Bodengrund für Wabikusa/Mini Paludarium/Terrarium

Eynai

Member
Hallo ihr Lieben,

ich frage mich schon seit einiger Zeit, welcher Bodengrund/Aufbau für die emerse Haltung von Sumpf/Wasserpflanzen notwendig, gut oder besser ist.

In einem Wabikusa sieht man eigentlich fast immer Soil, zudem einen Wasserstand, der Knapp unter die Obergrenze des Substrats geht.

Andererseits lese und sehe ich auch immer wieder, dass die Wurzeln, bspw. bei Verwendung in einem offenen/geschlossenen Terrarium nicht im Wasser stehen sollten, weshalb man als erstes eine Drainage Schicht einstreut, ehe man dann Soil oder bspw. auch Erde einfüllt.

Dann gibt es ja auch Beispiele, in denen ein Gefäß vollständig mit Wasser befüllt wird, und die Pflanzen im Wasser stehen, aber über die Wasserkante hinauswachsen.

Ich verstehe nun die Unterschiede nicht, da es sich stets um die selben Pflanzen handelt, bspw. Rotala Indica

Welcher Bodengrund/Aufbau ist wann, und vor Allem wieso richtig?

Ich habe selbst Mal eines nur mit Blumenerde gefertigt, Mal schauen, was das gibt. (Die Bilder sind zum Hochladen leider zu groß...)

Gruß,
Nico
 
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Lixa

Well-Known Member
Hallo Nico,

Es ist egal welches Substrat mit wie viel Wasser: Denn das kritische ist immer der Sauerstoff.

Daher wird Blumenerde ein Fehlschlag werden wenn sie dauerhaft mehr als nur feucht ist, denn die Zersetzung der organischen Masse da drin (meistens Torf) verbraucht den gesamten Sauerstoff und die Wurzeln der Pflanze ersticken. Nur sehr wenige spezialisierte Sumpfpflanzen (z.B. einige Arten Schilf) tolerieren das, denn sie schaffen es ihre Wurzeln von oben zu versorgen.

Ich habe gute Erfahrungen mit Lavamulch in einem Bodensatz von Wasser gemacht. Sand funktioniert schlechter. Soil habe ich nie getestet, jedoch sollte es auch so viel Wasser binden ohne dass es in Wasser steht - einfach feucht aber nicht nass halten. Die Luft im Boden ist enorm wichtig!

Viele Grüße

Alicia
 

Eynai

Member
Hallo Nico,

Es ist egal welches Substrat mit wie viel Wasser: Denn das kritische ist immer der Sauerstoff.

Daher wird Blumenerde ein Fehlschlag werden wenn sie dauerhaft mehr als nur feucht ist, denn die Zersetzung der organischen Masse da drin (meistens Torf) verbraucht den gesamten Sauerstoff und die Wurzeln der Pflanze ersticken. Nur sehr wenige spezialisierte Sumpfpflanzen (z.B. einige Arten Schilf) tolerieren das, denn sie schaffen es ihre Wurzeln von oben zu versorgen.

Ich habe gute Erfahrungen mit Lavamulch in einem Bodensatz von Wasser gemacht. Sand funktioniert schlechter. Soil habe ich nie getestet, jedoch sollte es auch so viel Wasser binden ohne dass es in Wasser steht - einfach feucht aber nicht nass halten. Die Luft im Boden ist enorm wichtig!

Viele Grüße

Alicia
Hi Alicia und danke für die Rückmeldung.

Demnach kann ich Blumenerde verwenden, sofern ich darauf achte, dass sie nicht nass sondern nur feucht steht, ist das richtig oder gibt es dann ändere Herausforderung für die Pflanzen, weil sie zu wenig Feuchtigkeit bekommen?

Die Feuchtigkeit im Zimmer ist konstant 60 >

Danke :)
 

Lixa

Well-Known Member
Hi Alicia und danke für die Rückmeldung.

Demnach kann ich Blumenerde verwenden, sofern ich darauf achte, dass sie nicht nass sondern nur feucht steht, ist das richtig oder gibt es dann ändere Herausforderung für die Pflanzen, weil sie zu wenig Feuchtigkeit bekommen?
Hallo,
Ja, für die Umstellung auf emers wird es für die Pflanzen schwierig. Einige wachsen schon bei 50% rel. Luftfeuchtigkeit schlecht, bzw. neigen zu Spinnmilben-Befall.
Daher werden die meisten emers-Projekte abgedeckt gestartet um die Luftfeuchtigkeit über 80 % zu halten. Gerade im Winter geht es oft gar nicht offen.

Der Effekt von zu feuchter Blumenerde ist übrigens bei der Kultur von Zimmerpflanzen schon lange bekannt. Springschwänze sind nur das Symptom, nicht das Problem. Im schlimmsten Fall kommen Trauermücken oder Schimmel dazu. Deswegen haben inorganische, ungedüngte Substrate starke Vorteile bei viel Feuchtigkeit.

Viele Grüße

Alicia
 

moskal

Well-Known Member
Hallo,

Paludarium oder Wabikusa bedeutet nass, und da wegen des enthaltenen Düngers und des Humusanteils in Blumenerde diese nicht verwenden. Das zieht Trauermücken an. Torf verrottet nicht oder nur sehr sehr langsam und ist für die Trauermücken uninteressannt. Abgestorbene Wurzeln von Pflanzen die keine Staunässe vertragen sind was anderes. Das zieht auch in Torf Trauermücken an. Aber diese Pflanzen gehören so und so nicht in ein Paludarium sondern entweder in einen normal gegossenen Blumentopf mit Erde oder in Hydrokultur.

Ich verwende Lavegranulat mit 4-7mm das neutral reagiert und auf natürliche Weise 50mg K pro Liter enthält. Das mische ich hälftig mit Torf. Die Pflanzen wachsen:
substrat.1.jpg
substrat.2.jpg
substrat.3.jpg
substrat.4.jpg

Gruß, Helmut
 

Eynai

Member
Danke für euren Input.

Wenn ich es also richtig verstanden habe, verträgt sich einfach der Bedarf an Feuchtigkeit von Sumpfpflanzen und der Blumenerde nicht; ich kann Blumenerde nicht so feucht/nass halten, dass die Pflanzen genug haben, bzw umgekehrt kann ich die Pflanzen nicht so feucht/nass halten, dass die Blumenerde nicht verfault.

Richtig so?

Grundsätzlich ist also die Anforderung an das Substrat für bspw. ein Terrarium im Glas, dass der Bodengrund genug Feuchtigkeit aufnehmen kann, dass die Pflanzen darin wachsen ohne dass das Substrat verfault.

In der Folge also eine Drainage aus Lavamulch + Torf/Soil oder neutralen Substraten, wie Sand/Kies etc.

Bin ich richtig? :)

Im Übrigen hier auch Mal ein Bild von meinem kleinen Vorhaben; ein Stück Wald im Glas.
 

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Lixa

Well-Known Member
In der Folge also eine Drainage aus Lavamulch + Torf/Soil oder neutralen Substraten, wie Sand/Kies etc.

Bin ich richtig? :)

Im Übrigen hier auch Mal ein Bild von meinem kleinen Vorhaben; ein Stück Wald im Glas.

Hallo,
Ja, das geht in die richtige Richtung. Dein Wald im Glas erinnert mich an die Projekte von Serpa Design - du findest ihn auf YouTube mit sehr vielen Ideen und Anleitungen.

Das wichtigste ist ein gesundes Substrat das sowohl reich an Feuchtigkeit als auch Sauerstoff und gleichzeitig ausreichend Nährstoffe für die jeweiligen Pflanzenarten bietet. Eine Drainage ist da hilfreich. Das Substrat darüber ist fast schon eine Glaubensfrage und die Auswahl riesig. Soil dürfte aber schon eine Anfängerfreundliche Wahl sein. Ich selbst finde lebendes Moos sehr interessant.

Weiches Wasser ist aber ein ebenso wichtiger Faktor, den man nie vergessen sollte.

Viele Grüße

Alicia
 

moskal

Well-Known Member
Hallo,

Drainage brauchts keine, nur Kies, Perlite, Lavasplit, Seramis oder ähnliches als Zuschlag um das Substrat lockerer zu halten. Und dann soll das Ganze nass und nicht feucht sein, sonst kommen Trauermücke. Wenn das Gefäß keinen ausgesprochenen Wasserteil enthält kann auch Blumenerde verwendet werden, Cyperngras lässt sich ja auch im Anstau in Blumenerde halten.

Drainage ist für Pflanzen die es feucht wollen aber keine Staunässe vertragen. Emerse Wasserpflanzen vertragen ausnahmslos Staunässe, wollen die sogar.

Gruß, Helmut
 
Zuletzt bearbeitet:

omega

Well-Known Member
Hi,

Böden von Gewässern und Überflutungsgebieten sind hypoxyisch bis anoxisch, da im Boden der Grad der Verstoffwechslung höher ist als der Eintrag von Sauerstoff durch Diffusion. Fast alle Wasser- und Sumpfpflanzen sind aber in der Lage, über ihre Wurzeln selbst Sauerstoff in den Boden zu transportieren und sich dort ein für sich geeignetes Milieu selbst zu erzeugen. Anubias, Javafarn und Bucephalandra dagegen sind dazu nicht in der Lage (siehe https://www.aquasabi.de/aquascaping-wiki_aquarium_sauerstoff-im-aquarium), weshalb deren Wurzeln und Rhizom nicht eingebuddelt werden sollten.
Wieviel Sauerstoff Aquarienpflanzen in den Boden pumpen, sieht man ja daran, daß aus dem Bodengrund z.T. recht große Gasblasen aufsteigen, wo Pflanzen stehen, je mehr Licht desto vermehrt solche Blasen.

Daß man also beim Substrat für Sumpfpflanzen sonderlich auf Sauerstoff- oder Luftzufuhr achten muß, halte ich für nicht notwendig. Das macht im Aquarium mit Sand als Bodengrund ja auch niemand. Dort ist's schon in 2cm Tiefe fast sauerstofffrei. Alle bisher von mir gehaltenen Stengel- und Rosettenpflanzen drangen mit ihren Wurzeln dennoch bis in bis zu 15cm Tiefe vor.

Dort gibt es eine umfangreiche Aufstellung zu Cryptocorynen und deren Kulturansprüche: https://www.heimbiotop.de/cryptocoryne.html
Die sollten sich auch auf andere Sumpfpflanzen übertragen lassen, muß man halt ausprobieren und/oder selber googeln.
Blumenerde ist dort nicht aufgeführt. Die wird sich unter Staunässe, wie Alicia schon anmerkte, zersetzen. Das fängt dann mächtig an zu stinken (Schwefelwasserstoff) und ist wegen der sich übermäßig bildenden Zersetzungsprodukte, nicht aber wegen der Sauerstoffzehrung, für Sumpfpflanzen völlig ungeeignet.

Grüße, Markus
 

moskal

Well-Known Member
Hallo,

Dort gibt es eine umfangreiche Aufstellung zu Cryptocorynen und deren Kulturansprüche: https://www.heimbiotop.de/cryptocoryne.html
Die sollten sich auch auf andere Sumpfpflanzen übertragen lassen, muß man halt ausprobieren und/oder selber googeln.
Blumenerde ist dort nicht aufgeführt. Die wird sich unter Staunässe, wie Alicia schon anmerkte, zersetzen. Das fängt dann mächtig an zu stinken (Schwefelwasserstoff) und ist wegen der sich übermäßig bildenden Zersetzungsprodukte, nicht aber wegen der Sauerstoffzehrung, für Sumpfpflanzen völlig ungeeignet.
auch Maike hält ihre Cryptocorynen in halb zersetztem Buchenlaub aus sauren Gegenden. Halb zersetzt, daß es sich in Kultur ganz zersetzt und langsam geeignete Nährstoffe abgibt. Dabei stinkt nichts nach Schwefelwasserstoff. Das weiß ich zum einen weil ich schon bei Maike und Cord war und zum Anderen weil ich und einige anderen das auch so machen. Blumenerde wird nicht verwendet weil sie zu viele und falsche Nährstoffe für Cryptocorynen mitbringt.
In Blumenerde habe ich diverse Cyperus und Colocasia, die Töpfe stehen in einem Gefäß in dem 10cm hoch Wasser steht. Es fault nichts. Aber sobald das nicht in Wasser steht und nur dauerfeucht ist kommen Trauermücken. Deshalb wirklich immer Wasser stehen lassen oder keine Blumenerde verwenden. Und bei Blumenerde nicht die billigste.

Gruß, Helmut
 

Eynai

Member
Hallo,


auch Maike hält ihre Cryptocorynen in halb zersetztem Buchenlaub aus sauren Gegenden. Halb zersetzt, daß es sich in Kultur ganz zersetzt und langsam geeignete Nährstoffe abgibt. Dabei stinkt nichts nach Schwefelwasserstoff. Das weiß ich zum einen weil ich schon bei Maike und Cord war und zum Anderen weil ich und einige anderen das auch so machen. Blumenerde wird nicht verwendet weil sie zu viele und falsche Nährstoffe für Cryptocorynen mitbringt.
In Blumenerde habe ich diverse Cyperus und Colocasia, die Töpfe stehen in einem Gefäß in dem 10cm hoch Wasser steht. Es fault nichts. Aber sobald das nicht in Wasser steht und nur dauerfeucht ist kommen Trauermücken. Deshalb wirklich immer Wasser stehen lassen oder keine Blumenerde verwenden. Und bei Blumenerde nicht die billigste.

Gruß, Helmut

Hi Helmut,

eine Rückfrage zu Deinem Verständnis von "nass", bedeutet das für mich, dass die Erde im Wasser steht oder sie so nass ist, dass sie kein Wasser mehr halten kann und es sich unten am Boden abzusetzen beginnt?

Ich habe in meinem Vorhaben nämlich eine Steigung des Substrats von vorne nach hinten und deshalb kann ich nicht das gesamte Substrat fluten.

Danke :)
 

Eynai

Member
Möchtet ihr vielleicht noch eure Gedanken zu Terrarium Erde bspw. JBL Terra Basis oder Teicherde aus dem Baumarkt abgeben?

Danke :)
 

Plantamaniac

Well-Known Member
Hei, Kokossubstrat in diesen Pressziegeln ist sehr haltbar und geht Staunass.
Da hab ich manchmal Moose und Wasserpflanzen drin.
Bei denen ist es nur so, das sie manchmal unterschiedlich bereits angedüngt sind.
Da muß man bisschen ausprobieren, welche gut geht, oder sie auswässern bevor die Pflanzen reinkommen.
Nach ca. 3 Jahren heißt es dann aber vorsichtig sein, weil dann auch die Kokoserde anfängt sich zu zersetzen und verdichtet.
Bei Wabikusa nehm ich auch gerne einfach mal 5mm Kies. Den kann man sich hindüngen, wie man es braucht. Problem ist, das sich darin dann auch eine Art Schlamm bildet aus abgestorbenen Blättern und Wurzeln, der das ganze irgendwann ersticken lässt.
Irgendwo hatte ich mal was gelesen, das man dem Gieswasser für Hydrokulturen/Hydroponix, Wasserstoffperoxyd zusetzen kann um diese Sauerstoffarmen Vorgänge zu unterbrechen. Das würde mich für meine großen Echinodorustöpfe im Winter interessieren. Wenn die Pflanzen inaktiv werden, sind sie nichtmehr in der Lage, das Substrat mit Sauerstoff über die Wurzeln zu versorgen und die Wurzeln sterben ab. Das erschwert den Start im Frühjahr, weil sich erst neue Wurzeln bilden müssen. Die ersten Jahre geht das noch recht gut, aber wenn dann abgestorbene Biomasse das Substrat verdichtet, wird es schwierig.
Ich liebe ja auch emerse Wasserpflanzen, aber dauerhafte Haltung ist schwierig.
Gröberen Lavabruch habe ich ein Säckchen da...das könnte ich auch mal versuchen.
Im Moment habe ich wieder ganz viel in Seramis gesetzt und staue nur etwa 5cm an. Das geht auch gut.
Im Herbst geht das Zeug wieder in die Aquarien....Freue mich schon...aus dem Vollen schöpfen zu können.
VG Monika
 

moskal

Well-Known Member
Hallo,

Nass bedeutet im Anstau, das sieht so aus:
anstau.jpg
das ist in Torf mit Perlite, das sollte so aussehen:
torfperlite.jpg
durch das Perlite bleibt das Substrat locker, der Torf sollte nach Möglichkeit schwach zersetzt sein. Es gibt auch die Möglichkeit Torffreie Substrate zu verwenden, die sollten aber nicht auf Humus / Komposterde basieren.

Das hierläuft seit mindestens 5 Jahren, darin habe ich JBL Manado entsorgt, das ich mit zwei Hand voll Anzucht Kräuterede versehen hatte, seither nur Entnahme und keine Düngung:
h.r.emers.jpg

Gruß, Helmut
 

Eynai

Member
Hallo,

Nass bedeutet im Anstau, das sieht so aus:
Anhang anzeigen 147104
das ist in Torf mit Perlite, das sollte so aussehen:
Anhang anzeigen 147105
durch das Perlite bleibt das Substrat locker, der Torf sollte nach Möglichkeit schwach zersetzt sein. Es gibt auch die Möglichkeit Torffreie Substrate zu verwenden, die sollten aber nicht auf Humus / Komposterde basieren.

Das hierläuft seit mindestens 5 Jahren, darin habe ich JBL Manado entsorgt, das ich mit zwei Hand voll Anzucht Kräuterede versehen hatte, seither nur Entnahme und keine Düngung:
Anhang anzeigen 147106

Gruß, Helmut
Trotz dass ich dachte, dass ich die Erde nass gehalten en habe, kriechen. Un Larven der Trauermücken durch den Boden. Diesen habe ich jetzt geflutet, ob das etwas bringt?

Meine Frage ist, ob diese Herausforderungen bei allen Nährböden besteht, also Soil, Erde und Co. und das ganze bei Substrate wie Sand, Kies, Lavagranulat, Blähton und Co. keine Rolle spielt.

In einem Wabikusa ist der Wasserstand ja immer bis Unterkante des Substrats, und wahrscheinlich ist da deshalb keine Gefahr?

Danke nochmal :)
 

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