Tipps und Hilfe für mein Garnelenbecken (Garnelensterben)

Lau.ra

New Member
Hallo Zusammen,

Ich muss noch einmal um eure Hilfe bitten. Ich habe ein ziemliches Problem mit meinem Garnelenbecken. Am besten erzähle ich die Story mal eben von vorne:

Anfang April habe ich mir einen 40Liter Nano Cube gebraucht gekauft. Das Becken war gut eingelaufen und besetzt mit Red Fire Garnelen. Ich hab das Becken dann mit Wasser und ohne Veränderungen mit zu mir genommen und aufgebaut. Allen Tieren ging es gut. Ich habe das Wasser langsam gewechselt, weil wir bei uns etwas andere Wasserwerte haben. Nach wie vor ging es allen Tieren gut.

So dann habe ich mir gedacht in dem Becken fehle eine feingliedrige Pflanze. Also habe ich mir eine Cabomba gekauft und diese 10 Tage gewässert. Die verheerenden Folgen solcher neuen Pflanzen kannte ich bisher nicht, da ich bisher nur Fische gepflegt habe. Also Pflanze rein und gefreut über den schönen Anblick. Das hielt aber nicht lange, denn 5 Minuten später zuckten die Garnelen durch das Wasser. Von Vergiftung hatte ich schon gehört und woher die kam war mehr als eindeutig. Also Pflanze nach 5 Minuten im Becken sofort rausgerissen, Wasser raus soviel wie eben möglich. Dann jeden Tag Wasserwechsel und Garnisafe. Geholfen hat es gar nichts mehr. Die Garnelen waren nach ein paar Tagen alle tot und das Becken voller Kieselalgen, weil durch die vielen Wasserwechsel alles aus dem Gleichgewicht geraten ist.

So dann habe ich natürlich erst mal keine neuen Tiere gekauft, sondern das Becken weiter laufen lassen und immer normal Wasser gewechselt. Als alles wieder im Gleichgewicht war, habe ich erst einmal mit fünf Endler Guppys wieder gestartet. Denen ging es super bis heute. Ich weiß zwar, dass Garnelen auf andere Stoffe reagieren als Fische, aber es hat mir etwas Sicherheit gegeben. Die Guppys waren dann auch einen Monat in meinem Becken drin. Seit der Katastrophe sind also fast 3 Monate vergangen.

Jetzt habe ich mich auf der sicheren Seite gwähnt und mir 15 neue Garnelen gekauft. Zunächst flitzen die auch durchs Wasser, versteckten sich dann aber bald recht viel. Ich habe dann beobachtet, dass meine Guppys Interesse an schwimmenden Garnelen haben. Sie haben Ihnen aber nicht wirklich nachgestellt. Trotzdem, ich wollte den Garnelen keinen Stress aussetzen und den Guppys gehts mit mehr Platz ja sowieso besser. Also habe ich diese erfolgreich in mein 350Liter Becken umgesetzt. Den Guppys ging es die ganze Zeit über super.

Die Garnelen benehmen sich aber immer noch nicht normal. Sie bewegen sich wenig und hocken oft ewig an einer Stelle. Zwei habe ich tot rausgefischt aus dem Becken. Ich sehe immer nur ca. 3 Garnelen auf einmal im Becken. Es gibt allerdings auch viele Versteckmöglichkeiten. Oft quetschen sie sich hinter den Filter. Ich fürchte, dass es schon viel mehr Ausfälle gibt, als ich sehen kann. Jedoch bin ich mir nicht sicher, ob sie doch nur erst mal ihre Zeit brauchen um sich an die neuen Gegebenheiten zu gewöhnen. Jetzt sind sie aber schon eine Woche im Becken.

Ich habe die Garnelen mit 3 Stunden umsetzen eingesetzt. Die alte Pflanze ist schon lange raus. Ich habe keinen Hund mit Flomittel und ich denke auch keine belasteten Rohre. Temperatur hat sich auch nicht schnell verändert und auch sonst nichts.

Werte sind wie folgt:

Temperatur 22 Grad
KH 9
GH 16
PH 7,6
Nitrat 10
Nitrit 0
Ammoniak 0
Kupfer 0
(gemessen mit Sera Tröpfchentest)

Ich bin mit meinem Latein am Ende... Ich weiß auch nicht ob die Variante Tiere raus und in Frischwasser sinnvoll ist. Ich meine immer, dass es vllt doch noch an einem anderen Faktor liegt. Fraglich ist auch ob es alles nicht noch schlimmer macht. Am zweiten Tag im Becken habe ich schon einige Exuvien gefunden. Wahrscheinlich angeregt durch das Umsetzen. Die toten Tiere hatten übrigens auch schon einen "Schlitz" im Rücken vom aufbrechen des Panzers.

Was würdet ihr an meiner Stelle noch machen? Ich weiß nicht wo die Ursache noch liegen könnte. Wo soll das Gift/Pestizide nach 3 Monaten denn noch sein?
Ich habe das ganze Internet nach Ursachen durchforstet und finde keine Lösung.

Viele Grüße, Laura
 

Joe Nail

Member
Re: Tipps und Hilfe für mein Garnelenbecken (Garnelensterben

Hallo Laura,

die neuen Garnelen sind auch Red Fire?

GH 16, KH 9 empfinde ich selbst für Neocaridinas als sehr hoch. Je nachdem auf welchen Wasserwerten die Garnelen vorher gehalten/gezogen wurden, kann das schon eine sehr extreme Umstellung sein und zu Häutungsproblemen führen. Der Schlitz am Rücken ist ein ganz klares Indiz für Häutungsprobleme.

Grundsätzlich empfehle ich bei Garnelen immer die Verwenden einer Umkehrosmoseanlage mit entsprechendem Aufsalzen danach. So bist du einfach auf der sicheren Seite bzgl. irgendwelchem Sch... der mal wieder durch die Wasserleitungen gepumpt wird und kannst deinen Tieren die perfekten Wasserwerte einstellen.

LG & viel Erfolg
Joe
 

Plantamaniac

Well-Known Member
Re: Tipps und Hilfe für mein Garnelenbecken (Garnelensterben

Hallo, wie bereits geschrieben kann es auch von einer Schockhäutung kommen.
Nach einer Häutung muß ja der neue Panzer für die nächste Häutung erst unter dem jetzigen wachsen.
Wird durch Schock eine Häutung ausgelöst und der ist noch nicht fertig, kann das tödlich enden.
Um bei krassen eigenen Wasserwerten die Sache abzumildern, kann man zb. ein 9 oder 20 Liter Faunabox-quarantänebecken bereithalten mit einem kleinen feinen Schwammfilter. Die Schwammfilterpatrone immer im Aquarium (Im Filter oder in einer Ecke) aufbewahren, dann kann man den blitzschnell in die Faunabox einbauen, die solange irgendwo trocken im Abstellraum oder so aufbewahrt weden kann.
Vorsicht..sowas mutiert dann gerne mal als Zweitbecken :lol:
Wenn man da anfällig ist, lieber wegräumen..wenn nicht, kann sie auch irgendwo stehen bleiben, wenn man Platz hat.
Auf jeden Fall bei neuen Garnelen oder auch Fische zuerst das Wasser messen. So kann man sehen, ob die Abweichung der Werte sehr hoch ist und ob der PH niedrig ist...(da läut man Gefahr, wenn man dann belüftet der PH steigt und aus ungefährlichem Ammonium in weichem Wasser, Amoniak wird...der ist sehr giftig.)
Dann die Garnelen/Fische mit ihrem Ursprungswasser in die Faunabox und darin dann über mehrere Stunden mit abgestandenem Wasser (Extra Gieskanne am Tag vorher befüllt) schluckweise auffüllen. Wenn die Werte sehr arg abweichen, kann man das ruhig über mehrere Tage machen. Nicht füttern, solange der Filter noch nicht läuft. Dann
langsam mit dem Wasser im Zielbecken austauschen. Wenn bereits Garnelen drin sind, sollte man das auch wegen Bakterienunverträglichkeit machen..vorher im Zielbecken WW machen um die Bakteriendichte zu reduzieren.
So bekommt man auch Garnelen/Fische mit sehr abweichenden Werten sicher nach einigen Tagen umgesetzt.
3 Stunden eingewöhnen ist in so einem Fall so gut wie nix.
So eine Faunabox ist echt Gold wert..auch wenn man einmal ein krankes Tier hat, läßt sich dort bequem immerwieder Wasserwechsel machen, zb. um Schwärmer von Ektoparasiten zu verdünnen oder auchmal Salz oder Huminstoffe zur Behandlung einzusetzen..meistens reicht es, einfach immerwieder die Bakteriendichte in der Faunabox durch WW zu senken um die Tiere zu heilen...Anschließend mit Wasserstoffperoxyd desinfizieren.

Die Gifte die zb. bei Importpflanzen angewand werden, richten sich gegen Wirbellose/ Insekten/Neozooen Und da können Spuren schon ausreichen um Garnelen umzunieten. Wobei ich das nach der Zeit und reichlich Wasserwechsel auch für unwarscheinlich halte. So Zeug baut sich auch oft ab.
Man könnte noch Wasseraufbereiter oder Zeolith /Easylife FFm versuchen. Die binden oft Giftstoffe..
Aber auch Huminstoffe knocken manche Gifte (Medikamente) aus.

Trauere mit Dir :shocked: , und wünsche Euch viel Glück, bei einem neuen Besatz.
Die Faunabox hat außerdem den Charme, das man auchmal ein Versuchskarnikel ins Becken setzen kann, ob es gut geht..ja...hört sich jetzt gemein an..aber liebernur Eine geht hops, statt alle :sceptic:
Chiao Moni
 

Lau.ra

New Member
Re: Tipps und Hilfe für mein Garnelenbecken (Garnelensterben

Hey Joe und Moni,

Danke für eure Antworten! Ja stimmt, ich habe gar nicht geschrieben welche Garnelen es sind :eek:ps: Also es sind Red Fire Garnelen bzw. Red Sakura. Die Garnelen habe ich von einer Privatperson, die sie auch auf Leitungswasser gehalten hat. Also eine Umstellung von Osmose auf Leitungswasser mussten sie nicht durchmachen. Ich muss sagen, dass ich mich extra für die Red Fire Garnelen entschieden habe, weil ich eigentlich auf Osmosewasser verzichten wollte. Ich kann mir vorstellen, dass sie sich in weicherem Wasser vielleicht wohler fühlen würden. Aber ob dieses Ausmaß alleine durch die Härte zustande kommt kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. Es handelt sich doch eigentlich um eine recht robuste Art im Vergleich zu anderen.

Andererseits kann es natürlich durch das Umsetzen gekommen sein und eine Fauna Box habe ich leider nicht zur Hand :( Jetzt wäre es ja auch sowieso schon zu spät. Für die Zukunft aber ein guter Tipp! Ich kann es mir sonst auch nicht wirklich anders erklären.

Ich habe inzwischen eine Bio Co2 Anlage installiert, da der CO2 Gehalt sowie sämtliche Nährstoffe bei unserem Wasser Fehlanzeige sind (Also nun schon seit 6 Wochen). Ich habe einen CO2 Dauertest im Becken und kontrolliere diesen auch permanent. Er ist jedoch immer Dunkelgrün und eine CO2 Vergiftung schließe ich deshalb auch eher aus. Da ich jedoch jedes Risiko ausschalten wollte, habe ich nach der ersten Nacht den Schlauch abgezogen um nachts die CO2 Anlage auszuschalten. Dann sind mir durch den Unterdruch nachts ca. 10 Liter unter meinen Laminat gelaufen... Ich habe also langsam auch den Papp auf. Ich würde aber alles versuchen um die Tiere zu retten.

Im Moment frage ich mich immer, ob ich noch etwas tun kann. Aber ich glaube je mehr ich da jetzt dran rumfummel, desto mehr stresse ich die Tiere. Das Wasser hat sich ja quasi selber gewechselt durch das Auslaufen :lol: Den Tag bevor die Tiere kamen habe ich auch schon gewechselt. Und die Guppy-Fangaktion war auch noch mal Stress. Ich bin nur immer versucht irgendwas zu tun.

Viele Grüße, Laura
 

Joe Nail

Member
Re: Tipps und Hilfe für mein Garnelenbecken (Garnelensterben

Hello again,

nur weil die Garnelen vorher auch auf Leitungswasser gehalten wurden, heißt das noch lange nichts. Die Werte aus der Leitung können je nach Herkunft und Wasserverteilsystem total unterschiedlich sein. Die Aussagekraft mit dem Leitungswasser ist also ohne die Werte genau bei 0,00. Fakt ist, dass deine Garnelen ein Häutungsproblem haben und das entsteht zu 90% aus falschen/unpassenden Wasserwerten und/oder der Umstellung darauf . Sorry, aber dass muss als Garnelenhalterin in deiner Vorstellungskraft einfach vorkommen.

Ehrlich gesagt finde ich es auch sehr fragwürdig, dass ihr euch beim Garnelenkauf nicht über die Wasserwerte unterhalten habt. Das sollte seitens Verkäufer und Abnehmer ein Basic sein.

Eine Osmoseanlage ist bei Neocaridinas sicherlich nicht unbedingt notwendig. Wenn du allerdings mal die Erfahrung gemacht hast, dass dein kompletter Stamm nach einem Wasserwechsel innerhalb weniger Stunden umkippt, weil irgend ein Dreck durch die Leitung gepumpt wurde und du aus dem Hahn dann einfach auch keine besseres Wasser bekommst, denkt man darüber nach. Das ist mir vor ein paar Jahren mal passiert, seither läuft alles über die Osmoseanlage und dieses Restrisiko ist weg. Bei einem 40l Becken ist der Aufwand dafür auch recht gering. Ich kann dir das nur empfehlen. Die Vorteile liegen aber auf der Hand.

LG Joe
 

Lau.ra

New Member
Re: Tipps und Hilfe für mein Garnelenbecken (Garnelensterben

Hey Joe,

Ja das mit den Wasserwerten wird mir auch sicherlich nicht noch einmal passieren! Ich habe schon nach den Wasserwerten gefragt und nur die Information bekommen sie würden nur auf Leitungswasser gehalten. Da werde ich beim nächsten mal sicher genauer Nachhaken. Mit einem langsamen Umgewöhnen bin ich davon ausgegangen, dass es für die Red Fire Garnele kein großes Problem ist. Auch hier hat sich mein Erfahrungsschatz nun erweitert. Ich habe wie gesagt in der Garnelenhaltung auch keine Erfahrung. Und beim Umsetzen lasse ich mir beim nächsten mal sicher mehr Zeit. Eine Faunabox ist sicher auch eine gute Sache. Es ist auch nicht so, als hätte ich mich nicht informiert. Red Fire Garnelen werden überall als einfach zu halten angepriesen und das Umsetzen soll bei ihnen innerhalb von 3 Stunden auch unproblematisch sein. Manche Erfahrungen muss man wohl leider selber machen. Jedoch habe ich meine Fehler nicht gemacht, weil ich nichts nachgelesen habe.

Es ist ein sehr trauriges Lehrgeld was ich nun bezahlen musste. Naja bisher ist das Kind ja noch nicht völlig in den Brunnen gefallen und es leben noch einige Garnelen. Ich hoffe das bleibt so. Bleibt ja nun nicht viel zu machen außer abzuwarten und zu hoffen.
Danke für euren Rat!

LG Laura
 
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