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Postby Markus112L » 07 Feb 2012 19:53
Hallo Flowgrower,

ich beobachte seit mehreren Wochen in meinem Becken das Phänomen, dass der KH während der Woche von 3° auf 6°steigt.

Ich härte das Wechselwasser mit Duradrakon auf KH3 auf, ansonsten setze ich noch Magnesiumsulfat- Heptahydrat und Calciumsulfat- Hemihydrat ein, um die Mg- und Calciumkonzentration auf 10mg/L Mg / 30mg/L Ca einzustellen. Ansonsten benutzte ich als Dünger Spezial N (tgl.), EL Nitro (Stoßdüngung), EL Fosfo (Stoßdüngung) und AR Mikro Basic Eisenvolldünger.

Zunächst dachte ich, dass ich mich einmal bei der Eingabe im Nährstoffrechner vertan bzw. mich beim Duradrakon verrrechnet habe, passte aber alles. Die Dünger und Aufhärtesalze konnte ich ebenfalls als Ursache ausschließen und habe nur nichtaufhärtende Drachensteine im Becken.

Der Bodengrund(-aufbau) ist nun > 2 Jahre alt und besteht aus Deponitmix, Kies 2-4mm und als oberste Schicht Kies 1-2mm.
Und ich glaube da liegt der Hund begraben.
Mittlerweile ist der Boden ziemlich stark mit Mulm versetzt und ich glaube das der Boden jetzt allmälich das tut, was so mancher hier als unkontrollierbar bezeichnen würde.

Ist es möglich, dass durch "übermäßige" Denitrifikation im Bodengrund die KH in solchem Maße ansteigt wie bei mir im Becken oder glaubt ihr, es könnte eine andere Ursache geben ?
Hat einer schon ähnliche Beobachtungen gemacht und ist durch Ausschlußverfahren auf den Bodengrund als Ursache gestoßen?

Ich finde es schon sehr werkwürdig :sceptic:, insbesondere da das Becken echt stabil und algenfrei (außer wenige Fädchen Clado´s :keule: ) läuft.

Liebe Grüße
Markus
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Postby nik » 07 Feb 2012 21:02
Hallo Markus,

so gibt das erst mal nichts her, vielleicht fällt mir noch was ein. Im Zuge der Denitrifikation entsteht HNO3, die senkt die KH.

Gruß, Nik
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Postby Wuestenrose » 07 Feb 2012 21:09
Hallo,

nik wrote:Im Zuge der Denitrifikation entsteht HNO3, die senkt die KH.
Nein, salpetrige und Salpetersäure entstehen bei der Nitrifikation. Die Denitrifikation restauriert die bei der Nitrifikation "gefressene" KH wieder, genauso übrigens wie die Nitrataufnahme der Pflanzen.

Viele Grüße
Robert
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Postby Markus112L » 07 Feb 2012 22:12
Hallo ihr Beiden,

würdet ihr denn eine solche KH- Erhöhung in diesem Maße für möglich halten. Da scheint ja mittlerweile ein riesen Ungleichgewicht zwischen Nitrifikation zur Denitrifikation abzulaufen.

Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich da noch vernünftig entgegenwirken kann.

- Entweder ich Versuche die Mineralisation oder den Stickstoffeintrag zu erhöhen --> KH verringernd
- und/ oder weniger schnellwachsende Pflanzen/ weniger CO2. --> KH erhöhend

Das zweite wäre wohl für mein Becken mit gewollt vielen Pflanzen natürlich so ziemlich das Gegenteil von optimal und noch mehr Stickstoff "kann dann auch ins Auge gehen".

Bleibt wohl nur noch Bodengrundtausch? Oder fällt euch noch was ein?
Erstaunlich, wenn dieser Effekt ausschließlich durch Denitrifikation aufgrund übermäßigem Mulm in den tieferen Kiesschichten hervorgerufen wird.

Gruß
Markus
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Postby Wuestenrose » 07 Feb 2012 22:16
Hallo,

ich meine, nein. Da hat sich irgendwas aufgelöst, denke ich.

Viele Grüße
Robert
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Postby Markus112L » 07 Feb 2012 22:24
Hallo,

ich Danke Dir für Deine Einschätzung!

Dann werde ich mir wohl mittelfristig über ein Neuaufsetzen des Beckens mit anderem Bodengrund gedanken machen.


Schönen Abend noch

Gruß
Markus
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Postby Wuestenrose » 07 Feb 2012 22:29
Hallo Markus,

entnimm doch einfach mal eine Probe aus dem Bodengrund, setze sie mit demineralisiertem ("destilliertem") Wasser an und beobachte die Entwicklung der KH.

Ich will nicht gänzlich ausschließen, daß die Erhöhung der KH vielleicht doch der Denitrifikation geschuldet ist.

Viele Grüße
Robert
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Postby Markus112L » 07 Feb 2012 22:40
Hallo Robert,

das werde ich mal machen.

Beides spräche allerdings meiner Meinung nach für den Bodengrund als "Ursache":
- wenn sich was aufgelöst hat (da fällt mir -unter Berücksichtigung des Ausmaß der Erhöhung- auch nur die untere Schicht im Bodengrund ein)
- und/ oder die Denitrifikation

Ich werde berichten, wenn ich die Ergebnisse habe.

Bis dahin
Gruß
Markus
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Postby nik » 08 Feb 2012 07:58
Hallo zusammen,

Robert hat Recht, das müsste dann zum Einen mit einer Stickstoffdüngung in Nitratform und zum Anderen mit erhöhtem Nitratverbrauch einher gehen.

Wäre ja schön, aber ich befürchte, so wie vorgeschlagen mit dem Bodengrund in demineralisiertem Wasser, tun sich zwei Probleme auf: das zu erhaltende anaerobe Milieu für eine Denitrifikation und vermutlich tut sich auch nichts, wenn nicht noch Nitrat im Wasser ist.

Die andere Möglichkeit wäre dann die, dass der Bodengrund selbst die KH erhöhte. Das ließe sich direkt mit einer Säure herausfinden.

Markus, düngst du denn in einer Nitratform?

Kannst du den Stickstoffverbrauch verfolgen?

Gruß, Nik
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Postby Wuestenrose » 08 Feb 2012 08:48
Hallo,

ich wollte mit meiner Wasserprobe eigentlich nicht die Denitrifikation nachweisen, sondern die Aufhärtung durch Kiesbestandteile, die zu gering oder zu fein verteilt sind, um bei der Säureprobe aufzufallen.

Viele Grüße
Robert
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Postby Markus112L » 08 Feb 2012 18:07
Hallo Ihr,

nik wrote:Markus, düngst du denn in einer Nitratform?

Eeasy Life Nitro --> KNO3, wenn ich mich nicht irre. Das Wechselwasser wird wöchentlich auf 15mg/L aufgedüngt, bei mehr flippen bei mir die paar Clado´s aus :wink: Das ist aber ein anderes Thema

Mein täglicher Verbrauch liegt bei 2-2,5 mg/L NO3 täglich, wobei ich den täglichen Verbrauch über den AR Spezial N auffülle, also die "Ureaform" nehme.

Habe nun einige Tests gemacht bzw. angesetzt:

1. KH- Test von dem Wasser in der Wassersäule

Ergebnis: °KH 5,5

2. 5x Wasserproben aus dem Bodengrund (verschiedene Stellen und Tiefen). Da diese bräunlich trüb waren, habe ich zunächst alle Proben 1 Minute kräftig geschüttelt und die Trübung anschließend absetzen lassen.
Vom Überstand habe ich jeweils die KH gemessen (JBL Tröpfchentest)

Ergebnis: KH zwischen 8-13°, wobei zwei von ganz unten die höchsten Karbonhärten aufwiesen.

3. Den Mulm habe ich mehrfach gespült und mit Osmosewasser versetzt (Langzeittest)
Davon erhoffe ich mir nicht so viel, da fehlendes Nitrat -aber mal schaun.

4. Wie Robert vorgeschlagen hat, Kiesprobe entnommen und ebenfalls mehrfach mit Osmosewasser gespült und für den Langzeittest (So bis Sonntag!?) mit Osmosewasser versetzt. Ich bin gespannt.

Die Ergebnisse des zweiten Tests sind schon sehr interessant, wie ich finde.
Da geht was unten ab, was wahrscheinlich schon länger vor sich hinbrodelt.
Durch den Wasseraustausch zwischen dem Wasser im Kies zur Wassersäule und umgekehrt, wird sich der KH wohl im Laufe der Woche in der Wassersäule erhöhen. Oder was meint Ihr?

Viele Grüße
Markus
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Postby Markus112L » 09 Feb 2012 16:35
Hallo Flowgrower,

wollte mal im Bezug auf das hier beschriebene Problem fragen, ob bei ADA Soil (Größe: Multi Type+ Powder) bei längerer Standzeit des Beckens (>1-2 Jahre) das gleiche Problem auftreten kann (bzw. bei jemandem aufgetreten ist), nämlich das der Mulm in die Tiefe sickert und später Probleme machen kann? Oder dichtet das Soil aufgrund seiner Beschaffenheit eher ab, so das kein Mulm in die Tiefe eindringen kann?

Viele Grüße
Markus
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Postby Markus112L » 10 Feb 2012 17:16
Hallo Ihr,

habe jetzt schon Probe 3 (dem. Wasser mit Mulm) und Probe 4 (dem. Wasser mit Quarzkies) gemessen.

Ergebnis:

- Probe 3= KH 2
- Probe 4= bei KH 1

Der Quarzkies selbst scheint nicht aufzuhärten, mal sehen ob sich die nächsten Tage noch was tut.

Für mich hat sich hier nochmal bestätigt, dass Kies -in meinem Fall- scheinbar für längere Standzeiten (>2Jahre) ungeeignet ist.
Wie das bei Soil ist, wenns erst mal die KH- senkenden Eigenschaften verloren hat, wäre für mich immer noch ganz spannend zu wissen, da ich schon gerne ADA Soil oder BW Plant haben möchte.
-BW Plant, wenn eventuell bis dahin auf dem Markt (bzw. bei Aquasabi)-

Ich weiß, für die meisten hier stellt sich nicht diese Frage, weil sie viel öfter und in kürzeren Zeitabständen ein neues Layout hinzaubern. Vielleicht findet sich dennoch jemand, der über Soil bei längerer Laufzeit etwas schreiben kann/ möchte.

Viele Grüße
Markus
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Postby Julia » 14 Feb 2012 23:54
Hallo Markus,
ih hab jetzt nicht alles gelesen, aber kann es sein, dass in dem Kies nicht doch irgendwelche Kalksteinchen mit dabei sind? Im unteren, gröberen Teil vielleicht?
lg, Julia - Mein Aquarien Blog
http://wassergarten.wordpress.com/
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Postby Markus112L » 15 Feb 2012 20:06
Hi Julia,

kann ja sicherheitshalber nochmal eine Testung von der unteren (grobkörnigeren) Kiesschicht machen.
Meine getestete Kiesprobe hatte zwar nach mehreren Tagen die gleiche KH wie anfangs (bei 1°dKH), den Kies hatte ich allerdings von der oberen Schicht genommen. Es handelt sich bei dem Kies um Quarzkies, der ja eigentlich "neutral" sein soll :sceptic: .

Wenn es nicht an Kiesbestandteilen (Kalksteinchen) liegen sollte, dann kann es ja nur noch die Denitrifikation als mögliche Ursache sein oder vielleicht die Zersetzung von organischen Bestandteilen aus der untersten Bodenschicht (übrigens TetraPlant CompleteSubstrate, nicht DeponitMix wie oben geschrieben) -wenn sich dadurch überhaupt die KH erhöhen kann? :glaskugel:

Viele Grüße
Markus
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