Wohnzimmertauglicher Aquarienschrank (1,6-2m Sideboard)

moskal

Well-Known Member
Du hast vorher geschrieben, dass Aquarienmöbel Hersteller ungeeignetes Material verwenden und ich habe widersprochen. Was hat das mit DIY zu tun?
By the way : Runddübel ist stabiler als Flachduebel, Hat was mit dem Vorholz der Fraesungen zu tun.

Gruß Helmut
 

Lixa

Well-Known Member
Hallo,

Ich würde tatsächlich Eiche nehmen für ein Vollholzmöbel. Es ist langlebig hart und gut geölt sehr robust.

Viele Grüße

Alicia
 

omega

Well-Known Member
Hi,

das eingangs verlinkte Sideboard dient nur als Formbeispiel. Finde zumindest ich erheblich schicker als dedizierte Aquarienschränke. Welche Holzart es wird, ob massiv, geölt, gewachst, aus Multiplex echtholz- oder nachbildungfurniert, ist erstmal egal, nur keine Eiche rustikal im 70er-Jahre Look oder Nußbaum, eher etwas helleres, wärmeres wie Erle in Patchwork-Verleimung. Kann auch ein verkleidetes Stahlgestell sein. Es soll nicht vollflächig ein Aquarium drauf sondern zwei 60l Cubes. Maße 200cm lang, 70cm hoch, 50cm tief.

Bei Audena werde ich angesichts der gefundenen Erfahrungsberichte bestimmt nichts bestellen.

DeinSchrank.de finde ich bis auf die dickere Rückwand auch nicht nicht stabiler als IKEA METOD unter Arbeitsplatte. Im Arbeitszimmer habe ich hier eine 3,2m breite METOD-Küchenzeile mit Arbeitsplatte aus Eiche PV auf CAPITA-Beinen. Darauf sind wir zu zweit gesessen (70kg, 80kg) und sind im Takt hin und hergerobbt. Da hat sich nichts gerührt, ist allerdings an die Wand geschraubt, was das Sideboard nicht sein soll.

Danke für die Hinweise zu den eingelassenen Türen und Schubladen und dem Quellvermögen von Buche. Wenn das aber z.B. mit Osmo Topoil anständig eingelassen/versiegelt ist, sollte da nichts mehr aufquellen können, womit dann aber auch der Anfühlcharme des Holzes verloren geht. Was anderes ist wohl Winter/Sommer, also trockene/feuchte Luft. Der Rest der erwähnten Eichenarbeitsplatte liegt in der Küche auf dem Kühlschrank. Die krümmt sich im Winter ein wenig wannenförmig, also an den Seiten hoch, im Sommer ist sie plan.

Bzgl. Trägerrahmen und das Sideboard hineinstellen: ich will da schon ein Möbel stehen haben, das von außen 100% nach Sidebard aussieht und die erwartete Last mühelos abkann. Ein Rahmen drumrum möchte ich keinen haben.

Grüße, Markus
 

omega

Well-Known Member
Hi,

ich hab' nun vier Schreiner im Raum München angeschrieben, zwei haben wegen voller Auftragsbücher bzw. Corona abgesagt, einer nicht geantwortet und bei einem muß ich mit €5500-6000,- rechnen. Ist dieser Betrag für 180x50x70cm (LxBxH) realistisch? Ich kann das beim besten Willen nicht selbst einschätzen.
Ich bin daneben auch mit einem Aquarienbauer aus Kaiserslautern in Kontakt, der allerdings meint, z.Z. könne man wegen Corona kein Erlenholz auftreiben und hat stattdessen Eiche angeboten, die man in dem Farbton wie auf https://www.audena.de/sideboards/lineo (auf Erle PV konfiguriert) beizen könne. Ich sehe es allerdings kritisch, wie sich der Farbton langfristig verhält. Auch gibt sowohl stark kontrastreiche/strukturierte als auch sehr gleichmäßig aussehende Eiche, was ich hier an der Tischplatte (gleichmäßig, vom Holzzentrum Westend hier in München) und an der IKEA-Arbeitsplatte (stark strukturiert) hinter mir sehe, beides in Patchwork-Verleimung.
Was denkt Ihr?

Grüße, Markus
 
Zuletzt bearbeitet:

Roby

Well-Known Member
Hallo Markus,

5500,- is nach meinem Empfinden ein sehr großer Betrag. Mag ja durchaus sein, dass der Schreiner hier viel Arbeit und Qualität investiert. Aber 5500,- bleibt 5500,-.
Wenn du nicht 2 linke Hände hast setz auf DIY. Jeder bessere Holzfachhandel hat verschiedenste Möbelbauplatten im Programm und schneidet die auf exaktes Rechteckmaß.
Wenn du dich über die Holzverbindungen nicht drüber traust, dann bau ein Gestell aus ALU Profilen auch diese bekommst due exakt nach Maß abgelängt.
Das Alugestell verkleidest du dann mit Möbelbauplatten nach Wahl.

Planen kannst du das bestens mit der 3D SW Sketchup.
https://www.sketchup.com/de/plans-and-pricing/sketchup-free

Für die Türfronten könntest du immer noch einen prof. Tischler bemühen.

Hier am Beispiel meines 150er (ohne Alurahmen) :
AQ.PNG

Das Teil ist lediglich verschraubt (ca. 150 Stk. Torx), Die Verschraubung ist so platziert, dass diese unsichtbar ist (Schrauben von oben, unten und hinten, die vordere Verschraubung durch die Türen verdeckt).
Material ist hier 21mm Siebdruck, mit Schrauben ca. 250,- Materialkosten incl. Zuschnitt im Baumarkt.

LG Robert
 
Zuletzt bearbeitet:

omega

Well-Known Member
Hallo Robert,

ich möchte in erster Linie ein 1A (!) Sideboard. Daß es das geforderte Gewicht abkann, soll maximal an der Holzdicke erkennbar sein, auch wenn man Türen und Schubladen öffnet.
Auf Maß zugeschnittene Möbelbauplatten müßte ich erst noch per Oberfräse bearbeiten. Ansonsten könnte ich ja gleich dekorierten Presspan mit seinen unansehnlich und haptisch inakzeptablen scharfen Kanten und Ecken nehmen, also einen 08/15 Aquarienschrank.

Grüße, Markus
 

Roby

Well-Known Member
Auf Maß zugeschnittene Möbelbauplatten müßte ich erst noch per Oberfräse bearbeiten.
Hi Markus,

darum auch der Vorschlag den Korpus DIY und die Türen/Fronten vom Tischler.
Wenn du bereit bist die Länge des Sideboard anzupassen und dir z.B. dein verlinktes Linea oder ähnliches gefällt, dann nimm dieses wirf den Korpus weg und verwende die Fronten, Türen, Laden. Den Korpus machst du aus Multiplex Birke und beizt die Seitenteile nach Wunsch, oder du verleidest ihn komplett mit den Linea Teilen, dann hättest du auch die Seitenteile 1A.
Laden machen die Sache natürlich wiederum etwas komplizierter, brauchst du im Schrank keine Technik, Filter, etc.

Ohne Kompromiss landest du bei 5500,-
Wenn du einen Korpus baust und z.B. mit Linea verkleidest bist du bei 2000,- auch schon ein stolzer Preis.

LG Robert
 

Roby

Well-Known Member
Mir geht's nicht darum, ob die Kosten zu hoch sind
Hi Markus

Ob die 5500,- "gerechtfertigt" sind regelt einzig der Markt - wenn die Tischler ausgelastet sind ...
Es kann aber auch sein, dass diese Preise genannt werden um den Kunden abzuschrecken weil man lieber eine 30000,- Maßküche baut, und keine Zeit für eine Sideboard hat.
Um den Preis bau ich dir ein Sideboard mit 24K Echtgoldintarsien :D.
Jetzt hoffe ich mal, dass ich die Forums netiquette nicht wieder zu sehr strapaziert habe.

LG Robert
 

moskal

Well-Known Member
Hallo Robert,

Ob die 5500,- "gerechtfertigt" sind regelt einzig der Markt - wenn die Tischler ausgelastet sind ...
nein, das tut es nicht. Das hat was mit Anforderung, Materialpreisen, Lohn und Lohnnebenkosten zu tun.
Es kann aber auch sein, dass diese Preise genannt werden um den Kunden abzuschrecken weil man lieber eine 30000,- Maßküche baut, und keine Zeit für eine Sideboard hat.
kann es geben aber dies ist eine allgemeine Unterstellung. wenn man zu tun hat hat man zu tun und nennt dann eben einen Termin der zur Auftragslage passt und nicht einen Preis.
Um den Preis bau ich dir ein Sideboard mit 24K Echtgoldintarsien :D.
Ich kann Intarsien und Sideboard aber mit den genannten Parametern hier kann ich das nicht zu diesen Preis in Union.
Jetzt hoffe ich mal, dass ich die Forums netiquette nicht wieder zu sehr strapaziert habe.
Keine Sorge, das hat nichts mit dem Forum und Netiquette zu tun, das ist allgemein unverschämt.

Viele Grüße,

Helmut Moskalewski
Tischlermeister / Gestalter
 

Marco B.

Active Member
Hallo Markus,

ich kann Helmut nur zustimmen. Der Preis kann und sollte durchaus gerechtfertigt sein.
Was im Detail angefragt wurde, weiß ich nicht aber ich gehe davon aus, dass du dein Möbel in "Vollholz" und gewünschter Stabilität angefragt hast.
Das ist mit Massenware die aus Pressspanplatten mit billigen Beschichtungen und Plastikkanten ausgestattet ist, nicht vergleichbar.

mal die ein Grober Überblick was da in der Schreinerei eigentlich passiert:

  • individuelle Planung des Möbels nach deinen Wünschen (Entwurf mit Freigabe)
  • Materialeinkauf bei Auftrag
    • Vollholz in Möbelqualität (nicht billig, zugleich viel Verschnitt)
    • Furnier in Möbelqualität (nicht billig)
    • Trägerplatten auf die das Furnier aufgebarcht wird
    • Beschläge
    • Lack / Oberflächenbehandlung
  • Rohzuschnitt der Trägerplatten
  • Anleimer für die Platten (Massive Holzstäbe die später die Kanten der Platten ergeben)
  • Furnierarbeiten (die Platten werden beidsietig mit Echtholzfurnier verpresst. Dabei achtet der Schreiner auf Holzmaserung die optisch durchgängi ist, sprich die Maserung der Linken Türe läuft in der rechten weiter = Qualität)
  • Einbohren sämtlicher Verbinder und Beschläge in die Rohplatten
  • Oberflächenbehandlung in der Lackierung (aus meiner Sicht zwingend notwendig da Kontakt mit Wasser)
  • Zusammenbau des Möbels durch Fachpersonal in hoher Qualität
Wenn man sich die genannten Punkte ansieht merkt man schon, das hat mit einem IKEA Möbel von der Stange nichts mehr zu tun.
Damit geht auch einher, dass der Arbeitsaufwand für ein Einzelstück um längen höher ist als für Massenproduktion. Denn jeder Schritt benötigt individuelle Einstellungen auf den dafür benötigten Maschinen durch Fachpersonal.
Zumal auch Betriebskosten und Anschaffungskosten des dafür benötigten Maschinenparks zwangsweise auch anteilig im Preis vertreten sein müssen.

Bei individuellen Möbeln handelt es sich um pures Handwerk. Das kostet aber auch währt.
Zusammenfassend wäre meine Aussage also, der Preis um 5.000,00 € ist gerechtfertigt, wenn auf hohem Niveau verarbeitet wird. (wovon ich beim Tischler ausgehe)
 

aqua.now

New Member
Hi,

ich hab' nun vier Schreiner im Raum München angeschrieben, zwei haben wegen voller Auftragsbücher bzw. Corona abgesagt, einer nicht geantwortet und bei einem muß ich mit €5500-6000,- rechnen. Ist dieser Betrag für 180x50x70cm (LxBxH) realistisch? Ich kann das beim besten Willen nicht selbst einschätzen.
Ich bin daneben auch mit einem Aquarienbauer aus Kaiserslautern in Kontakt, der allerdings meint, z.Z. könne man wegen Corona kein Erlenholz auftreiben und hat stattdessen Eiche angeboten, die man in dem Farbton wie auf https://www.audena.de/sideboards/lineo (auf Erle PV konfiguriert) beizen könne. Ich sehe es allerdings kritisch, wie sich der Farbton langfristig verhält. Auch gibt sowohl stark kontrastreiche/strukturierte als auch sehr gleichmäßig aussehende Eiche, was ich hier an der Tischplatte (gleichmäßig, vom Holzzentrum Westend hier in München) und an der IKEA-Arbeitsplatte (stark strukturiert) hinter mir sehe, beides in Patchwork-Verleimung.
Was denkt Ihr?

Grüße, Markus

Hallo Markus,

kurz voweg geschickt, ich bin gelernter Schreiner und deswegen spricht mich das Thema natürlich sehr an;)
Die 5500-6000 Euro sind durchaus gerechtfertigt, da ich herrauslese das du ein Möbel in Vollholz angefragt hast.
Das ist natülich ein grosser aufwand in der Fertigung aber auch Planung, da du wie schon geschrieben hast das Schwind und Quellverhalten beachten musst. Dies muss in der Planung, spricht wie plane ich das Möbel das es quellen und schwinden kann, und dann aber auch in fer Fertigung, Stichwort Gratleiste.
Aus diesem Grund(Vollholz) ist die Planung sowie die Fertigung aufwendig. Holz auf eine Tiefe von 400mm quillt und schwindet grob ca. um 4mm über das Jahr gesehen! Dies kann man jedoch beachten und ein Meister dementsprechend berücksichtigen und fertigen.

Deine bedenken zu gebeizten Oberfläche würde ich nicht teilen. Gerade wenn das Möbel gebeizt ist verändert sich die Farbe bei einem UV-Beständigen Lack kaum, gerade weil in Räumen ja auch nicht so viel UV-Strahlung vorhanden. Aber gebeizte Eiche auf Erle, naja...
Deine Bedenken mit der Holzstrucktur sollte unbegründet sein. Du bekommst was du willst, von Schlicht bis hin zur astigen Eiche. Das ist kein Problem da meist die Leimholzplatten selbst hergestellt werden.

Aber das bringt mich zum nächsten Punkt:
Welches Material willst du?
Unbedigt Vollholz?
Oder reicht dir eine in Echt-Holz funierte Platte? Oder gar eine Kunstoffbeschichtete Spanplatte (gibt es auch mit Struktur, ziemlich na am Orginal)!

Meine Einschätzung nach wäre eine funierte Trägerplatte (egal ob Spanplatte, Stäbchenplatte, MDF,Multiplex für Deckplatte) das "günstigere" und vorallem auch besser für einen Aquarienunterschrank geeignet. Bei der verarbeitung durch einen Schreiner quellt da auch nix auf, wie man es bei günstigen Aquarienunterschränken ja schon fast gewohnt ist. Und vorallem arbeitet ein Plattenmaterial nicht und bleibt Formstabil.

Evtl wäre es also Interresant besagten Schreiner nach einer funierten Lösung, nicht Vollholz anzufragen.

MFG Michi
 

omega

Well-Known Member
Hallo Michi,

es freut mich sehr, daß jemand vom Fach sich detailierter zu diesem Thema äußert.
Vollholz muß nicht sein, wenn man Furnier nicht als solches erkennt. Aber was ist mit den Kanten und Ecken? Diese wären scharf oder müßten aus Vollholz sein (Leisten drangeklebt?) oder kann Furnier um die Kante gebogen werden? Daß Plattenmaterial nicht arbeitet, fände ich schon von Vorteil, habe ich in vergleichbarer Formulierung in meiner Anfrage auch erwähnt, aber wie sowas dann optisch wirkt, kann ich nicht abschätzen.
Lackiert soll keinesfalls werden.

Ist denn Vollholz so viel teurer? Bereitet Furnieren und das Formen und Anbringen von Vollholzkanten nicht Zusatzaufwand? Mir geht es nicht wirklich um die Kosten, wobei €6k schon happig sind, aber Handwerk und Material kosten nun mal. Optik und Haptik müssen stimmen, und Formstabilität, damit mir die Aquarien nicht reißen.

Dem Schreiner habe ich noch nicht geantwortet. Wollte mir erstmal allgemein einen Eindruck verschaffen. Ich kenne die Firmen und deren Leute ja nicht. Hier auf Flowgrow tummeln sich mehr und widersprechen auch, wenn nötig, hoffentlich.

Grüße, Markus
 

Marco B.

Active Member
Hallo,

Vollholz muß nicht sein, wenn man Furnier nicht als solches erkennt.
Furnierte Platten mit Holzanleimern erkennt der Laie im Normalfall nicht.
Denn der Anleimer wird zuerst an die Trägerplatte angeleimt und dann mit überfurniert. Wenn das Material bündig gearbeitet und die Kante leicht gebrochen wird siehst du das so gut wie nicht mehr.
Der einzige leicht erkennbare Unterschied liegt im Hirnholz. Dort hast du nicht wie bei Geschnittenem Vollholz das charakteristische Aussehen. (Geschnittene Jahresringe).
Jedoch werden Kanten die normal Hirnholz entsprechen müssten konstruktiv sehr selten bei "normaler" Betrachtungsweise eine Möbestücks zu sehen sein. Größte Wahrscheinlichkeit das zu sehen wäre eine geöffnete Schranktüre auf die du von oben auf die Kante schaust.

Von einer wirklichen Vollholzkonstruktion rate ich dir ab. Denn das kann gut und gerne noch teurer werden und du tust dir damit keinen gefallen. Holz ist ein lebendiger Werkstoff der auf Temperatur und Feuchtigkeit reagiert.
Ein wirklicher Vollholzmöbelbau benötigt noch weitere technische Rafinessen, auf die ich hier jetzt nicht weiter eingehen möchte, denn das führt sicherlich zu weit.

Den Faktor das Holz lebt verringert man deutlich bei der Arbeitsweise mit Furnier und Anleimern auf Trägerplatten. Das Trägermaterial im inneren bezeichnet man als tot. "Es arbeitet nicht mehr".
Ebene Flächen bleiben stehen und tendieren nicht dazu zu schüsseln.
 
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