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Postby Japanolli » 23 Dec 2010 16:48
Moin zusammen,

vorweg: ich habe Chemie abgewählt und eine "0" in dem Gebiet aber lernfähig ;-)

Ich benutze Osmosewasser, welches ich mit Duradrakon, CaSO4, MgSO4, KNO3 aufhärte und auf meine gewünschten Werte bringe.
Nun habe ich das abwiegen der einzelnen Zutaten aber satt und möchte mir gleich eine fertige Mischung machen.
Bei der Gelegenheit würde ich auch versuchen das Duradrakon durch Selbstmix zu ersetzen.

Ich habe jetzt zunächst alle Einzelkomponenten raus gesucht die ich evtl. benötige, deren molare Masse und die Zusammensetzung in %.
CaSO4, MgSO4, KCl, KNO3, Ca(NO3)2, Mg(NO3)2, CaCO3, MgCO3, NaHCO3

Erste Frage:
Der Nährstoffrechner hier hilft mir ja nur für Ca, Mg, NO3, K.
Wie berechne ich aber Sulfat, Chlorid...

Zweit Frage:
Nehmen wir mal KNO3.
Zusammensetzung:
K: 38,67%
N: 13,85%
O: 47,47%
K könnte ich einfach direkt berechnen, wären also 3,87 mg/l bei Zugabe von einem Gramm KNO3 auf 100 Liter. (Zeigt auch der Nährstoffrechner).
Wie komme ich jetzt aber auf den NO3 Wert?
Der Nährstoffrechner sagt 6,13 mg/l, das wäre ja einfach der Wert von Stickstoff und Sauerstoff addiert.
Allerdings heisst NO3 doch ein Teil Stickstoff, 3 Teile Sauerstoff, wenn ich mich nicht irre.
Das würde doch bedeuten 4,16 mg/l NO3 und der Rest von 5,92% Sauerstoff würde übrig bleiben.
Oder bin ich da völlig auf dem Holzweg?
Und welche Rolle spielt da die molekulare Masse?

Wer was von Chemie versteht, dem streuben sich jetzt wahrscheinlich die Nackenhaare ;-)

Wenn die Antworten zu komplex und zeitraubend sind, würde ich mich auch schon über entsprechende Links freuen, die mir weiter helfen.
Gruß
Olli

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Postby Japanolli » 25 Dec 2010 23:59
Keiner ne Idee?
Oder doch zu komplex?
Gruß
Olli

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Postby Tobias Coring » 26 Dec 2010 09:08
Hi Olli,

ich habe keine wirkliche Zeit da irgendwelche Berechnungen anzustellen.

Generell rechne ich mir immer die Prozentuale Menge der Nährstoffe über die molare Masse der einzelnen Elemente aus. Das kann man dann auch super in einer Exceldatei hinterlegen.

Grundsätzlich zu deinem Vorhaben mit Härtesalzen musst du aber die Beschaffenheit der Stoffe bedenken. Einige davon sind hygroskopisch, sprich die ziehen Feuchtigkeit aus der Luft und machen dann dein Härtesalz zu einem Klumpenhaufen oder noch schlimmer zu einer matschigen Suppe.

http://de.wikipedia.org/wiki/Hygroskopie

Du musst daher schon Stoffe wählen, die sich einfach aufbewahren lassen und auch nicht miteinander reagieren. Ich persönlich würde mich da an bestehende Rezepte halten und diese ggf. etwas abändern.
Z.B. besteht ja Seachem Equilibrium und die ganzen GH Booster aus CaSO4, MgSO4 und K2SO4. Da könnte man etwas Carbonat mit reinbringen, um die KH zu erhöhen und dann noch vielleicht KNO3.

Ebenfalls musst du die Struktur der Chemikalien beachten. Ob sie besonders kristallin sind usw. Wenn du kristalline Substanzen mit pulverähnlichen mischt, wirst du niemals die gleiche Menge bzw. die passende Menge per Messlöffel hinzufügen, da die größeren Partikel sich von den kleineren absetzen werden.
Daher nutzt z.B. Seachem kein Bittersalz in seinem GH Booster, sondern getrocknetes Magnesiumsulfat (<= viel teurer). Das getrocknete Magnesiumsulfat kann wieder etwas Wasser ziehen, weswegen das Equilibrium dann wieder etwas klumpen kann.

Also das eigentliche "Berechnen" ist eine Sache. Die Auswahl der Stoffe eine andere.
Herzliche Grüße aus Braunschweig,

Tobias

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Postby Japanolli » 26 Dec 2010 09:28
Moin Tobi,

danke Dir erstmal für die Infos!

Als "Vorbild" hatte ich an Duradrakon gedacht.
Wenig Sulfat, noch weniger Chlorid, allerdings mit mehr Ca und Mg und evtl KNO3 wenn möglich.
Über die Beschaffenheit habe ich auch schon nachgedacht, vor allem MgSO4 fällt da aus der Reihe.
Im Duradrakon ist ein großer Teil wahrscheinlich aus Carbonaten.

Muss mich wohl noch weiter belesen.
Vielleicht hilft hier aber noch jemand mit der Berechnung, sind ja ein paar Spezis unter uns ;-)
Fröhliche Weihnachten noch!
Gruß
Olli

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Postby Tobias Coring » 26 Dec 2010 09:58
Hi,

viel aus "Karbonaten" geht auch nicht so wirklich, da du dann SEHR viel an KH einbringst.

Bzgl. der Berechnung ein kleines Beispiel (KNO3)
*Periodensystem schnapp*

K = 39,098 Mol
N = 14,007 Mol
O = 15,999 Mol (3 mal)
---------------------------
Summe = 101,102

Jetzt mit der Molaren Masse von KNO3 überprüfen: 101,11 g·mol (stimmt ... mit kleinen Rundungsungenauigkeiten)

Nun wollen wir z.B. den NO3 Anteil von KNO3 berechnen: 62,004 (N + 3 * O) / 101,102 = ~0,613 => 61,3% NO3 in KNO3.

1 Gramm KNO3 in 100 Liter Wasser erhöhen somit den NO3 Gehalt um 6,13 mg/l.

Bei KNO3 bleibt ja kein "Sauerstoff" übrig. Der Sauerstoff ist ja mit dem Stickstoff zusammen zu betrachten. Ich kann deine Berechnung ad hoc nicht ganz nachvollziehen, dir jedoch versichern, dass meine Rechnung so stimmt ;). Analog kannst du alles mögliche so berechnen.
Herzliche Grüße aus Braunschweig,

Tobias

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Postby Japanolli » 26 Dec 2010 10:58
Danke Die nochmal Tobi,

damit werde ich schon was anfangen können.
Hatte mir nur die molare Gesamtmasse und die prozentuale Aufteilung der Einzelkomponenten rausgesucht.
Damit kann das ja nichts werden.
Ich werde nächste Woche mal etwas rumrechnen und schauen ob ich klar komme.
Gruß
Olli

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Postby DrZoidberg » 26 Dec 2010 15:46
Hallo Olli,
ich teste gerade Magnesiumcitrat als Ersatz für das Magnesiumsulfat. Ich hoffe auf einen positiven Effekt sowohl durch das Citrat als auch durch die Reduzierung des Sulfatanteils. Für dich wäre es möglicherweise interessant, da es pulvrig und nicht kristalin ist und auch nicht so wasserverliebt (hydrophyil) ist, wie das Bittersalz.
Gruß Christian :fish: :taucher: :fish:
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