Dünger mit UV-Klärer?

Sumus

Member
Hi,
heute muss ich mal einen Frage Stellen.
Ich habe an meinem Becken einen Uv-Klärer(geschenkt gekriegt) und nun will ich wissen.
Zerstört ein Uv-Klärer Anteile aus dem Dünger?(wie z.b. Eisen usw.)
 

nik

Moderator
Teammitglied
Hi Fabian,

ja, UV-C und Düngung gehen gar nicht gut zusammen. Macht aber nichts, denn den UV-C benötigt man nur ausnahmsweise. Ichthyo oder bakterielle Trübungen wären z.B eine Indikation.

Gruß, Nik
 

Sumus

Member
hi nik,
Danke für die schnelle antwort. Kann ich denUv-C so schalten, damit er mit der Düngergabe ausgeht??
(bzw. nach welcher Zeit kann ich ihn wieder anschalten?9
Grüße Fabian
 

Erwin

Well-Known Member
Hallo Fabian, Nik,

soweit ich weiß, zerstört ein UVC "nur" die Chelate aber keine Düngestoffe direkt.
Ich habe jahrelang an einem 600 Liter Diskusbecken einen 11 Watt UVC betrieben.
Bei täglicher Düngung - kein (großes) Problem für den Pflanzenwuchs.

MfG
Erwin
 

kurt

Well-Known Member
Hallo zusammen,

@ Nik
nik":k3lhifdy schrieb:
den UV-C benötigt man nur ausnahmsweise.
sehe ich genau so…

@ Erwin,
Erwin":k3lhifdy schrieb:
Ich habe jahrelang an einem 600 Liter Diskusbecken einen 11 Watt UVC betrieben.
Bei täglicher Düngung - kein (großes) Problem für den Pflanzenwuchs.
bei dieser Relation 600l zu 11 Wattt-UVC kannst du auch ausschalten, es wird sich so gut wie nichts verändern,
die Dimensionen passen nicht.
Den Stoffwechsel der Diskusfische (höhere Wasserbelastung) lassen wir mal außen vor und ich gebe mal meine Erfahrungen wieder.

Mein Becken habe ich mit 430l zu 15 Watt-UVC gefahren, es war ohne große Auswirkungen.
Wie stark die zerstörende Wirkung auf Chelate ist, kann ich nicht sagen.
Mit oder ohne UVC-Bestrahlung, es hat sich nichts gravierendes geändert!

Erst über richtige Düngung, günstige Wasserwerte, dadurch besseren Pflanzenwuchs, erreichte ich die optimale Wasserqualität (Keimbelastung mikroskopisch kontrolliert) und bekam auch ein optisch algenfreies Aquarium.
Das ist meiner Meinung nach auch der richtige Weg.
 

Bratfisch

Member
Hallo Kurt.

Kurt":1ussh30w schrieb:
[...] bei dieser Relation 600l zu 11 Wattt-UVC kannst du auch ausschalten, [...] die Dimensionen passen nicht.

Das scheint nicht korrekt zu sein. Ich hab mal recherchiert. Je nachdem welchen (tatsächlichen) Durchfluß du deinem UV-C-Gerät aufgezwungen hast, war es für die Aufgabe "Bakterienkontrolle" scheinbar korrekt, für die Aufgabe "Algenkontrolle" weit überdimensioniert. Wenn sich bei dir keine bis keine großartigen Veränderungen gezeigt haben dann GAB es in bezug auf Algen, Bakterien, Parasiten wahrscheinlich nichts, was zu verändern gewesen wäre.

Erläuterungen zum anschließenden Text:

- Netto-Pumpenleistung = diejenige Wassermenge welche eine arbeitende Pumpe tatsächlich nach Überwindung aller Strömungswiderstände in das jeweilige Becken zurückdrückt.

- Netto-Beckeninhalt = tatsächliches Wasservolumen in Litern, also abzgl aller Einrichtungsgegenstände.

Zu den UV-C-Geräten generell:

Es gibt wohl viele schlechte, wenig gute. Einerseits qualitativ, andererseits was die Beachtung wichtiger Prozessparameter angeht.

Man sollte darauf achten Geräte mit (Industrie-Standard)-Quecksilber-Niederdrucklampen (Effizienz ~ 4o%) im Gegensatz zu Quecksilber-Mitteldrucklampen (Effizienz ~ 1o%) zu nehmen (die auch wohl meist verbaut werden, aber manchmal eben auch nicht), wobei die Standard-Niederdrucklampen zudem ihre optimale Arbeitstemperatur zwischen 2o und 4o°C haben, was für tropische Aquarien also gut, für Kaltwasserbecken weniger gut geeignet sind. Die Mitteldrucklampen hingegen weisen diese Temperaturabhängigkeit nicht oder in wesentlich geringerem Maße auf, bringen ihre UV-Leistung jedoch nur zu einem geringen Teil im für (unsere) "Desinfektions"zwecke geeigneten Bereich (254 nm).

Eine stärkere Wattage bei gleichbleibender Lampenlänge ergibt KEINE proportionale Steigerung der (Desinfektions-) Leistung. Erst die Lampenlänge in Verbindung mit korrektem Fluß über sie hinweg ist wichtig weil sich daraus die wirksame Strahlungsdosis / Kontaktzeit für ein gegebenes Problem ergibt.

Die Trübungs- / Färbungsarmut des Wassers ist wichtig da UV-C durch Trüb- und Farbstoffe an der Durchdringung des die UV-C-Lampe umgebenden Wasserkörpers schnell / deutlich gehindert wird. Eine UV-C-Einheit sollte also zumindest was die Trübstoffe angeht immer NACH einem vorhandenen Filter angeschlossen sein. Auch aus Gründen einer möglichen Rückkontaminierung durch in vorhandenen Filtermassen evtl. etablierte Krankheitskeime.

Die Stärke des Wasserkörpers um die UV-C-Lampe sollte max. 3cm betragen. "Wirbel"führungen des Wassers um die Lampe sind im besten Falle unwirksame Schminke , schlechtestenfalls sogar dem Prozess abträglich und machen zudem Kalkulationen über tatsächliche bzw. wirksame Kontaktzeiten / -wege zunichte. Viel sinnvoller ist eine haltbare! Innenverspiegelung des UV-C Gerätes und seine regelmäßige Reinigung.

Manche Geräte halten materialermüdungstechnisch ihrer selbstproduzierten UV-Strahlung nicht lange stand.

Aber worums eigentlich ging:

------ Verhältnis UV-C-Leistung zu Netto-Pumpenleistung ------

-PARASITENKONTROLLE-: 19 bis 38l/h/W (-> für ein 11W UV-C-Gerät also eine Netto-Pumpenleistung von 2o9 bis 418l/h oder für ein 8W-UV-C-Gerät eine Netto-Pumpenleistung von 152 bis 3o4l/h)

-BAKTERIENKONTROLLE- (und manche Viren): 75 bis 95l/h/W (-> für ein 11W-UV-C-Gerät also eine Netto-Pumpenleistung von 825 bis 1.o45l/h oder für ein 8W-UV-C-Gerät eine Netto-Pumpenleistung von 6oo bis 76ol/h)

Anmerkung:

(1.) UNTERhalb des angegebenen Durchflußfensters KÖNNTE eine Vermehrung vorhandener Bakterien anteilig schneller erfolgen als das UV-C-Gerät sie schädigen könnte, bzw. der Schädigungsprozess würde sich unnötig in die Länge ziehen.

(2.) OBERhalb des angegebenen Durchflußfensters KÖNNTE die Kontaktzeit UV-C / Bakterium zu kurz sein um Erbinformationen des Bakteriums wirksam zu schädigen. Mit ähnlichen Folgen wie unter (1.)

-ALGENKONTROLLE- (Grünwasser): 151 bis 19ol/h/W (-> für ein 11W-UV-C-Gerät also eine Netto-Pumpenleistung von 1.665 bis 2.o9ol/h oder für ein 8W-UV-C-Gerät eine Netto-Pumpenleistung von 1.211 bis 1.52ol/h)

Anmerkung:

(1.) UNTERhalb des angegebenen Durchflußfensters KÖNNTE eine Vermehrung vorhandener Algen schneller erfolgen als das UV-C-Gerät sie zum Klumpen bringen könnte, bzw. der Prozess würde sich unnötig in die Länge ziehen.

(2.) OBERhalb des angegebenen Durchflußfensters KÖNNTE die Kontaktzeit UV-C / Alge zu kurz sein um die Alge wirksam zu schädigen. Mit ähnlichen Folgen wie unter (1.)

zzgl.:

------ Verhältnis UV-C-Leistung zu Umwälzung (Netto-Beckeninhalt in l/h)------

Parasitenkontrolle: k.A. gefunden

Bakterienkontrolle (Sterilisation): 1 bis 1,5/h

Algenkontrolle (Grünwasser): o,3 bis o,5/h

---

Beispiel:

- Dimensionierung UV-C für 6oo Liter-Becken (angenommenes NettoVolumen) und Aufgabe "Bakterienkontrolle":

Netto-Umwälzleistung: 6ool/h UND 6,3 - 8W UV-C Leistung BIS 9ool/h UND 9,5 - 12W UV-C Leistung.

- Dimensionierung UV-C für 6oo Liter-Becken und Aufgabe "Algenkontrolle":

Netto-Umwälzleistung: 18ol/h UND 1 - 1,2W UV-C Leistung BIS 3ool/h UND 1,6 bis 2W UV-C Leistung.

(Quellen: Internet, diverse)

Die o.g. Durchflußraten, Umwälzleistungen, Wattagen sind (können) lediglich GROBE Orientierungshilfen zur grundsätzlichen Auswahl UV-C -> gegebenes Problem (sein), da die im Handel erhältlichen Geräte in ihren Leistungen und der Dauerhaftigkeit selbiger erheblich klaffen und auch die aquaristischen Problemstellungen und ihre umgebenden Parameter dem sicher nicht nachstehen.

---

Ingo
 

kurt

Well-Known Member
Hallo Ingo,
das hast du schön eingebracht, detaillierte Angaben bringen natürlich weiter! :top:

Bratfisch":1gq8fgv4 schrieb:
Hallo Kurt.

Kurt":1gq8fgv4 schrieb:
[...] bei dieser Relation 600l zu 11 Wattt-UVC kannst du auch ausschalten, [...] die Dimensionen passen nicht.
Das scheint nicht korrekt zu sein.
Das ist gut möglich, Erläuterungen hast du ja unter Anmerkungen gegeben, aber wie ist die Praxis?
Die Angaben von Herstellern über das Leistungsvermögen sind eine Seite, aber wie ist der Normalfall?

Ich schreibe mal etwas detaillierter.

Ich habe meine tatsächliche Pumpenleistung nicht ausgelitert (zu bequem), aber wer macht das schon?
Pumpenkreisläufe mit Reaktoren haben ja ihre Tücken, eingebundene Geräte UVC oder auch CO2 Reaktoren haben da Ähnlichkeiten.Verdeutlichen wollte ich nur die Überbewertung der Leistung eine UVC – Lampe in der Praxis.

Meine 15 Watt UVC-Neonröhre hat folgende Daten,
Sockel =G13
Durchmesser = 26mm
Länge = 438mm
UVC Strahlungsleistung (254nm) in W 4,6
Wasserschichtdicke beim Durchfluss im Glaszylinder = ca.5mm
Kontaktzeit = es wurden Zeitperioden von 1 bis 3 Sekunden probiert, geprüft über Sichtkontrolle.
Zu entkeimende Wassermenge = 430l
Die Aktion ist für mich unbefriedigend verlaufen.

Folgendermaßen bin ich vorgegangen.
Die Pumpe wurde kurz hintereinander ein und ausgeschaltet, die sich dadurch gelösten Schwebstoffe im Filterkreislauf waren im UVC-Gerät (aus Glas) gut sichtbar, die Durchflussgeschwindigkeit wurde dann über ein Ventil geregelt.
Die unterschiedliche Fließgeschwindigkeit (= Kontaktzeit) war je nach Partikelgröße gut zu sehen.
Sinn der Aktion waren Cyanobakterien unter Kontrolle zu bringen (Beschädigung der DNA?), nur wird es so gewesen sein das die Vermehrung schneller war wie die Abtötung.
Den Angabewerten der Firmen sollte man mit Vorsicht begegnen und auch genügende Leistungsreserven einplanen.
Die entstehenden Kosten für eine kurzfristige UVC-Bestrahlung sollte gut überlegt sein.
Im allgemeinen wird zur Wasserklärung ja die biologische Variante genommen, sie ist billiger aber nicht immer einfach.
 
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