NaNO3 statt KNO3?

axelrodi

Member
Moin,
wollte mal wissen, ob irgendwas gegen die Verwendung von NaNO3 statt KNO3 als Nitratdünger spricht?
Habe bisher mit KNO3 Lösung gemäß PPS Pro gedüngt (ca. 6ml täglich bei 250l Beckenvolumen, andere Komponenten des Systems weggelassen), dazu ca. 5ml ProFito.

Jetzt geht die KNO3 Lösung zu Neige und bis Nachschub da ist, steht mir nur NaNO3 zur Verfügung.
Spricht irgendwas dagegen dieses (entsprechend der geringeren Atommasse des Na mit 51g/l eingewogen) als Nitratdünger zu verwenden?
Würde die K-Zugabe über den Volldünger ausreichen? Leitungswasser ist nach Versorgerangaben eher Kaliumarm (3mg/l),
ein entsprechender Test steht mir leider nicht zur Verfügung.

Grüße
Bastian
 

swizzle101

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Hallo Bastian

Bin mir ziemlich sicher, dass nichts dagegen spricht. Falls du schon genug Kalium im Becken hast, kannst du es ruhig mal mit dem Natriumsalz probieren.
 

swizzle101

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Da fällt mir gerade auf, dass das Ganze irgendwie zu einfach ist: so könnte man seinen NO3-Bedarf mit NaNO3 decken (und damit den Beschaffungsproblemen aus dem Weg gehen), dann mit K2SO4 dem System das notwendige Kalium zufügen. Wo ist der Haken?
 

Boby

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Der hacken auf dauer wäre eventuell bei den zu hohen Na konzentrationen - das Na wird ja nicht vebraucht, hebt aber den osmotischen druck und die leitfähigkeit an. ein paar mg/l Na sind eh immer vorhanden aber ob mehr davon immer noch gut toleriert wird von pflanzen, fischen usw??
Vielleicht wäre ammoniumnitrat eher die alternative?
Gruß
 

swizzle101

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Boby":3esqy9cz schrieb:
Der hacken auf dauer wäre eventuell bei den zu hohen Na konzentrationen - das Na wird ja nicht vebraucht, hebt aber den osmotischen druck und die leitfähigkeit an. ein paar mg/l Na sind eh immer vorhanden aber ob mehr davon immer noch gut toleriert wird von pflanzen, fischen usw??
Vielleicht wäre ammoniumnitrat eher die alternative?
Gruß


Ammonium wird zwar auch als Dünger hergenommen, aber gerade Anfänger sollten es vermeiden, da bei geringfügig zu hoher Dosierung schnell Algen ausbrechen können.
Bin kein Experte, aber ich dachte immer, dass K+ genauso wie Na+ von den Zellen als "Energiewährung" (Membrangradient) eingesetzt wird. Aber eben: dafür braucht es Natrium genauso wie Kalium. Ausserdem: Wenn du KNO3 anstelle von NaNO3 verwendest, änderst du den osmotischen Druck des Systems nicht, da ja gleich viel Na wie vorher K eingebracht wird. Ok, dann muss noch zusätzlich K2SO4 rein, aber ich glaube nicht dass du den Pflanzen durch die geringfügig höhere Ionendichte "die Suppe versalzt".

Freiwillige vor!! :lol:
 

Boby

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;)
Na ist essentiell für tiere, aber nicht für pflanzen - der natriumgehalt in den pflanzen ist vernachlässigbar. Und dann rechnerisch 1 mg nitrat von NaNO3 schleppt 0.4 mg Na mit. Bein angestrebten 10 ppm nitrat (stoßdüngung) sind das 4 ppm Na, das nicht verbraucht wird, dazu kommt dann die Na zugabe am nä tag usw. Und dann noch das zusätzliche sulfat als K2SO4 - irgendwie würde mir das nicht gefalllen.
Ich finde keine "grenzwerte" für Na in der pflanzenaquaristik, aber ich kann mir kaum vorstellen dass eine Na-anreicherung gar ohne auswirkungen bleibt. Wenn das doch so ist, dann habe ich natürlich unrecht. ICH würde kein NaNO3 verwenden, als überbrückung ist es dennoch denkbar (ich würds aber auch nicht ausprobieren :) ).
Gruß
 

swizzle101

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Boby":2612nnem schrieb:
;)
Na ist essentiell für tiere, aber nicht für pflanzen - der natriumgehalt in den pflanzen ist vernachlässigbar. Und dann rechnerisch 1 mg nitrat von NaNO3 schleppt 0.4 mg Na mit. Bein angestrebten 10 ppm nitrat (stoßdüngung) sind das 4 ppm Na, das nicht verbraucht wird, dazu kommt dann die Na zugabe am nä tag usw. Und dann noch das zusätzliche sulfat als K2SO4 - irgendwie würde mir das nicht gefalllen.

Das ist schon richtig, aber auch nicht dramatisch. Schau mal, wieviel Salz beim EI zugegeben wird. Davon brauchen die Pflanzen nur einen Bruchteil, der Rest wird über grosse wöchentliche Wasserwechsel reguliert. Ich glaube deshalb wirklich nicht, dass die Ionenstärke ein Problem darstellt.
NaNO3 (Chilesalpeter, Natronsalpeter) wird übrigens genauso wie KNO3 zur Düngung in der Landwirtschaft eingesetzt, so falsch kann der Gedanke also nicht sein.
Sulfat ist im Aquarium übrigens kein Problem, weder Fische noch Pflanzen stören sich daran. K2SO4 wird von vielen Aquarianern verwendet, um den K-Gehalt des Leitungswassers anzuheben.
 

Boby

Member
Richtig, EI oder was auch immer fügt viel salz hinzu, aber das meiste bis auf sulfat wird verbraucht, jetzt käme mehr sulfat + Na dazu.
Aber versuch macht kluch oder wie wars .. :). Vielleicht macht es wirklich nichts aus - ich bin halt etwas skeptisch, belegen kann ich allerdings nichts.
In der landwirtschaft wird so einiges verwendet - das kann mich aber nicht überzeugen dass x oder y in der aquaristik ohne weiteres auch verwendbar wäre.
 

axelrodi

Member
Ja, der Gedanke kam mir auch, werde es mal übergangsweise ausprobieren.
Danke erstmal für die Rückmeldungen ;-)


Boby":3087kx5h schrieb:
Vielleicht wäre ammoniumnitrat eher die alternative?

Gruß

Nee, lieber nicht, die Sauerstoffzehrung im Zuge möglicher Nitrifikationsprozesse und die Gefahr der Ammoniakbildung bei Ph-Wertanstieg (wenn z.B. CO2 Flasche leer) wäre mir da zu rikant
Grüße
 

nik

Moderator
Teammitglied
Hallo zusammen,

na ja, Ammoniumnitrat wird genauso schwer zu bekommen sein wie Kaliumnitrat.

@ Christian
habe ich im Aid gelesen. Was hältst du davon K2CO3 in HNO3 zugeben?

2 HNO3 + H2O +K2Co3 = 2 KNO3 + 2 H2O + CO2 ?

Gruß, Nik
 

Roger

Active Member
Hallo!

Alternative zum KNO3 kann man auch Calciumnitrat, Magnesiumnitrat oder wie bereits angesprochen Ammoniumnitrat benutzen.
Der Natriumzugabe beim NaNO3 würde ich auch eher skeptisch begegnen. :roll:
 

flo

Member
nik":10hhlsbo schrieb:
@ Christian
habe ich im Aid gelesen. Was hältst du davon K2CO3 in HNO3 zugeben?

2 HNO3 + H2O +K2Co3 = 2 KNO3 + 2 H2O + CO2 ?

Hi ,
wie willst du das denn machen ? Erstens brauchst du dazu Salpetersäure. Die ist aber genauso leicht oder schwer zu bekommen wie Kaliumnitrat. Und zweitens, wie willst du das Salz dann heraus bekommen aus der Salpetersäure ? Oder willst du solange zugeben, bis genug ausfällt, das dann durch Dekantieren gewinnen und dann von Säureresten reinigen ?!
Wenn du keine einfache Lösung hast bringt es wohl nichts?! :?:

Und letztens sehe ich gar nicht ein, KNO3 nicht mehr zum Düngen zu verwenden. 8)

Ist doch fürs Düngen wie geschaffen der Stoff.

Roger":10hhlsbo schrieb:
kann man auch Calciumnitrat, Magnesiumnitrat oder wie bereits angesprochen Ammoniumnitrat

Die Frage ist aber ja, was das bringt. Mit Ca... und Mg... erhöht man die GH und Ammoniumnitrat hat den Nachteil, dass man dann sehr viel Ammonium ins Becken einbringt. Außerdem ist Ammoniumnitrat auch nicht leichter zu bekommen als KNO3.



Gruß, Flo
 

Boby

Member
Hi Flo!
Wenn die die salpetersäure und das kaliumcarbonat äquimolar mischst, bekommst du eine lösung von KNO3 in wasser (und VIEL CO2).
Das kannst du direkt verwenden oder auskristallisieren lassen.
65 g HNO3 (dichte und konzentration sind da zu beachten) reagieren mit 69 g K2CO3; HNO3 bekommt man doch in jeder apotheke/chemieladen.
Gruß
 

flo

Member
Boby":2dhqrnfj schrieb:

Hi, stimmt da hast du Recht, wenn man es halbwegs genau abwiegen kann und die tatsächliche Konzentration kennt, geht das schon.

Ich finds aber etwas aufwendig, wenn man KNO3 auch so kaufen kann. Wieso sollte HNO3 denn einfacher zu bekommen sein ?KNO3 bekommt man auch in der Apotheke oder Internetshop.
Und auch Salpetersäure kann man ja zur Sprengstoffherstellung verwenden. Unverdächtiger ist man damit garantiert nicht.

Ich verstehe nicht, inwiefern das den Aufwand wert sein soll ?

Gruß, Flo
 

swizzle101

Member
Also ich bin jetzt nicht darüber informiert, ob (NH4)NO3 oder HNO3 einfacher zu beschaffen ist als KNO3. Aber wer an (NH4)NO3 rankommt, kann sich rauhe Mengen von KNO3 relativ einbfach selber synthetisieren. Vorteil am Syntheseweg mit Ammoniumnitrat ist das einfache Aufreinigen:


2 (NH4)NO3 + KCO3 --> 2 KNO3 + (NH4)2CO3
(NH4)2CO3 --> 2 NH3 + CO2 + H2O
Anleitung dazu gibts hier:

http://www.youtube.com/watch?v=V2DilWSoEdA

(Gehe davon aus, dass der Link nicht illegal ist. Falls nicht: nichts für Ungut und bitte löschen)

Sowas natürlich immer auf eigene Verantwortung und Gefahr.
All das ist aber immer noch umständlicher, als ein kleiner isolierter Feldversuch mit NaNO3. Vielleicht hat Tom Barr schon mal was Aehnliches versucht? ;-)

Gegen Ca(NO3)2 bzw Mg(NO3)2 spricht IMHO prinzipiell genausowenig wie gegen NaNO3. Giftig sind diese Stoffe für Pflanzen und Fische sicher nicht, man müsste nur mal ausrechnen, um wieviel die GH durch das eingebracht Mg/Ca steigt.
 

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