meine Rotationspumpe in der Kaffeemaschine musste ich auch schon ersetzten.

Aber ist doch gut wenn es auch andere Meinungen gibt, dann kann der TO schauen was ihm mehr zusagt.
 

omega

Well-Known Member
Hi,

Osmounity spricht ja sogar von 1:0,8... ok.
was hast Du denn für Ausgangswasser? Die dort angegebenen 0,8 sind einstellbar, machen aber nur bei entsprechend salzarmem Wasser Sinn. Ansonsten verblockt die Membrane ratzfatz. Das ist Werbegeschwurbsel.

Was mich auch wundert - bei den Daten der Boosterpumpen steht: Arbeitsdruck 4,8bar!! Das wäre ja sogar noch weniger wie meine 5,5.
Wo steht das zum Beispiel? Meine alte und aktuelle machen 8bar. 4bar sind als max. Leitungsdruck angegeben. Dabei geht's wohl um die Vorfilter. Der Booster sitzt dahinter.

Was haltet Ihr denn von einem Autoflush Ventil?
Wenn Du so eines meinst https://hw-wiegandt.de/produkt/hw-autoflush-spuelventil/
und tagelang Osmosewasser zapfen mußt, sinnvoll.
Die anderen für unter €30,- spülen nur beim Einschalten die ersten 18s lang, dannach nicht mehr. Die sind oftmals bei UOAs mit Booster verbaut, bei meinen beiden von JG zum Beispiel.

Grüße, Markus
 

omega

Well-Known Member
Hallo Andre,

Nach meiner Erfahrung ist eine Pumpe mit Netzteil fehler anfälliger als eine Membran + Gehäuse und im Zweifel auch einfacher zu reparieren.
die Booster-Pumpe der bisherigen UOA tut nicht mehr. Jetzt hab' ich eine brushless. Die >12 Jahre alte UOA ohne Booster tut immer noch, ist auch wöchentlich in Betrieb, immer noch mit demselben Sedimentfilter. Klar, Booster macht eher schlapp, läßt sich aber austauschen. Mir geht's halt um Literleistung und nicht um Haltbarkeit oder Verhältnis.

Du schriebst, Pumpe mit Netzteil sei einfacher zu reparieren. Formulierungsfehler?
Bei beiden muß man ans Eingemachte. Schon mal eine Membrane getauscht? Oder den Nachfilter?

Grüße, Markus
 

strauch

Active Member
Hallo Andre,

Du schriebst, Pumpe mit Netzteil sei einfacher zu reparieren. Formulierungsfehler?
Irgendwie ja hab mich da verformuliert ;-) und irgendwie auch nicht. Eine Pumpe würde ich einfach komplett tauschen, wenn sie kaputt ist, das ist natürlich nicht schwerer als eine Membran tauschen. An einer Pumpe könnte ich vermutlich nichts reparieren. Eine Membran oder ein Fitting tauschen ist dagegen für mich einfacher, wenn man das als Reparatur durchgehen lassen will.
Schon mal eine Membrane getauscht? Oder den Nachfilter?
Ja ich hab meine 200er Anlage komplett zerlegt und um eine 2. Membran ergänzt. Ich hab aber nur Vorfilter dran.
 

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