Mischbettharz MB 400 und Cyanos

p'stone

Member
Hallo zusammen,

ich habe letztens beim Googlen einige Beiträge gesehen , die das Mischbettharz MB 400 in Zusammenhang mit Cyanobakterien und auch Kieselalgen bringen. (Z. B. in einem Meerwasser Forum)
In meinem großen Becken, welches ich mit VE Wasser betreibe, habe ich immer mal wieder mit Cyanobelägen auf dem Sand zu kämpfen. Sieht sehr unschön aus. In meinen Leitungswasserbecken kenne ich solche Erscheinungen nicht.
Da bin ich natürlich gleich hellhörig geworden, da ich bisher das MB 400 benutze.

Hat hier wer ähnliche Erfahrungen gemacht?

Welches Mischbettharz benutzt Ihr?

Hat wer Erfahrung mit dem PMB 101-3 ?

Viele Grüße
Thomas
 

kurt

Well-Known Member
Hallo zusammen,

ich habe letztens beim Googlen einige Beiträge gesehen , die das Mischbettharz MB 400 in Zusammenhang mit Cyanobakterien und auch Kieselalgen bringen. (Z. B. in einem Meerwasser Forum)

@Thomas,
MB 400 ist ein Mischbettharz mit stark sauren Kationen und stark basische Anionenharzen.
Regeneriert nicht erschöpft, das Ergebnis ist ein Wasser mit einer Leitfähigkeit unter 1 Mikrosiemens (μS).
Wenn es zu Problemen kommt, liegt das nicht am Mischbettharz.
Ursache zu suchen ist in nicht passenden Wasserwerten durch falsche Düngung /Wasserbelastung, es kommt zu Ungleichgewicht von Mikroflora-Fauna,Biofilm.
 

p'stone

Member
Hallo,

danke für Eure Antworten.:)
Hat mich ja selber gewundert.
Ich nutze das Harz bis max. 10 Mikrosiemens. Möglicherweise löst sich ja Silikat zurück, wenn das Harz erschöpft ist.

Gruß Thomas
 

Andreas5

Member
Hallo Thomas,
so ist es. Sobald der Leitwert steigt wird als erstes Silikat abgegeben, nicht nur durchgelassen. Alles was an Silikat gebunden war, hast Du dann in Deinem Wasser. Kannst ja mal spaßeshalber Silikat messen, Du wirst erschrecken
 

nik

Moderator
Teammitglied
Moin zusammen,

würde mich auch interessieren! Nach meinem Kenntnisstand erschöpft sich ein Mischbettharz für verschiedene Kationen/Anionen unterschiedlich schnell. Das ist für Silikat recht früh der Fall. Wenn das für ein Kation/Anion soweit ist, springt die Leitfähigkeit in Stufen, nicht kontinuierlich. Andreas, das was du beschreibst würde bedeuten, dass nach der Erschöpfung eine Verdrängung des gebundenen Siliziums durch andere Kationen erfolgte. Das würde mich überraschen!

Gruß Nik
 

Saartan

Active Member
dass nach der Erschöpfung eine Verdrängung des gebundenen Siliziums durch andere Kationen erfolgte. Das würde mich überraschen!
mich nicht.

Die Funktion eines Ionentauschers beruht auf der Tatsache, dass verschiedene Ionen nur eine sehr schwache Bindung eingehen,
andere dagegen eine stärkere. Dadurch werden die Ionen "Getauscht", d.h. diejenigen mit der schwachen Bindung lösen sich,
und diejenigen mit der Starken Bindung nehmen ihren Platz im Harz ein.
Dass die Aufnahmefähigkeit von Silikat recht früh erschöpft ist, legt nahe, dass das Silikat eine schwächere Bindung eingeht, und
daher weniger andere Ionen verdrängen kann. Stattdessen wird es selbst von stärker bindenden Ionen verdrängt.
 

Andreas5

Member
Hallo,

in der Meerwasseraquaristik scheut man Silikat über alles. Von dort her weiß ich, das man sofort bei Ansteigen der Leitfähigkeit das Harz tauscht.

Ich komme aus der Diskusszene, da ist das nicht ganz so wild, aber ich habe selbst erlebt, das ich bei einer Leitfähigkeit von 5µS/cm einen Silikatgehalt außerhalb des Messbereichs der JBL-Tropfen hatte. Der Wasseraufbereitungsbetrieb, von dem ich das Harz hatte, erklärte mir, dass das mit der Selektivitätsreihenfolge des MB-Harzes zusammenhängt. Wenn das Harz erschöpft ist, also die Leitfähigkeit steigt, dann wird das vorher aufgenommene Silikat „abgeworfen" und dann hat man im schlechtesten Falle mehr Silikat im Wasser als im Leitungswasser.

Ich hatte immer mal Probleme mit braunen Belägen, seitdem ich peinlich auf Silikat Null achte habe ich absolute Ruhe. Momentan betreibe ich eine abgespeckte AWAB, da stört mich das gar nicht mehr, aber zuvor habe ich bei 2µS/cm Leitfähigkeit das Harz getauscht.

Soweit zumindest meine Erfahrungen.
 

p'stone

Member
Hallo zusammen,

dann scheint ja doch was dran zu sein.
Ich werde erstmal das Harz sofort tauschen , wenn die Leitfähigkeit nicht mehr Null ist .
Mal gucken, ob sich was ändert.
Ich bin gerade eh am überlegen , die Wasseraufbereitung zu ändern.
Momentan nutze ich nur Mischbettharz in einer 3 Liter Säule.
Bei der Umkehrosmose stört mich das viele Abwasser.
Bei der Harzaufbereitung fällt allerdings einiges an (Mikro-)Müll an und günstig ist sie auch nicht unbedingt, vor allem, wenn ich das Harz noch früher tausche.

Viele Grüße
Thomas
 

Saartan

Active Member

moskal

Well-Known Member
Hallo Thomas,

mach bitte einen Versuch, du musst dir nichts kaufen, es besteht keine Gefahr, daß irgend was aus dem Ruder Läuft: Lass dein Aquarium Wechselwasser nicht in den Gully oder zu den Blumen, sondern filtere es mit dem Harz. Da kommen die gleichen 0µS/cm wie bei Leitungswasser raus, nur hat das Harz wesentlich weniger Ionen getauscht wie beim Leitungswasser. Damit hält das Harz viel länger, die Standzeit richtet sich nicht nach Liter sondern nach der Masse an Ionen die getauscht werden. Das sind im Aquariumwasser sehr viel weniger wie aus der Leitung. Erst so macht Mischbett wirklich Sinn. Nebenbei gibt es auf diese Weise kein Abfallwasser.

Zum regenerieren von Mischbettharz wird z.B. Salzsäure und Natronlauge verwendet. Diese werden nach Gebrauch von fachkundigen Händen in der richtigen Reihenfolge zusammen geschüttet und neutralisieren sich gegenseitig. Das Ergebnis stellt keine Gefahr für das Grundwasser mehr dar und darf in der Kanalisation entsorgt werden. Theoretisch. Wenn gleichzeitig Mischbettharze aus industrieller Anwendung regeneriert werden ist das Sondermüll. Aber vielleicht gibts Regenerierer die das getrennt machen? Ich werde mich mal erkundigen.

Bei mir ist um 35µS/cm schluss mit dem Harz. Das will aber nichts heißen und vor Allem hat das keine Allgemeingültigkeit. Aber danach gibt es einen Punkt, bei dem praktisch alles durchläuft und die 35µS/cm stören mich noch nicht. Kieselalgen habe ich bewusst gar keine.

Noch eine Idee zur längeren Standzeit: Wenn keine 0µS/cm mehr angezeigt werden, das Wasser noch mal durch ein wenig frisches Harz laufen lassen. Dabei im auge behalten, wann das alte Harz wirklich erschöpft ist. Wenn das frische Harz nur 1-30µS/cm tauschen muss, hält es sehr sehr lange.

Gruß
Helmut
 
Zuletzt bearbeitet:

Saartan

Active Member
Noch eine Idee zur längeren Standzeit: Wenn keine 0µS/cm mehr angezeigt werden, das Wasser noch mal durch ein wenig frisches Harz laufen lassen. Dabei im auge behalten, wann das alte Harz wirklich erschöpft ist. Wenn das frische Harz nur 1-30µS/cm tauschen muss, hält es sehr sehr lange.
Genau so empfiehlt es der Händler auch.
 

p'stone

Member
Hallo Helmut,

Ich werde erst probieren und mich in Ruhe informieren.

Zur Zeit regeneriere ich das Wechselwasser aus diesem Becken beim/zum Wasserwechsel.
Pumpe ins Becken, durch die Harzsäule in einen Auffangbehälter, dort aufsalzen und dann zurück ins Becken.
Das vereinfacht den Wasserwechsel enorm. Kein/kaum Abwasser. Kein Wasserschleppen/ Zwischenparken. Dauert aber recht lange um 140 Liter bei 1Liter/Minute zu filtern.
Das kann allerdings auch nebenbei gemacht werden, da muss ich nicht die ganzen Zeit dabei sein.

Das Mischbettharz regenerieren zu lassen lohnt sich erst ab größeren Mengen, wegen der zusätzlichen Versandkosten.
Aber da mache ich mich auch gereade schlauer.

Gruß Thomas

@Saartan : Den Hersteller habe ich auch schon entdeckt, trotzdem Danke
 

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