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Postby Gast » 14 Jun 2013 00:35
Hallo,
Ich habe seit etwa einem Monat ein 30l Becken.
Geduengt wird ADA Step 1, Brighty K und ECA.
Das Becken wird mit einer LED Leiste von Daytime (40.2) beleuchtet.
Die Beleuchtungszeit beträgt 9Std.
Bisher lief alles bestens.
Nun habe ich das Gefühl das alles etwas stockt.
Das Becken ist sehr dic.ht bepflanzt. Fische sind nicht vorhanden.
Beim Messen der Wasserwerte stellte ich fest, dass Phosphat
Nicht vorhanden ist
Was emphiehlt ihr mir an zusätzlichen Dünger?
Nitrat liegt unterhalb von 20mg/l
Dank im voraus für Tipps und Infos!
Gast
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Postby bocap » 14 Jun 2013 07:16
Hallo Unbekannte(r), :wink:

um gezielt helfen zu können ist es wichtig, mal ein paar mehr Wasserwerte zu bekommen. Miss mal alles was du hast und stelle es samt ein oder zwei Fotos vom Becken hier ein.
Sicherlich bekommst du dann schnell Hilfe.

Bezüglich Phosphat gibt es hier sicherlich geteilte Meinungen ob mager oder fett. Kann sicher beides funktionieren. Ich dünge seit gut fünf Wochen im meinem Becken Phosphat ein mal die Woche auf stoß (0,4 mg/l), so dass es zwei, drei Tage nachweisbar ist. Ich bin mit meinem Pflanzenwuchse sehr zufrieden. Die Pflanzen sind in der lage sehr große Mengen an Phosphat zu speichern. Muß also meiner Meinung nach nicht immer nachweisbar sein.

Schönen Gruß
Sascha
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Postby Wuestenrose » 14 Jun 2013 08:15
Servus...

bocap wrote:Die Pflanzen sind in der lage sehr große Mengen an Phosphat zu speichern.

Das ist nicht richtig. Im Gegensatz zu Kalium, wo sich die Pflanze tatsächlich "Luxuskonsum" leistet, also Aufnahme über das benötigte Maß hinaus, nimmt die Pflanze bei Phosphat nur soviel auf, wie sie wirklich braucht.

Woher kommt dieses Märchen eigentlich?

Grüße
Robert
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Postby *AquaOlli* » 14 Jun 2013 08:37
Hi Robert,

autsch, das ist mir jetzt aber auch neu. Ich dachte auch immer das die Pflanzen Phosphat einlagern bzw speichern können, weil das hier und im WWW schon tausendfach behauptet wurde... :?
Bis dahin
Olli
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Postby bocap » 14 Jun 2013 08:48
Hi Robert,

Wuestenrose wrote:Woher kommt dieses Märchen eigentlich?

Ohne jetzt mit genauer Quellenangabe angeben zu können, bin ich mir jedoch ziemlich sicher, dass ich das in Krauses "Handuch Aquarienwasser" und auch in Diana Walstads "Das bepflanze Aquarium" gelesen habe.
Jedenfalls meckern meine Pflanzen nicht über das n.n. Phosphat und zeigen trotz Limitierung einen guten, gesunden Wuchs. :grow:

Gruß
Sascha
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Postby Wuestenrose » 14 Jun 2013 09:03
Servus...

Man sollte nicht alles unbesehen glauben, was irgendwo mal behauptet wird. Darauf gestoßen bin ich, weil ich an einer anderen Diskussion beteiligt war, in der es darum ging, ob zuviel Phosphat für Landpflanzen schädlich sei. Ist es nicht:

http://www.gartenbauvereine.org/download/pdf/LeitfadenDuengungGarten.pdf
Selbst ein deutliches Überangebot an P wirkt sich nicht negativ auf die Pflanzen aus.


Und http://www.lwk.lu/beratung/duengung/gd_naehrstoffe.php
Phosphor kann jedoch im Prinzip auf Vorrat gedüngt werden (Fruchtfolgedüngung), da es nicht ausgewaschen wird und anders als bei Kalium kein "Luxuskonsum" stattfindet.


Grüße
Robert

PS. Walstad ist sicher nicht die allererste Referenz, wenn es um solche Fragen geht. Die deutsche Übersetzung ist manchmal etwa sehr frei, stellenweise keine Übersetzung, sondern die Interpretation des Übersetzers. Dazu kommt, daß Walstad dazu neigt, Aussagen zu kreieren, die aus den Quellen, die sie anführt, so nicht hervorgehen, hier habe ich mal darauf hingewiesen.
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Postby *AquaOlli* » 14 Jun 2013 09:13
Hi,

Mal eben das Buch von Hans Krause aufgeschlagen, dort steht geschrieben...

[ZITAT ON]
Pflanzen nehmen das Phosphat (PO4³-) auch in Hydrogen- oder Dihydrogenform auf (HPO4²-, H2PO4-). Bereits 0,005 bis 0,02 mg/l Phosphat im Wasser genügen den meisten Pflanzen, denn sie können es intern bis zu 1000fach anreichern. Außerdem sind sie in der Lage, in Zeiten des Überangebotes einen Notvorrat an Phosphat zu speichern.
[ZITAT OFF
Bis dahin
Olli
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Postby Wuestenrose » 14 Jun 2013 09:30
Servus...

Krause ist Diplomingenieur, aber kein Pflanzenphysiologe. Da habe zu Angaben von Leuten, die mit Pflanzen Geld verdienen, also aus dem Erwerbsgartenbau kommen, deutlich mehr Vertrauen.

Grüße
Robert

PS. Jeder Stoff ist in der Pflanze angereichert, also in höherer Konzentration vorhanden als im umgebenden Medium. Mir fällt jetzt kein Stoff ein, bei dem es nicht so wäre. Das ist also kein Argument für eine angebliche Phosphatspereicherung.
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Postby bocap » 14 Jun 2013 10:03
Hallo Robert,

ich denke, dass Krause und Walstad schon renomierte und auch seriöse Quellen sind.
Ob und wenn ja in welchen Bereichen man die Nährstoffaufnahme und Verwertung von emersen Pflanzen mit denen von Submersen so vergleichen kann weiß ich nicht.

Gruß
Sascha
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Postby nik » 14 Jun 2013 10:20
Hallo Robert,

keine Ahnung wie du auf das schmale Brett kommst, aber da gehst du fehl. Es steht dir ebenfalls frei die Speicherfähigkeit submerser Pflanzen bezüglich Phosphat zu testen. Das lässt sich eindeutig an Pflanzen (in ungedüngtem Quarzsand, ohne Substratfilterung und ausschließlicher Wasserdüngung) mittels P-Stoßdüngung aufzeigen. Das Procedere ist immer gleich. Zugegebenes, reichliches Phosphat verschwindet in wenigen Tagen bis zur Nichtnachweisbarkeit, Pflanzen wachsen - und zeigen erst nach Wochen den typischen P-Mangel. Eine erneute P-Gabe lässt sofort die Schäden herauswachsen, das ist schon nach 2 Tagen gut zu sehen, und wieder ist für Wochen Ruhe. Übliche Zeiträume in jahrelanger Praxis zwischen den P-Gaben waren 4 Wochen. Das galt speziell für die zuerst beeinträchtigte Zeigerpflanze, seinerzeit eine M. pinnatum, andere können sich ungewiss länger aus ihren P-Speichern versorgen.

Das ist jahrelange Praxis, eindeutig, die eigene Praxis kann ich dir nur empfehlen. Du siehst das nicht, weil du reichlich Makros in den Sand steckst. Ich schildere das nur, zu diskutieren habe ich einfach nichts mehr.

An den anonymen TE, es wäre nett, wenn du dich mittels Namen ansprechen ließest. Anrede und Gruß fallen mir ebenfalls angenehm auf. ;)
Aus obigem ergibt sich, dass dein Problem ursächlich sicher nichts mit einem P-Mangel zu tun hat. Ich habe übrigens im FG noch nie ein Bild einer Pflanze mit P-Mangel gesehen! Allgemein wird hier reichlich P gedüngt.

Mit freundlichem Gruß
Nik
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Postby nik » 14 Jun 2013 11:12
Noch eine Ergänzung, das lässt sich natürlich nicht alleine an einer Speicherung eines Nährstoffes festmachen, die werden schon alle in der Pflanze angereichert. Es muss eine weitere Bedingung erfüllt sein, der Nährstoff muss in der Pflanze auch mobil sein um in die Wachstumsregionen verlagert werden zu können. Auf Phosphat trifft beides zu.

Gruß, Nik
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Postby Gast » 14 Jun 2013 11:55
Hallo,

vielen Dank für eure Rückmeldungen und der dazugehörigen Diskussion.

Im Anhang findet sich ein aktuelles Bild von einer Hydrocotyle cf. tripartita.
Wie man sieht, finden sich kleine Löcher an den einzelnen Blätter.
Dazu sind die Ränder leicht dunkel gefärbt. Auch finden sich vereinzelt Punktalgen darauf.
Auch sind einige Verzweigungen rötlich verfärbt.
Ich hoffe, dass man alles auf dem Bild erkennen kann.
Ich vermute hier einen Mangel an Phosphat. Aber vielleicht wisst ihr da mehr.
Weitere Werte sind:
PH 6,8
KH 3,0
GH 7,0
Nochmals Dank im voraus für Tipps und Infos!
Gruß Helmut

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Gast
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Postby nik » 14 Jun 2013 13:35
Hallo Helmut,

ich müsste verschiedenes nachfragen um das beurteilen zu können. Genau um das zu vermeiden wurde der Fragenkatalog Im Erste-Hilfe-Subforum erstellt. Der macht schon Sinn. ;)

Gruß, Nik
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Postby Gast » 14 Jun 2013 13:42
Hallo "Nik",

Dank Dir für deine Rückmeldung.
Ich muß ehrlich zugeben, dass mir das jetzt zu aufwendig ist. Sorry!
Wenn also die bisher von mir genannten Werte und Informationen nicht ausreichen,
dann muß ich an dieser Stelle passen.
Trotzdem Dank an alle für die rege Beteiligung und die für mich teils sehr
interessanten Informationen!

Gruß Helmut
Gast
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Postby Giftzwerch28 » 14 Jun 2013 20:00
Huhu!

Wie Sascha am Anfang schon schrieb, würde ich mir einen Phosphatdünger besorgen und diesen nach dem Wasserwechsel auf Stoß zufügen. Vielleicht dabei erstmal mit einer geringeren Dosis (bis max. 0,5mg/L) anfangen und schauen was nach 1-2 Wochen passiert und dann ggf. Anpassen.

Off Topic
nik wrote:Genau um das zu vermeiden wurde der Fragenkatalog Im Erste-Hilfe-Subforum erstellt
Laetacara dorsigera wrote:Ich muß ehrlich zugeben, dass mir das jetzt zu aufwendig ist
Ich muß gestehen, das ich mir lieber kurz gestellte Fragen durchlese und, wenn mir möglich, beantworte, als mir ewig lange Erste-Hilfe Threads durchzulesen, die scheinbar auch von vielen anderen gemieden werden und daher unbeantwortet bleiben :wink: .Vielleicht ließe sich dieser etwas kürzer Formulieren?



Gruß Alex
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