Moosbestimmung - ist das Fontinalis antipyretica ?

Zeltinger70

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Hallo,

kann mir jemand bei der Moosbestimmung helfen?
Ist das Fontinalis antipyretica ?
Wäre sehr nett.

Wenn noch Detail-Fotos oder andere Daten benötigt werden, liefere ich sie gerne nach.

Danke Euch!

Gruß Wolfgang
 

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Heiko Muth (Sumpfheini)

Aquasabi Mitarbeiter
Teammitglied
Hallo Wolfgang,

in diesem Moosbestimmungsthread von Dir ging es sehr wahrscheinlich um das gleiche Moos: Leptodictyum riparium (die einheimische Form, die anders als das "Stringy" ist):
moose-amp-farne/moos-aus-bach-bitte-mithilfe-bei-bestimmung-t2667.html
Hier hatte ich das auch schon mal vorgestellt (Aussehen sehr von den Wachstumsbedingungen abhängig): http://www.aquaristiknet.de/thread.php? ... 9b75d8645c
Kannst Du Näheres zur Herkunft des Mooses sagen?

Im Thread oben habe ich schon einige Merkmale genannt - falls Du eine starke Lupe oder ähnliches hast, kannst Du sie nachprüfen:
-Fontinalis: Blätter oft in der Mitte gefaltet, aber immer ohne Mittelrippe. In 3 Längsreihen (= dreizeilig) am Stämmchen angeordnet.
-Leptodictyum und viele verwandte Arten: Blätter mit Mittelrippe, die aber bei Leptodictyum nicht bis in die Spitze reicht. Keine dreizeilige Blattanordnung zu erkennen.

EDIT: Es gibt noch andere ähnliche Wassermoos-Arten (z.B. Gattungen Amblystegium und Hygroamblystegium). Genaueres geht fast nur mit Mikroskop + Bestimmungsbuch.

Gruß
Heiko
 

Zeltinger70

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Hallo Heiko,

erstmal danke für Deine Geduld mit mir und Dein Gedächtnis was meine Threats betrifft,
ich konnte ihn nicht wiederfinden. :oops:

Ich bin guter Dinge die Tage ein Mikroskop geliehen zu bekommen,
dann hoffe ich mehr erkennen zu können.

Der Fundort ist das Flüsschen (sächs. Saale) der unweit von meinem Wohnhaus fließt, der Fundort war ein Abzweig nahe einem Wehr. Dort fließt das Wasser sehr langsam in Randbereich. Es wuchs komplett untergetaucht, ich entdeckte es nur weil ich mich für die kleinen Fische interessierte ...
Der Fundort ist Luflinie etwa 800 m vom Fundort des Mooses aus dem alten Threat entfernt.

Diesmal fand ich zwei knapp handtellergroße Granitsteine die mit ihm bewachsen sind.

Morgen werde ich das Moos auf zwei Aquarien verteilen und hoffen dass es diesmal wächst und gedeiht.

Gruß Wolfgang
 

Heiko Muth (Sumpfheini)

Aquasabi Mitarbeiter
Teammitglied
Hallo Wolfgang,

ok, der Standort würde auch gut zu Leptodictyum riparium passen. Das ist überhaupt das vielleicht häufigste Wassermoos im Ufer- und Flachwasserbereich von vielen Gewässern (wenn auch in Aquarienliteratur am häufigsten Fontinalis antipyretica genannt wird, wenn es um heimische Wassermoose geht).
Die Bestimmungsmerkmale sind oft ziemlich vage, z.B. wenn es darum geht, wie deutlich die so genannte Blattflügelzellgruppe differenziert ist.. :roll:
Hier ab S. 89 ist ein Bestimmungsschlüssel für Moose von kalkreichen und ab S. 96 einer für Moose von kalkarmen Fließgewässern:
http://www.mugv.brandenburg.de/cms/medi ... stimme.pdf
Zeichnungen von heimischen Wasserpflanzen einschl. Moosen in pdf's auf dieser Seite:
http://www.mugv.brandenburg.de/cms/deta ... .416666.de

Gruß
Heiko
 

Zeltinger70

Active Member
Hallo Heiko,

danke für die Links,
die PDFs habe ich heruntergeladen.
Mal sehen was ich alles drucke. :wink:

Ein Mikroskop habe ich beschafft,
leider ist es für meine Zwecke anscheinend nicht geeignet,
die kleinste Vergrößerung ist 300fach (anscheinend ist es für Kinder gedacht).
Ich werde mich mal nach einem anderen umsehen.

Dafür habe ich wieder ein anderes Moos in einem Waldbach gefunden,
ich suche gerade selbst was es sein könnte.
Möchte Dich nicht schon wieder beanspruchen. *g*

Solltest Du Dich jedoch nicht zurückhalten können, stelle ich gerne Fotos ein.

Gruß Wolfgang
 

Heiko Muth (Sumpfheini)

Aquasabi Mitarbeiter
Teammitglied
Hallo Wolfgang,

ok; mit der 300x Vergrößerung geht es vielleicht auch. Zu Leptodictyum kommt man im Schlüssel u.a., wenn die komische Blattflügelzellgruppe (also die Zellen in den Blatt-Ecken an der Basis) kaum differenziert ist, das müsste bei der Vergr. zu erkennen sein.

Anderes Waldbachmoos: kann mich nicht zurückhalten :wink:

Gruß
Heiko
 

Zeltinger70

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Hi Heiko,

ich hoffte auf diese Antwort bezüglich des neuen Fundes. :D

Leider bin ich heute zu nichts gekommen ..., die Tage besorge ich mir neue Druckerpatronen dann drucke ich erstmal die PDFs.
Die Sucherei am Monitor macht mich noch ganz närrisch.

Das Moos auf nachfolgenden Fotos fand ich in einem kleinen, an dieser Stelle schnellfließenden Waldbach, submers auf einem Stein fest verwachsen, es war komplett untergetaucht etwa 5 cm tief, obwohl das Bächlein für diese Jahreszeit sehr wenig Wasser führt.
Der Bach ist nahezu den ganzen Tag durch die umgebenden Nadelbäume beschattet.
Komischerweise konnte ich an der Fundstelle direkt am Bachufer keine weiteren Moose finden, ich dachte nämlich zuerst es wäre ggf. emers gewachsen und nur überspült worden. Jedoch fällt die Höhe des Wasserstandes in dem Bächchen seit drei Wochen zwecks mangelnder Niederschläge immer mehr.

Gruß Wolfgang
 

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Heiko Muth (Sumpfheini)

Aquasabi Mitarbeiter
Teammitglied
Hi Wolfgang,

jetzt hast Du wirklich Fontinalis antipyretica erwischt :top:
Auf den Fotos sieht man schön die mittig gefalteten und gekielten Blätter. Die Sprosse sehen dadurch und durch die dreizeilige Blattanordnung im Querschnitt dreikantig aus.
Komischerweise konnte ich an der Fundstelle direkt am Bachufer keine weiteren Moose finden, ich dachte nämlich zuerst es wäre ggf. emers gewachsen und nur überspült worden. Jedoch fällt die Höhe des Wasserstandes in dem Bächchen seit drei Wochen zwecks mangelnder Niederschläge immer mehr.
Anscheinend verträgt Quellmoos gelegentliches Trockenfallen, wenn es auch keine richtige Landform bildet. Hier in Gö. gibt es einen sehr kalkigen Bach (die Lutter), der oft lange trocken liegt. Aber wenn er mal eine Weile Wasser führt, entwickeln sich viel Fontinalis u. andere Wassermoose.

Gruß
Heiko
 

Zeltinger70

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Hallo Heiko,

danke Dir!
Ich habe mich schon nicht mehr getraut.
Was mich etwas überraschte war es sieht fett, richtig gut genährt aus,
hätte ich so aufgrund der Quellen im Netz nicht erwartet.

Gruß Wolfgang
 

Heiko Muth (Sumpfheini)

Aquasabi Mitarbeiter
Teammitglied
Hallo Wolfgang,

wo ich bisher Fontinalis in der Natur gesehen habe, waren es immer kräftige, dunkelgrüne Pflanzen. Die Art ist offb. sehr anpassungsfähig. Früher galt sie wohl als Zeiger für hohe Wasserqualität, aber sie kommt auch in ziemlich eutrophen Gewässern vor.

Gruß
Heiko
 

Zeltinger70

Active Member
Hallo Heiko,

daran wird es wohl liegen,
als ich heute die Triebe sortierte,
sah ich dass die unteren Triebe an ihren Enden
komplett braun waren.
Nun habe ich alles an eine schwarze Filtermatte gesteckt
und im AQ halbsonnig untergebracht.

Ich hoffe es wird was, dann berichte ich.
Lasse ich also nichts mehr lesen lief es schlecht. *g*

Gruß Wolfgang
 

Heiko Muth (Sumpfheini)

Aquasabi Mitarbeiter
Teammitglied
Hallo Wolfgang,

ok, mal schau'n; es scheint auch von der jeweiligen Fontinalis-Population abzuhängen, wie gut sie sich im Aq. machen. Hatte mal welches aus einem Bach, das Deinem ähnlich sah und im mäßig warmen Aq. (über 22°C) ziemlich mickerte. Zur Zeit wachsen bei mir 2 Formen gut im Aq., aus einem größeren See u. einem beschatteten Tongrubensee. Die letztere hatte ich mal als F. antipyretica var. gigantea bestimmt (siehe Datenbankeintrag), hat abgespreizte Blätter und verzweigt sich stark. Ist inzwischen u.a. als "Giant Willow Moss" in Umlauf.

Gruß
Heiko
 

Zeltinger70

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Hallo Heiko,

kannst Du Dich erinnern wie lange es dauerte bis es am Fontinalis antipyretica var. gigantea erste Anzeichen gab dass es nicht aquariengeeignet ist?

Momentan bin ich guter Dinge, ich glaube neue Triebe erkennen zu können.
Habe nun mal Detail-Fotos gemacht damit ich später genau vergleichen kann.

Gruß Wolfgang
 

Heiko Muth (Sumpfheini)

Aquasabi Mitarbeiter
Teammitglied
Hallo Wolfgang,
kannst Du Dich erinnern wie lange es dauerte bis es am Fontinalis antipyretica var. gigantea erste Anzeichen gab dass es nicht aquariengeeignet ist?
Gerade die var. gigantea aus dem Tongrubensee finde ich sehr gut geeignet - wenn ich mich richtig erinnere, habe ich sie seit 1997 - das war zunächst in rel. hartem Berliner Leitungswasser. Falls Du das ersterwähnte aus einem Bach meinst - das trieb zwar im Aq. langsam weiter, aber wuchs insgesamt schlechter als die var. gigantea im gleichen Becken und veralgte stark, die Neutriebe waren ziemlich dünn, irgendwann schmiss ich es raus. Vielleicht wäre es in einem richtigen Kaltwasserbecken mit Strömung besser gewachsen. Ab wann ich es merkte, kann ich schlecht sagen. Bei der var. gigantea jedenfalls merkte ich schon in den ersten Wochen nach dem Sammeln, dass sie im Aq. sehr gut weitertreibt. Bei relativ starker Beleuchtung kam es aber schnell zum Absterben von Triebspitzen bei ausbleibender CO2-Düngung. Zur Zeit wächst es gleichmäßig unter "Low tech"-Bedingungen bei Schwachlicht, ohne CO2-Zugabe.

Gruß
Heiko
 

Zeltinger70

Active Member
Hallo Heiko,

danke für die Auskunft.

In meinem (neu eingerichteten) 54er mit Standardbeleuchtung, ohne CO2 scheint es ihm gut zu gehen,
was ich zum jetzigen Zeitpunkt beurteilen kann.
Außer etwas Kalium wird nichts gedüngt.
Die im Set enthalten 15 W LSR kommt mir recht finster vor, Name: Sun-Glo.
Jedoch machen sich auch die (Bei)Pflanzen recht ordentlich, Hemiantus, Ludwigia Palsustris, Wasserpest und Seegrasblättriges Trugkölbchen.

Gruß Wolfgang
 

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