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Postby pk-aquaristik » 11 Sep 2019 08:42
Hallo in die Runde,

weil ich in meinem NanoCube nie Probleme damit gehabt habe, ist es bisher an mir vorbeigegangen, dass es keinen Sinn macht Phosphat und Eisen zur gleichen Zeit zu düngen.

Folgende Produkte verwende ich:
- Easy-Life FOSFO
- Aqua Rebell Mikro Basic Eisen

Seit ein paar Wochen dünge ich mein Aquarium täglich mit 2ml EasyLife Fosfo und 3ml AR Mikro Basic Eisen. Ich habe das Gefühl, dass meine Kahmhaut seit der stärkeren Düngung dieser beiden Nährstoffe (vorher waren diese kaum nachzuweisen) deutlich zugenommen hat. Kann es sein, dass vieles von meinem Eisen und Phosphat als FePO4 abgelagert wird und dies vielleicht die Hauptursache für meine Kahmhaut sein könnte? Kann das auch ein Grund sein, warum ich die letzten Reste Cyanos nur sehr schwer loswerde?

Ich würde ab sofort damit beginnen, Phosphat wöchentlich stoßzudüngen und beim Eisen bei der täglichen Dosierung bleiben. Bzgl. der Phosphat-Düngung habe ich unterschiedliches gelesen. Hierzu würde mich eure Meinung interessieren. Sollte nur so viel Phosphat stoßgedüngt werden, dass es am Ende der Woche nahezu vollständig verbraucht bzw. im Wasser kaum noch nachweisbar ist? Oder sollte Phosphat durchgängig immer nachweisbar sein? In der Vergangenheit hatte ich häufig Werte zwischen 0,3 - 0,8mg/l Phosphat in meinen Becken.

Beste Grüße
Patrick
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Postby Plantamaniac » 11 Sep 2019 09:01
Hei...bei mir ist es so, das die Eisenkahmhaut, von übermotivierten Düngeaktionen, über Nacht verschwindet, wenn ich Estimative Index dünge.
Normal ist das nicht notwendig, weil ich genug Tier in den Becken habe...
Aber es ist mir schon öfters aufgefallen, wenn ich dann dochmal mit der Eiflasche die Runde gedreht habe...

Hört sich so an, als ob Du auch zur Übertreibung neigen würdest...
Kommt bei mir nicht so oft vor, aus Zeitmangel und die Pflanzen wachsen trotzdem gut...
Ich glaub bei Dir wird es mal Zeit für einen Reset...
VG Monika
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Postby Kejoro » 11 Sep 2019 09:03
Hi Patrick,

ich bezweifle, dass es zu massiven FePO4-Ausfällungen kommt. Phosphat gibt es im Wasser eh kaum. Das liegt hauptsächlich als HPO42- und H2PO4- vor. Ist unter anderem ein pH-Puffersystem. Zudem gibt es im Wasser ein vom Redoxpotential abhängiges Verhältnis zwischen Fe(II) und Fe(III). Die unlöslichen Verbindungen gehen mit Fe(III) einher. Wenn du dir das zugehörige Pourbaix-Diagramm von Eisen ansiehst, weißt du, was ich meine. Eher rostet dir das Eisen weg, als dass es mit PO4 ausfällt und sich dieses anreichert.

Eine Kahmhaut ist eine mikrobiologische Erscheinung. Förderst du den Biofilm an den submersen Oberflächen, so kann dieser irgendwann den an der Grenzschicht Wasser/Luft auskonkurrieren.
Die Förderung dessen ist nicht ohne, bei jedem Aquarium eine individuelle Geschichte. Einen Einstieg in die Thematik findest Du hier.

Schöne Grüße
Kevin
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Postby pk-aquaristik » 11 Sep 2019 12:45
Hallo,

vielen Dank erstmal für euer schnelles Feedback.

@Monika
Ich glaub bei Dir wird es mal Zeit für einen Reset...

Hierbei würde ich dir grundsätzlich nicht widersprechen. Über die Wintermonate will ich evtl. mein 2. Aquarium, das 30l NanoCube durch ein Weißglas 60P Aquarium ersetzen. Mein 125l Aquarium, um welches es auch in diesem Thread geht könnte zwar ein Reset vertragen, aber ich will ihn aktuell nicht machen. Ich habe seit dieses Aquarium steht so viel Neues gelernt, dass ich natürlich darauf brenne, dass neu gewonnene Wissen auf ein neues Aquarium bzw. eine Neugestaltung anzuwenden und damit wieder neue Erfahrungen zu sammeln. Aktuell fühlen sich meine Fische aber durchaus wohl in diesem Aquarium und ich kann es ganz gut verwenden um daran zu lernen.
Hört sich so an, als ob Du auch zur Übertreibung neigen würdest...

Laut der Angabe von AR Mikro Basic Eisen, wird empfohlen für ein 125l Aquarium mit viel Licht und CO2 ca. 2,5ml pro Tag zu düngen (ist natürlich dennoch abhängig vom jeweiligen Aquarium). Ich hatte davor max. 2ml pro Tag gedüngt und erhebliche Mängel an manchen Pflanzen feststellen können. Gerade neue Blätter sind bei einigen Pflanzen recht kümmerlich gewachsen und hatten kein schönes Blattgrün. Seit ich mehr Eisen und Phosphat dünge, sehen die Pflanzen gesünder aus. Ich würde es eher als experimentieren/optimieren bezeichnen. In Übertreibung soll das nicht enden. Ich stelle gerade auch teilweise auf Stoßdüngung um, wo ich bisher täglich mit dem Tagesdünger durch die Wohnung gerannt bin. Evtl. sind die 3 ml pro Tag etwas zu viel. Ich kann es ja erstmal wieder auf 2,5 ml pro Tag reduzieren und beobachten ob dadurch wieder Mängel entstehen. In meinem Aquarium messe ich dennoch Werte von unter 0,1mg/l Fe. Nachweisbar ist es am Ende der Woche im Wasser, viel mehr aber auch nicht.

@Kevin
Eine Kahmhaut ist eine mikrobiologische Erscheinung. Förderst du den Biofilm an den submersen Oberflächen, so kann dieser irgendwann den an der Grenzschicht Wasser/Luft auskonkurrieren.
Die Förderung dessen ist nicht ohne, bei jedem Aquarium eine individuelle Geschichte. Einen Einstieg in die Thematik findest Du hier.

Den Beitrag von Nik kenne ich natürlich bereits. Falls ich die Tage die Zeit dazu finde, lese ich ihn mir trotzdem noch einmal durch. Aktuell habe ich meine Strömung verbessert und verwende nach dem Wasserwechsel SB/NO2. Heute kommt der eheim skim 350 an, mit dem ich vorübergehend die Kahmhaut absaugen werde, um den "guten" Bakterien "Raum" zu geben. Zstl. versuche ich gerade meine Nährstoffe anzupassen und diese auf einem einheitlichen, sinvollen Niveau zu etablieren. Das geht unter anderem aus diesem Thread und meinem Thread zum Ca:Mg:K-Verhältnis hervor. Das bietet mir gerade viel Raum zum Experimentieren und Lernen. Für weitere Vorschläge zur Verbesserung meiner Mikroflora bin ich dankbar. In meinem NanoCube läuft alles wunderbar und die Mikroflora funktioniert prima. Hier habe ich denselben Bodengrund verwendet. Ich sehe den großen Unterschied im HMF den ich im NanoCube verwende. Mit dem HMF findet die Filterung komplett innerhalb des Aquariums statt. Ich habe das Gefühl, dass ich mit dem NanoCube machen kann was ich will, ohne dass es mich gleich bestraft, weil die Mikroflora einfach super funktioniert.

Beste Grüße
Patrick
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Postby Wuestenrose » 11 Sep 2019 18:52
Hallo Kevin,

Kejoro wrote:Eine Kahmhaut ist eine mikrobiologische Erscheinung.

Arbeitshypothese: Die Bakterien laben sich an den Spaltprodukte des an der Wasseroberfläche photolytisch zerlegten Fe-EDTAs.


Grüße
Robert
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Postby Lixa » 12 Sep 2019 08:07
Hallo Patrick,

Ich bin kürzlich meine hartnäckige Kahmhaut losgeworden. Die Ursache war eine Verdichtung im Bodengrund nach 6 Jahren Standzeit. Da war einfach was faul.

Je nachdem wie lange das Becken schon steht lohnt es sich eventuell das zu überprüfen. Eine bakterielle Kahmhaut kann einfach viele Ursachen haben. Ich hatte angefangen mit den Hölzern und als es ohne die sich nicht besserte grub ich tiefer.... Und fand ein Problem :lol:

Viele Grüße und viel Erfolg

Alicia
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Postby Kejoro » 13 Sep 2019 09:03
Hallo Robert,
Arbeitshypothese: Die Bakterien laben sich an den Spaltprodukte des an der Wasseroberfläche photolytisch zerlegten Fe-EDTAs.
Möglich, aber eigentlich völlig egal :lol: Die Spaltprodukte dürfen nicht zur Kahmhaut führen. Ich hatte hier vor ein paar Monaten noch ein 12l Becken mit quasi nicht vorhandener Oberflächenbewegung stehen, da konnte ich auch die 10-fache Dosierung vom Volldünger reinkippen und es passierte nichts. Ob Kramerdrak oder Ferrdrakon war egal. Wie man das erreichen kann, wenn es nicht so dolle läuft... ^^
Rein der Interesse halber: Können die bekannten LEDs überhaupt Fe-EDTA zerlegen?
Mir fällt noch was auf: Der Mikro Basic Eisen hat hoffentlich kaum Fe-EDTA? Wie sieht es mit der Photolyse anderer Chelate aus?

Hi Patrick,
Ich habe das Gefühl, dass ich mit dem NanoCube machen kann was ich will, ohne dass es mich gleich bestraft, weil die Mikroflora einfach super funktioniert.
Ich würde einen Import versuchen^^ Das bietet sich an. Ich nehme auch an, dass in der Matte der größte Teil der Bakterien sitzen wird. Das begründe ich damit, dass in dem besagten 12l Becken eine temporäre Trübung über ein paar Tage auftrat, nachdem ich den Filterdurchfluss verdoppelt habe. Das war reproduzierbar. Das entfernen des Filterschwamms führte btw. zum gleichen Ergebnis.

Wenn du anderweitige Probleme, wie Alicia sie bspw. ausgeführt hat, ausschließen kannst und es sich nicht bessert, dann kannst du für den ersten Versuch mal MBSB + Wasser in eine Sprühflasche geben und das Gemisch 2-4x täglich auf der Oberfläche verteilen. Dazu sollte aber der Skimmer aus sein, sonst siehst du kein Ergebnis :pfeifen: Manchmal hilft das schon. Wenn das nicht klappt, muss man weitere Dinge versuchen, wie den Import.

Viel Erfolg
Kevin
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